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NIER: Review

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Veröffentlicht 19. September 2010 | 20:59 Uhr von Marcel

Letzte Änderung 27. April 2015

Über den Autor: Hallo zusammen. Raphaelo ist der Name, Bürogummi von Beruf und ich bin seit Jahren chronischer Videospieler. Gespielt wird alles was auf den Tisch kommt, Hauptsache es bleibt gehaltvoll und abwechslungsreich.


+ grandiose, melancholische Story, welche über weitere Durchgänge immer mehr Tiefgang gewinnt
+ herausragendes Ende
+ tolles Voice Acting
+ fantastischer Soundtrack
+ gute Abwechslung im Gameplay mit vielen Anspielungen und Tributen an bekannte Franchises und Gameplaymechaniken
+ teilweise herrlich amüsante Dialoge
+ gute Sidequest Stories
+ bunte Truppe aus interessanten Charakterköpfen
+ genial inszenierte Bosskämpfe
+ absolut einzigartige NewGame+ Mechanik
+ hoher Wiederspielwert
+ kurzweiliges Kampfsystem
+ viele Waffen und Zauber
+ sehr schön designte und abwechslungsreiche Locations
+ driftendes Wildschwein als Fortbewegungsmittel ()

- arg viel Backtracking
- Kampfsystem lässt an Tiefgang vermissen
- Technisch ziemlich miserabel
- Soundtrack wiederholt sich mit der Zeit
- kaum Gegnervielfalt
- sehr zäher Anfang, braucht gut 3-4 Stunden um in Fahrt zu kommen
- Sidequest Aufgaben sind sehr langweilig und repetitiv
- sehr kleine Spielwelt
- nicht alle Dialoge sind vertont
- Fischer und Gärtner Minispiele sind ziemlich mühsam
- leblose Spielwelt
- generell fast etwas zu einfach
- Spielzeit der Story ist relativ kurz

Nier ist für mich wohl die Überraschung des Jahres. Trotz der vielen Mängel hat das Spiel nämlich einen Kern aus purem Gold und konnte mich über 4 Durchgänge praktisch ohne Einbrüche motivieren. Das liegt zum einen bestimmt an der wunderbar erzählten Story, die durch ihre melancholische und tiefgründige Erzählung, viele Überraschungen und Twists, die interessanten Charaktere und den schlau implementierten NewGame+ Storyhappen wirklich einzigartig daher kommt. Das Ganze endet in einem absolut genialen und schönen Finale, selten hat mich ein Spiel so zufrieden in die wirkliche Welt zurückgeschickt. Sicherlich etwas vom besten was ich bisher erleben durfte und ich werde diese fantastische Reise bestimmt nicht so schnell vergessen.

Beim eigentlichen Gameplay ist Nier ein gemischtes Erlebnis, das Echtzeit Kampfsystem funktioniert tadellos und bietet viele Möglichkeiten zur Anpassung, lässt im Endeffekt aber einiges an Tiefe vermissen und geht selten über Buttonmashing hinaus. Auf der anderen Seite versteht Nier es aber seine Mechaniken immer wieder ein wenig umzukrempeln, so gibt es Abschnitte die z.B. als reines Textadventure präsentiert werden. Ein anderes Mal geht man in eine alte Villa die mit ihren festen Kamerawinkel und Gruselstimmung stark an Resident Evil erinnert oder man prügelt sich im Diablo Stil in der Iso Perspektive durch ein unterirdisches Labor. Kurz: das Spiel hat wirklich eine schöne Abwechslung drin und als Spieler weiss man nie, was die Entwickler einem als nächstes entgegenwerfen.

Beim Dungeondesign erinnert Nier mit seiner Struktur sogar stark an die Zelda Reihe und bietet ein paar herrlich schön designte Locations. Leider vermisst man doch den Rätselanteil und das Spiel lässt den Spieler auch gerne mal bereits besuchte Dungeons nochmal abklappern, gerade solche Momente sind die Tiefpunkte des Spiels. Dafür entschädigt jedes Mal einer der fantastischen Bosskämpfe für diese Mühen. Das Bossdesign in Nier ist schlichtweg fantastisch und hat mich einige Male wirklich überrascht. Vom spielerischen Aspekt enttäuschen viele der Bosse aber leider auch ein wenig, die wenigsten benötigen ausser der „Hämmer auf X“ Mechanik nicht wirklich viel Taktik.

Was den eigentlichen Reiz des Spiels für mich ausmacht, ist aber die grandiose NewGame+ Mechanik. Die Story gewinnt von Durchgang an Durchgang immer neue Facetten, vorher ganz klare Momente lassen den Spieler plötzlich mit einem sehr gemischten Gefühl zurück. Es verwandelt eine gute Story in eine absolut fantastische Story um. Das man dabei auch alle seine Fähigkeiten etc. mitnehmen kann, hilft dem Spielfluss enorm, genauso wie die Tatsache, dass man den eher zähen Anfang überspringen kann und gleich mitten im Spiel platziert wird. Noch nie hat mich ein Spiel besser für weitere Durchgänge motivieren können.

Nier hat abseits der Story auch einiges an Nebenaufgaben, der einzige Nachteil von diesen ist, dass sie leider kaum Spass machen . Das Sidequestdesign ist fürchterlich und bietet ausser langweiligen Sammelaufgaben und ewigem hin und her latschen nicht wirklich viel. Dafür sind die Geschichten der Sidequests teilweise auch sehr schön erzählt und bereichern das Spiel um einige schöne Storymomente. Dazu kann man auch noch Angeln und Zeugs anpflanzen, in welche ich aber überhaupt kein Interesse hatte, ausser dem Minimum das man für die Mainstory machen muss, habe ich diese nicht angerührt.

Was die Technik anbelangt muss ich wohl nicht mehr viel sagen, es sieht halt aus wie ein PS2 Game. Dafür sind die Locations teilweise wirklich wunderschön gestaltet und bieten eine herrliche Atmosphäre. Für die technischen Unzulänglichkeiten entschuldigt das aber bei weitem nicht, gerade hier bemerkt man das geringe Budget sehr stark. Dafür ist die Soundabteilung einfach unglaublich, was Nier in Sachen Sounddesign leistet, sieht man wirklich nicht alle Tage. Der Soundtrack ist schlicht und ergreifend etwas vom Besten in der Geschichte der Games und hat einen festen Platz auf meinem iPod gewonnen. Was durch den Soundtrack für eine Stimmung aufgebaut wird, einfach fantastisch. Unbedingt mal ein wenig reinhören. Aber auch beim Voice Acting leistet Nier eine aussergewöhnliche Arbeit, die Hauptakteure der Story sind genial vertont und treffen mit ihren Leistungen jeweils den Nagel auf den Kopf. Zu schade das nicht alle Dialoge vertont sind und der Cast der Nebencharaktere massiv in der Qualität abfällt.

Ich habe Nier ziemlich in mein Gamerherz geschlossen. Ich kann zwar selber nicht genau sagen, warum ich dieses Spiel als so genial empfinde, doch es hinterlässt einfach eine einzigartige Stimmung und Erfahrung, eine die ich so schnell nicht vergessen werde. Trotz all den Mängeln und Unzulänglichkeiten die dieses Spiel hat, bin ich unglaublich zufrieden damit. Für jede schlechte Sache macht Nier etwas aussergewöhnlich gut. Es ist vielleicht nicht so schön und poliert wie ein Final Fantasy, doch wie sagt man doch so schön: Aussehen ist eben nicht alles .

So lange Rede, kurzer Sinn: Jeder der mal Lust auf etwas Neues hat oder Wert auf eine fantastisch erzählte Story hat, kriegt hier meine vorbehaltlose Empfehlung. Lasst euch nicht von der schlechten Presse blenden und taucht ab in ein wahrlich wunderschönes Erlebnis.

Unser Fazit

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Pro

Kontra

Unsere Bewertung

Grafik
 
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Sound
 
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Steuerung
 
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Gameplay
 
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Multiplayer
 
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Spielspaß
 
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Gründer von insidegames und PSN-Senioren als auch der Inhaber von Xbox-Senioren. Ein leidenschaftlicher Gamerscore- und Trophäen Sammler der vor (kaum) einem Spiel zurückschreckt. Nebenbei ein begeisterter Sport-Junkie und Serien-Liebhaber. Im Forum ist er als Frosch oder auf Google+ unterwegs.

Kommentare

  • Exciter4 sagt:

    Hallo Raphaelo

    Du hast absolut Recht: Nier ist ein geniales Game. Zwar liegt die Grafik etwa auf PS2-Niveau, aber inhaltlich ist Nier dafür umso besser. Und das schreibe ich, obwohl ich es erst 5 Stunden gespielt habe. :-)

    Seit Final Fantasy 7 hat mich kein Rollenspiel mehr so fasziniert wie Nier!

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