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Nightmares from the Deep 2: The Siren’s Call – Test / Review

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Veröffentlicht 27. September 2016 | 20:11 Uhr von Alexander Winkel

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Schaurig schön und dennoch beklemmend düster kam mit Nightmares from the Deep seinerzeit die erste Umsetzung eines Artifex Mundi Spiels für die Xbox One daher. Sie überzeugte mit seinem ganz eigenen Charme eines Wimmelbildspiels, welches gekonnt Story mit toll inszenierten Szenen und einem klassischen Point & Click Abenteuer verband. Bis dato stimmt die Qualität der Artifex Mundi Spiele, so dass sich viele Spieler sicherlich auch über die Fortsetzung mit dem Untertitel The Siren’s Call freuen!

Sarah Black, Kuratorin des karibischen Seefahrtmuseums und Überlebende des schaurigen Abenteuers um Captain Henry Remington, wird eines Nachts durch einen Boten gestört. Der geheimnisvolle Bote ist nicht zufällig ins Museum gekommen, denn er benötigt spezielle Hilfe. Kaum ist das Paket ausgepackt, kehrt das Grauen aus der Tiefe einmal mehr zurück und Sarah findet sich erneut in einem mysteriösen, voller Geheimnisse und Rätsel gespickten Abenteuer mitten in der Karibik wieder. Alte Geschichten und Konflikte offenbaren sich einmal mehr in zahlreichen handschriftlichen Dokumenten als auch wundervoll inszenierten Rückblenden – ganz wie man es bereits aus dem ersten Teil von Nighmares from the Deep gewohnt ist.

Ihr findet euch nach den turbulenten Ereignissen in einer geheimnisvollen, recht düsteren Piratenstadt wieder. Um die schaurig schönen, handgezeichneten und liebevoll animiert Szenen noch gruseliger zu gestalten, spielt sich der zweite Teil weitestgehend in der Nacht ab. Kingsmouth ist auf einem Felsen gelegen, doch dessen Straßen wirken wie leergefegt und die Spelunke mit einem einzigen Betrunkenen nicht gerade gut besucht. Ein Problem, das tief verwurzelt in der Geschichte der Stadt liegt. Übles Gesocks hat sich hier nieder gelassen, der Abschaum der Karibik und knallharte Räuber – allesamt mit dem Ziel, sich um Familie zu kümmern und ehrliches Geld an Land zu ziehen. Nicht leicht, wenn man sein Leben lang ein Pirat gewesen ist.

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Vom Boten und fortan ständigen Begleiter Sarahs erfahrt ihr schließlich die traurige Wahrheit: Kingsmouth und seine Bewohner wurden einst verflucht, da vor allem Bürgermeister Murray den Hals nicht voll bekommen konnte. Nach einige turbulenten Szenen mit den Schergen und Hintermännern des Amtsträgers ist auch klar, dass einmal mehr der sagenumwobene Davy Jones seine Finger im Spiel hat. Wenn dieser Teufel des Meeres seine Fäden zieht, kann man sicher davon ausgehen, dass das Kleingedruckte in seinen Verträgen katastrophale Konsequenzen für die meist unwissenden Partner mit sich bringt.

Wie gewohnt verzaubert uns Artifex Mundi mit einer unglaublich detailverliebten Inszenierung des Piratenabenteuers. Das heruntergekommene Fischerdorf mit seinen Holzbauten, verzierten Torbögen und Palmen versprüht karibisches Flair und jede einzelne Szene ist liebevoll inszeniert. Auch wenn es sich um einzelne Bilder handeln, durch die ihr euch hindurch klicken dürft, wurden diese herrlich animiert. Da wiegen sich die Blätter im Wind, die Möwen im Aufwind vor dem Mond und flackernde Laternen und Glühwürmchen sorgen dafür, dass die Szenerie wie lebendig wirkt. Manch eine Kakerlake oder eine Ratte lässt uns zusammen mit dem rauschenden Wind, quietschenden Dielen und der gruselig-stimmigen Hintergrundmusik in diesem dennoch sehr düster gezeichneten Ambiente einen Schauer über den Rücken fahren. Die Thematik eines verwunschenen Piratendorfs wurde auf jeden Fall gekonnt inszeniert.

Das Point & Click Abenteuer führt Sarah aber nicht nur durch die Gassen des Fischerdorfs, sondern auch durch einen Schiffsfriedhof und unterirdische Katakomben. Einmal mehr gibt es für sie und euch Spieler reichlich Abwechslung und wahrlich viel zu entdecken, darunter leider auch ein paar Leichen. Mitbürger, die zu viel in Erfahrung gebracht haben oder einfach ihre Nase in Angelegenheiten gesteckt haben, die sie nichts angehen. Vorsicht ist also geboten, wenn man die zahlreichen Puzzlestücke um Bürgermeister Murray zusammen fügt.

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Wie gewohnt spielt man sich Szene für Szene durch das Abenteuer und muss in allererster Linie seine Umgebung bis ins letzte Detail inspizieren. Neben vielen schriftlichen Hinweisen, welche die Story Stück für Stück mit Leben füllen und auch so manch Lösung eines Rätsel offenbaren, gilt es zahlreiche Objekte zu finden, um diverse Hürden zu meistern. Beständig werdet ihr vor Rätsel gestellt. Es fehlen Schalter und Hebel, oft auch Puzzlestücke eines Bildes oder einem anderen Mechanismus und hat man dann endlich alles Mal parat, regen alsdann zahlreiche Minispiele die grauen Zellen an. Von Schiebepuzzles, über Kochen oder Mischen von Zutaten, bis hin zu rechnerischen Aufgaben bietet Nightmares from the Deep 2: The Siren’s Call wieder das volle Repertoire an Denkaufgaben. Manches Rätsel kann durchaus knackig werden und verpasst ihr mal ein Objekt, dürftet ihr sicherlich über die dezenten Hinweise auf dem leichteren Schwierigkeitsgrad ganz glücklich sein.

Aufgelockert wird das Abenteuer durch zahlreiche Suchbilder (Wimmelbilder), bei denen man entweder dargestellte Objekte oder aber die Begriffe auf dem Bild suchen muss. Wer hierfür weniger Geduld aufbringen kann, darf diese Suchbilder auch durch ein Mahjong-Spiel ersetzen und die Aufgaben daher alternativ lösen. Leider geben sich die Story und der spielerische Verlauf des zweiten Abenteuers der Kuratorin eher linear. Wirklich überraschende Wenden und unerwartete Szenen sind selten. Hat man bereits zu viel Artifex Mundi Spiele gesehen? Keineswegs, denn The Siren’s Call ist tatsächlich weniger laufintensiv, als es so manch anderes Werk des Entwicklern war. Letztendlich tut dies der Spielfreude aber keinen Abbruch, denn ähnlich Grim Legends: The Forsaken Bride wurde dieser Titel hervorragend animiert, mit Videosequenzen, die gar direkt in die Spielszenen übergehen. Zudem ist der Titel wie auch seine Vorgänger bereits sehr gut mit englischer Sprachausgabe vertont und mit deutschen Bildschirmtexten untertitelt.

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Unser Fazit

80 %

Das Grauen aus der Tiefe schlägt zurück und Artifex Mundi liefert dabei gewohnt gute Kost und ein gelungen inszeniertes Point & Click Abenteuer. Die wundervoll animierten, handgezeichneten Welten faszinieren mit ihren Details und die Story ist wieder unterhaltsam ausgearbeitet. Etwas weniger Twists und Überraschungen, dennoch aber gut inszeniert. Die Mischung aus Point & Click Abenteuer und den für den Hersteller bekannten Suchbildern ist wieder gelungen und offenbaren einen angenehmen Schwierigkeitsgrad. Nicht zu leicht, aber auch nicht frustrierend schwer. Wer bereits eines der Artifex Mundi Spiele genossen hat, weiß genau, was auf ihn zukommt. Wer daran auch gefallen hatte, kann bedenkenlos zugreifen. Alle anderen sollten sich den Titel auf jeden Fall mal genauer anschauen.

Pro

  • + Wundervolle Inszenierungen mit handgezeichneten und detaillierten Szenarien.
  • + Niemals überfordernd, dennoch auf einen guten hohem Niveau angesiedelt, machen die Rätsel viel Spaß.
  • + Sehr gute Synchronsprecher, die sich wirklich viel Mühe geben.
  • + Für schmales Geld ein recht umfangreiches Abenteuer.

Kontra

  • - Etwas linearer als manch Vorgängerspiel von Artifex Mundi
  • - Leider nur englische Synchronsprechermit deutschen Bildschirmtexten.
  • - Ein eher schwaches Spielende trübt ein wenig das Erlebnis.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
83 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
77 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
80 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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