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NIOH – Test / Review

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Veröffentlicht 2. Februar 2017 | 9:05 Uhr von Ricky

Letzte Änderung 13. März 2017

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In der Spiele-Branche ist es nichts Neues, wenn Titel angekündigt werden, um dann erst einmal wieder in der Versenkung zu verschwinden. Manche Spiele tauchen wieder auf und andere geraten komplett in der Vergessenheit. NIOH ist so ein Beispiel, welches sich seit 2004 bei Team Ninja in Entwicklung befunden hat und jetzt schlussendlich als exklusiver Playstation 4 Titel veröffentlicht wurde.

Im neuen Team Ninja Action-Adventure-Rollenspiel-Mix NIOH schlüpft ihr in die Rolle des Seefahrers William Adams, welcher als erster westlicher Samurai in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Angesiedelt ist NIOH in der Zeit des japanischen Bürgerkriegs, der sogenannten Sengoku Periode, in welcher sich japanische Clans erbitterte und blutige Schlachten geliefert haben. In einer fiktiven dunklen Fantasy-Welt des 16. Jahrhunderts muss William seine ganzen Samurai-Kampfkünste aufbringen, um die mächtigen Monster, welche der japanischen Mythologie entnommen wurden, zu besiegen.

Team Ninja hat keinen Hehl daraus gemacht, das sie mit NIOH an alte Qualitäten der Ninja Gaiden-Serie anschließen möchten. Besonders die Ninja Gaiden-Version für die erste Xbox, welche später ebenfalls für Playstation 3 veröffentlicht wurde, gilt als schweres aber jederzeit faires Spiel und stellte ein Stück weit die Grundbasis für NIOH. Ebenfalls haben sich die Entwickler von Spielen wie der Dark Souls-Reihe als auch Diablo 3 inspirieren lassen.

Ein besonderes Augenmerk hat Team Ninja dabei auf den Schwierigkeitsgrad von NIOH gelegt, welcher sich nicht einstellen und auch nicht verändern lässt. Wie schon bei Ninja Gaiden soll NIOH jederzeit schwer aber nicht unfair und gut spielbar sein. Und was sollen wir sagen? Dieses Vorhaben ist Team Ninja ziemlich zweifelsfrei geglückt.

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Der Schwierigkeitsgrad in NIOH ist saftig, fordernd aber nicht unschaffbar und stellt euch darauf ein, dass ihr sterben werdet… und zwar sehr, sehr oft! Jeder Gegner verlangt eine andere Taktik, egal ob euch ein Ninja aus dem Hinterhalt angreift oder euch ein mächtiger Boss gegenüber steht. Dabei gilt es nicht nur zu beachten rechtzeitig zu blocken, sondern auch schnell gekonnt auszuweichen. Dabei solltet ihr aber immer einen Blick auf eure Ausdauer, im Spiel KI genannt, werfen. Jeder Angriff oder Ausweichversuch lässt eure KI schrumpfen. Ist die Anzeige leer, kann sich William nicht bewegen und ist den Angriffen der Gegner hoffnungslos ausgeliefert. Damit ihr eure KI schneller wieder auffüllen könnt, ist ein Feature enthalten, welches an das Active Reload-System z.B. aus Gears of War angelehnt ist. Sobald ihr einen Angriff ausgeführt habt, werdet ihr von blauer KI-Energie umhüllt. Wenn ihr jetzt im richtigen Moment die R1-Taste betätigt, könnt ihr eure KI-Leiste deutlich schneller wieder auffüllen. William gehört, was sein Bewegungsrepertoire betrifft, durchaus zu den agilen Vertretern seiner Klasse und er dasht, rennt, rollt aber springen kann er nicht.

In NIOH wird zwar sehr viel gekämpft, aber es ist dennoch keine plattes Hack’n Slay. Das Kampfsystem von NIOH ist sehr komplex und umfangreich ausgefallen und entwickelt sich erst nach vielen Spielstunden richtig. Alleine die drei verschiedenen Kampfstellungen Hoher Stand, Mittlerer Stand und Niedriger Stand bringen viel Abwechslung und Taktik in die Kämpfe. Ebenfalls lassen sich für jede Kampfposition bestimmte Angriffe definieren, welche aber zuvor erst erlernt werden müssen. Auch die genutzten Waffen lassen sich durch deren Verwendung auf eine höhere Beherrschungsstufe bringen und erlaubt dann auch im weiteren Verlauf Geheimtechniken zu erlernen und anzuwenden. Wem das noch nicht genug ist, der sollte alles was als Loot bereit gestellt wird sammeln, um Schmiede-Upgrades bauen zu können. Wie es sich für eine Fantasy-Welt gehört, stehen darüber hinaus noch über 50 verschiedene Magie- und Ninjutsu-Fähigkeiten bereit, welche sich auch immer wieder als äußerst nützlich erweisen können. Nicht zu vergessen auch die “kleinen grünen Männchen” (Kodama), die, wenn ihr sie findet, garantiert was Gutes für euch bereithalten werden.

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William selbst steht den ganzen Verbesserungen in nichts nach, da auch er sich weiter entwickeln kann. Nicht nur durch Kämpfe, sondern auch durch das Öffnen von Kisten oder Truhen erhaltet ihr Erfahrungspunkte, welche in NIOH als Amrita bezeichnet werden. Habt ihr genügend Amrita zusammen, begebt ihr euch zu einem der zahlreichen Schreine und betet. Diese Schreine dienen zum einen als Checkpoint, zum anderen könnt ihr Williams Werte verbessern und in der Charakterstufe aufsteigen lassen. Habt ihr zu viele Items im Inventar, könnt ihr diese am Schrein opfern, um neue Items oder Amrita zu erhalten. Aufpassen müsst ihr allerdings, wenn ihr das Zeitliche segnet. Ihr verliert eure Erfahrungspunkte, welche noch nicht in das Aufwerten von William gesteckt wurden, aber ihr könnt diese wieder aufsammeln. Dazu müsst ihr lebend den Ort erreichen, an welchem ihr gestorben seid. Leider werden auch wieder alle Gegner in die Spielwelt gesetzt, welche ihr zuvor schon besiegt habt.

Während in einigen anderen Spielen Waffen oder andere nützliche Items meistens an der gleichen Stelle zu finden sind, wird in NIOH alles dem Zufall überlassen. Es ist sinnvoll nicht nur die zahlreichen Kisten im Spiel zu untersuchen, sondern auch Verstorbene, welche durch ein Leuchten sehr gut in der Spielwelt zu sehen sind, nach Brauchbarem zu inspizieren. Ihr erhaltet auf diese Weise nicht nur Erfahrungspunkte, sondern auch verschiedene Erinnerungen, welche euch nützliche Information zukommen lassen. Weiterhin könnt ihr auch Leichen andere Spieler (reale und NPCs) aufspüren und die Beschwörung blutiges Grab vornehmen. Erledigt dann den auftauchenden Gegner und gelangt, mit etwas Glück, in den Besitz auch von mitunter etwas selteneren Objekten.

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Auch aus technischer Sicht hat NIOH einige interessante Features zu bieten. Wer eine normale PS4 benutzt, kann aus unterschiedlichen Spielmodi für die grafische Darstellung wählen. Wer eine bessere Bildfrequenz möchte, nutzt den Actionmodus, wer eine konstante Framerate bevorzugt, kann mit dem Videomodus die Auflösung stabilisieren oder aber mit dem Filmmodus eine stabile Auflösung mit variabler Bildrate einstellen. Playstation 4 Pro-Nutzer können, je nach vorhandenem Display, noch einige andere Einstellungen wählen, um die optische Ausgabe optimal anpassen zu können. Generell erweist sich das Grafikaufgebot von NIOH als eher durchwachsen. Die Spanne reicht dabei von eher langweiligen, detailarmen Umgebungen bis hin zu wiederum sehr detaillierten Gegnern und sehenswerten Lichteffekten. Wer bei William denkt “der kommt mir bekannt vor”, ja, das kann durchaus sein, denn der Gute könnt durchaus der verlorene Brunder von Geralt von Riva (The Witcher-Serie) sein. Wem die Kamera an manchen Stellen zu unruhig ist, der sollte einen Blick in die Optionen werfen, um die Actionkamera zu deaktivieren. Die Soundkulisse ist sehr hörenswert ausgefallen. Egal ob es sich um das Prasseln eines Feuers handelt oder die kräftigen Kampfgeräusche, alles passt sehr gut ins Gesamtbild und trägt zur allgemein guten Atmosphäre bei. Die Sprachausgabe ist in englischer Sprache gehalten, aber alle Texte im Spiel, wie auch die verfügbaren Untertitel, können in deutscher Sprache eingestellt werden.

Steuerungstechnisch gibt es bei NIOH nichts zu meckern. William folgt stets euren Anweisungen auch wenn durch das komplexe Kampfsystem einige Tasten doppelt belegt wurden. Sollte ihr unsicher sein, welche Tastenkombination welche Aktionen ausführt, könnt ihr diese jederzeit in eurem Menü einsehen.

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Unser Fazit

83 %

Zugegeben, persönlich hatte ich mir von NIOH, trotz den veröffentlichten Demo-Versionen, nicht viel erhofft. Aber bekanntlich ist man lernfähig und ich muss – und das tue ich gerne – anhand der fertigen Version feststellen, dass aus NIOH doch ein wirklich gutes Spiel geworden ist. Auch wenn es, wie inzwischen üblich – das Rad erfindet sich nun einmal nicht mehr wirklich neu, Parallelen zu anderen Spielen gibt, ist NIOH definitiv kein simpler Klon oder Abklatsch, sondern verfügt über seinen ganz eigenen Charme und Stil. Während der Einstieg gefühlt etwas zäh ausfällt, entwickelt sich NIOH infolge stetig weiter und es stellt sich ein gewisser Suchtfaktor ein, getreu dem Motto „wenn ich nochmals sterben sollte, mach ich aus … ach nee, einmal versuch ich es doch noch“. Die verschiedenen Areale sind großzügig angelegt und laden zum ausgiebigen Erkunden und Aufspüren neuer Waffen und Rüstungen ein. Der Schwierigkeitsgrad ist sehr fordernd, vor allem aber sehr fair ausgefallen, sodass jeder Gegner im Spiel besiegt werden kann, wenn man einfach nur (manches Mal leichter gesagt als getan) dessen Taktik durchschaut hat und nicht blindlings in die Kämpfe läuft. Zusammenfassend kann ich sagen: Wer keine Probleme mit einem sehr japanischen Setting hat und sich nicht scheut sich den Spielfortschritt hart, schwer und mit viel Blut und Schweiß zu erarbeiten, sollte definitiv einen Blick riskieren.

Pro

  • + fordernde Kämpfe
  • + umfangreiches Skill-System
  • + William lässt sich gut steuern
  • + Gegner fordern unterschiedliche Kampfstrategien
  • + stimmiger Soundtrack und FX Sounds
  • + atmosphärische Stimmung
  • + kurze Ladezeiten

Kontra

  • - Areale bei Bossgegnern manchmal zu klein
  • - kein manuelles Speichern möglich

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
82 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
84 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
88 %

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Kommentare

  • Perfect007 sagt:

    Hmmm … darauf hätte ich nun Lust …

  • Marcel sagt:

    Hast du deine Lust erfüllt?

  • Til sagt:

    Moin,

    an sich ist die Bewertung vollkommen in Ordnung. Ich muss sagen, dass der Co-oP Modus einer der Besten ist, den ich jemals gespielt habe. Sehr taktisch aufgebaut, da man so die Stärken der Skillung und Rüstungen (bspw. Tank vorn, DD hinten) bei Bossen die mehr Schaden von hinten einstecken, perfekt ausspielen kann. Es gibt dazu den HardMode (NewGame + ) der das Niveau noch einmal erheblich anpasst und auch da ist der Co-oP der Hammer.

    BG,
    Til

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