No More Heroes: Heroes' Paradise - Review - insidegames

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No More Heroes: Heroes’ Paradise – Review

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Veröffentlicht 21. Mai 2011 | 23:43 Uhr von Keysjore

Letzte Änderung 29. März 2015

NMH - 00

Wieso muss jede substanzlose aber schweinecoole Story von Mr. Tarantino stammen? Würde Tarantino wirklich über einen runtergekommen Anime-Freak schreiben, der mit einem Laserbuttermesser zum Möchtegern-Auftragskiller wird, nur um eine heiße Blondine zu knallen? Tja, ich habe da meine Zweifel. Aber genau darum geht es in No More Heroes. Ihr seid Travis Touchdown, ein Typ der so stylisch aussieht wie sein Name klingt. Bei einer nächtlichen Bar-Tour trifft Travis die hübsche Sylvia Christel. Anstelle der Kleinen die Bettstäbe zu zeigen, schlägt diese ihm vor, sich als Nr.11 des Clubs der Killer mit seinem Beam-Katana durch die komplette Top 10 der besten Assassinen zu schnetzeln. Nach einer harten Nacht mit dem ehemaligen Numero 11, stehen wir am nächsten Morgen bereits auf der Schwelle von Nr. 10s dicker Hütte.

Die Alltaghölle mit Travis Touchdown

Und so laufen eure kommenden Tage mit Travis ab: Ihr begebt euch auf eine absurd-witzigen Ranglistentrip, gespickt mit diversen skurrilen Situationen und Dialogen. Jeder Killer in den Top 10 erwartet euch in seinem eigenen Domizil. Nachdem ihr euch durch feindliche B-Ware den Weg blutig freigeschlachtet habt, heißt es Bossfight, Baby! Die spektakulären Bosskämpfe erweisen sich als Sahnebonbon von No More Heroes. Hier bekommt ihr nicht nur coole, anime-typische Stylekost serviert, sondern auch einen taktisch anspruchsvollen Kampf. Allerdings erweist sich alles, was um die Bosskämpfe herum passiert, als herber Rübensaft: Denn wer sich dem nächsten Ranglistenkampf stellen will, braucht erst einmal das nötige Startkapital. Absurderweise erinnert einem das stark ans wahre Leben. Wer ein Highlight sehen will, muss sich erst einmal durch die Knochenmühle des Alltags schlagen. Neben kleinen Killeraufträgen erwarten euch allerhand Nebenjobs. Besonders das Arbeitsamt geht euch auch in No More Heroes gewaltig auf die Nüsse: Omas Rasen mähen, Graffitis von den Wänden schruppen oder entlaufene Kätzchen in der Stadt auflesen. Wer hier den Kopf schüttelt und verzweifelt nach einem inhaltlichen Zusammenhang oder gar einem Sinn sucht, kann sich getrost in die Kiste legen. Regisseur und Autor Goichi „Suda 51″ Suda, testet mit diesen stumpfsinngen Nebenaufgaben bewusst die Geduld des Spieler. Nur wer sich der Endlosschleife stellt und die langweilige Tortur überlebt, darf den nächsten ausgefallenen Bossfight erleben. No More Heroes schenkt dem Spieler nichts, jeder Spielspaß muss sauer verdient werden.

Stubenhocker

Während man auf der Wii die Hunger-Grafik von No More Heroes mit zwei zugekniffenen Augen noch einigermaßen überwinden konnte, knüppelt einem die PS3-Fassung um so mehr vom Sofa. Schließlich hätte man hier von der leistungsstarken Sony-Konsole einiges an Überarbeitungen erwarten können. Zwar wirken die Figuren etwas glatter und auch die Schatten fallen realistisch, dafür sieht die Spielumgebung grafisch sehr antiquiert aus. Der böse, allgegenwärtige Treppcheneffekt überzieht auch auf der PlayStation 3 die Spielwelt von No More Heroes, fehlendes Anti-Aliasing sei dank. Kein Wunder, dass man bei so einem hässlichen Blick aus dem Fenster zum Stubenhocker wird. Von Travis abgewrackten Motelzimmer aus könnt ihr in der Ego- oder Schulterperspektive das Städtchen Santa Destroy erkunden. Aber auch an Indoor-Aktivitäten mangelt es nicht: Beim Klogang wird gespeichert, im Schlafzimmer könnt ihr euch in frische Klamotten werfen, den Anrufbeantworter für Aufträge abrufen, die Schubladen nach Kram durchwühlen, in der Glotze Trailer oder Wrestlingstreifen reinziehen, eure Kartensammlung studieren, den Kühlschrank nach Essbarem filzen oder eure süße Katze Jeane verwöhnen. Hab ich was vergessen? Ach ja, neu auf der PlayStation 3 ist die Nickerchen-Funktion: Hier verarbeitet Travis seine traumhaften oder albtraumhaften Erlebnisse. Unter Traum findet ihr Zwischensequenzen aus der Story und bei den Albträumen dürft ihr gegen die abgedrehten Killer erneut das Beam-Schwert schwingen.

Außenwelt

Wie sieht die Welt da draußen aus? Die meisten Interaktionen der Stadt beschränken sich auf das Grinden, sprich das Sammeln von Geld oder Gegeständen. Wer fleißig gegen Abfallcontainer tritt oder mit dem Schwert den Rasen toastet, wird hier und da mit Barem, Klamotten oder Krimskrams belohnt. No More Heroes sieht aus wie ein klassischer Open-World-Sandbox-Titel, ist er aber nicht. Man kann zwar mit Travis auf dem Motorrad das eintönige und detailarme Santa Destroy  frei erkunden, jedoch merkt man, dass die Stadt nur eine leblose Kulisse ist. Ob dies gar ein Kommentar auf die eigentlich ebenso leblosen Kulissen  von GTA und Familie ist oder gar ein Versuch ist eben sich jener Titel anzubiedern, muss jeder für sich selbst wissen. Die Stadt bietet keinerlei Gründe um eine Erkundung auf eigene Faust in Erwägung zu ziehen, jeder Ranglisten-Killer erwartet euch in einem abgetrennten gesonderten Bereich. Selbst altbekannte Sandbox-Gewohnheiten wie Hilfe suchende Passanten oder das Stehlen von fremden Fahrzeugen lässt No More Heroes komplett wegfallen.

Move it!

Die wohl technisch bedeutendste Erneuerung ist die Steuerung von No More Heroes: Heroes’ Paradise. Hier stehen euch zwei unterschiedliche Varianten zur Auswahl, einmal klassische Steuerung über den Dualshock 3-Controller oder die Move-Steuerung, allerdings nur mit Zusatz des Navigationscontroller oder einem quer gehaltenen normalen Motion Controller. Leider werden die interessanten Möglichkeiten von PlayStation Move durch die lediglich kopierte Wii-Steuerung stark beschnitten. Eine Erweiterung der Schlagtechnik, hin zu einem authentischen Schwertgefühl, sucht man vergebens. Die Steuerung fühlt sich eher an wie ein Oben-unten-rechts-links-Reaktionstest, der sich erstaunlich träge spielt. Durch eine niedrige oder hohe Position bestimmt man immerhin (wie schon auf der Wii) die Art des Schlages. Je nachdem, wie eure Gegner blocken, müsst ihr lediglich den Move-Controller anheben oder senken. Das ganze Konzept erweist sich gegenüber der klassischen Steuerung mit dem PS3-Controller als äußerst schwerfällig.

Unser Fazit

70 %

Es gibt zwei Sichtweisen für No More Heroes. Die Erste richtet sich an Spieler, die sich von dem actiongeladenen Stil blenden lassen, und nach dem zehnten eintönigen Nebenjob das blanke Kotzen kriegen. Die Zweite: Ihr steht darauf permanent verarscht zu werden und seid zäh genug euch durch die Nebenjob-Endlosschleife zu beißen für den nächsten spektakulären Bossfight. Suda51 ist spätestens seit Killer 7 bekannt dafür, extrem stylische Titel zu produzieren, aber auch ebenso seine Spieler zu quälen und an der Nase zu führen. Doch genau bei diesem Punkt liegt der Hund begraben. Eine geniale Satire, die aber durch ihre elementare Botschaft das Gameplay zerstört und daher nicht für jeden geeignet ist.

Pro

  • stylische Präsentation
  • derber Humor
  • cooler Hero
  • spannende Bossfights
  • bizarrer Retrostil
  • nettes Apartment
  • viele Features zum freispielen
  • Waffen und Fähigkeiten-Upgrades
  • grandioser Sound
  • gutes Arcade-System

Kontra

  • veraltete Technik
  • hässliche Landschaften
  • fehlende Kantenglättung
  • magere Umfang
  • nerviger Aufbau des Gameplays
  • kaum Sprachausgabe
  • dutzende Klongegner
  • fast keine richtigen Nebenaufgaben
  • unausgereifte Move-Steuerung
  • 1:1- Wii- Kopie
  • nur ein Spielmodus
  • sterile Stadt
  • Tearing und Ruckler

Unsere Bewertung

Grafik
 
50 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
0 %
Spielspaß
 
80 %

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