insidegames

NORTH – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 12. März 2018 | 18:33 Uhr von Alexander Winkel

NORTH_Artwork_

Mit dem Thema Flüchtlingen nimmt sich North ein heikles Thema zu Herzen und entführt den Spieler ein eine gar surreale Dystopie. Ein Psychotrip mit Abgründen und schockierenden Gefühlen und doch mangelt es an Überzeugungskraft. Ein Kauf ist nur für Jäger und Sammler wirklich lohnenswert. Für alle anderen ist die finanzielle Ausgabe jedoch kaum gerechtfertigt. Warum? Das könnt ihr im Folgenden nachlesen.

In North übernehmt ihr einen Mann, der aus dem Süden flüchtet und einen Antrag auf Asyl in einer Stadt im Norden stellen möchte. Dafür ist er viele Meilen gereist und hat seine Schwester im Süden zurücklassen müssen, ein Zustand, der hoffentlich nicht immer währt. Angekommen in der düsteren, vom klassischen Cyberpunk geprägten Metropole im Norden schwinden die Hoffnungen jedoch schnell. Von alienartigen Kreaturen bewohnt und mit unwirklichen Prüfungen untermauert durchlebt der Flüchtling eine üble Dystopie, welche sicherlich zum Nachdenken anregen soll. Leider werden die Hintergründe der Reise recht spärlich mittels geschriebene Briefe an die Schwester offenbart, die mühselig auf dem Bildschirm durchgelesen werden müssen, sofern die Postbox tatsächlich aufgesucht wird.

north-screenshot-07

Der verstörende Psychotrip offenbart gar menschenverachtende Hindernisse für den Flüchtling, der sich ein neues Leben im Norden aufbauen möchte. Das Arbeitslager erinnert an längst vergangene Zeiten, bei der Polizei solltet ihr kein falsches Wort verlautbaren und wenn die Ärzte etwas gegen die sexuelle Neigung haben, am besten den Mund halten. Dass gewisse weitere Szenen uns zusätzlich in eine orwellsche Zukunft versetzen, rundet die Angstzustände des Flüchtlingsprotagonisten letztendlich vollkommen ab. Die Aufgaben sind jedoch sehr leicht zu durchschauen, sofern die Briefe an die Schwester gelesen werden. Somit ist der Albtraum nach spätestens zwei Stunden vorbei und das weniger überraschende Ende vollbracht. Wer sich auskennt, kann North jedoch in weniger als zwanzig Minuten komplett mit allen Belohnungen abschließen – der Grund, warum der Titel sicherlich vielfach über den virtuellen Ladentisch gehen wird.

north-screenshot-06

Die Thematik ist durchaus brisant, vor allem im Angesicht der politischen Spannungen rund um den Globus der letzten Jahre, jedoch konnte North mich in den zwei Stunden nicht wirklich abholen. Zu wirr sind die Szene. Manchmal scheinen sie einem LSD-Tripp nach einer durchgezechten Techno-Partynacht zu gleichen, mit schrillen Bildern und wirren Gedankenblitzen. Die extreme Schlichtheit der Optik vermag die düstere Dystopie, das Cyberpunk-Szenario einer fiktiven Sci-Fi Stadt zwar einzufangen, jedoch fügen sich die wenigen Schauplätze so formlos und schmucklos zusammen, dass hinterher einfach kein bleibender Eindruck außer Langeweile übrig bleibt. Was hat North wirklich geboten? Technisch sicherlich nicht viel und das wenige wird auch noch mit nervig langen Ladezeiten unterbrochen. Einen simplen Brieftext auf den Bildschirm, zu zaubern sollte keine wirkliche Kunst mehr sein.

north-screenshot-05

 

Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

40 %

Die Wahl eines heiß diskutierten und brisanten Themas ist leider keine Garantie für ein überzeugendes Erlebnis. Auch wenn Walking-Simulatoren und Adventures mit wenig spielerischem Anspruch derzeit Hochkonjunktur haben, so benötigen die Spiele mehr als nur einen spannenden, zum Nachdenken anregenden Hintergrund. North möchte dem Spieler die Probleme und Ängste der Flüchtlinge näher bringen, jedoch wird dies so subtil und zugleich bizarr und schlicht offeriert, dass der Funke einfach nicht überspringt. Leider konnte North mein Herz nicht berühren und ich war zum Schluss hin wahrlich froh, als der Abspann dann endlich über den Bildschirm flimmerte. Leider, denn das Thema ist ja hochaktuell und hat sicherlich die vom Entwickler gewünschte Aufmerksamkeit verdient.

Pro

  • + Zeitkritisches Thema aufgegriffen und subtil verpackt in einer Sci-Fi Dystopie
  • + Das Ende ist nicht überraschend und dennoch was um darüber nachzudenken.
  • + Einfache Kost, schnell erledigt.

Kontra

  • - Weder Geschichte, noch Präsentation kann wirklich fesseln.
  • - Briefe wären vertont mit Sprachausgabe vermutlich viel wirkungsvoller (siehe auch The Town of Light)
  • - Technisch völlig unspektakulär und langweilig gehalten, auch wenn man was anderes schaffen wollte.
  • - Ladezeiten sind für die Technik einfach zu lang.

Unsere Bewertung

Grafik
 
25 %
Sound
 
45 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
30 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
40 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


Es ist noch kein Keyword vorhanden

- ANZEIGE -


*