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Obliteracers – Test / Review

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Veröffentlicht 13. September 2016 | 18:12 Uhr von Alexander Winkel

Obliteracers-Screen

Als eine Mischung aus Micro Machines und Mario Kart verspricht Obliteracers eine riesige Gaudi zu werden und tatsächlich, unter Freunden kann das chaotische Getümmel zumindest kurzzeitig durchaus Laune machen. Die Betonung liegt eben auf kurzzeitig, denn relativ schnell hat man auch im Mehrspielermodus die Schnauze dann doch gestrichen voll.

Was ein Getümmel, wenn bis zu 16 Fahrer mit ihren kleinen Boliden und den aberwitzigen Piloten von Warzenschwein bis hin zu Soldat an den Start gehen und ordentlich mit dem Gas spielen. Ist der Countdown abgelaufen, das Gaspedal durchgedrückt und die Waffe im Anschlag, bricht geradezu das Chaos auf dem Bildschirm aus. Wilde Kämpfe um Ränge und Positionen, gnadenloser Waffeneinsatz, bis die Konkurrenz in mächtigen Explosionen kurzzeitig aus dem Rennen ausscheidet und ordentlich Staub, der auf den zahlreichen Pisten aufgewirbelt wird. Herzlich Willkommen bei Obliteracers, dem neusten Auto-Spektakel, der als Download nun seit einigen Tagen auf der Konsole erhältlich ist. Ich möchte nicht von einem Fun-Racer sprechen, denn weder handelt es sich um ein Rennspiel im klassischen Sinne, noch kommt wirklich allzu viel Spielspaß auf.

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Obliteracers spielt sich auf dem ersten Blick ganz klassisch wie ein Micro Machines. Die Fahrzeuge und äußerst detaillierte Strecken, die uns über staubige Pisten, durch futuristische Städte aber auch über einen Flugzeugträger oder Tanker führen, werden aus einer Art Vogelperspektive dargestellt. Zahlreiche kleine Objekte stören den Rennverlauf und stellen sich den Fahrern in den Weg, wie Palmen, Baustellenobjekte und ähnliches. Dafür sorgen Abkürzungen für den richtigen Kick. Wer bei dem rasanten, aber wohl eher chaotischen Getümmel sein fahrbarer Untersatz nicht ausmachen kann, sollte zu Beginn an der Startgeraden noch den Stick rütteln, um zumindest seine Nummer zu erkennen und diese zu merken.

Ein weiteres Element ist aus Micro Machines entnommen: Obliteracers spielt sich einzig allein auf einen einzigen Screen ab. Sollte man mit seinem Boliden nicht recht vom Fleck kommen und dem Bildschirmrand am Streckenende gefährlich nahe kommen, so droht der Rauswurf und der Verlust auf Punkte. Immerhin wird man normalerweise nach kurzer Zeit wieder auf die Strecke zurück gesetzt und kann erneut um begehrte Punkte kämpfen. Dabei sorgen verschiedene Rennvarianten für unterschiedliches Fahrverhalten. Mal gilt es einfach Gegner zu eliminieren und da sind jegliche Mittel recht. Drängt eure Freunde in den Graben, nutzt die Waffen oder fahrt davon. An der Spitze muss man auch mal sein und andere Variationen sind geboten.

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Was zu tun ist, wird vor jedem Rennen verraten. Letzten Endes lässt sich das Chaos auf dem Bildschirm aber auf zwei Variationen reduzieren: Man fährt eine Art Rennen, wo man vor allen anderen rum heizen muss oder es gilt die Gegner zu zerfetzen, was wesentlich häufiger der Fall ist. Letzteres Element ist eindeutig Mario Kart entnommen, denn überall auf den Strecken finden sich Items wie Raketen oder Teslaspulen, um die Konkurrenz außer Gefecht zu setzen. Wer auf die Bewaffnung verzichtet, kann die Gegenstände auch kurzerhand für die Reparatur des eigenen Fahrzeuges nutzen, sofern dieses bereits Schaden genommen hat. Kratzer und Blechschäden sind schneller vorhanden, als man schauen kann, denn jeder auf der Strecke feuert was die Kanonen hergeben. Keine Rücksicht auf Verluste und der Übersicht wahrlich trotzend.

Letztendlich spielt sich Obliteracers aber weniger wie ein Rennspiel, sondern eher wie ein brachialer Auto-Kampf in einer Arena. Zum einen ist die Steuerung viel zu hektisch, um geschickt Runden zu drehen, zum anderen wird durch das Punktesystem kein Wert darauf gelegt, möglichst zielgenau durch den Kurs zu kommen. Es gibt zwar Abkürzungen und ähnliches, doch Ziel ist in fast allen Fällen das Ausschalten der Konkurrenz. Ein weiteres Problem ist eben auch die Tatsache, dass sich alles auf einem einzigen Bildschirm tummelt. Zwar hat jedes Fahrzeug eine Nummer, dennoch verliert man sich nicht selten im Tumult und blickt alsbald überhaupt nicht durch, wo man derzeit durch die Gegend kurvt.

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Dieses unübersichtliche Chaos mag im Mehrspielermodus durchaus mal Spaß machen. Bis zu acht Fahrer können an einer Konsole, online gar 16 Teilnehmer um die Punkte kämpfen und natürlich kommt ein wenig der Fun-Faktor der Mario Kart Spiele auf, wenn man Freunde abdrängt oder mit der Bewaffnung zerstört. Die Rache als Konter dürfte garantiert sein. Das vor allem auch, wenn man Solo in der Kampagne von 24 Rennen unterwegs ist. Anfänglich spielt sich Obliteracers ganz angenehm und man findet seine Chancen, Punkte zu machen. Dies trifft vor allem auf die Rennen zu, bei denen es zumindest minimal auf das Fahrkönnen ankommt. Werden die Punkte aber für abgeschossene Feinde verteilt, wird der Kampf gegen die vom Computer gesteuerten Gegner richtig nervig. Diese rammen, schubsen und schießen wie die Weltmeister und oft sieht man einfach kein Land mehr in dem explosiven Pulk. Immerhin, und das ist einer der großen Pluspunkte, kann man in einzelnen Rennen oder im Mehrspielermodus sehr viele Einstellungen vornehmen und das Spiel vielseitig manipulieren. Waffen reduzieren oder abschalten, die Schwerkraft ändern und vieles weiteres sorgt dafür, dass man wenigstens ein bisschen die nervtötenden Faktoren abstellen kann.

Trotz aller Mühen kann das Gameplay nur mäßig überzeugen. Das liegt an dem weniger durchdachten Punktesystem, welches zum Chaos und dem aggressiven Spielverhalten führt, dies liegt aber auch an der mangelnden Übersicht. Dabei steckt durchaus viel Liebe im Detail. Technisch kommt Obliteracers opulent und äußerst abwechslungsreich daher. Kräftige Explosionen, detaillierte Strecken und vor allem viel, viel Abwechslung ist geboten. Leider läuft die ganze Sache nicht immer rund. Ein kurzes Ruckeln ist immer wieder spürbar. Während dies in Rennsimulationen schon zu Fahrfehlern führen kann, hat dies bedingt durch das eh schon vorhandene Chaos kaum Einfluss auf des Spielgeschehen von Obliteracers.

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Unser Fazit

55 %

Was ein Chaos und ein Tumult auf dem Bildschirm. Beständig zerfetzt man seine Gegner oder wird selber in Einzelteile zerlegt. Es ist eine riesige Prügelei, eine Materialschlacht, und von einem Rennspiel kann da kaum mehr die Rede sein. Man drückt das Gaspedal durch, eiert irgendwie durch den Pulk an Gegnern und wenn möglich, feuert man einfach was die Kanonen hergeben. Hauptsache irgendwie landen die Punkte auf dem Konto, ohne dass man auch nur wirklich eine Ahnung hat, was vor sich ging. Es ist zu hektisch, zu unkoordiniert und daher verliert der Titel einfach auch seinen Spielfluss. Wirklich schade, denn optisch wird durchaus was geboten und der umfangreiche Mehrspielermodus mit Manipulatoren ist ambitioniert.

Pro

  • + Tolle, abwechslungsreiche Strecken
  • + Optisch recht gelungen und opulent umgesetzt
  • + Mehrspielermodus für bis zu 8 Spieler an einer Konsole und 16 online
  • + Grandiose Einstellungsmöglichkeiten und Manipulatoren

Kontra

  • - Absolutes Chaos auf dem Bildschirm, so dass man den Überblick verliert
  • - Es ist kein Rennspiel, sondern eine Materialschlacht
  • - Solo braucht man eine gehörige Portion Glück
  • - Das Punktesystem verhindert, dass wirklich Rennen zustande kommen

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
69 %
Gameplay
 
50 %
Multiplayer
 
60 %
Spielspaß
 
55 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

Kommentare

  • Ghostwriter sagt:

    Oh weia, habe gehofft, das das Spiel gut umgesetzt wird und jede Menge Spass macht. So lasse ich den Kauf stecken.. Danke für den ehrliche Bericht

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