insidegames

Oceanhorn: Monster of Uncharted Seas – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 7. November 2016 | 18:38 Uhr von Alexander Winkel

Oceanhorn-Monster-of-Uncharted-Seas-Screen

Es genügt ein einziger Blick um Oceanhorn: Monster of Uncharted Seas als waschechter Klon von Zelda zu entlarven, dennoch begeistert das ursprünglich im Jahre 2013 für iOS veröffentlichte Abenteuer auf ganzer Länge. Auf den Spuren von Link haben wir uns stundenlang vergnügt und sind auf der Suche nach zahlreichen begehrten Schätzen in jede Gruft abgetaucht, haben diverse Schalterrätsel gelöst und dabei so manchen Boss in die Knie gezwungen. Im folgendem Test wollen wir klären, warum wir so begeistert sind.

Mit idyllischen Szenen und einer herrlich traumhaften Insel beginnt das Abenteuer eines kleinen Jungen, der eines Morgens erwacht und nur noch einen Brief seines Vaters vorfindet. Dieser stellt sich mutig einer ungeheuerlichen Kreatur namens Oceanhorn, um ein für alle mal Frieden in die Inselwelt zu bringen. Hin- und hergerissen schnappt sich der Jungabenteuerer kurzerhand ebenso sein Schwert und Schild, steigt in ein kleines Segelboot und erkundet die Weiten des Meeres. Nicht nur die comichafte Optik zu Wasser erinnert stark an Zelda, in dem Fall konkreter The Wind Waker, auch alles andere an diesem Titel ist eindeutig den Abenteuern des kleinen Feenjungen nachempfunden. Es fehlt dem jungen Burschen mit seine dunkelblonden Stachelhaaren einzig allein die grüne Mütze, um die Illusion perfekt zu machen.

Die Geschichte um seinen Vater und den Mythen von Oceanhorn wird spannend erzählt, teilweise mit kleinen Videosequenzen, teilweise nur durch die Gespräche mit den zahlreichen Bewohnern der Inseln, aber auch über Tagebucheinträge, die sogar recht gut, wenn auch leider nur in Englisch, vertont wurden. Sobald der Held der Geschichte eine der Inseln ansteuert und aus seinem Boot auf den Steg hüpft, findet wir uns in einer isometrisch gehaltenen Spielwelt wieder, die zahlreiche verwinkelte Berge und Täler sowie viele Höhlen, Grüfte und Tempelanlagen beherbergen. Zunächst erkundet ihr die Dörfer, bringt Klatsch und Tratsch in Erfahrung und erfährt so auch von weiteren Inseln, die fortan aufgesucht werden können. Oftmals gilt es auch kleine Aufgaben zu erfüllen, zum Beispiel das Sommerfest einzuleiten oder ähnliche Dinge für die geplagten Einwohner zu erledigen. Reichlich Arbeit für den Jungen, der eigentlich nur auf der Suche nach seinem Vater und dem berühmt berüchtigten, sowie gehassten Ocenhorn ist.

oceanhorn_xboxone_1

Um das Monster Oceanhorn zu bezwingen, bedarf es magischer Artefakte, die zu erobern, kein Zuckerschlecken darstellen. Der Junge wandert auf der Suche nach den Geheimnissen über die Inseln, zerhackt genüsslich Grasbüschel für ein paar Münzen oder Herzen, sammelt Herzcontainer ein und lüftet überall in bester Indiana Jones Manier Geheimnisse. Die Truhen sind oft recht gut versteckt, nicht direkt zu erreichen und nicht selten wird ein wenig Hirnarbeit oder zumindest ein offenes Auge für kreative Umwege benötigt, um die begehrten Schätze zu ergattern. Das Ganze wird mit typischen Kisten- und Schieberätsel aufgelockert und lässt damit bereits jedes Zelda-Herz höher schlagen. Wie aber auch bereits die eher niedlich gehaltene Optik und kindliche Geschichte um seinen Vater, gestallten sich auch die Aufgaben oftmals eher einfach. Wirklich knifflig wird es nur selten.

In so manch verwinkelter Höhle oder gut gesicherter Tempelanlagen befinden sich auch hilfreiche neue Gegenstände wie Pfeil & Bogen, magische Stiefel oder Bomben. Der sympathische Samariter erlernt sogar den einen oder anderen Zauber, welcher gerne für diverse Schalterrätsel Verwendung findet. Ganze Mauern werden mit Bomben eingerissen, entfernte Zielscheiben mit Pfeilen abgeschossen und Abgründe mit den Stiefeln überwunden, welche vorher ein unüberwindbares Hindernis darstellten. Mit jeder neuen Eroberung, welche das typische Hochgefühl im Spieler auslöst, offenbaren sich auch neue Bereiche auf bereits besuchten Inseln. So manches Geheimnis musste wohlwissend links liegen gelassen werden, nur um später mit passender Ausrüstung sich ans Werk machen zu können.

Die tendenziell fummelige Touchscreen-Steuerung wurde superb auf das Gamepad angepasst und die Möglichkeiten für das Inventar sinnvoll ausgenutzt. Die Werkzeuge lassen sich auf diverse Tasten legen und somit im Eifer des Gefechtes blitzschnell einsetzen. Etwas, was vor alle, bei den Boss-Kämpfen unausweichlich ist. Diese im Gegensatz zu kleinen Käfern, Skeletten oder Ogern etwas zäheren Burschen könne meist nur mit einigen gewieften Ticks überlistet werden, wobei ein Schlüssel zum Erfolg stets neu ergatterte Schätze und Objekte darstellen.

oceanhorn_xboxone_2

Eigene Innovationen und eine gewisse Kreativität lässt Oceanhorn durchaus missen und manch einer wird gerade die dreiste Kopie von Zelda aufs Äußerste bemängeln, wir hatten aber dennoch unglaublich viel Spaß dabei, die Höhlen und Tempel auszurauben und zahlreiche Gegner mit dem Schwert ins Jenseits zu schicken. Abseits des typischen Abenteuers bietet der Titel aber immerhin eher untypische Aufgaben. Der kleine Racker kann durch seine Taten und Abenteuer in Rängen aufsteigen. Jede Insel offenbart Zusatzaufgaben wie eine bestimmten Anzahl an Kristallen sammeln, genügend Münzen im hiesigen Shop auszugeben oder genügend Feinde einer bestimmten Art zu erledigen. Werden diese abgehakt, bekommt der Junge neuen Abenteuerstufen, die wiederum zusätzliche Boni versprechen. Darüber hinaus sorgt des ausufernde Abenteuer auch abseits der Hauptstory für reichlich Entdeckungen von zusätzlichen Inseln, Objekten oder gar der idyllischen Aufgabe als Fischer.

Die Herkunft vom Smartphone/Tablet ist durchaus an der einen oder anderen Stelle erkennbar und dennoch brauch sich der Titel nicht vor anderen Downloads verstecken. Jede Insel ist liebevoll inszeniert und offenbart oft ein eigenes Thema. Ihr durchwandert Wüsten, tief gelegene Wasserhöhlen, einen unheimlichen Friedhof und geht sogar hoch zu Lüfte auf ein schwebendes Plateau. Dabei sorgen viele Details wie Tageswechsel, tolle Lichteffekte und viele kleine Dinge wie fallende Blätter, sich im Wind wiegende Gräser und ähnliches für eine optischen Augenschmaus. Alles wird durch einen harmonischen Soundtrack untermauert, der unter anderem aus der Feder von Kenji Ito (Sword of Mana und Shadow Hearts) sowie Nobuo Uematsu (Final Fantasy und Blue Dagon) stammt und einen verträumt in die Weiten des Meeres eintauchen lässt.

oceanhorn_xboxone_3

 

Unser Fazit

84 %

Oceanhorn: Monster of Uncharted Seas ist ein Kleinod unter den derzeitigen Download-Titeln und ein Spiel, welches Kids wie auch ältere Semester gleichermaßen begeistert. Die Abenteuer des kleinen Jungen erinnern frappierend an die des Feenjungen von Nintendo und es besteht absolut kein Zweifel, dass vor allem ältere The Legend of Zelda Titel Pate standen und bis ins letzte Detail Ideen daraus übernommen wurden. Ausgestattet mit Schild und Schwert durchstreift ihr Dungeons, erbeutet Schätze und neue Objekte, sammelt Münzen und erledigt dabei tonnenweise Kisten- und Schieberätsel. All dies auf einem gemächlichen, seichten, aber durchaus unterhaltsamen Niveau. Ähnlich der niedlichen, aber detailverliebten Optik der isometrisch dargestellten Welt geben sich auch die Rätsel eher einfach und dennoch seid ihr gut und gern 10-20 Stunden eingespannt, um auch das letzte Geheimnis in diesem Spiel zu lüften. Wir können Oceanhorn nur wärmstens empfehlen, sofern die Abenteuerlust nach klassischen Action-Adventuren auch nur im Ansatz vorhanden ist.

Pro

  • + Niedliche Inszenierung mit viel liebe zum Detail
  • + Wundervolle Musik aus der Feder von Kenji Ito und Nobuo Uematsu
  • + Herrlich klassisches Action-Adventure im Stil der Zelda-Titel
  • + Durchdachte Rätsel- und Abenteuerkost (wenn auch recht einfach gehalten)
  • + Durchdachte Boss-Kämpfe, die manchmal gar nicht so einfach sind

Kontra

  • - Inszenierung ist trotz aller Liebe zum Detail eher unspektakulär
  • - Inventar auf kleinen TV Geräten etwas zu filigran (vor allem Schriften)
  • - Minikarte ist nur bedingt hilfreich, da man keine Gesamtkarte aufrufen kann

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
85 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
85 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • oceanhorn test


- ANZEIGE -


*