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Oh My Godheads – Test / Review

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Veröffentlicht 20. Februar 2018 | 17:05 Uhr von Alexander Winkel

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Oh My Godheads ist ein schneller Couch-Multiplayer mit einer witzigen Raffinesse: Köpfe der Götter, die Dank eines eigenem Willen zugleich Fluch und Segen sind. Wer glaubt, die Götter laben sich an Ehrerbietung, wird vom Zorn mancher Individuen wohl ziemlich überrascht sein. Mit einige Freunde wird durchaus lautstark der wilde Schlagabtausch gefeiert, als Solist locken maximal die Erfolge und Belohnungen.

Kopflos wie die titelgebende Götter, deren Ebenbilder im Kopfform eine tragende Rolle spielen, sollte sich keiner durch die zahlreichen Arenen bewegen, auch wenn Strategien oftmals im Keim erstickt werden. Chaos ist das beherrschende Bild, sofern bis zu vier Charaktere im wilden durcheinander versuchen, Oberhand zu gewinnen. Oh My Godheads kommt mit augenscheinlich klassischen Spielmodi daher. „Schnapp dir den Kopf“ erinnert an das klassische „Capture the Flag“ Prinzip der Shooter-Ära und „König des Kopfs“ präsentiert sich ebenfalls mit einem sehr gewohnten Spielprinzip. Darüber hinaus bekommen mordlustige Gesellen ihre Gelegenheit in „Kopfgeldjäger“ oder „Letzter Überlebender“, um mit allen Mitteln die Kontrahenten auszuschalten.

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Auch wenn Waffen, ein schneller Tod durch einen Dash sowie explodierende Kuchen oft ihren Tribut zollen, so wird das Augenmerk zumindest in den weniger brutalen Minispielen auf die Götter gelenkt. Derer gibt es unterschiedliche, die in Form riesiger Kopfstatuen innerhalb der Arena auftauchen. Jedoch bergen diese einen fiesen Twist: Zum Punkten werden diese oft benötigt. Hält zum Beispiel einer aus dem Team die Gottheit über den Kopf, so rattert der Zähler in positiver Richtung und führt die Spieler dem Sieg näher. Jedoch haben die Gottheiten einen eigenen, gar eigenwilligen Charakter. Die ägyptische Katze zum Beispiel wird fuchsteufelswild, verhindert Sprünge und verdreht in ihrem Zorn auch häufig die Steuerung. Recht, links, oben, unten – schnell verliert der Spieler die Orientierung und wird zum Opfer seiner Gegner. Zeus wiederum wirft mit Blitzen um sich und manch andere Gottheit sprengt sich unwiderruflich in die Luft, wenn diese zu lange in den Händen der Spieler ist.

Somit verwandelt sich der Segen der Götter meist rasant in einen Fluch und es entbrennt nicht nur eine hitziger Kampf gegen die bitteren Kontrahenten, sondern zusätzlich einer gegen die Göttergewalten. Ein Twist, der Oh My Godheads etwas besonderes verleiht. Wirklich spannend bleiben jedoch meist nur die Duelle, in denen es nicht rein auf die Vernichtung der Feinde ankommt, da hier durchaus etwas mehr Strategien im Vordergrund stehen. Man kann den Kopf zum Beispiel wie im American Football hin und her werfen, seinen Mitspieler zupassen und somit über die Ziellinie befördern oder dem Kontrahenten ein Schnippchen schlagen. Geht es rein um das Abschlachten, spielen die Götter kaum eine Rolle mehr. Manche der kunterbunt gestalteten Arenen bergen jedoch noch Gefahren und Fallen. Hin und wieder können diverse Gemeinheiten auch durch das Aufsammeln von Objekten ausgelöst werden. Letztendlich fallen die Schlachtmodi jedoch deutlich weniger unterhaltsam aus, da hier einzig der Kampf im Vordergrund steht.

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Solisten werden zudem die schwache KI bemängeln. Nicht selten agiert die völlig sinnlos und stellt daher keine Herausforderung dar. Geradezu kopflos werfen sie die Gottheiten gerne mal in Richtung des gegnerischem (also eurem) Ziel und unterstützen damit den Spieler. Andererseits kann es auch gut sein, dass ihnen ein wildes Blutbad lieber ist, also irgendwie Punkte zu machen. So stürzen sie sich auf die Spieler anstatt die Statue einzusammeln und den Sieg zu ergattern. Immerhin sorgen zwanzig Herausforderungen für ein wenig Kopfzerbrechen und teilweise recht knifflige Angelegenheiten. Hier kommt es je nach Aufgabe häufig darauf an, spezielle Mechaniken des Spieles auszunutzen und innerhalb kürzester Zeit zu punkten. Leider haben es die Entwickler jedoch verpasst, einen angemessenen, sich stetig steigenden Schwierigkeitsgrad zu offerieren. Manche Herausforderungen fallen bockschwer aus, während die nächsten dann wieder sofort goldig beendet werden.

Immerhin benötigt man durchaus einiges an Übung, um hier tatsächlich eine Goldmedaille in jeder vorhandenen Disziplin zu ergattern, was teilweise aber auch an der Handhabe liegt. Unterschiedliche Aktionen können zumeist nicht fließend hintereinander umgesetzt werden. Es gilt immer abzuwarten, bis die Animationen abgeschlossen sind, bevor das Spiel auf weitere Tasteneingaben reagiert. Im Eifer des Gefechtes gegen die menschlichen Mitspieler fällt dies nur kaum ins Gewicht, geht es jedoch im Präzision aufgrund des Zeittrucks der Herausforderungen, wird das eingeschränkte Bewegungsverhalten recht ärgerlich.

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Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

62 %

Chaotisch, aber zusammen mit Freunden im heimischen Wohnzimmer mutiert Oh My Godheads durchaus zur kurzweiligen Partygranate. Der Twist mit den Göttern sorgt für frischen Wind und verleiht dem Titel ein gewisses Etwas. Jedoch wird dieser Trumpf nur in zwei Spielmodi wirklich ausgespielt und verflüchtigt sich in den restlichen Varianten. Wer dagegen alleine zum Gamepad greift, ermüdet recht schnell aufgrund einer miesen KI und einer fehlenden Story. Die Herausforderungen werden nur kurzzeitig bei Laune halten und sind leider auch nicht das Gelbe vom Ei. Somit können wir den Titel nur dann empfehlen, wenn häufig Mehrspieler-Partien im Eigenheim gespielt werden.

Pro

  • + Gottheiten mit eigenem Willen sind Fluch und Segen zugleich.
  • + Schneller und unkomplizierter Spielspaß.
  • + Mit weiteren Mitspielern auf jeden Fall kurzweilig.

Kontra

  • - Miese KI sorgt für wenig Spielspaß für Solisten.
  • - Nicht alle Modi können das hohe Niveau halten, vor allem wenn die Gottheiten kaum eine Rolle mehr spielen.
  • - Eher nur für den kurzweiligen Spielspaß zu haben, nichts was man stundenlang spielen wird.
  • - Die Handhabe ist gewöhnungsbedürftig, da Aktionen oft nicht so schnell ausgeführt werden können, wie man möchte.

Unsere Bewertung

Grafik
 
60 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
70 %
Spielspaß
 
35 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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