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Ostwind: Aris Ankunft – Test / Review

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Veröffentlicht 7. Juli 2019 | 17:31 Uhr von Alexander Winkel

Ostwind-Aris-Ankunft-Artwork

Passend zum Kinofilm und den Büchern liefert Aesir Interactive ein weiteres Ostwind-Abenteuer für die PlayStation 4 und die Nintendo Switch. Ein weiteres Mal schwingt ihr euch auf den Rücken des schwarzen Hengst, nicht aber in der Rolle von Mika, sondern Ari – einem jungen Mädchen, welches auf Gut Kaltenbach ein neues Zuhause sucht. Mädchen und junge Fans von Ostwind kommen auf ihre Kosten, alle anderen müssen nicht unbedingt einen Blick riskieren. 

Das mittlerweile zweite Spiel um Ostwind führt euch zurück auf das Gut Kaltenbach, einem altehrwürdigen Gestüt, welches aufgrund herausragender Leistungen in der Vergangenheit sehr berühmt war. Die Betonung liegt auf vergangene Tage, denn in der heutigen Zeit ist der alte Hof eher in Vergessenheit geraten und genau dies möchte Isabell ändern. Sie ist seit kurzem auf dem Gestüt, kümmert sich um die Führung des Hofes und unterstützt dabei die gute alte Frau Kaltenbach. Ihr übernehmt jedoch die Rolle von Ari, einem aufmüpfigen jungen Mädchens, welches zunächst ungewollt in die Rolle der Heldin stolpert und zusammen mit Ostwind so allerhand rund um das Gut Kaltenbach aufdeckt.

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Das Spiel Gut gegen Böse wird kindgerecht präsentiert und selbst nach Abspann wird die niederträchtige Natur soweit heruntergespielt, dass kaum ein junger Spieler wirklich Probleme mit der Geschichte bekommt. Diese wird leider wieder nur mit Standbildern präsentiert, offenbart jedoch eine gute deutsche Sprachausgabe und weckt somit das Leben in den Charakteren. Spielerisch arbeitet ihr euch von Mission zu Mission und müsst dabei die komplette Umgebung erkunden, um irgendwelche Bring- und Sammelaufgaben zu erledigen oder ab und an auch mal Schurken verfolgen. Letzteres kann manchmal etwas mühselig sein, da ihr die Verfolgung möglichst heimlich durchführen müsst, jedoch den Anschluss nie verlieren dürft. Vorausschauendes reiten ist erforderlich, ansonsten dürft ihr am Checkpoint die Mission erneut starten. Zum Glück hält sich der Frust jedoch in Grenzen, da die Wiederholungen nicht sonderlich lange andauern.

Das größte Problem bei der Erkundung des abwechslungsreichen Areals von Feldern, über Wälder und Seen bis hin in die Berge mit kleinen Städten, einem Flughafen und zahlreichen sonstigen netten Örtchen ist nicht etwa, dass dies fast ausschließlich auf dem Rücken von Ostwind stattfindet, sondern vor allem die etwas hakelige Steuerung. Die hat sich seit dem ersten Abenteuer nur minimal geändert. Mit einer Taste bringt ihr Ostwind aus dem Stand in den Trab bis hin in den Galopp und könnt somit über Felder hinweg preschen und auch über Hindernisse hinweg springen. Nicht selten bleibt ihr jedoch an irgendwelchen Objekten hängen und kämpft mit der „Gangschaltung“ des Pferdes. Einfacher wäre es, wenn nur der Stick für die Bewegung und Geschwindigkeit des Gauls genutzt werden würde.

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So groß und abwechslungsreich die Umgebung um Gut Kaltenbach auch sein mag, die eher weniger abwechslungsreiche Struktur der Missionen und teilweise extrem langen Reitsequenzen zwischen den nötigen Zielorten machen die Aufgaben langatmig und auf Dauer recht langweilig. Aris Geschichte wird dadurch ordentlich in die Länge gezogen, so dass man gut und gerne 10-15 Stunden unterwegs ist. Sehr schade auch, dass darüber hinaus keinerlei typische Aufgaben rund um die Pflege des Pferdes, wie zum Beispiel striegeln, füttern, Hufen reinigen, oder diverse Reitturniere und ähnliches zur Verfügung stehen. Einzig allein ein paar Nebenmissionen gibt es, die sich jedoch recht ähnlich der Hauptmissionen spielen. Immerhin sorgt der Umgang mit Pfeil & Bogen für ungewohnte Spielmechaniken und einem Hauch von Innovation.

Die Welt in Ostwind: Aris Ankunft ist um ein Vielfaches größer geworden und altgewohnte Pfade des Vorgängers sind nicht mehr vorhanden. Aesir Interactive hat sowohl das Gut Kaltenbach, als auch die Umgebung neu erstellt. Bekannt sind jedoch sowohl die technischen Schwächen, als auch der Soundtrack. Letzterer hat einige Stücke in Petto, die wir bereits aus dem Vorgänger sowie den Filmen kennen. Wiedererkennungseffekt ist hoch, aber etwas mehr Modernisierung wäre ebenso schön gewesen. Grafisch fällt die extreme Unschärfe auf sowie ein beständiger Bildaufbau mit nicht nur dezenten Ruckeleinlagen. Wir haben die PlayStation 4 Version getestet und trotz der vorhandenen Hardwarepower spielt sich der Titel nicht sonderlich flüssig. Schade, denn insgesamt haben sich die Entwickler beim Design durchaus Mühe gegeben.

 

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Bild 2 von 26

 

Getestete Version: Playstation 4

 

Unser Fazit

60 %

Kinder, junge Mädchen und Fans der Filme sowie Bücher rund um Ostwind werden sicherlich recht viel Freude mit diesem Titel haben. Die Geschichte ist recht ausführlich, die Aufgaben klar strukturiert und das zu erkundende Areal riesig. Da gibt es also einiges zu tun und zu sehen. Insgesamt ist Ostwind Aris Ankunft jedoch spielerisch weniger abwechslungsreich und technisch sehr bescheiden. Vor allem in Sachen Grafik und Stabilität fehlt noch einiges, um uns wirklich vom Hocker zu hauen. Auch schade, dass neben der Story keine weiteren Aktivitäten wie die Pflege von Ostwind oder Turniere machbar sind. Ihr konzentriert euch auf die Geschichte rund um Ari, Ostwind, Isabell und dem Gut Kaltenbach und ist das Happy End erreicht, so wird auch das Spiel wohl kaum mehr angefasst werden.

Pro

  • + Sehr große Spielwelt und sehr viele abwechslungsreiche Areale laden zur Erkundung der Gegend ein
  • + Im späteren Verlauf erlernt Ari das Bogenschießen und liefert damit etwas Abwechslung im Alltag
  • + Ausführliche präsentierte Geschichte um das Gut Kaltenbach
  • + Relativ gute Synchronisation haucht den Charakteren Leben ein
  • + Bestens für Trophäen-Jäger geeignet.

Kontra

  • - Langatmiges und weniger abwechslungsreiches Missionsdesign
  • - Zwischen den Missionen und Zielen muss man teils lange Wege reiten
  • - Technisch ist das Spiel, vor allem optisch, eher bieder und sorgt mit beständigem Grafikaufbau und Ruckeln für Ärger
  • - Der Soundtrack beinhaltet einige Titel, denen wir bereits im Vorgänger zu Genüge gelauscht haben
  • - Für erfahrene Spieler eher weniger geeignet

Unsere Bewertung

Grafik
 
45 %
Sound
 
65 %
Steuerung
 
60 %
Gameplay
 
65 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
60 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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