Payday 2 - Ausführliches Review / Test / Testbericht - insidegames

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Payday 2 – Ausführliches Review / Test / Testbericht

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Veröffentlicht 13. August 2013 | 13:48 Uhr von Sandra

Letzte Änderung 17. August 2013

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Na, wie wäre es mal mit Klauen im ganzen großen Stil? So mit Maske über dem Gesicht, fetter Knarre im Anschlag und dem inne wohnenden Wunsch endlich mal nachgebend und sagen „mach voll den Sack, pack alles rein – auch den letzten Schein“. Sozusagen das Erleben großen Gangstertums wie es Hollywood Klassiker des Genres (Heat, Gefährliche Brandung, Scarface, Ocean’s-Reihe, Bankjob und andere) schon gezeigt haben. Virtuell hinkt dieser Bereich im Gegenzug ein ganz gewaltiges Stück hinterher und ist, wenn denn, allenfalls einmal als Einzeltat in einem Spiel integriert. Dabei schlummert doch in so gut wie jedem von uns noch Erlebtes aus Kindertagen, wenn wir mit Freunden Räuber und Gendarm gespielt, voll Inbrunst fast immer Räuber sein wollten, damit wir aus voller Kehle rufen konnten „Hände hoch, das ist ein Überfall … Geld her oder es knallt“ und uns im Anschluss mit den Polizei spielenden Kumpels eine wilde Verfolgungsjagt auf Kettcar, Fahrrad, Skates und Co. geliefert haben …

Dem Underdog folgt der große Wurf

Ende 2011 ebneten sich die schwedischen Entwickler Overkill Software, im Übrigen Angehörige der Starbreeze Studios, den Weg, da sie mit Payday: The Heist (PC, PS3) Spielern die Option boten (und immer noch bieten) virtuell sprichwörtlich die Sau raus zu lassen. Banken ausrauben, diverse andere Überfälle planen und durchführen, Geiseln nehmen, sich mit Gesetzeshütern Katz-und-Maus-Spiele liefern und das ohne Gefahr laufen zu müssen, gesiebte Luft zu atmen. Schwedische Gardinen, sie können euch mal, denn es geht nur darum zu nehmen was euch Spaß macht, was Recht und Ordnung dazu sagen – auf gut Deutsch gesagt: Scheiß egal!

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Payday: The Heist hat, ohne jede Frage, eine große Fangemeinde. Auf der anderen Seite wieder ging der Titel an vielen Spielern schlichtweg vorbei, denn der erste Payday wurde „nur“ digital vertrieben. Auch offenbarten sich ob der sonst genialen Idee einige Macken, Fehler sowie kleinere als auch größere Problemchen. Was liegt also näher den Fans des räuberischen Treibens nicht nur einen Nachfolger zu liefern, sondern auch gleich die auffälligsten Mängel auszumerzen? Schlicht auf den Namen Payday 2 getauft rufen ab heute Overkill Software zusammen mit Publisher 505 Games dazu auf Plattform übergreifend zur Waffe zu greifen und sich zu holen worauf man Bock hat – virtuell versteht sich.

Payday 2 ist, wie sein Vorgänger, natürlich ein Koop-Shooter geblieben, der jedoch auch die Raffinesse – wenn man so will, alleine auf Beutezug zu gehen bietet. Aufgestellt als Vierer-Team plant, organisiert und führt ihr Raubzüge aus. Ganz egal ob es der Juwelier ist, den ihr um sein Geschmeide erleichtert, die Bank um ihre Millionen oder ob ihr im Team vier Geschäfte in der Einkaufspassage gleichzeitig um ihre Einnahmen bringt. Als Ziel steht natürlich immer das unbeschadete Überstehen der Raubzüge als auch so viel Beute als möglich zu machen. Auf diese Weise werdet ihr auch in der Lage sein euer jeweils benötigtes Equipment nach und nach zu verbessern. Und geflüchtet wird natürlich nicht mit Kettcar und Co. sondern stilecht mit vierrädrigen als auch zumeist stark motorisierten Vehikeln aus Blech.

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Pimp my Bankräuber

Bis ihr in den Genuss des sozusagen richtig fetten großen Wurfs, dem perfekten Job kommt, dauert es eine Weile. Vor den Erfolg hat der liebe Gott nun einmal den Schweiß gestellt – keine Ausnahme fürs Räubervolk. Stellt euch also drauf ein, dass aller Anfang schwer ist und durchaus mal in die Hose gehen kann. Klar, wer mit mehr schlechter als rechter Ausrüstung seine Karriere angehen muss, kann schon mal auf die Fresse fallen. Aber hey, alles halb so wild. Übung macht den Meister und mit jedem geglückten Überfall spülen sich Erfahrungspunkte und natürlich Gelder in eure Kassen. Ein vorhandener Skill-Baum informiert euch stets darüber, wie weit ihr bereits gekommen seid, welche Fähigkeiten ihr schon  drauf habt und welche es noch zu erlernen gibt. Neue Fertigkeiten schalten sich stufenweise frei und sind, wie erwähnt, gekoppelt an eure Erfolge bei den Überfällen. Überlegt euch dabei gut, welche der vorhandenen Optionen ihr für euch und eure Raubzüge in Petto wissen wollt, denn das Freischalten der zur Verbesserung führenden Möglichkeiten ist nur der eine Punkt. Der andere verlangt, dass ihr gewonnene Punkte ausgeben müsst und zwar für die Skills, die ihr als persönlich wichtig erachtet. Seid ihr verschwenderisch und nehmt alles mit oder seid ihr der sparsame Typ und pickt euch für euch elementare Fertigkeiten heraus? Denkt dabei auch daran, dass Skills für Fort-Fortgeschrittene mitunter sehr teuer sein können. Das Gleiche gilt auch für Waffen und deren Modifikationen, die schon einmal den kompletten Ertrag eines Überfalls aufbrauchen können. Das eine oder andere Mal werdet ihr ums geliebt-verhasste grinden nicht drum herum kommen. Und mal ‚Butter bei die Fische‘, lohnen tut es sich schon irgendwie, denn die Tatsache, dass ihr damit die Möglichkeit bekommt z.B. Beute schneller aufzuheben, fixer vor der Bullerie stiften zu gehen, eure Gesundheit zu regenerieren, Tresore schneller zu knacken oder auch mehr Munition dabei zu haben, sind zweifelsfrei gute Aussichten – meint ihr nicht? Oder wie wäre es die Waffe, das Gewehr mit Visier, einem Schalldämpfer oder einem Lase auszustatten? Stellt sich die Frage, ob ihr alle Waffen nutzen wollt und damit aufbaut oder einfach ein bis zwei Lieblinge ernennt und diese gezielt nach euren Vorstellungen verbessert.

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Planung ist alles …

… und manches Mal hilft doch nur die große Keule. Payday 2 gibt euch, anders noch als in Teil 1, deutlich mehr Aktionsmöglichkeiten an die Hand, da ihr im Vorfeld oder auch aktiv während des Coups entscheiden könnt, wie ihr euren Arsch, möglichst mit viel Beute, heil aus der Affäre zieht. Absprachen im Team sind das A und O, denn nur dann könnt ihr recht sicher sein, dass es funktioniert vorhandene Kameras zu stören, Zivilisten in Schach zu halten und Wachpersonal schlafen zu legen. Es wird jedoch nicht ausbleiben, dass es immer wieder einen geben wird, der es doch schafft Alarm auszulösen. Dann heißt es Beine in die Hand nehmen und getreu dem Motto „ohne Rücksicht auf Verluste“ zu agieren. Vergesst auf eurer Flucht taktisch vorgehen zu wollen. Klar, die Absicht ehrt euch und das ist hin und wieder nicht das Schlechteste. Am Ende jedoch zählt ab durch die Mitte und sich selbst nebst möglichst viel Beute aus dem Schussfeld der Bullen zu bringen. Je nach Situation kann das damit verbunden sein, dass vom Alarm auslösen bis zur effektiven Flucht inklusive Feuergefecht eine Zeit überbrückt werden muss. Habt dafür im Auge, wie sich das Gesetz vor dem Ort des Geschehens aufstellt, heißt Straßensperren, Scharfschützen, Räumungskommandos, Sondereinheiten, usw.. Als Idee geben wir mit auf den Weg, dass eine solche Situation auch dann noch fürs Füllen eurer Taschen genutzt werden kann – gewusst wie ist hierbei das Stichwort. Schon mal überlegt die Fenster mit Brettern zu vernageln, so dass die Polizei kein direktes Schussfeld hat, ihr euch aber Zeit schafft den Tresor doch noch aufzubohren und zu leeren?

Richtet euer Tun auch nach dem gewählten Schwierigkeitsgrad aus. Von kinderleicht bis bockschwer ist alles dabei. Dabei bleibt es nicht aus, dass sich Details der Aufträge verändern und Zufallselemente vorhanden sein können. Je höher die Schwierigkeitsstufe, desto krasser natürlich das Ausführen des Überfalls. Nicht nur, dass ihr mehr Beute machen müsst, auch die Gegenwehr, die ihr erwarten müsst, legt zu oder das Fluchtauto steht – wenn ihr Pech habt – weit weg im Nirgendwo. Das tut definitiv der Abwechslung gut und ist natürlich auch eine gewisse Aufforderung an eure Motivation – nicht zuletzt auch dahingehend, dass erfolgreiche Coups gescheit belohnt werden.

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Und täglich grüßt das echte Leben …

Wir können nur spekulieren, was Overkill dazu veranlasst hat die KI in Payday 2 augenscheinlich recht realitätsnah zu gestalten. Es wirkt schon etwas, sagen wir, fragwürdig, wenn Otto-Normalo mitnichten drauf reagiert, dass wir räuberische Absichten haben. Wir haben uns partiell extrem auffällig verhalten, von wegen beim Juwelier ins Hinterzimmer gegangen, obwohl wir da nix zu suchen haben (eigentlich) oder der nette Herr Polizist, der sich einfach zu mir gesellt, nicht mit der Absicht mit kalt zu stellen … nee, nee, er leistet mir einfach Gesellschaft. Ist er nicht nett? Leichtsinnig sind die Gesetzeshüter auch dann, wenn sie unter Dauerbeschuss stehen und trotzdem gemütlich ihre Deckung verlassen. Na ja, wir implizieren mal, dass auch virtuelle Bullen ab und an von Lebensmüdigkeit geplagt sind. Abgesehen davon, sind auch die Kollegen vom Sondereinsatzkommando nicht gerade die hellsten Birnen am Leuchter und gesamt besehen für uns einfach nur Kanonenfutter. Stört uns das? Jein, tendenziell eher nein als ja, denn der Spaß an der Freude funktioniert auch so und zwar richtig gut. Sicher hätte dem Treiben an sich etwas mehr Taktik und dazu intelligentes virtuelles Leben gut tun können und dem einen oder anderen würde das auch garantiert gut gefallen – aber bitte, Herrschaften, wo bleibt denn dann noch der Spaß? Eben genau, der bliebe etwas mehr auf der Strecke. Payday 2 ist in seinen Grundfesten ein Arcade-Shooter mit Schuss, der in seiner Mixtur, wie schon Ende 2011 mit seinem Erstling bewiesen, genauso funktioniert wie er ist, Spaß macht und nicht anders gewollt ist – vor allem mit besten Grüßen an das reale Leben. Das bei alle dem Rauben, Flüchten, Ballern und Co. die Kollisionsabfrage nicht zu kurz gekommen ist, sei an dieser Stelle lobend erwähnt.

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Generell muss sich die Optik, immerhin fällt per Definition Payday 2 aufgrund seines Verkaufspreises (39,99 Euro) in die Kategorie Low-Budget-Game, nicht verstecken. Uns ist per se einmal nichts aufgefallen, dass wir jetzt grandios kritisieren müssten. Davon abgesehen, haben wir die Umgebungen an sich nicht wirklich wichtig erachtet, denn Payday 2 muss mit anderen Stärken überzeugen – um den Look geht es dabei nur sekundär. Der stimmt – abgehakt. Gleiches gilt auch für Sound, FX-Files und Co., das passt, ist stimmig – prima. Nebenbei erwähnt sei auch die Spielzeit, da wir uns nicht beschweren können. Eine zeitliche Definition ist etwas schwer, hängt es davon ab, wie ihr zu spielen pflegt, aber wir gehen davon aus, dass ihr euch locker 30 Stunden und mehr mit Payday 2 beschäftigen könnt. Wollt ihr dazu alle Erfolge und Trophäen haben, geht sicher noch mehr Spielzeit ins Land.

Viel mehr ins Gewicht fällt die Atmosphäre, die – wie wir finden – so gut wie auf ganzer Linie punkten kann. Bankräuber-Feeling pur sozusagen und das in all seinen Facetten, und wie wir uns das vorstellen, dass es sein würde, wären wir Bankräuber … oder so. Es ist die Kombination aus all den vielen Einzelteilen, den Optionen, die euch in den Bann ziehen werden, den Adrenalinpegel in die höhe Schubsen, den Herzschlag beschleunigen und in eurem zentralen Nervensystem den Befehl geben „mehr, gibt mir mehr … einfach nur mehr“. Tja, die Rechnung geht voll auf, wie man so schön sagt – rum räubern, überfallen, auf Bullen schießen und sich die Taschen mit Geld, Geschmeide und sonstigem Kram vollstopfen macht einfach Spaß – Punktum!

Unser Fazit

87 %

Manches Mal kann es echt einfach sein: Spiel einlegen und Spaß haben. Payday 2 ist so ein Kandidat und beweist zudem, dass die Entwickler von Overkill sich die Kritiken an ihrem ersten Teil zu Herzen genommen und umgesetzt haben. Wären wir jetzt päpstlicher als der Papst, was wir – Achtung, Wortspiel – Gott sei Dank, nicht sind, könnte man sich natürlich an der oftmals schräg-doof agierenden KI aufhängen. Auch daran, dass Payday 2 zwar generell allein gespielt werden kann, aber seine Stärken in dem Fall schmerzlich missen lässt. Aber werfen wir das Payday 2 vor? Nein, tun wir nicht, denn es ist nun einmal in erster Linie ein Koop-Spiel, ein Teamspiel, in dem Absprachen der Weg zum Ziel bzw. zu Taschen voller Geld sind. Payday 2 kassiert euch, sofern ihr – das vorausgesetzt – Bock drauf habt böser Räuberbube (oder Dame) zu spielen, den Juwelier um sein Geschmeide zu bringen, die Bankenkriese auf eure Weise lösen wollt und einfach nur Spaß dran habt euch heiße Schusswechsel mit dem Gesetz zu liefern. Es ist die Kombination dessen plus der Option, dass ihr mit der Zeit garantiert immer besser werdet. Neue Fähigkeiten, bessere Waffen und Ausrüstung, gewieftere Pläne Geschäfte um ihre Einnahmen zu bringen. Eine gekonnte Mischung aus Köpfchen und stupidem Ballern – Herz was willst du mehr? Vielleicht ein wenig mehr Taktik? Etwas weniger Aufforderung zu grinden? Ach papperlapapp … Payday 2 macht so Spaß wie es ist, ohne für sich den Anspruch hegen und pflegen zu wollen perfekt zu sein. Genau die Tatsache, dass es eben nicht versucht wurde perfekt sein zu wollen und der Fokus auf Spielspaß gelegt wurde, steht dem räuberischen Schaffen sehr gut zu Gesicht. Und jetzt entschuldigt bitte, der Juwelier um die Ecke hat eine neue Lieferung Diamanten bekommen – die sollen nicht im Tresor verschwinden, sondern am besten gleich in unseren Taschen. Leute, „wir treffen uns“

Pro

  • + tolle Atmosphäre
  • + viel Spielspaß mit ordentlicher Optionsvielfalt
  • + verschiedene Schwierigkeitsgrade bieten im Detail verschiedene Missionen
  • + Skill-Optionen und Aufbau von Fertigkeiten und Waffen
  • + satter, stimmiger Sound
  • + überzeugende englische Sprachausgabe – auf Wunsch wahlweise mit engl./dt. Untertitel-Einblendungen
  • + Anweisungen klar und verständlich
  • + gut funktionierende Steuerung
  • + zweckmäßige Umgebungen
  • + alleine spielbar – macht aber erst im Team Spaß

Kontra

  • - partiell selten dämliche KI
  • - manche Fertigkeiten / Waffen extrem teuer, man muss viel grinden
  • - taktische Elemente kommen, sofern man dies erwarten, zu kurz
  • - Grafik mit Fehlern: Clippings, grobe Texturen
  • - grobe Animationen

Unsere Bewertung

Grafik
 
78 %
Sound
 
89 %
Steuerung
 
88 %
Gameplay
 
88 %
Multiplayer
 
88 %
Spielspaß
 
90 %

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