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Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 – Test / Review

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Veröffentlicht 19. Mai 2016 | 16:31 Uhr von Marc Wunder

Plants-vs-Zombies-Garden-Warfare-2-Artwork

Ihr kennt bestimmt dieses Gefühl. Man kocht sich sein Lieblingsessen und hat noch genug für die nächsten Tage übrig. Doch spätestens nach dem 3. Tag ist die Euphorie weg. Man weiß genau: es muss schmecken, man ist es ja am liebsten. Aber man ist buchstäblich übersättigt. So ähnlich geht es einem bei Garden Warfare 2. Aber zurück auf Anfang.

Garten versus Friedhof

Was Splatoon für Wii U-Besitzer ist, das ist Garden Warfare für die anderen Konsolen. Auch hier dreht sich alles um aberwitzige 3rd-Person-Onlineschlachten, die man sich abgedrehter kaum vorstellen kann. Der Einzelspielermodus wirkt da eher wie ein notwendiges Anhängsel, birgt aber auch einiges an Spaßpotential. Auf jeden Fall gilt: Die Pflanzen sind zurück. Nur diesmal haben sie ihre Opferrolle abgelegt. Während im ersten Konsolenableger vornehmlich die heimischen Gärten vor den einfallenden Zombies verteidigt werden mussten, drehen jetzt die Pflanzen auch den Spieß um und invadieren die Friedhöfe.

Hauptangelpunkt ist hierbei der ein an Battlefields „Rush“ erinnernder Modus, in dem das Angreiferteam versucht, den Verteidigern Stützpunkte abzunehmen und so die Frontlinie zu verschieben. Daneben gibt es auch noch weitere Modi, wie etwa das Platzieren einer Gartenzwergbombe. Mit Neuerungen halten sich die Entwickler allerdings zurück. Das Spieltempo ist definitiv gemächlicher, als das der „Erwachsenen“ Genrekonkurrenz, weshalb auch durchaus Einsteiger einen Blick riskieren können ohne gleich frustriert das Handtuch zu werfen.

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Der Spieler hat dies Auswahl aus unterschiedlichsten Pflanzen und Zombies, die alle neben einer Standardattacke individuelle Spezialfähigkeiten mitbringen und somit offensiv oder eher defensiv ausgelegt sind. Die Erbsenkanone kann mit einem eleganten Salto die Zombiebrut überspringen und sie dabei mit einem Erbsenhagel eindecken. Rosie die Rose verfügt neben den zielsuchenden Standardgeschossen auch über die Fähigkeit, Gegner in Ziegen zu verwandeln die nur mit dem Kopf stoßen können – Goat-Simulator lässt grüßen! Dagegen ist die Sonnenblume mit ihrem Strahl eher der Sanitäter unter den Pflanzen. Auch die Zombiefraktion ist variantenreich aufgestellt. So ist der Winzling auf dem offenen Schlachtfeld ein leichtes Ziel, allerdings kann er eine Z-Mech-Panzerung zur Unterstützung rufen.

Von jedem Charakter gibt es zudem noch Spezialvarianten, die z.B. Eis- oder Giftattribute besitzen. Rosie kann beispielsweise damit Gegner einfrieren.

Leider bekommt man neue Charaktere und Perks nur durch ein zufallsbasiertes Stickersystem. Diese Pakete lassen sich durch Ingame-Punkte kaufen. Leider kann es dabei ziemlich lange dauern, bis man alle Aufkleber eines neuen Charakters zusammen hat. Hier wird der Fortschritt sehr ausgebremst. Neue Outfits und kleine Helferlei gibt es hingegen sehr häufig.

Die Maps selbst sind sehr abwechslungsreich und – danke Frostbite-3-Engine – auch sehr ansprechend präsentiert. Ob Dinopark, Mond, Z-Fabrik oder verschneites Dorf: überall überraschen kleine optische Details wie spiegelnde Pfützen oder feine Texturen. Leider wurde bei den Locations viel Recycling aus dem Vorgänger betrieben. Die Anzahl neuer Maps hält sich in Grenzen.

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Alleine gegen den Rest der Welt

Neu ist der Einzelspielermodus auf einer doch sehr üppigen Oberwelt. Hier kann man für beide Seiten verschiedenste Aufgaben abschließen, um so Punkte und Sterne zu verdienen, sowie die Charaktere auf zuleveln. Diese reichen von Eskortmissionen über Töte-alle-Gegner bis hin zu lustigen Spezialmissionen, in denen man zum Beispiel an Bord von Major Mais Kolben-Helikopter den Schützen mimt. Immer wieder werden Arcademissionen eingestreut, in denen man Wellen von Gegnern abwehren muss. Nebenbei lassen sich bei allen Missionen auch Nebenquests abschließen, die man an der Haupttafel aktivieren kann („Erlege x Zombies“ etc.).

Mit den erhaltenen Sternen lassen sich dann die in der Welt versteckten Truhen öffnen. Die Story rund um zwei Geheimorganisationen ist leider sehr lieblos und langweilig inszeniert. Man merkt deutlich, dass die Kampagne nur eine Art Dreingabe zum ansonsten auf Onlinegefechte ausgelegten Spiel darstellt.

Am meisten Spaß machen immer noch die Horde-Modi, in denen man sich alleine mit KI-Gefährten (zwischen denen man sogar hin und her wechseln kann), im Offline-Splitscreen oder Online mit menschlichen Mitspielern mit einer feindlichen Übermacht herum schlagen kann. Hier bricht Welle über Welle von KI-Gegnern über einen herein, immer wieder flankiert von Bossmonstern. Großzügig platzierte Blumentöpfe können mit Unterstützungseinheiten wie heilende Sonneblumen oder Scharfschützen „bepflanzt“ werden.

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Unser Fazit

83 %

Lieber kleine Schritte, als beim Rennen auf die Nase zu fallen – das dachte sich EA anscheinend bei Garden Warfare 2. In der Paradedisziplin „Mehrspieler-Online“ überzeugt es voll und ganz, keine Frage. Nur wirkt das ganze Spiel eher wie ein Update als ein komplett neuer Teil. Eine Hand voll neue Charaktere, einige neue Maps und ein rudimentärer, angehängter Einzelspielermodus. Große Änderungen sucht man leider vergebens. Viel zu schnell stellt sich diese eingangs erwähnte "Alles-schon-einmal-gesehen"-Gefühl ein. Zudem war der Vorgänger von Anfang an zu einem günstigen Retailpreis zu haben, während EA für den Nachfolger nun den Vollpreis verlangt. Trotzdem handelt es sich um einen extrem spaßigen Shooter, der eine willkommene Abwechslung im Genreeinheitsbrei darstellt.

Pro

  • + erfrischend „anders“
  • + abwechslungsreiche Klassen und Maps
  • + tolles Design und schicke Grafik
  • + Einsteigerfreundlich
  • + Split-Screen und Koop-Missionen

Kontra

  • - mühsames Freischaltesystem
  • - wenige neuer Multiplayer-Content
  • - Einzelspielermodus samt Story wirkt aufgesetzt

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
88 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
82 %
Multiplayer
 
85 %
Spielspaß
 
82 %

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Hier im Forum als RONIN unterwegs. Seit über zwei Jahrzehnten leidenschaftlicher Gamer. Als Multiplattformer auf jedem System zuhause.

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