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Pneuma: Breath of Life – Xbox One Test / Review

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Veröffentlicht 8. März 2015 | 14:33 Uhr von Alexander Winkel

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Pneuma, ein griechischer Begriff, der hier wohl Bezug zum Protagonisten aufbauen soll. Ein Geist, ein Wesen, ein Etwas, welches über das Sein und die göttliche Macht philosophiert. Pneuma: Breath of Life ist aber in aller erster Instanz ein intelligent angelegtes Rätsel-Abenteuer, in dem es auf die Sichtweise des Protagonisten ankommt. Im Folgenden klären wir, ob die Monologe göttlich sind und aus unserer Sicht ein gelungenes Werk abgeliefert wurde. 

Wer bin ich?

Ich bin Gott. Bin ich es? Kann ich die Welt steuern? Oder steuert mich die Welt? Wieso entstehen hier Mauern durch die ich nicht hindurch kann und wiederum sorgt allein mein Blick für ungeahnte Möglichkeiten und Wege. Was ist das hier für eine Welt, mit Bänken zum ausruhen, roten und kontrastreichen Blumenbeeten aber so leer und einsam, dass ich mich mit mir selbst unterhalte? Das Licht, das Wasser, ich kann alles steuern, und doch erschleicht sich mir das Bewusstsein, ich sei nicht allein. Das Individuum hält sich für den Allmächtigen, den Gott. Und doch wird dieser immer wieder in seine Schranken verwiesen. Die Tempelanlagen bieten vorgegebene Wege und auch als Gottheit muss man sich physikalischen Grenzen erwidern.

Mit einem kontinuierlichen Redeschwall von göttlicher Monologe versucht Pneuma: Breath of Life über den Sinn des Daseins zu philosophieren. Ein Gedankenfluss in einem Redeschwall, der vor allem dank teilweise extrem schneller Gedankenwechsel und Sprünge für ungeübte Probanden eine Reizüberflutung darstellt. Man kann dem Gott nur kaum folgen, seine Gedanken nachvollziehen, da der englische Redefluss einfach zu schnell, zu hektisch und zu schwierig zu verstehen ist. Es empfiehlt sich durchaus, die deutschen Bildschirmtexte im Optionsmenü einzuschalten und inne zu halten, sobald sich der Monolog wieder über den Spieler ergießt. Tiefgründiges ist nicht zu erwarten. Bin ich oder nicht? Einfachste Fragen die nur an der Oberfläche der Materie kratzen, aber immerhin zum Schluss hin eine nette Wende offenbaren.

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Es kommt auf die Sicht an 

Die Welt, vor allem zu Beginn noch recht spirituell, dann aber dank der Optik eher an antiker Architektur angelehnt, offenbart tempelartige Labyrinthe, die Schritt für Schritt erkundet werden. Aus der Egosicht bewundert man die Bauwerke, die zwar hübsch anzusehen sind, technisch aber nicht immer überzeugend wirken. Steril, leblos, eintönig. Das sind so die Begrifflichkeiten, die einem in den etwa 4 Stunden umfassenden Abenteuer durch den Kopf gehen, auch wenn die Entwickler mit sehr schönen Spiegel- und Lichteffekten etwas mehr Raffinesse in die Optik gebracht haben. Doch auch wenn sich der Protagonist für den Allmächtigen und Schöpfer hält, so wird dieser stets in gewissen Bahnen geleitet. Raum für Raum, Ebene für Ebene gilt es immer wieder kleine, manchmal aber auch etwas größere angelegte Knobelaufgaben zu meistern, damit man den Level beenden und in die nächste Sphäre aufsteigen kann.

Des Rätsels Lösung liegt im wahrsten Sinne im Auge des Betrachters, bzw. der egomanischen Labertasche. Schalter und Flächen lassen sich oft nur mit dem Blickwinkel aktivieren, Türe durch anstarren befremdlich wirkender Augen öffnen und dadurch zahlreiche Rätsel lösen. Ihr schwenkt die Kamera und somit den Blickwinkel und offenbart damit neue Möglichkeiten. Pneuma: Breath of Life geht damit unkonventionelle Wege, mischt diese mit klassischen Farben und Gedankenspiele und so manches Dreh- und Schiebepuzzle. Trotz dieser seichten Priese, die etwas frischen Wind in das Genre bringt, sind Gedankenverrenkungen eher selten anzutreffen. Viel zu leicht schlüpft man durch die göttliche Welten und löst eine Aufgabe nach der anderen nahezu im Vorbeigehen. Da der Gott bis auf Schalter und seinem Blick kaum etwas bewerkstelligt, ist man trotz einer durchaus stimmungsvollen Inszenierung mit herrlich atmosphärischer Hintergrundmusik durchaus auch froh über die relativ kurze Spielzeit.

Für alle, die auch gerne einen Blick auf die Erfolge werfen sei erwähnt, dass der Abschluss von Pneuma: Breath of Life bereits die meisten Achievements mit sich bringt und nur einige wenige abseits der Story geholt werden müssen. Wirklich schwer ist es aber nicht, alles zu meistern.

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Unser Fazit

60 %

Pneuma: Breath of Life ist ein sehr kurzweiliges Puzzle-Abenteuer-Spiel in dem Erkundung antiker Bauten mit seichter Rätselkost an erster Stelle steht. Der Protagonist ist eine wahre Labertasche und liefert einen Schwall, einen Monolog an Monotonie. Denn obwohl sich das Individuum die Frage nach dem Sein stellt und versucht, die Welt, das Geschehen um den Spieler und die wirren Gedanken in philosophische Bahnen zu leiten, so bleibt letztendlich nur wirres Gebrabbel und weniger Tiefgründiges zurück. Pneuma: Breath of Life ist leider kein Spiel, dass wirklich überzeugt und auch keines, welches wirklich komplex zu meistern wäre. Der frische Wind durch die Knobelaufgaben, bezogen auf die Perspektive des Protagonisten, verebbt aufgrund der meist zu einfachen Lösungen. Kaum einer wird mehr als 3-4 Stunden für den ersten Durchgang benötigen und dabei länger als 5-10 Minuten an einer einzelnen Aufgabe knobeln. Pneuma: Breath of Life ist nett für zwischendurch, bietet uns aber viel zu wenig für seinen Preis.

Pro

  • + interessantes Rästelkonzept mit neuen Ideen basierend auf der Sicht
  • + grundsätzlich gelungene Architektur
  • + seichte Kost für zwischendurch
  • + deutsche Untertitel im Optionsmenü einstellbar

Kontra

  • - Spielzeit von maximal 4 Stunden
  • - kaum wirklich fordernde Rätsel
  • - der Redeschwall des Protagonisten Gott kann schnell mal auf die Nerven gehen
  • - sterile, leblose Welt

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
55 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

Kommentare

  • Melissa sagt:

    Danke für den Test, dann warte ich noch, bis das Spiel im Angebot ist. 20 Euro ist mir der ganze Spass dann doch nicht wert.

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