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Pressure Overdrive – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 28. August 2017 | 15:58 Uhr von Alexander Winkel

Planets under Attack GER SalesSheet

Sommer, Sonne und eine brühende Hitze. Wer würde da nicht gerne ins kühle Nass springen und sich ein wenig erfrischen. Dumm nur, wenn der Badesee über Nacht trocken gelegt wurde und ein ruchloser Kerl das kostbare Wasser für sein neues Spa beansprucht. Manch einer wird diese Geschichte kennen, denn Pressure Overdrive wurde unter andere, Namen bereits vor einigen Jahren veröffentlich, steht nun aber in einer minimal polierten Variante auch für Konsolen (und Steam) zur Verfügung. Spaßiger Zeitvertreib bei sommerlichen Temperaturen?

Das morgendliche Ritual: Der Wecker klingelt. Schlaftrunken klappert der Erfinder und Tüftler durch das windschiefe Haus und rutscht einige Röhren hinunter, nur um letztendlich mit Schwimmreifen und Quietscheente von der Planke zu springen. Nur wohin? Der See ist völlig ausgetrocknet. Den letzten Rest Wasser saugen freche Roboter eben noch ab und verschwinden kichern. Was ist nur los in der heutigen Welt? Eine Frage, die sehr schnell geklärt wird. Der ruchlose Count Soap steckt dahinter, der sämtliche Bewohner in sein neues Spa locken möchte. Grund genug gibt es schließlich, da kein Tropfen Wasser mehr öffentlich zugänglich ist.

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Das kann der Protagonist nicht auf sich beruhen lassen. Er fackelt nicht lange herum und schließt sich dem Widerstand, der so genannten „Resistance“ an, einer Bewegung gegen den fiesen Mogul. Dazu packt er seine bereifte Kampfmaschine aus und macht sich auf den Weg, den Titanen zu stürzen. Die Präsentation ist überaus witzig gehalten und erfreut nicht nur Kinderherzen. Allein die Zwischenstopps am Kiosk mit den flotten Sprüchen und tollen Animationen gefallen. Auch die kleinen Zwischensequenzen begeistern mit viel Slapstick-Humor.

Auf dem Feld geht es jedoch alles andere als zimperlich her. Hier wird geballert und gekämpft, bis die Fetzen fliegen. Spielerisch ist Pressure Overdrive eine Mischung aus Bullet-Hell-Schooter, Twin-Stick-Shooter und einem Rennspiel. Ihr steuert das kleine, aufrüstbare Gefährt mit dem linken Stick, während mit dem rechten Knüppel dank Bordkanone auf die zahlreichen Gegner geschossen wird. Die Handhabe ist anfänglich recht ungewohnt, da das Fahrzeug allein mit dem linken Stick beschleunigt oder gebremst und gleichzeitig gelenkt wird. Vor allem wenn die Kiste eine Drehung macht, ist Verwirrung recht großgeschrieben. Am meisten Ärger macht die Handhabe, sobald der Koop-Modus gespielt wird. Da die Kamera nun beide Spieler einzufangen hat, kommt gerne mal regelrechtes Chaos auf. Leider gibt es keinen Onlinemodus mehr. Einzig allein Highscores werden noch weltweit verglichen.

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Auf Dauer ist auf dem Bildschirm eh sehr viel Action zu sehen. Da kracht es gewaltig und viele kleine Explosionen sorgen für einen optischen Schmaus. Zahlreiche Gegner versuchen euch daran zu hindern, den Mogul Count Soap aufzulauern. Sie kommen von hinten angerast oder fahren seitlich ins Geschehen. Auch sie sind bis unter die Zähne bewaffnet und ballern was das Zeug hält. Manch einer der Lakaien kommt gar auf raffinierte Ideen. Zum Beispiel ätzenden grünen Schleim auf der Strecke zu verteilen oder riesige Kanonen auf die Fahrzeuge zu schnallen. Diese haben zwar keine allzu hohe Schussrate, sorgen jedoch für extremen Schaden. Nach einigen Runden bekommt man das eigene Gefährt auch langsam in den Griff und kann sich ordentlich zur Wehr setzen. Dank mehrerer Schwierigkeitsgrade dürfte es jedoch niemanden an Herausforderung mangeln.

So ganz kann Pressure Overdrive das Chaos aber nicht ablegen. Da es sich eher um einen Twin-Stick-Schooter handelt und vieles von eurem Spiel abhängt, kann man kaum die Angriffswellen voraus studieren. Rühmliche Ausnahme sind die drei Bosskämpfe. Diese fordern eine geschickte und durchdachte Herangehensweise und stellen mitunter Höhepunkte in der Kampagne von knapp über 30 Level dar. Die normalen Abschnitte sind einfache Schlauchlevel die sich nur marginal voneinander unterscheiden. Zwar haben die Entwickler immer wieder optisch das Szenario angeglichen, jedoch fällt einem das im Eifer des Gefechtes nur kaum auf. Das ist sehr schade, denn so wirkt der Titel auf Dauer dann doch recht eintönig.

Zwischen jedem Abschnitt kehrt ihr zurück zur Garage und dem Bistro, um ein wenig Luft zu schnappen. Da der Protagonist ein Tüftler ist, sorgen zahlreiche Aufbauten und zusätzliche Objekte für einen optimalen Einsatz des fahrbaren Untersatzes. Die Bewaffnung hat deutlich Einfluss auf das Spielgeschehen. Der Flammenwerfer hat zum Beispiel keine allzu große Reichweite, jedoch ist er recht effektiv auch gegen größere Feinde. Die Bordkanone kann dagegen gezielter eingesetzt werden. So bietet Pressure Overdrive durchaus viel Varianz und genügend Möglichkeit, seine gesammelten Münzen für neue Verstärkung und Rammböcke und übliches auszugeben und auch bis zum Schluss gegen die Schergen von Count Soap zu bestehen.

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Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

67 %

Pressure Overdrive bietet eine witzige Idee und macht durchaus kurzweilig Spaß. Sobald die Hürde der Steuerung mal überwunden ist, sorgt das kooperative Geballer gegen die Schergen des Bösen durchaus für Laune. Leider wirkt auch nach einiger Spieldauer alles etwas chaotisch und lässt sich kaum mit Strategie bezwingen. Auch mangelt es an Abwechslung. Die schlauchartigen Level bieten kaum Varianz und auch das feindliche Heer hätte etwas einfallsreicher sein können. Rühmliche Ausnahme stellen die Bosse dar, die mit verschiedenen Phasen und trickreichen Angriffsmustern durchaus das Können des Spielers herausfordern. Alles in allem kein schlechter Titel, aber eben auch nichts, was man gespielt haben muss.

Pro

  • + Charmantes Spieldesign mit viel Humor.
  • + Das Fahrzeug kann vielfach verbessert und aufgerüstet werden.
  • + Kooperativer Spielmodus.
  • + Durchdachte Bosskämpfe.

Kontra

  • - Relativ chaotisches Vergnügen, vor allem bei zwei Teilnehmern.
  • - Handhabe ist gewöhnungsbedürftig.
  • - Die Level sind nicht sonderlich abwechslungsreich.

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
60 %
Steuerung
 
65 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
65 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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