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Pro Evolution Soccer 2014 – Test / Review

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Veröffentlicht 17. Oktober 2013 | 10:56 Uhr von Manuel

PES - Pro Evolution Soccer - 2014

In den letzten Jahren sprießen immer mehr Simulationen aus dem Boden. Neben den erfolgreichen Vertretern wie z.B. dem Landwirtschafts-Simulator gibt es auch eher wenig erfolgreiche Möglichkeiten, sich in der Freizeit mit möglichen Berufen auseinanderzusetzen. Da bleibt man aber gerne mal sitzen, schüttelt mit dem Kopf und besinnt sich auf das Wesentliche. Im Bezug auf Simulationen ist das gar nicht so weit weg, aber einfacher als gedacht. Denn die erfolgreichste Simulation die je versoftet worden ist, dürfte das virtuelle Hinter-Dem-Ball-Hinterher-Gerenne sein. Zwar hat sich auch hier mit den Jahren vieles verändert, und ist anders geworden, als man das noch zu Kindertagen gekannt hat, im Kern spielt man aber immer noch dasselbe Spiel. Wir als Käufer haben jedes Jahr aufs Neue das Problem, für welchen der beiden Fußball-Simulationen wir uns denn entscheiden. Und so widmet sich auch unserer Test derselben Frage. Wer hat denn im Jahr 2013 die Nase vorne, oder anders gesagt: Ist Pro Evolution Soccer wieder zurück auf dem Olymp?

Glauben oder nicht glauben?!

Schmeißt man einfach mal willkürlich mit dem Begriff Glaubensfrage um sich, dann kann man immer wieder erstaunt feststellen was genau darunter verstanden wird. Egal bei welchem Thema, es wird immer mindestens zwei, sich konfrontierende Gruppen geben. Und so ist es auch immer wieder eine absolute Glaubensfrage zu welcher Fußball-Simulation man jedes Jahr greift. Packt man sich ein weiteres Mal das actionreichere FIFA 14 auf seinen virtuellen Gabentisch, oder ist man ein richtiger Enthusiast und will mit Pro Evolution Soccer 2014 der Physik von Ball und Spiel auf den Grund gehen. Die Stimmen gingen in den letzten Jahren immer sehr weit auseinander. PES hatte zugegebenermaßen ein paar nicht gerade besonders lobende Jahre mit seinen Ablegern heraufbeschworen, und so wendeten sich immer mehr Spieler zur Konkurrenz im Hause Electronic Arts zu. Konami war in der Hinsicht natürlich ein schlechter Verlierer, und hat jedes Jahr aufs Neue das Jagdhorn ausgepackt und zum Angriff geblasen. Nur bringt so etwas nicht viel wenn es danach beim Nachdruck fehlt. Ohne die richtigen Pferde braucht man nun mal nicht auf die Fuchsjagd zu gehen.

PES 2014

 

Phönix aus der Asche

Dennoch muss man es Konami samt seinem spezialisierten Entwicklerteam positiv zugrunde legen, das man es doch wieder geschafft hat Pro Evolution Soccer in etwas ungefährlichere Gewässer zu steuern. Bis zum letzten Jahr hat man es sogar wieder so weit geschafft das man FIFA annähernd das Wasser reichen konnte. Es wird aber immer wieder absolut deutlich, wo genau die Unterschiede liegen, und welches Prinzip einfach ein breiteres Publikum ansprechender findet. Während FIFA es nicht so pikfein mit dem Realismus und dem Ballgefühl hat, dafür aber mit Lizenzen, Umfang und vor allem Optik punkten kann, merkt man bei PES sehr schnell das hier der Ball wortwörtlich etwas anders rollt. Ballgefühl, Handling und allgemeine Interaktion mit Spielgerät und virtuellem Spieler sind einfach deutlich optimierter, runder und nahezu perfekt an der Realität. Dafür fehlt es eben, und das auch nach wie vor, an Lizenzen und einem visuell ansprechenderem Look. Obwohl man gerade bei PES 2014 sagen muss das sich hier in Grafik einiges getan hat, was man in den größten Teilen Großmeister Kojima und seinen Mannen zu verdanken hat. Die von ihm kreierte, und für dieses Jahr überarbeitete Fox-Engine, ist auch bei Pro Evolution Soccer für das optische Auftreten verantwortlich, und hebt kurz vor dem Generationssprung der Konsolen nochmal das Machbare ein Stück höher.
Dadurch wirkt das allgemeine Auftreten nicht nur besser, sondern dadurch sind nun endlich auch neue Möglichkeiten gegeben worden um das Spiel um den Ball zu lockern. Binnen der letzten Jahre musste man schon genau hinsehen wenn man den Ball beim Dribbling vom Fuß springen sehen wollte. Das wirkt im Jahr 2013 dann doch viel besser, und Dribbling wird auch als so etwas erkannt.
Ohne unnötig zu glänzen schafft es die Fox-Engine aber auch das der allgemeine Spielbetrieb flüssiger wirkt, und vor allem ein noch realistischeres Spielgefühl beim Käufer, also mir, hinterlässt.
Ein etwas zwiegespaltenes Gefühl hat aber auch die überarbeitete Engine nicht aus der Welt schaffen können. Hier und da Ruckler, und das vor allem ehr unnötige, sind nicht gerade das Sinnbild für ein rundum gelungenes Erlebnis, auch wenn das Problem eigentlich nur während einiger Zwischensequenzen wie dem Einlauf ins Stadion passiert. Trotzdem muss und sollte so etwas heutzutage kein Problem mehr darstellen, was am Ende dann doch einen leicht faden Beigeschmack hinterlässt.

PES 2014

 

Man kocht auch nur mit Wasser

Aber wir sind ja nicht hier um uns über die Zwischensequenzen bei einer Fußball-Simulation zu ärgern. Wir sind hier um Fußball zu spielen, und das klappt in meinen Augen trotz mangelnder Lizenzen bei Pro Evolution Soccer einfach viel besser als man es bei FIFA jedes Jahr mitbekommt. Das Spiel um den Ball ist fordernd, wirkt wie erwähnt sehr real und es macht vor allem jede Menge Fun. Aber nicht nur das, man fühlt sich quasi sehr gut und wohlbehütet aufgehoben. Nach einigen Spielen, auch gegen Freunde die an sich FIFA bevorzugen, bekommt man ein immer größer werdendes Gefühl dafür, dass sich PES einmal mehr seiner Verantwortung bewusst ist. Man bekommt hier nach wie vor das spielerisch bessere Spiel, und das muss einfach auch so gesagt werden. Nicht umsonst schwört jedes Jahr eine riesige Fangemeinde auf ihr PES, was man in der Hinsicht vollkommen verstehen kann.
Das Verständnis für die Fans und auch das Spiel soll auch nicht dahingestellt sein, dennoch gibt es nach wie vor Punkte die auch gegen oder nicht unbedingt für PES 2014 sprechen. Das soll jetzt nicht heißen das es Punkte sind die vom Spiel abschrecken, aber man muss es erwähnt haben, da es zu deutlich ist um es zu übergehen. Das Ruckeln der Fox Engine wurde ja schon angesprochen, daneben gibt es auch leichte Aussetzer bei der Animation der Spieler, sie hier und da etwas hölzern wirken und nicht die Qualität erreichen die man erwartet hatte. Von der neuen Engine darf man sich, auch wenn Konami im Vorfeld viel Werbung dafür betrieben hat, keine Wunder erhoffen. Nicht umsonst sind wir kurz vor dem Sprung in Richtung Xbox One und PlayStation 4. Das wird auch hier deutlich, denn viel mehr kann man aus dem Spiel nicht mehr herauspressen. Trotzdem zeigt man quasi zum Abschluss noch einmal, dass es auch noch mit der aktuellen Generation möglich ist z.B. ein animiertes und angenehm wirkendes Publikum hinzuzaubern. Klar sitzen auch hier keine modelverdächtigen Zuschauer auf den Tribünen, aber es sieht doch viel angenehmer aus als der matschige Brei der sich bei FIFA im Hintergrund im Stadion von links nach rechts wälzt.
Innovationen kann Konami aber auch mit dem neuesten Ableger nicht einmal annähernd abliefern. Trotz der vielen Versprechungen im Vorfeld ist man davon nach wie vor ganze Meilen entfernt, aber immerhin sind aus Lichtjahren nur noch Meilen geworden.

PES 2014

 

Wer ist dieser Lizenz, und wo kommt der her?!

Das größte Problem das Pro Evolution Soccer 2014 hat, ist genau dasselbe Problem wie schon in den vergangenen Jahren. Nur das dieses Jahr genau dieses Problem noch brenzliger geworden ist. Natürlich geht es dabei um das Thema Lizenzen, denn hier konnte man noch nie nur nah an das herankommen was EA jedes Jahr mit seinem FIFA generiert. Nur hat Electronic Arts für die aktuelle Version gleich nochmal mehr Finanzen mobilisiert um den eigenen Lizenz-Park noch weiter zu vergrößern. Im Umkehrschluss heißt dass also, das PES nun mit noch weniger auskommen muss. Zwar bekommt man z.B. mit Ligen aus Asien und Südamerika  auch Neuerungen geboten, dafür sind z.B. aus Deutschland nur noch 3 Vereine vertreten. In Sachen europäischen Ligen sieht es da nicht wirklich besser aus. Im Endeffekt entfernt man sich immer mehr vom europäischen Fußball hin zu den eher kleineren Bereichen des Fußballs. Zu verdanken hat man das wohl oder übel Electronic Arts, die in Ihrer Gier leider immer mehr von den Lizenzen aufkaufen. Mittlerweile geht es sogar so weit, dass die vorhandenen Stadien der spanischen Ligen, die noch im letzten Jahr dabei waren, nun auch nur noch FIFA exklusiv sind. Aber dafür gibt es mit dem Editor die Möglichkeit das man sich seine eigenen Stadien, und nach Bedarf dann auch diese ganz bequem nachbauen kann. Ohnehin legt der versierte und überzeugte PES Zocker nicht viel Wert auf Lizenzen oder mit welcher Mannschaft er nun genau das nächste Spiel absolviert. Er spielt PES wegen dem Fußball, und würde es nur noch simulierte Spiele auf Bolzplätzen oder dem Grün von diversen Schulen geben, selbst dann würde ein überzeugter PES Fan nach wie vor zu seinem Spiel greifen, weil es ihm im Endeffekt egal ist wo er spielt. Hauptsache ist ihm das er spielt und das möglichst real. Was ist also schon realer als bei strömendem Regen irgendwo in Chile auf einem heruntergekommenen Platz den Ball zu kicken und sich mit den grölenden Zuschauern bei jedem Ballwechsel mit zu ärgern oder zu freuen. Das sind nun mal die Unterschiede, und daran entscheiden auch Lizenzen hin oder her nichts.

Der Umfang selbst besteht aber nicht nur aus Lizenzen, aber eben auch. Zwar gibt es z.B. die UEFA Champions League sowie die Europa League und neu dabei auch der südamerikanische Copa Liberatores oder die östliche Antwort auf unsere CL die AFC Champions League. Der Punkt geht am Ende trotzdem an FIFA. Online zieht sich der Rattenschwanz dann noch etwas weiter. Zwar kann man nach wie vor seine virtuellen Ligen auf die Beine stellen oder einfache Spiele bestreiten, es ist aber ein Unterschied wie Tag und Nacht zu dem was EA uns mit FIFA 14 ermöglicht. Konami könnte man  auch hier wieder den weiter oben angedeuteten Editor anrechnen, mit dem man neben Stadien auch Vereine, Spieler oder ganze Ligen erstellt. Es ist aber irgendwie nicht dasselbe, was auch irgendwie schade ist. Das Prinzip ist aber nun mal so, wer besser melken kann bekommt am Ende ein besseres Ergebnis. EA ist dementsprechend der Melk-Weltmeister wenn es um das investierte Geld und die erkauften Erfolge geht.

PES 2014

 

Verliebt in Details, wer braucht also Wetter?!

Bevor ich mir am Ende aber selbst noch auf die Finger klopfen muss, nehme ich mich noch kurz der Punkte an die ich im Eifer des Gefechts völlig übergangen bin. Natürlich hat auch PES 2014 eine Steuerung, und natürlich braucht man die auch. Nur passt genau die eigentlich so gut, dass ich das fast für vollkommen normal angesehen habe. Das ist aber nicht so. Die Steuerung bzw. das Handling samt daraus resultierender Dynamik reihen sich nahtlos an die Elemente die ich weiter oben erklärt habe. Der erreichte Realismus wäre auch keinesfalls möglich gewesen ohne eine Steuerung die hinter dem Spiel steht, fast so wie ein Fels in der Brandung.
Da wäre Brandung sogar eine fast perfekte Überleitung. Okay fast, ich will eigentlich auf das Wetter und auf das hinaus was Konami damit gemacht hat. Wenn es dafür Schulnoten geben würde, müsste man hierfür noch welche erfinden. Es wäre sicherlich irgendwo bei einer 8- einzuordnen oder sogar noch dahinter. Der Grund dafür ist ganz kurz und knapp erklärt. Man hat bei PES 2014 komplett auf Wettereffekte verzichtet. Strömender Regen in Chile? Alles Humbug, es würde nur besser zum erlebten Spiel eines PES Fans passen. Aber so ist es leider nicht, Regen fällt wegen Fußball aus, Winter übrigens auch. Bei PES 2015 übergeht man dann 3 Jahreszeiten und 2 Tageszeiten. Nein Scherz beiseite, aber es ist schon ein herber und vor allem selbst hinzugefügter Tiefschlag den man sich da verpasst hat. Ein Spiel, und vor allem eine Simulation wie PES, und dann komplett ohne Wettereffekte. Dafür sieht aber der Rasen wunderschön künstlich aus, der Begriff Kunstrasen wurde augenscheinlich sehr ernst genommen. Anders kann man sich das wie Plastik wirkende Grün leider nicht erklären. Dafür sehen die Spieler schick aus, die Menge tobt in den Rängen, die Kameraleute sind perfekt n Szene gesetzt und die Detailverliebtheit erreicht ein neues Hoch. Am Ende ist also fast wieder alles gut, aber eben nur fast. Und neben dem bekannten Karriere-Modus kann ich endlich auch in PES als Torwart eine eigene Karriere starten, wer sagt‘s denn!

Unser Fazit

82 %

Große Töne kamen aus Japan als Konami die 2014er Ausgabe von Pro Evolution Soccer der Öffentlichkeit präsentierte. Bis zum Release hin wollte man vieles bewegen, gerade wegen der Fox Engine sollten die Bewegungen umfangreich ausfallen. Wenn man dann aber genau das beim Wort nehmen würde, dann müsste man den Entwicklern von PES 2014 hier und da noch ein paar Dehnübungen verschreiben und regelmäßiger zum Sport schicken. Denn aus den Bewegungen sind am Ende nur kleine Schritt geworden. Immerhin gehen die aber nach vorne, auch wenn dank des komplett fehlenden Wettersystems ein großer Schritt zurück gemacht worden ist. Man kann es sich aber selbst keinesfalls so schön reden das man es wirklich alles so toll sehen würde wie Konami selbst. Klar sieht das neue PES gut aus, es spielt sich fantastisch und man bekommt in Sachen Fußball das Beste was spielerisch machbar ist. Aber fehlende Lizenzen, magerer Online-Spaß und immer noch vorhandene Kinderkrankheiten wie gelegentliches Ruckeln, hölzerne Animationen oder plastische Rasenchirurgie stehen auf dem Platz und gehen einfach nicht von selbst weg, Aber auch Pro Evolution Soccer 2014 zeigt ein weiteres Mal das die Glaubensfrage immer noch brandaktuell ist, und man sich für sich selbst entscheiden muss mit wem man es versuchen will. In meinem Falle ist PES der deutlich bessere Fußball geworden, und es holt mich aus meiner Misere die FIFA14 dieses Jahr bei mir ausgelöst hat.

Pro

  • + Realistischer und flüssiger Spielfluss
  • + Umfangreicher Editor bietet viel Individualisierung
  • + Perfekte Fußball-Atmosphäre
  • + Karriere als Torwart spielbar

Kontra

  • - Noch weniger wichtige europäische Lizenzen
  • - Keine Wetterefekte
  • - Plastische Rasentexturen
  • - Stellenweis ruckelnde Engine

Unsere Bewertung

Grafik
 
81 %
Sound
 
84 %
Steuerung
 
86 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
74 %
Spielspaß
 
88 %

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