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Project Root – Xbox One Test / Review

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Veröffentlicht 11. Januar 2016 | 22:07 Uhr von Alexander Winkel

Project-Root-Screen

Mit Project Root liefert Entwickler Pablo Testa eine Hommage an klassische Shoot’em Up Spiele, vor allem in Anlehnung an sogenannte Bullet-Hell Shooter. Dennoch verfolgt dieser Titel einen eigenen Ansatz, der mehr spielerische Freiheit liefern soll. Alles schön und gut, nur stellt diese Freiheit zugleich einer der Stolpersteine des Titels dar. Explosive Action auf dem Bildschirm allein reicht leider nicht aus, um uns völlig zu überzeugen.

In Project Root setzt man sich hinter das Steuer eines stark bewaffneten Kampfjets. An der Frontlinie einer Rebellion setzt man alles daran, die Prometheus Corp zu stürzen und diese an ihrer Wurzel zu bekämpfen. Dies führt zu einen riesigen Krieg gegen Machthaber, die uns unendliche Wellen an feindlichen Flugzeugen, Raketenschwärmen sowie Legionen von Panzern entgegen werfen. Tausende Projektile sausen über den Bildschirm, Raffinerien gehen in Flammen auf und riesige Explosionen schmettern Trümmerteile durch die Gegend. Wer her angekommen ist, befindet sich inmitten der Hölle – zumindest vom Schwierigkeitsgrad her und auch optisch. Akkustich erinnert die Hintergrundmusik eher an Schleichspiele wie Splinter Cell und wirkt daher völlig deplatziert.

project-root-screenshot-01

Die ersten Schritte bekommt man in einem simplen Tutorial erläutert. Der linke Trigger feuert mächtige Bomben und Rakete auf feindliche Einheiten am Boden ab. Damit werden Raketenabwehrsysteme und Panzerschwärme dem Erdboden gleich gemacht. Mit dem rechten Trigger werden Salven auf die Kampfjets des Gegners abgefeuert. Der Clou von Project Root ist die freie Steuerung des Kampfjets. Während klassische Bullet-Hell Shooter linear scrollend ablaufen, kann man sich in diesem Spiel vollkommen frei in den riesigen Arealen hinfort bewegen. Mit dem linken Stick wird der Kampfjet geflogen, während der rechte der Ausrichtung des Flugzeugs und somit Zielrichtung der Waffensysteme dient. Man könnte die Handhabe durchaus mit 3D-Shootern vergleichen, nur dass die Optik in Project Root eine Vogelperspektive auf das Kampfgebiet darstellt.

Im Tutorial ärgert man sich hauptsächlich noch über die viel zu winzige Schrift der Kommentare, welche rechts unten dargestellt werden. Im Tatsächlichen Spiel werden dort die Funksprüche eingeblendet, die man auf kleinen TVs nur noch kaum lesen kann. Wesentlich schwerwiegender ist im Kampfgefecht die Steuerung. Auf dem ersten Blick mag die Freiheit wohltuend für das Genre sein, auf dem zweiten aber stellt diese ein unglaubliches Hindernis dar. Dadurch, dass der Kampfjet in alle Richtungen bewegt und dabei mit dem rechten Stick die Zielrichtung bestimmt wird, dreht sich die Welt unglaublich schnell im Kreise. Im Kampf gegen die feindlichen Flieger, die ebenfalls seitlich dann wie bei Shootern ausweichen, wird man als Kampfpilot ordentlich gefoppt und schlussendlich ist man recht schnell verwirrt. Normalerweise würde man fragen, wo oben und unten ist, bei Project Root weiß man überhaupt nicht mehr, wo man sich befindet.

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Wird der Schlagabtausch mit nur 1-2 feindlichen Angreifern abgehalten, kann man dabei noch irgendwie den Überblick wahren und auch ohne großen Schaden davon kommen. Kommen aber mehrere Gegner dazu, vielleicht auch gemischt Bodentruppen und Kampfflugzeuge, dazu noch etliche Projektile, Schüsse und Raketen, wird der Kampfschauplatz schnell unübersichtlich. Es gibt wohl einen Grund, warum Bullet-Hell Shooter so geradlinig und auf vorgegebenen Bahnen verlaufen. Trotz tausenden Geschossen auf dem Bildschirm kann man in anderen Vetretern des Genres noch einen Pfad erkennen, den man gehen muss. Fängt man bei Project Root an, die Schussrichtung und damit die Perspektive zu ändern, ist es vorbei mit der Übersicht. Ausweichen wird zur Glückssache. Erstaunlich, da vor allem in den ersten Kapiteln eigentlich noch recht wenig los ist und das Spiel dennoch bereits fast nicht mehr schaffbar wirkt.

Dem entgegen zu wirken kann man nach erfolgreichen Missionen den eigenen Kampfjet dauerhaft mit neuen Upgrades versehen. Außerdem kann auf dem Schlachtfeld temporär ein Arsenal von explodierenden, zielsuchenden Raketen, Cluster Bomben und gigantischen Lasern zur Verteidigung aufgesammelt werden. Diese helfen tatsächlich, vor allem in größeren Auseinandersetzungen, zu überleben und die Missionen zu absolvieren.

project-root-screenshot-03

Dabei gilt es stets primäre Aufgaben zu verfolgen. Eine Militärbasis ausräuchern, die Energieversorgung kappen oder spezielle Ziele vernichten. Letzteres läuft zum Schluss immer auf einen „Bosskampf“ hinaus. Diese fahren nicht nur all ihre Geschütze auf und sorgen mit einem Regen aus Raketensalven und Lasergeschossen für einen hektischen Kampf, sie werden oft auch von weiteren Einheiten vom Boden aus und auch aus der Luft unterstützt. Mit sekundären Zielen wird die jeweilige Mission noch deutlich erweitert. Diese müssen nicht erfüllt sein, helfen aber den Highscore zu verbessern und weitere Extras zu ergattern. Vor allem der Erfahrungsgewinn dadurch ist nicht zu unterschätzen, um anschließend am Kampfjet Verbesserungen durchzuführen. Wirklich gut abgestimmt sind die jeweiligen Missionen aber nicht. Am meisten ärgert die unglaubliche Länge. Denn mit nur drei Leben muss man bisweilen Kampfgebiete überleben, in denen der Einsatz durchaus auch mal 30-60 Minuten dauern kann. Das zerrt an den Nerven, vor allem in Kombination mit der missglückten Handhabe.

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Unser Fazit

40 %

Project Root machte auf dem ersten Blick einen interessanten Eindruck. Doch bereits nach wenigen Spielminuten sorgte die neue Freiheit schon für viel Frust und Ärger. Die Welt dreht sich und der Kopf schwirrt. Sobald dann auch noch mehr als ein paar Gegner den Bildschirm bevölkern, ist das Chaos perfekt. Persönlich habe ich schon viele Bullet-Hell Shooter, auch aus Japan importierte, gespielt und ein jedes war trotz der tausenden Salven auf dem Bildschirm irgendwie doch logischer und scheinbar machbarer als Project Root. Die Freiheit stört. Die Perspektive verwirrt. Dazu elend lange Missionen, die man mit nur wenigen Leben letztendlich überstehen soll. Von Anfang an kam kaum Freude auf – dank einiger Designentscheidungen.

Pro

  • + Relativ gelungene Optik mit deutlich erkennbaren Höhenunterschieden
  • + Gewagte neue Steuerungsvariante und Freiheit im Gameplay

Kontra

  • - Die Handhabe mit der drehenden Perspektive verwirrt
  • - Das Spiel ist von Anfang an ziemlich schwer und heftig zu meistern
  • - Missionen sind zum Teil viel zu lang ausgelegt
  • - Wenig abwechslungsreiches Gameplay

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
45 %
Steuerung
 
45 %
Gameplay
 
50 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
40 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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