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Q.U.B.E: Director’s Cut – Test / Review

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Veröffentlicht 3. August 2015 | 20:55 Uhr von T_Knightingale

QUBE-Directors-Cut

In überarbeiteter und erweiterter Fassung ist der 3D-Knobler Q.U.B.E. jetzt auch als Director’s Cut für die Konsolen erhältlich. Ist es eine würdige Umsetzung oder hätte sie noch etwas mehr Feinschliff vertragen können?

Ein Portal-Klon? – Oder doch nicht?

Wer Q.U.B.E. (Quick Understanding of Block Extrusion) zum ersten Mal sieht, muss sich wahrscheinlich ziemlich anstrengen, um nicht sofort an Portal oder Portal 2 denken zu müssen, denn die Parallelen sind einfach zu eindeutig. Wie in Portal hält man sich als Spieler in nahezu vollständig weißen und aus Rechtecken, im diesem Fall Quadraten, zusammengesetzten Räumen auf. Wie Portal spielt auch Q.U.B.E. in Ego-Ansicht und lässt den Spieler in Testkammern Physik-Rätsel lösen. Und auch die relativ simpel gestrickte Geschichte erinnert in vielen Momenten direkt oder indirekt an den Valve-Klassiker. Es wird also recht früh klar, welches Spiel hier als geistiges Vorbild gedient hat.

Doch trotz aller Ähnlichkeiten ist die grundsätzliche Spielmechanik eine grundsätzlich andere. Das zentrale Spielelement sind keine Portale, sondern die namensgebenden Blöcke, die von der Spielfigur mithilfe von Handschuhen manipuliert werden können.

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Blockbildung

Diese Blöcke gibt es insgesamt vier Farben. Blaue Quadrate können eingefahren werden und dienen in diesem Zustand als Einmalsprungbretter, die zur erneuten Nutzung wieder eingefahren werden können. Rote Blöcke können in drei Stufen von der Quadrat- hin zur Stabform ausgefahren werden und können so z.B. als Pfeiler oder als Anschiebehilfe genutzt werden. Gelbe Blöcke hingegen sind immer drei Quadrate breit und bis zu drei Quadrate hoch und dienen so in unterschiedlicher Konfiguration z.B. als Treppenersatz. Und grüne Objekte treten entweder in Quadrat- oder Ballform auf und dienen so vor allem als Auslöser für Mechanismen unterschiedlicher Art, können aber vom Spieler nur indirekt beeinflusst werden. Später im Spiel trifft der Spieler auch noch auf Magnete sowie pinke Schalter, die dazu dienen, ganze Teile der Spielwelt zu rotieren und so neue Perspektiven zu erschaffen.

Insgesamt sieben Sektoren mit unterschiedlichen Testkammern gilt es bis zum Finale zu durchqueren, wobei in jedem der Sektoren die Umgebungsparameter ein wenig verändert werden. Geht es am Anfang noch hauptsächlich darum, sich mithilfe der Blöcke Wege zu schaffen, um die Kammern zu durchqueren, geht es in einem späteren Sektor z.B. hauptsächlich darum, mithilfe der Blöcke andere Mechanismen zu manipulieren und Schalter auszulösen. Ein anderer Sektor hingegen liegt nahezu vollständig im Dunklen und nur der aktiv beeinflussbare Blocktyp erscheint hell erleuchtet, während man die restlichen Blöcke bestenfalls anhand von Schemen erahnen kann – ein guter Orientierungssinn ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

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Fordernd aber fair

Die Rätselqualität ist hierbei wirklich erstklassig. Es gibt praktisch keine Wiederholungen, jedes Rätsel setzt auf zuvor Gelerntes auf und fühlt sich somit einzigartig an. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei sanft, aber stetig an, bleibt aber jederzeit fair. Jedes der Puzzles lässt sich mit Logik lösen und erwartet vom Spieler keine absurden Gedankengänge über drei Ecken. Natürlich erschließt sich nicht jede Lösung sofort auf den ersten Blick, aber mit ein bisschen Herumexperimentiererei lassen sich die einzigartigen Regeln der jeweiligen Testkammer schnell ausloten. Und sollte es in einer Testkammer tatsächlich möglich sein, dass man sich in eine unlösbare Situation manövriert, bieten diese Kammern auch einen Reset-Knopf, mit dem man sämtliche Objekte wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen kann.

Die einzigen Momente im Laufe des Story-Modus, in den Frust entstehen kann, haben aber interessanterweise überhaupt nichts mit dem Rätseln zu tun, denn sie entstehen hauptsächlich zwischen den einzelnen Sektoren und – seltener – zwischen einzelnen Rätseln. Denn in diesen Überbrückungszeiträumen entwickelt sich zwar im Hintergrund die Story, aber der Spieler wird auch durch endlos erscheinende Korridore und Fahrstuhlfahrten ausgebremst. Durchaus möglich, dass das Spiel auf diese Art Ladezeiten kaschiert, aber auf der anderen Seite nimmt sich das Spiel so auch immer wieder selbst den Wind aus den Segeln.

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Mangelnde Optionen

Neben dem Story-Modus gibt es mit “Around The Qlock” auch noch einen weiteren Modus, in dem der Spieler auf Zeit durch speziell gestaltete Testkammern geschickt wird, um Medaillen gewinnen und die insgesamt 10 Kammern nach und nach freizuschalten.

Und insbesondere in diesem Modus wird offenbar, dass Q.U.B.E. abseits der Puzzles ziemlich rudimentär daher kommt. So kann man auf der PS4 zwar die Y-Achse des Sticks invertieren, aber weitere Steuerungsoptionen gibt es nicht. Und das fällt dem Spiel grade in diesem “Around The Qlock”-Modus ziemlich auf die Füße, da diese Kammern einerseits auf schnelle Reflexe setzen, es aber andererseits keine Option gibt, die Sticksensitivität zu erhöhen oder zu senken. Dadurch werden die Time Trials auf den Konsolen unnötig schwer, zumal sie sowieso den Eindruck erwecken, auf einen PC mit Maussteuerung optimiert worden zu sein.

Aber auch in anderen Bereichen wirkt das Spiel extrem minimalistisch. Es gibt keine Übersetzung in andere Sprachen, was wiederum nicht ganz so schlimm wäre, wenn es für die Story wenigstens Untertitel gäbe, aber auch die sucht man in den Optionen vergebens. Ebenso kann man in den Optionen nur die Master-Lautstärke verändern, nicht aber die Balance zwischen den einzelnen Tonspuren, was insofern unangenehm ist, da die Tonspur für die Monologe im Vergleich zu der viel zu selten auftretenden Musik und den Soundeffekten überproportional laut ist.

Grafisch gibt sich das Spiel hingegen keinerlei Blöße. Es sieht zwar insgesamt recht steril aus, bietet aber wiederum einen recht klaren, artefaktfreien Look. Die Akustik ist ebenso minimalistisch wie die Grafik und in den besten Momenten absolut stimmungsvoll, jedoch fällt der häufige Mangel an Musik grade bei längeren Puzzles negativ auf. Wenn sie jedoch mal vorhanden ist, passt sie sich wunderbar der Atmosphäre an.

Alles in allen bleibt der Eindruck, dass der Fokus der Entwickler vor allem auf den Rätseln lag und anderen Elemente wie der Sound, die Untertitel oder auch die Steuerungsoptionen eher Nebenfaktoren waren, denen man sich nur halbherzig oder gar nicht gewidmet.

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Unser Fazit

75 %

Unter der Haube schlummert in Q.U.B.E. ein wirklich tolles, abwechslungsreiches Knobelspiel, das vor allem durch seine Rätselqualität überzeugt. Leider wird dies durch diverse Unstimmigkeiten immer wieder ein bisschen überschattet, weshalb das Spiel nie ganz die Qualität der Genrereferenz Portal erreicht. Wer über diese Probleme jedoch hinwegsehen kann, erhält jedoch ein gutes Spiel, mit dem man sich 4-6 Stunden lang prima unterhalten kann.

Pro

  • + Stimmungsvolle, saubere Grafik
  • + Hohe Rätselqualität
  • + Abwechslungsreiche Rätsel
  • + Dank Reset-Schalter keine unlösbaren Rätsel

Kontra

  • - Nur auf Englisch
  • - Keine Untertitel
  • - Schlechte Audio-Balance
  • - Wenig Steuerungsoptionen
  • - Lange Wege zwischen Levels
  • - Kaum Musik

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
85 %

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Thommysoft ist auf Xbox-Senioren.com sowie im Schwestern-Forum PSN-Senioren.com ein Moderator und hilft mit viel Engagement den Usern bei PlayStation-Problemen weiter. Ab und an verfasst er für insidegames einen Test.

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