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Quantum Break – Xbox One Test / Review

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Veröffentlicht 4. April 2016 | 11:23 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 10. April 2016

Quantum-Break-gamescom-2015-Screenshot

Ist es ein Spiel? Ist es eine Serie? Nein, es ist Remedy’s neuster Streich Quantum Break. Es ist auch Microsofts wohl letztes Überbleibsel ihrer ehemaligen TV-Vision für die Xbox One. Wie wir inzwischen wohl alle wissen, wurde daraus nicht allzu viel. Quantum Break zeigt jedoch eindrucksvoll, wie Spiel und Serie im Einklang miteinander funktionieren können.

Es ist nicht nur gleichzeitig ein grafisch imposantes und richtig gutes Action-Spiel, sondern auch eine Serie mit überraschend guter Produktion, Schauspielern und viel zu vielen Microsoft Produkten. Wieso diese Mischung so gut funktioniert, erfahrt ihr in unserem Xbox One Test.

Iceman Vs. Littlefinger

Jack Joyce (gespielt von Shawn Ashmore) ist ein alter Jugendfreund von Paul Serene (Aidan Gillen), welcher an der Riverfort Universität ein wissenschaftliches Projekt leitet. Paul braucht Hilfe bei dem Projekt, an welchem unter Anderem Jacks Bruder William Joyce (Dominic Monaghan) gearbeitet hat. Es dauert nicht lange bis Jack von Paul erfährt, dass es bei dem Projekt darum ging, eine Möglichkeit für Zeitreisen zu finden. Und dank Will’s Arbeit hat das auch geklappt.

Paul benötigt Jacks Hilfe für ein letztes Experiment und, man mag es kaum glauben, etwas geht schief dabei. Es gibt einen Riss in der Zeit und deswegen erhalten Jack und Paul Fähigkeiten, mit denen sie die Zeit selber manipulieren können. Der Riss sorgt jedoch auch dafür, dass das Gefüge der Zeit anfängt auseinander zu brechen. Monarch Solutions, ein undurchsichtiges Unternehmen mit Zugriff auf militärische Ausrüstung, scheint irgendwie in das Ereignis verstrickt zu sein. Monarch geht aktiv gegen Jack vor, obwohl dieser nur versucht den Riss wieder zu schließen. Deshalb bleibt es an Jack und einer kleinen Gruppe Verbündeten hängen, mit allen Mitteln die Zeit zu retten.

Story, Charaktere und Spielwelt sind kurz gesagt einfach fantastisch. Das liegt unter anderem daran, dass all diese Elemente sehr gut geschrieben sind. Die Figuren mit ihren Beweggründen und Gefühlen erscheinen menschlich und dank dem Aufbau der Geschichte, haben sie auch genug Zeit sich zu entfalten. In einer Zeit in der Action-Spiele meistens nicht warten können einen von Setpiece zu Setpiece zu jagen, macht Quantum Break genau das Gegenteil. Auf jedes Feuergefecht folgt ein mindestens gleich langer, ruhiger Abschnitt in welchem der Cast zu Wort kommt oder die Spielwelt noch weiter ausgebaut wird. Von Zwischensequenzen und der Serie abgesehen, gibt es zahlreiche Sammelobjekte, durch welche die Welt zum Leben erweckt wird. E-Mails, Radioshows und Audio-Tagebücher sorgen für enormen Tiefgang und eine dichte und glaubhafte Welt.

Umso enttäuschender ist, dass der letzte Akt ein wenig zu schnell vorüber geht. Viele Nebenfiguren die in stundenlanger Arbeit aufgebaut wurden, erhalten einen Abschluss der ihnen nicht ganz so würdig ist und zu schnell abgearbeitet wird.

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Spiel Vs. Serie

An dieser Stelle folgt das Review im Review, denn jetzt geht es um die vierteilige Miniserie welche ein integraler Bestandteil des ganzen Erlebnis ist.

Quantum Break ist in fünf Kapitel aufgeteilt und am Ende der ersten vier, gibt es jeweils eine der etwa 25-minütigen Live Action Episoden zu sehen. Sie können zwar übersprungen werden, dass wäre aber sehr schade, denn die Serie ist sehr gut. Sie konzentriert sich weniger auf Jack und Paul, sondern dreht sich hauptsächlich um die vielen Nebenfiguren die mit den beiden Hauptfiguren zusammen arbeiten. Die Serie profitiert von der starken Geschichte, den gut geschriebenen Charakteren und der bereits durchs Spiel etablierten Welt. Dazu kommt eine gute schauspielerische Leistung der meisten Personen und gut inszenierte Action. Besonders Lance Reddick in der Rolle des Martin Hatch, Monarch Solutions Sprecher, ist brillant und macht seine Szenen umso sehenswerter.

Dem Gegenüber stehen Effekte, die zumindest teilweise, sehr herausstechen. Auch die Kampfanzüge der Monarch Truppen stechen etwas unschön heraus. Das ist aber nicht unbedingt ein Fehler der Serie. Die Rüstungen funktionieren im Spiel nämlich ganz gut. Sie sind elegant und wirken gleichzeitig funktional. Die Serie zeigt jedoch, dass ein solches Konzept nicht immer 1 zu 1 übernommen werden kann. Diese kleinen Schönheitsfehler und die offensichtlichen Produktplatzierungen von Microsoft Geräten und Nissan Fahrzeugen machen die gelungene auf keinen Fall weniger sehenswert.

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Die Zeit als bester Verbündeter

Jack Joyce ist, aus unerklärlichen Gründen und weil er bei seinen Reisen durch Asien auch schon einmal eine Waffe in der Hand hatte, ein Action-Held wie er im Buche steht. Das Deckungssystem funktioniert automatisch. Läuft man zu einer Wand oder einer hüfthohen Deckung, platziert sich Jack von alleine dahinter. Es funktioniert einwandfrei und fühlt sich gut an.

Das Waffenarsenal ist das was man von einem aktuellen Shooter erwartet. Pistolen, MPs, Sturmgewehre und Schrotflinten stehen zur Verfügung und fühlen sich auch entsprechend unterschiedlich an. Das Feeling der Waffen ist wirklich gelungen. Die vollautomatische und die taktische Maschinenpistole die in Feuerstössen feuert, fühlen sich wirklich unterschiedlich an und sind dadurch auch für unterschiedliche Situationen besser geeignet. Die Waffen haben einen ordentlichen Bumms und das Feedback ist ebenfalls gelungen.

Wirklich spannend wird die Action jedoch durch die verschiedenen Fähigkeiten, mit welchen man die Zeit beeinflussen kann. Über den ganzen Spielverlauf hinweg erhält man immer einmal wieder eine neue Fähigkeit, wodurch die Kämpfe ständig spannend bleiben. Auf Knopfdruck lässt sich die Zeit in einem kleinen Bereich anhalten, wodurch sich Gegner nicht mehr bewegen können. Während dessen können sie auch nicht von Schüssen getroffen werden, denn diese sammeln sich in der angehaltenen Zeit. Löst sich die Zeitblase auf, werden die Gegner dann aber von allen Schüssen zur gleichen Zeit getroffen und durch den Einschlag durch Räume geworfen. Ebenfalls kann man um sich herum eine Blase erschaffen, wodurch man einen temporären Schutzschild erhält, aus welchem man heraus schießen kann. Später erhält man noch weitere Fähigkeiten mit denen man Explosionen auslösen oder die Zeit komplett verlangsamen kann, wodurch man an Geschützen vorbei kommt oder Feinde mit einem starken Nahkampfangriff umhauen kann.

Mit diesen Fähigkeiten zu spielen, macht einfach unglaublich viel Spaß. Blitzschnell von einem Ende des Raumes zum Anderen Ende zu rennen, die Zeit zu verlangsamen um ein oder zwei Gegner Kopfschuss zu erledigen, sich selber in einen Schutzschild zu packen um daraus den Rest der Feinde zu erledigen, geht locker von Hand und macht immer wieder Spaß. Das liegt sicher auch daran, dass Schussgefechte niemals zur Gewohnheit werden. Jeder Kampf fühlt sich an, als wurde er bewusst gestaltet. Umgebungen und Gegnerzusammenstellung sind abwechslungsreich und werden dadurch auch nicht langweilig. Das Spiel wirft einem auch immer und immer wieder einen neuen Gegnertyp entgegen, wodurch man seine Fähigkeiten wieder auf neue und interessante Wege einsetzten kann und muss.

Das Zusammenspiel von einem guten Deckungsshooter, geilen und praktischen Spezialfähigkeiten und bewusst gestalteten Kämpfen, machen Quantum Break zu einem der unterhaltsamsten Shooter der letzten Jahre. Die Tatsache das man nicht von Kampf zu Kampf geschickt wird, ohne je zur Pause zu kommen, machen sie nur noch interessanter und spezieller.

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Der Zahn der Zeit

Remedy kann mit Quantum Break aber nicht nur in Sachen Action und Story überzeugen. Quantum Break ist technisch eines der, wenn nicht sogar das, beeindruckendste Spiel das auf der Xbox One erhältlich ist. Die Schauspieler die für das Spiel digitalisiert wurden, wirken nicht überzeichnet sondern passen in diese Welt. Effekte welche die Zeit manipulieren, sehen bombastisch aus und der Übergang zwischen Spiel und Zwischensequenzen ist nahtlos. Effekte wie Explosionen oder Zeitreisen sehen auch richtig gut aus. Die minimalistische Benutzeroberfläche ist schlicht und elegant.

Der Sound verdient auch eine besondere Erwähnung. Der sich anpassende Soundtrack fetzt und passt zum Stil des Spiels. Erneut sind es aber die Effekte, welche mit der Manipulation der Zeit zu tun haben, dass was wirklich beeindruckend ist. Menschen die aus der stillgelegten Zeit heraus kommen und dabei sprechen, klingen erschreckend gut und es macht das Setting authentisch.

Es ist aber nicht alles gut. Gewisse Texturen laden teilweise nur sehr, sehr spät, wodurch einige der Oberflächen einfach nur matschig aussehen. Auch sonst sind die Ladezeiten, wenn sie denn überhaupt vorkommen, sehr langwierig. Sie kommen zwar nur vor wenn man einen Spielstand lädt oder ein Kapitel neu starten will, dann dauern sie aber gut und gerne 60 Sekunden oder noch länger. Laut Entwickler Angaben ist das jedoch ein Problem, welches mit einem Day 1 Patch behoben werden soll.

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Quantum Break erscheint am 5. April 2016 auf Xbox One und Windows 10.

Unser Fazit

91 %

Remedy hat mit Quantum Break ein Spiel abgeliefert, welches gleichzeitig versucht gleichzeitig auf vielen Hochzeiten zu tanzen und das sogar mit Bravour schafft. Es ist ein Spiel das viel Wert auf eine interessante Geschichte legt und dieser auch genug Zeit gibt um sich zu entfalten. Es ist aber auch ein Spiel, dass packende und abwechslungsreiche Action bietet. Es ist zudem auch eine Serie, welche meistens im Einklang mit dem Spiel existiert und diese sinnvoll erweitert. Es ist kein Spiel das auf Non-Stop Action setzt und es zeigt, trotz einigen bombastischen und beeindruckenden Elementen, dass die Xbox One einfach die schwächere der beiden, aktuellen Konsolen ist.

Pro

  • + Durchwegs spannende Geschichte
  • + Glaubhafte Charaktere
  • + Spielwelt mit Tiefgang
  • + Gelungenes Gunplay
  • + Einzigartige und abwechslungsreiche Action
  • + Genialer Sound
  • + Sehr schicke Grafik

Kontra

  • - Effektive Spielzeit relativ kurz
  • - Einige technische Aspekte sehr mau
  • - Serie mit Höhen und Tiefen

Unsere Bewertung

Grafik
 
87 %
Sound
 
93 %
Steuerung
 
94 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
92 %

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