R.I.P.D. The Game - Test / Review - insidegames
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R.I.P.D. The Game – Test / Review

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Veröffentlicht 17. Juli 2013 | 0:01 Uhr von Fabrice

R.I.P.D: The Game

Ah Lizenzspiele, der Fluch meiner Existenz als Schreiberling. Geschätzte 9 von 10 Lizenzspielen schrammen höchstens an der Mittelmässigkeit vorbei oder sind einfach nur mies. Da es einfach zu sein scheint, irgendein Entwicklerstudio damit zu beauftragen ein Videospiel, passend zu einem Kinofilm, zu produzieren, ist dieses Vorgehen schon lange Gang und Gäbe. Schliesslich kann man damit begeisterten und unwissenden Kinogängern noch ganz einfach ein paar Mäuse aus den Taschen ziehen, nicht wahr?

R.I.P.D. The Game, basierend auf dem gleichnamigen Kinofilm mit Jeff Bridges und Ryan Reynolds der bei uns am 29. August 2013 anläuft, hätte eigentlich Potential. Mit den Entwickler von Old School Games, Machern des überraschend guten God Mode, war ein solider Entwickler für digitale Games am Steuer. Leider gehört R.I.P.D. The Game zum grössten Lizenzschrott seit langer, langer Zeit. In unserem Test der Xbox 360 Version findet ihr mehr dazu hinaus!

War es das schon…?

Nick Walker, oder die kaum wieder erkennbare, digitale Version von Ryan Reynolds, war ein Cop in Boston. Als er bei einem Einsatz getötet wird, kommt er aber nicht zur ewigen Ruhe. Statt dessen wird er vom R(est) I(n) P(eace) D(epartment) rekrutiert. Zusammen mit Roy Pulsipher, auch hier nur eine kaum erkennbare Version von Jeff Bridges, einem Cowboy aus der einer längst vergessenen Zeit, muss er in der Welt von uns patrouillieren um böse Geister in die Hölle zu schicken. Scheinbar arbeiten diese nämlich zusammen, weil sie… Gold stehlen?

Wieso? Weshalb? Warum? Nichts davon wird im Spiel erklärt. Statt dessen ballert man einfach Zombie-ähnliche Wesen über den Haufen, damit man am Ende des Spiels gegen den Bösewicht Hayes antreten kann. Wer das ist? Damit sind wir, nur auf der Grundlage des Spiels, völlig überfragt. Aber das Outro erklärt das er scheinbar ein altes, magisches Artefakt benutzten wollte um die Menschheit zu vernichten. Was für ein Artefakt das ist, wird nie erklärt. Was es mit dem Goldraub zu tun hat, wird auch nicht erklärt. Was ist und bleibt ist nichts als ein grosses Fragezeichen.

R.I.P.D: The Game

 

Ballern, gähnen, ballern, einschlafen

Wer God Mode gespielt hat, der wird sich auch in R.I.P.D. sofort heimisch fühlen. Aus der 3rd-Person Ansicht steuert man eine der beiden Spielfiguren, wahlweise alleine oder online mit einem Partner, in einer abgegrenzten Arena gegen jeweils 5 Gegnerwellen. Die Wellen werden progressiv schwerer und in der letzten Welle erwartet einen neben den normalen Gegnern, noch ein Bossgegner. Die normalen Gegner sind leider wenig abwechslungsreich, nur fünf Typen sind verfügbar. Nahkämpfer, Fernkämpfer, Gegner mit Schilden, Heiler und grössere Feinde mit einer Nahkampfwaffe oder einer Minigun. Das wäre es dann. Selbst Bossgegner sind nur einer der oben genannten Typen, nur mit zusätzlichen Effekten wie automatischer Gesundheitsregeneration oder der Möglichkeit weitere Feinde in das Level zu Teleportieren. Dadurch kommt kaum Abwechslung auf, werden diese fünf Typen doch von Anfang an schon wild durcheinander gewürfelt. Hat man eine Welle gesehen, hat man schon fast das ganze Spiel gesehen.

Bekämpft werden die Gegner mit dem typischen Arsenal an Waffen wie Pistolen, Schrotflinten, Maschinengewehren oder Granatwerfern. Zusätzlich vorhanden sind eine Banane und ein Fön, doch wer diese freischalten will darf locker fünfzehn Stunden oder mehr in das Spiel investieren nur um sich eine davon zu kaufen, was ich ehrlich gesagt nicht gepackt habe. Die normalen Waffen hingegen wirken schwächlich und scheinen kaum Durchschlagskraft zu haben. Es kommt nicht das Gefühl auf das man mit einer richtigen Waffe zu Gange geht, sondern eher mit einem Spielzeugmodell. Das liegt zum Teil bestimmt auch an den Gegnern die Kugeln fressen wie verrückt. Selbst auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad können die Standardnahkämpfer ein halbes Dutzend Kopfschüsse einstecken bevor man sie auf die Matte schickt. Das macht kaum Spaß. Ein Vergleich mit God Mode ist kaum vermeidbar, spielen sich diese beiden Spiele im Kern doch sehr ähnlich. God Mode hat durch eine große Anzahl an Gegnern die man aber relativ leicht besiegen konnte gepunktet, man mähte sich förmlich durch die feindlichen Linien. R.I.P.D. geht da in die Gegenrichtung und setzt auf deutlich weniger Gegner, die Kugeln aber wie Schwämme aufsaugen können. Neben den Schusswaffen, schaltet man in laufenden Spielen noch Killstreak ähnliche Fähigkeiten frei. Erledigt man fleißig Gegner, füllt man einen Balken auf der immer bessere magischen Sprüche zu lässt. Ist er nur ein wenig gefüllt, kann man sich selbst heilen. Ist er komplett gefüllt, kann man dämonische Dornen aus dem Boden wachsen lassen, welche Gegner aufspießen.

R.I.P.D: The Game

 

Lasst den Grind beginnen

Einen weiteren Aspekt den die Entwickler fasst völlig unter den Tisch fallen ließen, ist es effektiv Fortschritte zu machen. Man spielt eines der 7 Level, erledigt alle fünf Wellen und erhält dafür Gold. Damit lassen sich neue Waffen kaufen oder schon gekaufte verbessern. Der Unterschied zwischen einer normalen Pistole und einer voll ausgebesserten Pistole ist zwar deutlich zu erkennen, dennoch fühlt es sich nicht an als wäre man voran gekommen. Man spielt einfach das nächste Level, ballert die selben fünf Gegner über den Haufen, bekommt Geld und fängt wieder von vorne an. Es ist ein ewiger Kreislauf, der abgesehen vom finalen Level nicht durchbrochen wird.

Dieser letzte Level wirkt jedoch völlig deplatziert. Um es freizuschalten muss man zuerst genug Geld sammeln. Wie viel das genau ist, ist schwer zu sagen. Wie weit man ist, erkennt man lediglich an einem Balken der sich immer weiter füllt. Zumindest in meinem Fall hat es etwa vier Stunden Spielzeit, hauptsächlich auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad, gedauert bis ich genug Kohle zusammen hatte. Ist das Level freigeschaltet und gestartet, erwartet einen eine Überraschung. Statt den gewohnten Wellen in einer Arena, handelt es sich um eine lineare Mission durch ein Hochhaus. Doch auch hier ballert man sich nur durch die immer gleichen Gegner. Unterbrochen wird es durch zwei Bossgegner die sogar einen eigenen Namen spendiert bekommen haben. Handelt es sich dabei um wichtige Figuren die auch im Film vorkommen? Womöglich, erklärt um wen es sich handelt wird natürlich nicht. Hat man sich zum finalen Boss durchgekämpft, bekommt man es sogar mit der einzigen richtigen Zwischensequenz von R.I.P.D. zu tun! In ganzen 5 Sekunden sieht man wie der Obermotz einem eine Truppe der normalen Gegner auf den Hals hetzt! Spektakulär! Der Boss an sich ist ebenso ausgefallen. Es ist mal wieder ein normaler Gegner mit mehr Gesundheit der weitere Zombies spawnen kann. Aber er hat ein anderes Charaktermodell, wie ausgefallen…

R.I.P.D: The Game

 

Fehlende Texturen, sich wiederholender Sound und der 2-Spieler Koop

Erneut muss ich einen Vergleich zu God Mode ziehen, lag ein grosser Reiz des Spiels im 4-Spieler Koop. Wieso man diesen in R.I.P.D. auf nur zwei Spieler reduziert hat, ist nicht wirklich nachvollziehbar. Klar, im Film dreht es sich nur um zwei Cops aber die Lizenz wird sowieso kaum genutzt, wieso ist man dann genau in diesem Aspekt gerade kleinlich? Ein 4-Spieler Koop hätte die Spielerfahrung an sich auch nicht besser gemacht aber in Spielen gilt generell, je mehr je besser. Und sei es nur um sich über gewisse Dinge lustig zu machen.

Die dauernden Vergleiche zu God Mode müssen auch gezogen werden, fühlt sich R.I.P.D. diesem doch sehr, sehr ähnlich. Wird gesprintet, sieht das aus wie in God Mode. Und wie in God Mode, kann nicht per Tastendruck in Deckung gegangen werden. Wobei das dort noch sinnvoll war, läuft es doch viel schneller und hauptsächlich gegen Nahkampfgegner, macht es hier viel weniger Sinn. Scharfschützen nehmen einen aus der Distanz unter Beschuss, während man von Gegnern mit Schilden umzingelt wird.

Grafisch werden auch keine Bäume ausgerissen, nicht einmal kleine Setzlinge. Die Level sind stereotypisch, die Charaktere sehen nicht aus wie ihre Film-Vorbilder und die Animationen sind sehr schlaksig. Die Figuren sprechen zwar kaum außer ein wenig Kampf-Geschrei, doch an Hand dessen wird klar das die Schauspieler sich nicht dazu erniedrigt haben ihren Text für das Spiel einzusprechen.

Unser Fazit

24 %

Wie bin ich doch von R.I.P.D. The Game enttäuscht. Wie erwähnt, war God Mode für mich einer der Überraschungen auf dem Xbox Live Marktplatz. Es hat eine Nische gefüllt, welche auf den Konsolen quasi nicht vorhanden ist. Deshalb hatte ich dann wohl auch Erwartungen an den nächsten Titel von Old School Games, ich wollte doch das es gut wird. Statt dessen wurde entschieden das alles was God Mode so amüsant gemacht hat, der 4-Spieler Koop, schnelles Gameplay gegen massig Gegner mit nicht allzu viel Gesundheit, zu streichen. Statt dessen wurde eine Lizenz drauf gekloppt, welche kaum Einfluss auf das Endprodukt hat und eher für Verwirrung sorgt. Kauft euch R.I.P.D. The Game auf keinen Fallen, selbst wenn ihr euch sagt das es im kooperativen Modus ja nicht so schlecht sein kann. Entscheidet euch lieber für God Mode, das ist nämlich keine totale Gurke und macht besonders im Mehrspielermodus auch effektiv Spass.

Pro

  • Es kostet keine 1'200 MSP auf XBLA
  • Man kann seine Waffen upgraden?
  • Die Erinnerung das Lizenzspiele in die Tonne gehören

Kontra

  • Gunplay viel zu lasch
  • Gegner saugen Kugeln wie Schwämme auf
  • Gameplay viel zu generisch
  • Keine Abwechslung bei den Gegnern
  • Kein Gefühl für Fortschritt im Spielverlauf
  • Nur 2-Spieler Koop
  • Bizzare finale Mission

Unsere Bewertung

Grafik
 
33 %
Sound
 
38 %
Steuerung
 
46 %
Gameplay
 
17 %
Multiplayer
 
28 %
Spielspaß
 
20 %

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Kommentare

  • Fabrice sagt:

    Theoretisch ja. Ich denke man kann das sogar in 1-2 Stunden machen, wenn man von Anfang an zu zweit auf Schwer spielt.

    Aber durchspielen ist ein schlechter Begriff für das Spiel. Es hat nicht wirklich ein Ende, nur eine weitere Mission die nicht von Anfang an freigeschaltet ist. Die muss man halt eben erst freischalten.

    Da es aber nicht wirklich ne Story hat, kann man es nur durchspielen wenn man z.B. alle Erfolge holt

  • Marcel sagt:

    Das Spiel ist in guten 4 Stunden durchgespielt?

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