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Rad Rodgers – Test / Review

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Veröffentlicht 26. Februar 2018 | 17:11 Uhr von Luca

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Rad Rodgers ist die neue, verbesserte Version von Rad Rodgers: World One. Slipgate Studios haben sich dem Oldschool-Plattformer also noch einmal angenommen und ihn mit neuen Inhalten wie Sammelobjekten, Feinden, einer Spezialwaffe, zwei zusätzlichen Levels (sowie drei optionalen Pogo-Stick-Levels), zwei Minibossen und Ranglisten erweitert. Besitzer der alten Version erhalten die Verbesserung kostenlos.

Rad Rodgers beginnt mit einer witzigen Comic-Cutscene. Der Junge Rad möchte noch an seiner Konsole namens Dusty spielen, doch seine Mutter schickt ihn ins Bett. Mitten in der Nacht merkt Rad, dass Dusty sich von selbst wieder eingeschaltet hat und wird von einem Strudel in den Bildschirm gesogen. Zusammen mit seiner sprechenden Spielekonsole findet sich Rad in einem Videospiel wieder, in der World One. Diese Dschungelwelt wurde von etwas Bösem infiziert, Rad und Dusty müssen nun den Ältestenbaum finden und vom Bösen befreien, um die verbliebenen Bewohner der Welt zu retten.

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Die Welt besteht aus sieben immer anspruchsvoller werdenden Levels und einem Bosskampf, jedes Level dauert 15 bis 30 Minuten, das Spiel kann in unter fünf Stunden locker durchgespielt werden. Zudem gibt es drei optionale «Pogo-Vertigo»-Levels, in denen Rad mit einem Pogostick immer weiter hoch von Plattform zu Plattform springen muss, ohne vom steigenden Spiegel des tödlichen Wassers (er hat ja Dusty dabei) eingeholt zu werden.

Neben Dusty als eine Art Nahkampfwaffe mit Cooldown hat Rad eine Schusswaffe dabei. Diese macht nicht allzu viel Schaden, doch es gibt verschiedene Power-Ups, etwa einen Schnellfeuermodus, einen Granatenwerfer, eine Laserkanone oder ein Ding, das offenbar brennende Falken feuert. An einigen Stellen gibt es den Excalibat aus Rise of the Triad zu finden. Mit ihm nehmen wir keinen Schaden und können uns durch Horden von Feinden kämpfen. Von Plattform zu Plattform springend und kletternd durchqueren die beiden also den Dschungel. Das Ziel in jedem Level ist es, vier Exit-Chunks zu finden, welche zusammen den Schlüssel für den Levelausgang darstellen. Die Levels sind dabei relativ offen gestaltet, um bestimmte Durchgänge öffnen zu können, müssen wir entweder Schlüssel finden, oder aber Dusty begibt sich ins «Pixelverse». Im Spiel befinden sich nämlich so einige Glitches, transparente Plattformen, versperrte Durchgänge und dergleichen. Im Pixelverse, einer Art Parallelwelt muss Dusty entweder die verlorenen Plattformen an die richtigen Stellen boxen, Steine, welche Durchgänge blockieren, zerstören, oder eine Art Schaltkreis-Rätsel lösen. Dusty muss in diesen Labyrinth-Levels Hindernissen ausweichen, sonst nimmt er Schaden und verliert Energie. Geht diese Energie zur Neige, wird er aus dem Pixelverse hinausgedrängt und Rad verliert Leben. Indem Dusty gegen Pixel-Viecher kämpft, gewinnt er Energie. Diese Pixelverse-Abschnitte sind eine willkommene Abwechslung, können aber auch frustrierend sein.

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In der Welt verteilt gibt es grüne Klunker. Hat Rad 100 davon gesammelt, erhält er je nach Schwierigkeitsgrad ein Extra-Leben. Dieses hat Rad auch bitter nötig, denn die Levels sind voll von Gegnern, Fallen und Hindernissen, wie dem gefährlichen Wasser, Stacheln, tödlichen Lasern oder Sägeblättern. Selten finden wir Herzen, welche einen Teil der Lebenskraft wiederherstellen. Sterben wir, fahren wir vom letzten der in den Levels verteilten Speicherpunkte weiter, die Exit-Chunks bleiben uns erhalten. Grundsätzlich sind diese Speicherpunkte gut verteilt, ärgerlich ist es jedoch, wenn der nächste in Sicht, aber nur nach dem Überwinden eines Abschnittes mit zerbrechenden oder sich bewegenden Plattformen, sofort tödlichen Lasern und einer Art nur nach unten fallendem Lift erreichbar ist, von welchem aus zudem ein sekundenbruchteilgenau kalkulierter Sprung nötig ist. Andernfalls dürfen wir die Reise noch einmal auf uns nehmen.

Das Spielgeschehen wird von Dusty und Rad kommentiert, wobei Dusty meist Rad die begangenen Fehler unter die Nase reibt. Wenigstens weiss Rad sich zu wehren und droht Dusty damit, PC-Spieler zu werden. Den beiden zuzuhören ist eigentlich ganz witzig, einige gute Sprüche, oft mit Anspielungen auf Eigenarten anderer Spiele, sind dabei, jedoch wiederholen sich diese schnell, Dustys Kommentare tun dies sowieso.

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Apropos gute Sprüche: Der Welt sind einige nicht-verdorbene Bewohner verblieben. Diese sind in ihren Häusern aufzufinden und haben teilweise aberwitzige Sprüche, oft unter der Gürtellinie (es gibt übrigens einen Kinderschutz mit Zensur und ohne Blut), auf Lager. Leider wiederholen sich auch diese bald. Die Bewohner geben Rad und Dusty Klunker, Herzen, Schlüssel oder Power-Ups mit auf den Weg.

Die Spielerfahrung ist nicht allzu abwechslungsreich, aber dennoch spaßig. Immerhin gibt es in der Welt unzählige Geheimzonen, Artworks, sogenannte Löwentrophäen oder Hüte zu entdecken. Wie viele wir davon gefunden haben, sehen wir bei der Levelauswertung, haben wir in einer Kategorie alles gefunden oder getötet, gibt es einen Bonus. Je nach benötigter Zeit werden uns allerdings auch Punkte abgezogen. Genre-Fans können also immer wieder in die atmosphärischen Level eintauchen und versuchen, sämtliche Sammelobjekte zu finden und alle Gegner zu töten, um das Spiel zu 100% durchzuspielen, darin besteht eigentlich auch der Reiz des Spiels, nachdem die Story abgeschlossen wurde.

Beim Start eines neuen Spiels wählen wir einen von drei Schwierigkeitsgraden aus. Im untersten haben wir unbegrenzte Leben, Gegner und deren Angriffsrate sind langsamer, Power-Ups geben zweifache Munition, wir starten mit mehr Leben, und Herzen regenerieren mehr Lebenskraft. Auf der höchsten Stufe haben wir nur die Hälfte des Lebens, Herzen regenerieren fast nichts, die Gegner bewegen sich schneller, haben gegenüber der mittleren Stufe die doppelte Angriffsrate und wir erhalten außerdem doppelten Schaden. Während Genre-Neulinge und auch Gelegenheitsspieler schon auf «Leicht» abermals ins Dschungelgras beißen und die unbegrenzten Leben bitter nötig haben, sollte «Schwer» selbst den Hardcore-Plattformer-Experten eine anständige Herausforderung bieten.

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An der einfach gehaltenen, leicht ungenauen Steuerung ist grundsätzlich nicht viel auszusetzen. Beim Controller gestaltet sich das Zielen als ziemliche Herausforderung, mit dem Rechten Stick müssen wir genau in die richtige Richtung zielen und in dieser Position verharren, während wir je nach Waffe den Trigger halten und loslassen. Die individualisierbare Steuerung mit Tastatur und Maus funktioniert erstaunlich gut, wir Zielen mit einem Fadenkreuz, die Bewegungen sind jedoch noch etwas ungenauer als ohnehin. An einigen Stellen besteht allgemein das Problem, dass, wenn Rad sich zu nahe an den Rand einer Plattform bewegt, Dusty ihn mit seinen langen Armen wieder hochzieht. Dabei reicht die Bewegung teilweise in eine tödliche Zone hinein, was frustrierend ist. Sollten wir einen Fehler machen, lässt uns das Spiel diesen selten mit einem Doppelsprung korrigieren. Diesen führen wir allerdings eher unbewusst und automatisch aus, ein willentliches Reproduzieren gestaltet sich als schwierig.

Die Grafik ist nicht die beste, aber mit ihrem sehr lebhaften und dynamischen Comic-Stil unglaublich stimmig und passt damit hervorragend zu einem Plattformer mit Retro-igem Konzept wie Rad Rodgers. Am besten zur Geltung kommt die Grafik im Foto-Modus, da die Kamera sich dort drehen lässt, wodurch sich die Tiefe der Welt offenbart. Die Welten sind liebevoll gestaltet, die schönen Hintergründe stechen hervor.

Auditives Feedback gibt es nicht allzu viel, aber es ist ausreichend. Die englische Synchronisation ist gut, vor allem im von Dusty erzählten Intro. Die deutsche Synchronisation wiederum ist zwar nicht schlecht, die Teils wörtlich übersetzten Sprüche passen jedoch nicht mehr ganz. Extrem gut zum Genre passt der Gitarren-Soundtrack mit Synth-Rock-Elementen.

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Getestete Version: PC/Steam

Unser Fazit

73 %

Rad Rodgers ist kein herausragendes Spiel. Dennoch macht der Plattformer bis auf wenige Frustmomente sehr viel Spaß und wird bei alteingesessenen Plattformer-Liebhabern sicherlich nostalgische Gefühle auslösen, viele Easter-Eggs und Anspielungen auf die Eigenarten anderer Spiele sind dabei. Das Gameplay ist wenig abwechslungsreich, dennoch laden die Levels mit vielen Geheimzonen zum mehrmaligen Spielen ein. Die Story ist zwar unspektakulär, jedoch völlig ausreichend. Wer an Rad Rodgers nicht allzu große Erwartungen stellt, sowie über einige Bugs und sich wiederholende, vulgäre Sprüche hinwegsehen kann, wird oft mit einem Grinsen im Gesicht vor dem Bildschirm sitzen, dies sogar beim Lesen der Anleitungen im Spiel. Die lebhafte und äußerst Stimmige Dschungelwelt ist jedenfalls hin und wieder einen Besuch wert.

Pro

  • + Stimmige Grafik
  • + Retro-Feeling
  • + passender Soundtrack
  • + Geheimzonen und Sammelobjekte
  • + Witzige Sprüche
  • + gute englische Synchro
  • + Schwierigkeitsgrade stellen für jedes Skill-Level eine Herausforderung dar
  • + Foto-Modus
  • + Artworks
  • + Offene Levels
  • + Dustys Mutter-Imitation im Intro

Kontra

  • - Ungenaue Steuerung
  • - Teils frustrierende Bugs
  • - Sich wiederholende Sprüche
  • - Einige nicht-ausbalancierte Speicherpunkte
  • - Ein Miniboss lässt sich aus der Deckung problemlos erledigen
  • - Fraglich, ob die neuen Inhalte die Preiserhöhung rechtfertigen
  • - Verbesserte Version, die immer noch Bugs enthält

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
71 %
Steuerung
 
67 %
Gameplay
 
71 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
76 %

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Member of IG-Staff - PC-Spieler / Tester von vor allem Rennspielen, Action- und Adventure-Games, und Meister des geschriebenen Wortes.

Kommentare

  • Perfect007 sagt:

    Hmmm, klingt gar nicht so schlecht und der Trailer ist super. Ich glaube ich hole mir da mal die Xbox One Disk von :)

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