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Rage – Review So gut ist das Spiel wirklich

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Veröffentlicht 7. Oktober 2011 | 21:21 Uhr von Goreminister

Letzte Änderung 2. Januar 2012

Rage (3)

Im Juni 2007 kündigte Kultschmiede id Software (Doom, Quake) den “Racing-Shooter” Rage an, doch dauerte es von fortan noch über 4 Jahre, bis das Endzeitspiel das Licht der Welt erblickte. Mit Hilfe der neuen id Tech 5 Engine möchte man der Konkurrenz nun zeigen, was man aus der aktuellen Konsolengeneration heraus kitzeln kann, doch wird Rage den hohen Erwartungen gerecht? Immerhin haben die Mitbewerber am Markt in der Zwischenzeit nicht geschlafen, weswegen wir uns nun die Frage stellen, ob das Actionspektakel der erhoffte Überflieger wird oder vielleicht doch ein paar Monate zu spät erscheint.

Mad Max war gestern
Rage präsentiert uns ein waschechtes Endzeit-Szenario und eine Welt, die sich nach dem Einschlag des Asteroiden Apophis gehörig verändert hat. Eigentlich hätte dieser die komplette Erde ausradiert, doch zum Glück kollidierte der Himmelskörper zuvor mit dem Mond, so dass sich die Verwüstung in Grenzen hielt. Zwar wurden alle großen Städte dem Erdboden gleich gemacht, doch immerhin konnten sich ein paar Menschen vor der Katastrophe schützen. Wichtige Persönlichkeiten wie führende Wissenschaftler oder Staatsoberhäupter wurden für Hundert Jahre in sogenannten Stasiskapseln (auch Archen genannt) untergebracht, um die Erde nach den verheerenden Ereignissen erneut zu bevölkern. Ein hohes Tier beim Militär mit Namen Cross hatte jedoch gänzlich andere Pläne als er den Mond am Himmel bersten sah. So schmiss er einige der eingefrorenen Persönlichkeiten einfach aus ihren Kapseln und ersetzte die frei gewordenen Plätze mit treu untergebenen Gefolgsleuten. Welche Absichten Cross mit diesem Plan verfolgt, dürfte dem geneigten Leser schnell klar werden; Absolute Weltherrschaft! Was auch sonst? Leider wird diese Geschichte im Spiel nur äußerst beiläufig behandelt und eher lückenhaft erzählt, so dass auch wir einen Blick ins Internet werfen mussten, um die grundlegende Geschichte kurz für euch zusammen zu fassen. Darüber hinaus weist die Story einige Logikfehler auf und überlässt dem Spieler in der Rolle von Lieutenant Nick Raine sehr viele eigene „Interpretationsmöglichkeiten“. Klar ist nur, dass Mr. Raine als Einzelkämpfer gegen die Vasallen von Cross antritt um seinen teuflischen Plan zu vereiteln. Leider wird hier wird eine Menge Potential verschenkt, auch wenn das Spiel sehr schön inszeniert wurde. Man merkt Rage deutlich an, dass die Entwickler von id nicht wirklich mit Hollywoods Traumfabrik konkurrieren können wenn es um Erzählstrukturen geht. Wer ohnehin keinen Wert auf großartige Storysequenzen legt, dem kann dieser Umstand egal sein, doch Spieler die abseits der handfesten Action Wert auf eine tiefgründige Story legen, dürften eine kleine Enttäuschung erleben.

Back to the Roots – Gameplay
Wer die vergangenen Werke der Softwareschmiede kennt der weiß, dass sich die Entwickler von id mehr als gut im Shooter-Genre auskennen, weswegen der Fokus von Rage natürlich auf den Schießereien in der Einöde liegt. Dementsprechend gut gestalten sich die ausgiebigen Ballereien, wobei man gleich zu Anfang des Spiels einige Gegner serviert bekommt, die man fachmännisch ins virtuelle Jenseits befördern muss. Über ein Deckungssystem verfügt Rage allerdings nicht, weswegen ihr euch gekonnt hinter Kisten und Felsen ducken müsst, was aber keine größeren Probleme bereitet. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dieses Old School-Gameplay in der heutigen Zeit aber schon, doch kommt man nur selten in Bedrängnis, wenn man sich mit dem Ego-Shooter Genre auskennt. Ihr solltet allerdings nicht allzu ungeduldig sein, denn in der ersten Spielstunde gestaltet sich Rage noch sehr linear. Dies dient allerdings nur dazu um euch mit den Gameplay-Mechaniken vertraut zu machen, denn spätestens wenn ihr das verträumte (!?) Städtchen Wellspring erreicht, dehnt sich das Universum aus und bietet euch eine Fülle an verschiedenen Möglichkeiten. Sei es nun dass ihr an Rennen teilnehmt, diverse Aufträge annehmt, euch als Schatzsucher in den Kanälen der Stadt verdingt oder einfach nur der Hauptgeschichte folgt. Im Grunde genommen besteht ein Großteil der Missionen aber daraus von hier nach da durch die Wüste zu brettern oder bestimmte Personen auszuschalten. Die Nebenmissionen versprechen da ein wenig mehr Abwechslung da man sich unter anderem als Postman verdingen kann, verschwundene Personen suchen oder einer Karawane Feuerschutz geben muss. Besonders Mutige Einzelkämpfer nehmen an einer Folge der berüchtigten Show „Mutant Bash TV“ teil, suchen heilende Pflanzen oder sorgen im Saloon für Recht und Ordnung. Erwähnenswert ist jedoch, dass man nach Abschluss der Hauptgeschichte keine Gelegenheit mehr hat, die noch ausstehenden Nebenmissionen zu absolvieren. Wenn Rage vorbei ist, dann ist es eben vorbei…

Weiterhin gibt es eine Menge Gegenstände die ihr den Leichen der getöteten Gegner entreißen könnt oder die ihr überall in der Umgebung vorfindet. Damit lässt sich nicht nur der hauseigene Munitionsvorrat aufstocken, sondern auch diverse Gegenstände basteln, welche sich als durchaus nützlich erweisen können. So könnt ihr mit der Zeit Hilfsmittel bauen, um verschlossene Türen zu öffnen oder ihr baut euch kleine Roboter, die euch mit zusätzlicher Feuerkraft zur Seite stehen. Kleinere Geschütztürme, Autobomben oder Bandagen um eure Wunden zu heilen stehen ebenfalls zur Verfügung, um nur einige Beispiele der reichhaltigen Palette an Möglichkeiten zu erwähnen. Voraussetzung für diese Basteleien sind natürlich die entsprechenden Teile, die ihr entweder findet oder in den zahlreichen Shops erwerben könnt. In Bezug auf die Waffen bietet Rage mit neun verschiedenen Ballermännern eine recht überschaubare Auswahl, doch reichen diese aus, um die heran rauschenden Feindeshorden zu beseitigen. Dafür sorgen auch die verschiedenen Munitionstypen die mitunter herben Schaden verursachen können. Wenn es euch im Kugelhagel trotzdem mal zerreißt, so braucht ihr keine Angst haben gleich das Zeitliche zu segnen, denn mittels Defibrillator und dem damit verbundenen Minispielchen könnt ihr euch wieder ins pralle Leben katapultieren. Es bietet sich aber an regelmäßig zu speichern, denn Checkpoints gibt es in Rage nicht wirklich. Automatisch gespeichert wird nur während der Ladesequenzen! Und die liegen mitunter elend weit auseinander, so dass ihr im schlimmsten Fall einen großen Brocken der Geschichte nochmals absolvieren müsst. Wirklich elegant gelöst ist dies nicht, doch wie gesagt: Wer häufig speichert erlebt keine großen Frustmomente.

Zu guter Letzt wären die Fahrsequenzen zu erwähnen, denn neben dem typischen Ego-Shooter Gameplay spielen auch die Mad Max-artigen Fahrzeuge eine nicht ganz unbedeutende Rolle in Rage. Zum Einen bringen sie euch natürlich bequem von A nach B und zum anderen kann man an verschiedenen Rennen teilnehmen. Wer in seinem Buggy regelmäßig über die sandigen Pisten düst hat zudem die Gelegenheit sein Vehikel ordentlich aufzupimpen. Denn gewinnt man die Wettrennen, dann winken einem als Siegprämie die sogenannten „Rennscheine“. Diese kann man gegen Upgrades wie z.B. Waffen, eine bessere Panzerung oder einen Satz neue Reifen eintauschen. Und ein stark gepanzertes und bis an die Zähne bewaffnetes Fahrzeug ist in der gefährlichen Welt von Rage mehr als nützlich denn so kann man sich erfolgreich gegen die Übergriffe der Banditen zur Wehr setzen, die überall im Ödland auf die Spieler lauern. Abschließend sollte man im Hinblick auf das generelle Gameplay des Spiels erwähnen, dass Rage eine ganze Portion Borderlands in sich trägt. Die Missionsauswahl am Reißbrett der Stadt, die Fahrsequenzen, das Ödland und das Design der Minimap ähneln dem Endzeit-Knaller von Gearbox in vielen Belangen. Das soll aber keine wirkliche Kritik sein, sondern vielmehr ein Lob, denn mit solchen Ausnahmetiteln wird man als Entwickler doch gerne verglichen, oder? Leider hat Borderlands die Nase in Sachen Spielzeit meilenweit voraus. Wer sich etwas Mühe gibt und lediglich die Story-Missionen des Spiels absolviert, der kann Rage in rund 8 bis 10 Stunden abschließen. Nicht gerade der Umfang, den man sich von einem Open World Spiel erhofft.

Nie zuvor war die Endzeit so schön (?!)
Nachdem id Software große Sprüche klopfte und mit der id Tech 5 Engine neue Maßstäbe ankündigte, mussten anschließend auch entsprechende Taten folgen. Und tatsächlich gestaltet sich Rage auf der Xbox 360 sehr ausgereift. Herrlich detailreiche Umgebungen paaren sich mit atmosphärischen Umgebungen. Wenn der Sand durch die Wüste des Ödlands weht, so ist dies ein wahrhaftiger Augenschmaus. Zumindest wenn man das Spiel mit seinen 3 Spieldisks und rund 22 Gigabyte komplett auf der Festplatte der Xbox 360 installiert. Ansonsten kann es zu Problemen mit den Texturen kommen, die plötzlich ins Bild poppen. Auf dem PC tritt dieses Problem häufig auf und auch die Playstation 3 Version bleibt trotz Zwangsinstallation von 6.5 Gigabyte nicht gänzlich hiervon verschont. Um das Problem auf dem PC in den Griff zu bekommen arbeiten AMD und Nvidia extra an neuen Treibern und auch im Hause id wird derzeit noch fleißig an der Behebung des Problems gewerkelt, so dass man sicher bald mit einem entsprechenden Patch rechnen kann. Einbrüche in der Framerate sind auf dem PC und der Xbox 360 jedoch kaum zu verzeichnen, doch hier und da bekommt die Playstation 3 ein paar Probleme mit der besagten Bildrate.

Doch lassen wir die Probleme beiseite und erfreuen uns am nächsten gelungenen Detail und zwar an den Animationen der Gegner. Werden diese getroffen, so wirkt dies äußerst realistisch, zumal die Knaben auch mit ihrer Umgebung interagieren. Strauchelnd versuchen sie, sich hinter Kisten in Deckung zu begeben oder suchen das Weite um sich neu zu formieren wenn sie das Gefühl beschleicht, dass sie keinerlei Chance gegen unsere Firepower haben. Die KI geht hierbei durchaus in Ordnung und die Vertreter der einzelnen Clans, bzw. die Mutanten verkommen nicht gänzlich zu bloßem Kanonenfutter. Während wir uns durch die Gegend ballern fällt zudem auf, dass beinahe keine Umgebung der anderen ähnelt und so bietet Rage eine abwechslungs- und facettenreiche Welt voller grafischer Ideen und Einfälle.

Musikalisch schreitet man eher minimalistisch zu Werke, auch wenn die pompöse Musik im Intro des Spiels Größeres andeutet. Dafür ist die Synchronisation tadellos, wenngleich die deutschen Stimmen nicht gänzlich lippensynchron ausfallen. Jeder der vertretenen Clans verfügt über seinen ganz eigenen Akzent und man darf eine Menge individueller Charakterköpfe erwarten. Die Figuren begeistern durch ihre Eigenständigkeit, denn jede der vertretenen Personen hat euch eine Menge mitzuteilen. Selten hat man das Gefühl, als würden die Kommentare der NPCs aus bloßen Sprachsamples und Loops bestehen. Darüber hinaus könnt ihr mit einer Menge an Charakteren interagieren und mit ihnen kommunizieren. Bei Lust und Laune solltet ihr durchaus ein Pläuschchen halten, denn manch ein Einwohner der kargen Felslandschaften hält nützliche Informationen für euch bereit. Sei es nun, dass sie euch Tipps zu Nebenmissionen geben oder mitteilen, wo man am besten einen Euro nebenher verdienen kann.
Fans englischer Synchros schauen in Bezug auf die deutsche Version leider in die Röhre, da diese nur die deutsche liefert. PC-Spieler können sich die englische Tonspur jedoch ohne Probleme zulegen.

Zu zweit gegen die Mutantenbrut
Ja, Rage beinhaltet auch einen entsprechenden Mehrspieler-Modus, der allerdings mehr als positive Zugabe anzusehen ist. Insgesamt gibt es neun kooperative Level, die online oder via Split-Screen von zwei Spielern bestritten werden können. Neues darf man hierbei allerdings nicht erwarten, da lediglich einige Abschnitte der Kampagne herangezogen und für den Koop-Modus umgestaltet wurden. Lobenswert ist jedoch, dass man sich wirklich auf seinen Partner verlassen muss, da diverse Abschnitte nur im Team erledigt werden können. Zumal auch nur zwei Einsätze des Defibrillators gestattet sind und anschließend auf die Heilkräfte des Teamkollegen zurückgegriffen werden muss.

Wesentlich umfangreicher fällt der Rennmodus „Road Rage“ aus, in dem sich bis zu vier Spieler mittels aufgemotzer Buggys das Leben zur Hölle machen können. Klassische Rennen gibt es nicht, doch kann man sich auf die Jagd nach Stücken des Meteoriten begeben oder Ralleys fahren, die mal wieder in die Kategorie „Mad Max lässt grüßen“ fallen. Je mehr Runden man im Ödland dreht, desto mehr Ränge macht man gut und ergattert dadurch neue Abzeichen, Waffen, bzw. Fahrzeuge. Wer alles frei schalten möchte hat hier eine ganze Weile zu tun und kann sich als Endzeit-Rennfahrer verdingen. Einen klassischen Death-Match Modus sucht man allerdings vergeblich, doch ist dies vielleicht mal eine willkommene Abwechslung da solche Online-Modi mittlerweile an der Tagesordnung sind und in jedem beliebigen Spiel implementiert werden.

Unser Fazit

87 %

Rage ist ein mehr als ordentliches und schön anzusehendes Actionspektakel, doch lassen sich kleinere Makel auch hier nicht von der Hand weisen. Sei es die mehr als dürftige Story mit ihren gigantischen Lücken oder aber die erstaunlich kurze Spielzeit von nur rund 8 bis 10 Stunden. Daran müssen die Jungs von id Software in Zukunft noch gehörig feilen, denn obwohl es eine Menge Freude bereitet durch das Ödland zu ziehen und Mutanten zu klatschen ist das Spektakel viel zu schnell und vor allem abrupt vorbei. Abseits dieser Kritikpunkte ist Rage jedoch ein schnörkelloser Shooter mit ansprechenden Renneinlagen, die jedoch kaum fordernd ausfallen. Dafür wurden die Charaktere liebevoll gestaltet, äußerst hübsch animiert und wissen den Spieler durch ihre Verhaltensweise zu amüsieren. Auch die Umgebung des 22. Jahrhunderts fällt erstaunlich vielfältig aus, doch sollte man nicht mit der Lupe umherstreifen, denn dadurch offenbaren sich die teils unschönen Texturen. Unterm Strich hat id mit Rage ein ansprechendes Stück Software abgeliefert, das jedoch auf den ersten Blick bahnbrechender aussieht als es sich letzten Endes gestaltet.

Pro

    - Wunderschöne Grafik und Landschaften - Herrliche Animationen - Pick up and Play-Gameplay - Jede Menge Nebenmissionen - Spaßige Koop-Missionen - Unterhaltsame Rennen - Interessante, authentische Charaktere - Tonnen an Gegenständen

Kontra

    - Fade, belanglose Story - Extrem kurze Spielzeit - Teils verwaschene Texturen - Keine englische Tonspur in der dt. Version - Vertonung nicht lippensynchron -Nebensächlicher Mehrspieler-Modus

Unsere Bewertung

Grafik
 
87 %
Sound
 
92 %
Steuerung
 
94 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
75 %
Spielspaß
 
ja %

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