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rain – Review / Test

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Veröffentlicht 1. Oktober 2013 | 15:00 Uhr von Nicolas

Letzte Änderung 27. April 2015

Rain - Logo

Sony hat sich immer mehr zum Indie-Freund entwickelt und die kleinen Entwickler kräftig bei ihren Projekten unterstützt. Bei rain ist dies nicht anders. Die Japaner haben das Entwicklerstudio Acquire, das sich bereits durch die Tenchu- und die Way of the Samurai-Reihen einen Namen machten, bei rain unter die Arme gegriffen. Worin dies resultierte, lest ihr in unserem Review zu rain.

In rain spielt ihr einen kleinen Jungen, der mit hohem Fieber im Bett liegt. Als er zum Fenster hinaussieht, sieht er ein kleines Mädchen, welches von einem bösen Geschöpf verfolgt wird. Der Junge hat sofort den Drang, dem Mädchen zu helfen und folgt ihr. Als er durch ein Tor tritt, verlässt er seine Welt und tritt in die Welt von rain ein. Hier treffen wir gleich auf das wichtigste Gameplay-Element. Wenn der Junge, der übrigens keinen Namen hat, im Regen steht, kann man ihn sehen. Steht er aber unter einem Vorsprung oder einem Dach, wird er nicht berieselt und kann so nicht gesehen werden. Auf diesem Element baut das komplette Spiel auf. Gott sei Dank ist dieses Feature so clever, dass sich damit auf verschiedenste Wege spielen lässt. Zu Beginn sind die Rätsel sehr simpel, mit der Zeit werden diese aber auch fordernder und bringen den Spieler ins Grübeln. Niemals sind die Kniffeleien aber unfair oder übermäßig schwer. Wer logisch denken kann, wird die Rätselchen ohne Probleme lösen. Was aber Probleme mit sich bringen kann, ist die Unsichtbarkeit. Wenn der Junge im Trockenen ist, ist er nicht nur für die Gegner unsichtbar, sondern auch für den Spieler, was zwangsläufig zu einigen etwas verwirrenden Szenarien führt. Obwohl man die Fußtritte oder Staub dessen sehen kann, sucht man teils nach seiner Spielfigur, vor allem dann, wenn die Kamera weit außen ist.

Es kann nicht immer regnen

Um das Spiel noch etwas abwechslungsreicher zu gestalten, wurden einige braune Pfützen implementiert, die den Jungen auch außerhalb des Regens sichtbar machen. Steht er aber in eine große Pfütze mit normalen Wasser, wird er wieder sauber und kann wie gewohnt weiterfahren. Wovor sich der Junge überhaupt verstecken muss? In der leicht italienisch angehauchten Welt von rain wimmelt es nur so von Monstern, die dem kleinen Buben nichts Gutes wollen. Sobald sie ihn erblicken, rasen sie auf ihn zu und töten ihn. Der Junge kann sich nicht wehren, er kann sie lediglich umgehen, indem er durch trockene Fleckchen läuft oder er sie mithilfe von diversen Ablenkungsmanövern in die falsche Richtung lockt. Leider werden einige interessante Gameplayspielereien nur kurz angeschnitten und nur wenig oder gar nicht mehr weiter beachtet.

rain-screenshot-09

Nebst dem Regen als Feature ist das Spiel eigentlich ein interaktives Bilderbuch. Sowohl die Route als auch die Kamera des Jungen sind fix, der rechte Stick wird also nicht gebraucht. Die Story wird ohne gesprochene Worte erzählt, lediglich durch Einblendungen kurzer Textzeilen. So entsteht auch der Vergleich mit einem Bilderbuch, da auch dort die Bilder sprechen und diese nur mit kurzer, knackigen Sätzen untermalt werden. Zudem wird die ganze Geschichte in acht Kapitel aufgeteilt, die jeweils zwischen zwanzig und vierzig Minuten dauern, was zu einer Gesamtzeit von etwa vier Stunden führt.

Akustische Glanzleistung

Außer dem bilderbuchartigen Narrativ ist das Spiel alles andere als fröhlich. Die Atmosphäre ist düster und deprimierend, aber absolut fesselnd. Obwohl weder das Mädchen noch der Junge nur ein Wort sprechen, wachsen sie einem sofort ans Herz und man will, dass die beiden ihr Ziel erreichen und das böse Geschöpf besiegen können. Die Story ist – wie das Gameplay – sehr außergewöhnlich und offen für die eigene Interpretation. An diversen Orten geht dies als faul durch, nicht aber bei einem so cleveren Spiel wie rain.

rain-screenshot-18

Unterstützt wird die bedrückend faszinierende Stimmung von einem grandiosen Soundtrack, der sich auf Klavierklänge und einige weniger Akkordeon-Einspieler beschränkt. Die Titelmelodie des Spiels ist übrigens Clair de Lune von Claude Debussy. In gewissen Teilen der Spielewelt ist nichts außer dem Regen zu hören. Der Junge wandert einsam und verlassen durch eine ihm fremde Welt und wir begleiten ihn auf der Reise. Wenn auch das Spiel vollkommen linear ist, man fühlt sich in die traumhafte Welt von rain richtig eingesogen. Technisch ist das Spiel kein Meisterwerk, besitzt es doch einige verwaschene Texturen – Wortspiel unbeabsichtigt – und die Kamera ist teilweise etwas zickig. Der Artstyle ist aber das, was das Spiel ausmacht und interessant hält. Spiele wie BioShock, welches schon über fünf Jahre alt ist, sehen dank ihres Artstyles immer noch toll aus. Solche Spiele sind zeitlos, auch wenn die Technik aus vergangenen Zeiten ist.

 

Unser Fazit

90 %

rain ist einfach ein wundervolles Spiel, welches mit einer bedrückenden, aber faszinierenden Atmosphäre aufwartet. Das Gameplay und der Artstyle sind unglaublich clever und einzigartig, die fiktive Welt des Spiels fesselt. Die akustische Untermalung kommt rain nur zu gut. Nicht jeder wird dem Game etwas abgewinnen können, ist es doch technisch kein Burner, wahnsinnig linear und sehr kurz, ein solches Stück Kunst wie dieses sollte aber nicht verachtet werden. Die Länge des Spiels ist mit etwa vier Stunden zwar in der Tat ein wenig kurz, mit einem Kernelement des Gameplays sollte man aber auch nicht zu sehr ausholen und das Game zu sehr in die Länge ziehen. Wir sprechen aber durchaus eine Empfehlung aus.

Pro

  • + Wundervolle Atmosphäre
  • + Cleveres Gameplay
  • + Schöner Soundtrack
  • + Cooler Artstyle
  • + Aussergewöhnliche Story
  • + Charaktere, die ohne Worte glänzen können

Kontra

  • - Technisch verbesserungswürdig
  • - Etwas kurz
  • - Unsichtbarkeit für den Spieler teils verwirrend

Unsere Bewertung

Grafik
 
90 %
Sound
 
95 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
90 %

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Kommentare

  • Porky sagt:

    Also mir war es viel zu kurz, hatte die 100% nach ca. 3-4 Std. Spielzeit erreicht. Wer aber Spiele wie flOw, flower oder Journey liebt kann bedenkenlos zugreifen ;)

    p.S. über dem Fazit ist ein Fehler – Link für zu einem Fehler auf FB.

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