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ReCore – Test / Review Xbox One

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Veröffentlicht 12. September 2016 | 13:03 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 13. September 2016

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Der goldene Herbst ist wieder da! Endlich haben wir die Jahreszeit erreicht, in welcher wir jede Woche wieder mit neuen Spielen mit altbekannten Namen fast schon bombardiert werden. Die Battlefields, Call of Dutys und Gears of Wars der Welt buhlen wieder um die Gunst (und Geldbeutel) der Spieler auf der ganzen Welt.

Da hat es ein Spiel wie ReCore schon schwerer. Es hat zwar mit Keji Inafune und ehemaligen Mitarbeitern der Retro Studios einiges an Starpower dahinter, dennoch ist es eine neue Marke die für Windows 10 und die Xbox One erscheint. Damit es nicht völlig untergeht, wird es schon ab Release für etwa den halben Preis eines Vollpreistitels erhältlich sein. Bleibt nur noch die Frage: taugt ReCore auch etwas? Das haben wir auf der Xbox One für euch herausgefunden.

Irgendwann in der fernen Zukunft ist das Leben auf der Erde nicht mehr möglich. Die tödliche Sandteufel-Plage hat unseren schönen Planeten verwüstet, unzählige Menschen getötet und uns in die Weiten des Alls verbannt. Neu-Eden ist einer der ersten bewohnbaren Planeten die entdeckt wurden. Deshalb wurden viele Schiffe entsendet, die Neu-Eden terraformen sollten, damit sich die Menschheit dort niederlassen kann. Der Planet besteht nämlich hauptsächlich aus Wüsten. Sand wohin das Auge reicht. Mit der Hilfe von Kern-Bots, intelligenten Robotern, sollte der Planet bewohnbar werden, während die Menschen in Schiffen über ihm im Kryoschlaf warteten.

Wenig überraschend ging dieser Plan schief. Joule Adams ist für technische Notfälle auf dem Planeten stationiert. Dort wartet sie in ihrer Kryoröhre auf etwaige Probleme, welche sie aus ihrem Schlaf holen können. Als dies dann passiert, ist alles anders als erwartet. Neu-Eden ist weiterhin eine riesige Wüste und die Kern-Bots sind alle durchgedreht. Anstatt beim Aufbau der Kolonie zu helfen, attackieren sie alles und jeden der ihnen in den Weg kommt. Zum Glück steht Joule ihr treuer Roboterhund Mack zur Seite, denn es liegt natürlich an ihr Neu-Eden vor dem Untergang zu retten.

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Leider ist die Geschichte selber nicht viel mehr als ein Gerüst, damit das Spiel funktioniert. Die Welt an und für sich ist zwar toll realisiert, ist jedoch mit wenigen interessanten Dingen gefüllt. Der Bösewicht kommt kaum zum Zug, seine Motive sind für lange Zeit völlig undurchsichtig und es kann gut passieren, dass man völlig verpasst, dass er auch noch ein Teil des Spiels ist. Die Story wird hauptsächlich durch optional sammelbare Audio-Logs erzählt, die in der Spielwelt verteilt sind. Es ist problematisch viele Mysterien anzudeuten, sie jedoch nie wirklich zu erklären. Es ist zwar interessant am Anfang des Abenteuers von der zerstörerischen Sandteufel-Plage zu hören. Es dauert jedoch viele Spielstunden bis man nur ansatzweise erfährt, worum es sich dabei genau gehandelt hat.

Von der ersten Minute an ist klar, dass man sich spielerisch an Genregrößen wie The Legend of Zelda orientiert hat. Man steuert Joule aus der Third-Person Perspektive, ballert mit ihrem Gewehr Roboter über den Haufen, löst Rätsel und schaltet im Spielverlauf mehr Tools frei, um die offene Spielwelt weiter erkunden zu können.

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Das erwähnte Gewehr spielt dabei eine wichtige Rolle. Es verfügt über einen unendlichen Munitionsvorrat, kann im Schnellfeuermodus abgefeuert werden, oder für zusätzliche Effekte einen starken Schuss aufladen. Die Gegner auf die man trifft, sind farblich alle codiert. Entsprechende farblich codierte Munition kann auch für das Gewehr freigeschaltet werden. Rote Gegner sind empfindlich gegen den roten Feuermodus, blaue gegen den blauen Feuermodus, etc. In späteren Abschnitten sind die Gegnergruppen gemischt, weshalb man auch im Kampf ständig zwischen den verschiedenen Modi wechseln muss. Dies macht man über das Steuerkreuz, wodurch es einfach, schnell und dynamisch in der Hitze des Gefechts möglich ist. Neben dem Gewehr verfügt Joule noch über einen Enterhaken, der im Kampf eingesetzt werden kann. Ist ein Gegner erst genug geschwächt, kann dessen Kern per Haken entfernt werden. Dazu muss, ähnlich wie beim Angeln, darauf geachtet werden, dass man die Kette nicht zu viel belastet. Es ist ein Tauziehen, zerstört einen Gegner aber sofort wenn der Kern entfernt wird. Zusätzlich füllt dies Joules Gesundheitsanzeige automatisch auf.

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Kämpfe können extrem unterhaltsam sein. Dies liegt nicht nur am dynamischen Kampfsystem selbst, sondern auch an der Mobilität die Joule an den Tag legen kann. Sie kann von Anfang an, einen Doppelsprung ausführen und sowohl am Boden als auch in der Luft einen Sprint ausführen, der sie schnell nach vorne bewegt. In kürzester Zeit springt und sprintet man durch die Kampfgebiete, während man die Gegner unter Dauerbeschuss setzt. Es kann sehr viel Spaß machen. Es gibt leider auch Gegner die für mehr Frust als Vergnügen sorgen können. Gewisse rote Gegner können auf den Boden schlagen, wodurch sie eine Feuerwelle auslösen die sich durch das Gebiet ausbreitet. Wird man von dieser getroffen, nimmt man nicht nur Schaden, sondern wird auch für kurze Zeit betäubt. Gepaart mit zusätzlichen Gegnern, welche unter Umständen den gleichen Angriff ausführen, kann dadurch ein einzelner Treffer zum Tod führen. Man kann nichts dagegen machen und muss dabei zusehen, wie die Gesundheitsanzeige fällt und man Joule keinen Zentimeter bewegen kann. Es ist frustrierend und unfair.

Ein weiteres wichtiges Element sind die Kern-Bots, welche man in seiner Crew haben kann. Ein Bot ist immer aktiv und begleitet Joule, ein zweiter kann auf Tastendruck gerufen werden. Die weiteren Bots können an Schnellreise-Stationen in die aktive Crew gewechselt werden. Sie dienen nicht nur als Unterstützung in Kämpfen, sondern auch zur Lösung von Rätseln oder als Gegenstände um Plattforming Sequenzen zu überstehen. Mack der Hund kann im Sand buddeln, Seth die Spinne kann zum Transport benutzt werden und Duncan der Gorilla kann gewisse Felsen mit seinen Angriffen zerstören. Später können die Persönlichkeiten auch beliebig in anderen Kern-Bot Hüllen platziert werden, wodurch man nicht durch die anfängliche Auswahl limitiert ist.

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Diese Bots oder besser gesagt deren Hüllen, schaltet man im Verlauf der Geschichte frei. Durch sie kann man dann in schon früher besuchten Gebieten neue Wege freischalten oder zusätzliche Gegenstände einsammeln. Die Bots sind auf jeden Fall interessanter als einfache Gegenstände und dank ihren eigenen Persönlichkeiten, wird man auf jeden Fall auch seinen Favoriten finden, welchen man immer bei sich haben möchte.

Neben der offenen Spielwelt ist man hauptsächlich in Verliesen unterwegs. Diese können zur Geschichte selbst gehören oder sind “optional”. Die Hauptverliese erinnern erneut an Spiele der Marke Zelda. Man muss gewisse Items finden, um die nächste Tür öffnen zu können oder einfache Plattforming Sequenzen überwinden. Hat man die richtigen Bots dabei, können zusätzliche Räume gefunden werden, wo einen zusätzliche Ressourcen erwarten.

Die restlichen Verliese die man in der Spielwelt finden kann, sind ein wenig anders gestaltet. Jedes Verlies verlangt etwas anderes von einem ab. Entweder muss man über knifflige Plattformen springen, Rätsel lösen oder Gegner erledigen. Neben dem Hauptziel, das Verlies zu packen, gibt es immer drei weitere Nebenziele. Ein versteckter Schlüssel muss gefunden werden, im Verlies platzierte Schalter müssen abgeschossen werden und eine Par-Zeit muss unterboten werden. Wer alle drei Ziele in einem Rutsch erledigen kann, erhält eine zusätzliche Belohnung. Alle drei Ziele in einem Durchgang zu schaffen, kann verdammt knifflig sein und erfordert einiges an Geschick und Übung. Einen perfekten Lauf zu schaffen, fühlt sich jedoch auch verdammt gut an.

Technisch ist ReCore ziemlich durchwachsen. Wie eingangs erwähnt ist die Spielwelt selbst und auch die Bots toll realisiert. Sie sieht gut aus und zur Erkundung ein. Besonders in den Verliesen wird auch viel Abwechslung geboten. Die Bots wirken angsteinflößend und bösartig. Die deutsche Sprachausgabe ist zufriedenstellend, während der Soundtrack sehr überzeugen kann.

An dieser Stelle reicht es auch schon mit dem Lob für die Technik. Die Bildrate kann in grösseren Gefechten stark einbrechen und beginnt extrem zu stottern. Gegenstände die in der Spielwelt verteilt sind, poppen auf sobald man näher an sie heran kommt. Aus der Distanz ist an der gleichen Stelle nur Sand zu sehen. Der schlimmste Faktor sind die Ladezeiten. Wechselt man von einem Gebiet zu einem anderen, betritt ein Verlies oder geht drauf, bekommt man einen Ladebildschirm serviert. Dieser dauert im Normalfall schon zwischen 90 und 120 Sekunden. In Extremfällen überschreitet er jedoch die zwei Minuten Marke und nähert sich sogar drei Minuten an! Gepaart mit einigen unfairen Toden durch Stunlocks, kann dies für großen Frust sorgen.

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Unser Fazit

76 %

Trotz vielen Mängeln und technischen Problem, kann ReCore unglaublich viel Spaß machen. Die Dynamik in den Kämpfen, das Crafting und das Erkunden der Spielwelt, gehören zu den Stärken des Spiels. Das macht die technischen und spielerischen Mängel jedoch nicht komplett unbegründet. Gewisse Gegner und ihre Angriffe sind unfair und sorgen für Frust, was gepaart mit den endlos scheinenden Ladezeiten dem ganzen einen Dämpfer verpasst. Nichts desto trotz bekommt man viel Spiel und Unterhaltung für sein Geld geboten.

Pro

  • + Tolle Spielwelt die zum Erkunden einlädt
  • + Dynamische Kämpfe
  • + Coole Roboter-Gefährten
  • + Spannende und knifflige Verliese
  • + Tolles Platforming

Kontra

  • - Extrem lange Ladezeiten
  • - Unfaire Stunlock-Angriffe
  • - Unstabile Bildrate
  • - Zu mysteriöse und zu wenig erklärte Story

Unsere Bewertung

Grafik
 
61 %
Sound
 
82 %
Steuerung
 
87 %
Gameplay
 
79 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
71 %

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Kommentare

  • Perfect007 sagt:

    Danke für den tollen Test. Das Spiel scheint meine erwartete Qualität zu haben und ich bin weiterhin nicht abgeneigt. Finde das Szenario und die Idee dahinter cool und es macht auf jeden Fall Lust auf Erkundung. Mal schauen …

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