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Red Faction: Armageddon – Der Test

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Veröffentlicht 24. Juli 2011 | 19:09 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 29. Februar 2012

redfactionarmageddontitel

Die Red Faction Reihe die auf der PS2 ihren Anfang nahm, ging schon viele Veränderungen durch. Ursprünglich begann alles als Ego-Shooter. Mit Red Faction: Guerilla das auf der aktuellen Konsolengeneration erschienen ist, wurde ein komplett neuer Weg eingeschlagen. Aus dem Ego-Shooter wurde ein 3rd-Person Shooter, verpackt in ein Open-World Szenario auf der kargen Oberfläche des Mars. Mit dem neuesten Ableger Red Faction: Armageddon wurde wieder eine neue Richtung eingeschlagen. Denn das Open-World Szenario wurde wieder fallen gelassen, stattdessen setzt man auf einen klassischen, streng linearen Spielablauf.

Trotz all den Veränderungen gibt es in allen Red Faction Ablegern eine beständige Konstante: pure und komplette Zerstörung. Schon seit dem ersten Teil ist die Möglichkeit die Umgebung zu zerstören ein fester Bestandteil der Spielmechanik. Konnte man in den ersten Teilen nur Wände, Deckungsmöglichkeiten oder Ähnliches sprengen und auseinandernehmen, dann wurde das Ganze bei Guerilla auf die Spitze getrieben indem man ganze Gebäude zum Einsturz bringen konnte. Hat der Richtungswechsel seit dem letzten Teil Gutes bewirkt oder bricht Red Faction: Armageddon zusammen wie die Gebäude im Spiel selbst?

Vom Regen in die Traufe

Darius Mason ist ein ziemlicher Pechvogel. Das Leben auf der Oberfläche des Roten Planeten ist an sich schon schwer genug. Als ob das nicht genug wäre, hat ein verrückter Kult den Terraformer zerstört. Dieser hat ein einigermassen angenehmes Leben auf der Oberfläche erst möglich gemacht, weshalb sich die Marsbewohner in unterirdische Höhlen zurückziehen mussten. Obwohl Darius den Kultistenanführer Adam Hale noch aufhalten wollte, wird er von vielen für die Zerstörung des Terraformers verantwortlich gemacht. Das Leben muss jedoch weiter gehen und auch Darius muss seinen Lebensunterhalt irgendwie verdienen. Er nimmt einen Auftrag an der etwas mit alten Ruinen zu tun hat, doch diese Mission entpuppt sich (erneut) als Falle von Bösewicht Hale. Und ohne schlechte Absichten gehabt zu haben, entfesselt Darius Mason uralte Aliens die Jagd auf jeden Menschen im marsianischen Untergrund machen. Ohne dass er eigentlich etwas falsch gemacht hat, trägt er die Verantwortung an gleich zwei schrecklichen Katastrophen innert kürzester Zeit. Von Selbstzweifeln geplagt will Darius alles tun was möglich ist um seinen Mitmenschen zu helfen und es gibt eine Menge zu tun.

Die düstere Geschichte von Red Faction: Armageddon sorgt für viel Spannung und Unterhaltung. Obwohl Darius Mason mit seinem Kurzhaarschnitt aussieht wie ein x-beliebiger Actionheld, ist er dennoch eine interessante Figur zu der man eine Verbindung aufbauen kann. Sein innerer Zwist, obwohl er eigentlich gar nichts Falsches gemacht hat, sorgt für einen spannungsgeladenen Verlauf der Geschichte. Für Auflockerung in diesem ernsten und dunklen Szenario sorgt S.A.M, eine künstliche Intelligenz die immer an der Seite von Darius ist und ihn mit nützlichen Ratschlägen versorgt. S.A.M. kommt mit dem Sarkasmus von Darius aber gar nicht klar, weshalb es regelmässig zu ziemlich amüsanten Gesprächen zwischen den beiden kommt. So sagt Darius einmal das die ganze Situation ein echter „Pain in the ass“ (locker übersetzt bedeutet das in diesem Kontext so viel wie ein Krampf im Arsch) ist. Daraufhin erwidert S.A.M. das kein Schaden im Gesässbereich festgestellt werden kann, und das Alles innerhalb einer wilden Schiesserei.

Ein Mann gegen einen ganzen Planeten

Wie am Anfang schon erwähnt ist Armageddon zwar noch immer ein waschechter 3rd-Person Shooter, im Gegensatz zu Guerilla wird jedoch auf eine lineare Struktur gesetzt. Man hat also nicht mehr die Möglichkeit die Gegend frei zu erkunden und Nebenaufgaben zu erledigen, viel mehr kämpft und ballert man sich durch die Geschichte bis man irgendwann das Ende erreicht. Das macht das Spiel deutlich interessanter als noch den Vorgänger.

Was das Gameplay an sich angeht, kann man dieses mehr oder weniger in zwei verschiedene Bereich einteilen. Zum einen ist man hauptsächlich zu Fuss unterwegs und hat vier Waffen dabei. Die Waffenauswahl ist dabei wirklich fantastisch. Logischerweise gibt es die typischen Standardwaffen wie Sturmgewehr, Schrotflinte und Pistolen. Deutlich interessanter sind Waffen mit denen man auch die zerstörbare Umgebung prima zerlegen kann: mit dem Nano-Gewehr lassen sich Gegner und die Umgebung einfach auflösen, dank des Magnetgewehrs lassen sich explodierende Fässer oder sogar Gegner auf die Umgebung schleudern und mit der Singularitätskanone lassen sich sogar kleine Schwarze Löcher erschaffen die Objekte und Feinde einsaugen. Natürlich darf das Markenzeichen der Red Faction Serie, der Vorschlaghammer mit dem man ganz klassisch die Gebäude einreissen kann. Gerade diese abgefahrene Waffenauswahl sorgt für viel Spielspass, denn sowohl die Gefechte mit den menschlichen Kultisten und den Aliens gestalten sich dank ihnen abwechslungsreich und die Zerstörung der Umgebung kommt dank ihnen richtig wuchtig rüber. Die Kämpfe an sich unterscheiden sich dabei je nach Gegnertyp. Die Aliens treten dabei in krasser Überzahl auf. Es gibt kleine Kriecher die an den Wänden herumspringen und Darius im Nahkampf anfallen. Mittelgrosse Aliens hängen sich auch gerne an Wände, beschiessen den Protagonisten aber aus der Distanz. Dann gibt es noch richtig grosse Brocken wie die Berserker, welche mächtig Schaden austeilen und selbst ganze Gebäude zum Einsturz bringen können. Schnell wird klar dass die Aliens viel besser auf die Kämpfe im Untergrund angepasst sind als Darius selbst. Sie bewegen sich unglaublich schnell durch die Höhlen, greifen aus allen Richtungen an und sorgen für ständigen Stress beim Spieler. Im Kampf gegen menschliche Gegner wird gewohnte 3rd-Person Shooterkost geboten. Schlussendlich schwingt sich Darius im Spielverlauf regelmässig in unterschiedliche Vehikel. In einer dicken Mechrüstung dreht man den Spiess um und kann den hässlichen Aliens mal so richtig einheizen. Dank der fetten Panzerung und einem unendlichen Vorrat an Schüssen oder Raketen zerlegt man alles was in Sichtweite kommt. Ausserdem schwingt man sich sogar in ein Flugzeug um damit für Ruhe und Ordnung auf dem Mars zu sorgen. Die Mischung aus den unterschiedlichen Kampfarten machen das Gameplay von Red Faction: Armageddon frisch und abwechslungsreich. Im einen Moment fällt es schwer den Überblick zu behalten so viele Feinde kommen auf einen zu, im nächsten schwingt man sich in einen sechsbeinigen Mech während die Gegner chancenlos zu vielfarbigem Brei verarbeitet werden, herrlich!

Nicht nur das Kerngameplay ist ansprechend und abwechslungsreich, sondern auch wie es verpackt ist. Abwechslung wird hier grossgeschrieben und auch die Spielzeit passt ohne je in die Länge gezogen zu wirken. Mal muss man die zerstörten Wassergeneratoren der unterirdischen Hauptstadt reparieren, ein anderes Mal müssen verbündete Einheiten beschützt werden oder man befindet sich auf einer panischen Flucht vor einer Überzahl an Aliens. Aber Darius Mason richtet nicht nur massive Zerstörung an, sondern muss auch regelmässig Reparaturarbeiten vornehmen. Dank der Nanoschmiede die er mit sich herumträgt lassen sich Plattformen, Deckungsmöglichkeiten oder selbst Gebäude per Tastendruck wieder in ihre ursprüngliche Form zurückversetzten. Das verleiht gerade den Kämpfen eine angenehme taktische Komponente.

Ausserdem gibt es noch eine Note eines Rollenspiels in Red Faction: Armageddon. In den Trümmern von zerstörten Gebäuden oder in versteckten Behältern lässt sich Barschrott finden. Mit diesem kann man Darius mit zusätzlichen Fähigkeiten ausstatten oder bestimmte Werte verbessern. Ein grösserer Munitionsvorrat oder mehr Gesundheit gehören dabei noch zu den Standardupgrades. Interessanter ist das der Berserker-Modus oder eine Schildblase. Die Nanoschmiede kann nämlich nicht nur zerstörte Dinge reparieren, sie bietet ausserdem unterschiedliche offensive und defensive Fähigkeiten. So kann Darius eine Schockwelle nach vorne abfeuern durch welche alle Gegner durch die Luft geschleudert werden, während der schon erwähnte Berserker-Modus für (zeitlich begrenzten) zusätzlichen Schaden sorgt.

Lieber miteinander als gegeneinander

Im Vorgänger Guerilla konnte man sich im Online-Modus noch im Kampf mit anderen Spielern messen, während man langsam aber sicher die komplette Karte auseinander nehmen konnte. Bei Armageddon verzichtet man jedoch komplett auf einen solchen Mehrspielermodus. Stattdessen gibt es einen Wellen-Modus den man schon aus Spielen wie Gears of War kennt. Vier Spieler können gemeinsam auf knapp 20 Karten (wobei es jede Karte bei Tag und Nacht gibt) gegen 30 Wellen von Feinden antreten. Zu Beginn jeder Runde kann man sich seine Waffen aussuchen, um nachher die Gegner zu besiegen. Entweder geht es nur darum alle Feinde zu erledigen, alternativ muss man nebenbei aber auch noch ein Gebäude oder mehrere Generatoren vor den Gegnern schützen. Interessant ist, das sämtliche Upgrades die man sich im Einzelspielermodus zugelegt hat, auch hier zum Zug kommen. Auf der anderen Seite lässt sich auch in diesem Modus Barschrott sammeln um weitere Upgrades zu bekommen.

Im Prinzip ist der Heimsuchungs-Modus wie er bei Red Faction: Armageddon genannt wird zumindest kurzweilig ganz unterhaltsam. Gerade wenn man zusammen mit ein paar Freunden gegen eine Vielzahl von Gegnern in den Kampf zieht, kann mächtig Stimmung aufkommen. Schlussendlich ist es dennoch einfach nur ein Modus um mit anderen Leuten gemeinsam auf Gegnerjagd zu gehen. Im Gegensatz zur Kampagne nimmt die Zerstörung der Umgebung einen minimalen Stellenwert ein und auch die unterhaltsamen Fahrzeugpassagen sucht man vergeblich, weshalb die Langzeitmotivation nicht gerade riesig ist.

Fehlende Übersicht in der Enge

Gerade die Möglichkeiten der Zerstörung die man anrichten kann sehen toll aus. Die zusammenstürzenden Gebäude, zusammen mit den heftigen Spezialeffekten von Ex- und Implosionen scheinen fast den eigenen Fernseher zum Beben zu bringen. Nicht ganz so überzeugend wirkt das Design der Figuren. Darius Mason sieht einfach wie ein Klon aus bekannten Film- und Videospielhelden. Auch die Aliens erinnern extrem an die Nekromorphs aus Dead Space, was zwar nicht unbedingt schlecht ist aber wenig einfallsreich wirkt. Ein echtes Problem ist jedoch die Kamera, besonders wenn man unter der Erde unterwegs ist. Stürmen etliche Feinde auf einen zu, während man eine Wand im Rücken hat, passiert es schnell dass man die komplette Übersicht verliert und sein Leben verliert. Bewegt man sich auf der Marsoberfläche fällt dieses Problem nicht ganz so massiv aus. Ein anderes Problem ist das Darius schnell an Trümmern oder anderem Schrott hängen bleibt. Der Sound fällt nicht weiter auf, unterstützt das Spielgeschehen aber weitgehend sehr passend. Die englische Sprachausgabe ist sehr gelungen und besonders die Gespräche zwischen S.A.M. und Darius sind toll anzuhören.

Unser Fazit

77 %

Im Gegensatz zum Vorgänger hat die grundlegende Veränderung in Sachen Spielaufbau Red Faction: Armageddon wirklich gut getan. Die Story ist interessant, das Gameplay knackig und die Technik passt auch. Es gibt zwar einige Probleme in Sachen Kameraführung und Kollisionsabfrage, dennoch macht das Armageddon noch lange zu keinem schlechten Spiel. Obwohl die Einzelspielerkampagne anständig rockt, ist der Mehrspielermodus nicht mehr als eine nette Dreingabe. Leider fehlen dabei die Langzeitmotivation und das gewisse Etwas das die Kampagne so interessant macht.

Pro

  • Zerstörung pur
  • Unterhaltsame Schiessereien
  • Spannende Waffenauswahl
  • Interessante Figuren
  • Düstere und packende Story
  • Angenehme Spielzeit ohne Längen
  • Abwechslungsreicher Spielverlauf

Kontra

  • Kameraprobleme
  • Teils ungenaue Kollisionsabfrage
  • Fehlende Langzeitmotivation im Mehrspielermodus
  • Oft zu unauffälliger Sound
  • Leicht hakelige Steuerung in stressigen Situationen

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
60 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
50 %
Spielspaß
 
75 %

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