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Resident Evil Zero: HD Remaster – Test / Review

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Veröffentlicht 25. Mai 2016 | 13:56 Uhr von Fabrice

Resident-Evil-0-HD-Remaster-Artwork

Es gibt sie fast wie Sand am Meer und Capcom macht nichts lieber als sie immer wieder neu zu veröffentlichen: die Rede ist natürlich von Resident Evil. Allein in diesem Jahr taumeln Teil 4, 5 und 6 wie wiederauferstandene Leichen in die aktuelle Konsolengeneration. Für Resident Evil 4 bedeutet das, dass es seit dem ursprünglichen Release vor 11 Jahren, in jeder Konsolengeneration erhältlich sein wird.

2016 sah aber auch die Wiederveröffentlichung des letzten, klassischen Resident Evils. Anfang des Jahres wurde mit Resident Evil 0, das Prequel als HD Remaster, neu aufgelegt und aufgehübscht. Wir haben es uns deshalb auf der Xbox One auch erneut für euch angeschaut.

Nächste Haltestelle: Raccoon City

Zeitlich ist Resident Evil 0 direkt vor dem Erstling angesiedelt. Es dreht sich um das S.T.A.R.S. Bravo Team, welches in die Arklay Mountains bei Raccoon City beordert wurde, um dort einige kannibalistische Morde zu untersuchen. Unterwegs muss ihr Helikopter eine Notlandung durchführen und das Bravo Team endet in einem Wald. Dort finden sie nicht nur einen verunglückten Militärtransporter aus dem ein Gefangener entkommen ist, sondern auch ein scheinbar verlassener Zug. Selbstverständlich ist der Zug nicht verlassen, denn er beheimatet eine ganze Horde Zombies.

Die Sanitäterin des Bravo Teams, Rebecca Chambers, muss sich mit dem entflohenen Häftling und Ex-Marine Billy Coen zusammen tun, um diesem Alptraum zu entkommen. Und wie es sich für ein Resident Evil gehört, kommen sie dabei den üblen Machenschaften der Umbrella Corp. auf die Spur.

Zumindest das anfängliche Setting im Zug ist erfrischend anders für die Serie. Der Platzmangel und die fehlenden Fluchtmöglichkeiten sind ein idealer Schauplatz für den Kampf gegen die Untoten. Dieses Abenteuer ist jedoch eher kurzlebig. Schon bald befindet man sich wieder in einem verstaubten Herrenhaus und den darin verborgenen Laboren. Es sind gezielte Anspielungen an das Original, die teilweise auch nett gemacht sind. Stellenweise ist es fast schon zu krass, denn gewisse Momente und Rätsel wurden 1 zu 1 übernommen. Es werden Dinge recycelt, ohne die Qualität der Urfassung zu erreichen. Ein gutes Beispiel dafür sind die Bosse und Gegner. Aus heutiger Sicht sind die Bosse aus Resident Evil weder ausgefallen noch einzigartig. Der Aufbau bis zum entscheidenden Kampf und der Kampf selber, sind für viele sicher unvergesslich. Resident Evil 0 hat scheinbar wahllos einige angsteinflössende Tiere, sie mutieren lassen und einen Bosskampf um sie herum gebaut.

Riesiger Skorpion! Riesige Fledermaus! Riesiger Tausendfüssler! Wie furchteinflössend!

resident-evil-0-hd-remaster-screenshot-03

Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück

Das grösste Feature von Resident Evil Zero ist das kooperative Zusammenspiel zwischen Billy und Rebecca. Es ist ein Singleplayer Spiel, dessen kooperativer Aspekt im Kern liegt. Im Spiel kann jederzeit mit einem Tastendruck zwischen beiden Charakteren gewechselt werden. Viele der Rätsel und Kämpfe sind darauf ausgelegt, dass beide Figuren zusammenarbeiten um vorwärts zu kommen. Beide haben ihre Stärken und Schwächen. Billy ist körperlich stärker, wodurch er Dinge verschieben und mehr Treffer aushalten kann. Rebecca kann jedoch dank ihrer Ausrüstung gefundene Kräuter miteinander mischen, um bessere Heilgegenstände herzustellen.

Eine weitere Neuerung ist, dass Gegenstände überall auf dem Boden platziert werden können. Vorratskisten gehören der Vergangenheit an. Das bringt jedoch mehr Nach- als Vorteile mit sich. Items findet man fast immer mehr als man tragen kann. Dadurch muss man zwangsläufig nicht ganz so wichtige Gegenstände irgendwo liegen lassen. Es ist praktisch, wenn man Munition ablegen kann, um Platz für ein missionskritisches Item zu schaffen. Es nimmt aber auch Elemente von Spannung Vorausplanung. Die beste und effizienteste Route durch das Spencer Anwesen zu finden und sich zu organisieren, war ein integraler Bestandteil des Gameplays.

Abgesehen davon funktioniert das Survival Horror Gameplay auch heute noch. Es besteht zu ähnlichen Teilen aus der Beseitigung von Zombies und anderen Mutanten, abstrusen Rätseln, Erkundung der Spielwelt und Horrormomenten. Wer die Reihe und das Genre als solches kennt, wird kaum Überraschungen erleben. Nicht jeder Gegner sollte und kann überhaupt wegen fehlenden Ressourcen getötet werden. Es muss immer abgewogen werden, ob und welche Ressourcen man braucht um weiter voranzukommen. Besonders dank den zwei unterschiedlichen Charakteren, ist das Management des Inventars ebenso wichtig. Billy hält im Kampf deutlich mehr aus als Rebecca, weshalb man mit ihm vielleicht auch eher mal einen Treffer mehr einstecken kann. Das manage all dieser Ressourcen, Gesundheit, Items und Standort, kann für viel Spannung sorgen.

Wie man die vielen Anspielungen an ältere Ableger aufnimmt, ist Geschmackssache. Der Pfad zwischen augenzwinkernden Winks und völlig überbordendem Fanservice ist aber sehr schmal. Egal wie man es auch anschaut, es ist auf jeden Fall nicht wirklich inspiriert und wandert hauptsächlich auf bereits gut ausgetretenen Pfaden.

resident-evil-0-hd-remaster-screenshot-01

Alber Wesker meldet sich zum Dienst

Optisch hat das HD Remaster viel zu bieten. Selbst das Gamecube Original ist in Würde gealtert. Die vorgerenderten Hintergründe sahen vor 10 Jahren gut aus und das HD Update lässt es nur noch besser aussehen. In Verbindungen mit dem neuen Breitbild Modus, sehen die Hintergründe absolut brillant aus. Der Rest, besonders Animationen und Zwischensequenzen, sehen inzwischen ein wenig betagt aus, was nicht weiter verwunderlich ist.

Vorhanden sind auch noch die Ladebildschirme zwischen Gebieten, welche durch das Öffnen von Türen und ähnlichen Sequenzen kaschiert wird. Zumindest in unserem Fall löst das jedoch kaum Nostalgie aus und hätte eigentlich auch gestrichen werden können, die Hardware würde es wohl heutzutage zulassen.

Ebenfalls vorhanden sind ein neues Steuerungsschema. Wer Lust hat und es bevorzugt, kann mit den klassischen “Tank-Controls” spielen. Es ist aber auch eine neue Steuerung verfügbar, welche für ein moderneres Publikum angepasst wurde. Beide funktionieren gut, wenn man sich darauf einlässt, dass es ein eher langsames Spiel ist und man nicht wie ein geölter Blitz herum springen und rennen kann.

Die grosse Neuerung in Sachen Gameplay ist der freischaltbare Wesker-Modus. Schliesst man die Story zum ersten Mal ab, wird dieser freigeschaltet. Dieser ersetzt bei einem nächsten Durchgang Billy als Spielfigur. An der Story ändert dies, ausser dem Charaktermodell, gar nichts. Selbst der Synchronsprecher bleibt gleich. Albert Wesker, Badass und Bösewicht vom Dienst, hat jedoch brutale Fähigkeiten für den Kampf. Selbst unbewaffnet kann er es jederzeit mit mehreren Gegnern gleichzeitig aufnehmen. Es ist auf jeden Fall ein verdammt guter und unterhaltsamer Grund, dass Spiel mehrfach in Angriff zu nehmen.

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Unser Fazit

71 %

Resident Evil 0 versucht so sehr ein Spiel zu sein, dass es schon einmal gab und verliert dadurch an Potential. Ansonsten ist es nämlich ein gutes Einzelspieler Koop-Game, dass atmosphärisch und spannend ist. Langweilige Gegner und Bosse sowie teilweise komplett kopierte Rätsel hinterlassen dennoch einen faden Nachgeschmack. Es ist aber auf keinen Fall ein langweiliges oder schlechtes Spiel. Wer mehr Resident Evil braucht und Zero noch nie gespielt hat, bekommt hier ein tolles HD Remaster.

Pro

  • + Klassisches Resident Evil Gameplay
  • + Wunderschöne Hintergründe
  • + Unterhaltsame Geschichte
  • + Gutes Survival Horror Feeling
  • + Coole freischaltbare Extras

Kontra

  • - Ladebildschirme
  • - Gegnerdesign eher langweilig
  • - Teils 1 zu 1 kopierte Elemente

Unsere Bewertung

Grafik
 
77 %
Sound
 
79 %
Steuerung
 
73 %
Gameplay
 
62 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
64 %

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