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Resident Evil HD Remaster – Coole Zombies sterben nie!

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Veröffentlicht 25. Januar 2015 | 20:25 Uhr von Sandra

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19 Jahre jung, sozusagen gerade eben erst Volljährig geworden und doch ein alter Hase, ein Klassiker, der nach wie vor seines Gleichen sucht. Die Rede ist von Resident Evil bzw. Biohazard, wie es in Japan heißt, welches Shinji Mikami erdachte und das vom japanischen Software-Giganten Capcom entwickelt und 1996 für Sonys erste Playstation (PSX) veröffentlicht wurde. Vor allem das erste Resident Evil beschreibt, wie kein zweites Spiel, das Genre Survival-Horror und das obwohl Mikamis Idee selbiges nicht begründet hat. Die Etablierung des Survival Horrors geht auf ältere Kandidaten zurück, beispielsweise Elvira: Mistress of the Dark, Elvira: Jaws of Cerberus oder auch Alone in the Dark für PC, was im Übrigen nicht mehr viel mit den späteren Ablegern gemein hat. Aber Genre-Gründungsväter hin oder her, effektive Berühmtheit erlangte Survival Horror durch Capcoms Resident Evil, dass gerne auch mal mit den Elementen Action und Shooter in Verbindung gebracht wird, am Ende jedoch damit wenig gemein hat und viel mehr im Adventure-Segment zuhause ist. Und dass dieses Prinzip auch noch heute, fast 20 Jahre nach den ersten Gehversuchen, prima funktioniert, können wir ganz einfach belegen.

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Lauf Forrest, lauf …

Die Eliteeinheit S.T.A.R.S. (Special Tactics and Rescue Services) ist eine Sondereinheit des Raccoon City Police Departments. Aufgrund brutaler Morde in den Arklay Mountains nördlich von Raccoon City, offenbar begangen von Kannibalisten – gemeinhin auch als Zombies bekannt, wurde das S.T.A.R.S. Bravo Team unter der Leitung von Enrico Marini geschickt die Vorkommnisse zu untersuchen. Doch der Kontakt brach ab. Folglich musste eine zweite Gruppe, das Alpha Team, u.a. mit Jill Valentine, Chris Redfield, Barry Burton und Albert Wesker, geschickt werden den vermissten Trupp zu finden.

Es kam, wie es kommen musste: Das Alpha-Team entdeckt, dass die Bravo-Crew mit ihrem Helikopter in der Nähe eines alten Herrenhauses abgestürzt war. Augenscheinlich gab es keine Überlebenden, dafür jede Menge mutierte zwei- und vierbeinige Kreaturen, die mächtigen Appetit auf Menschenfleisch haben und alles angriffen, was nicht bei drei auf den Bäumen bzw. in der Villa angekommen war. Doch die vermeintlich sicheren vier Wände des alten Gemäuers bergen weit mehr Gefahren, als die Alpha-Team Mitglieder auch nur erahnen können. Nicht nur, dass einer von ihnen falsch spielt bzw. ein Doppelagent ist, sondern auch der mächtige Umbrella-Konzern hat seine fiesen Finger mit im Spiel …

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Ich sehe tote Menschen

Klar, die alten Hasen unter uns wissen sicherlich noch sehr genau, was im Herrenhaus passiert ist, wer wie warum falsch spielt, was Umbrella mit all den Geschehnissen zu tun hat, wer es schafft zu entkommen und wer am Ende als Zombiefutter endet. Aber irgendwie spielt es keine Rolle, ob man weiß was passiert oder nicht, denn nach wie vor schafft es Resident Evil den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Es ist die Atmosphäre, die nach wie vor überzeugend dafür sorgt, dass wir jede Türe mit Herzklopfen und aufgestellten Nackenhärchen öffnen, ganz egal ob wir noch wissen, was sich dahinter verbirgt oder nicht. Es ist das gediegene Spieltempo, was Resident Evil zu dem macht was es ist: Ein Adventure, dass sich Horror vom Feinsten auf die Fahnen geschrieben hat. Wir müssen nicht immer wild ballernd durch die Gegend rennen oder fahren, sondern unsere Schritte sorgfältig überlegen. Lieber etwas mehr Zeit lassen, etwas mehr überlegen und die richtigen Schlüsse ziehen. Dazu gibt es eine dicke Packung Rätsel und natürlich fehlen die Moderlumpis nicht, die gesamt nach wie vor und Gott sei Dank langsam durch die Gegend schlurfen, aber dennoch nicht minder hungrig sind und uns ganz schnell an der Kehle oder am Bein hängen und kraftvoll zubeißen. Abgesehen von dem verwesenden Pack, dass uns wahlweise zwei- oder auch vierbeinig in den Gängen, Zimmern, Kammern, Fluren, Gewölben oder auch Kellern begegnet, fehlen auch die in dem Fall wahrlich gefürchteten Zwischen- und Boss-Gegner nicht, bei denen es gilt die richtige Taktik und Strategie herauszufinden, damit wir am Ende als Sieger aus dem Raum gehen können.

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Resident Evil lebt vor allem vom Erkunden und wir tun gut daran jeden Winkel, jede Ecke, jeden Raum und jeden Ort auf den Kopf zu stellen. Nicht nur weil uns überall wertvolle Items in die Hände fallen können, sondern weil wir auch einige Objekte brauchen, die für das Erledigen verschiedener Quests und damit fürs Weiterkommen relevant sind. Gebrauchsgegenstände, gleich ob es sich dabei um Munition, Farbbänder (zum Speichern), Kräuter zur Heilung oder Waffen handelt, sind tendenziell eher rar gesät. Haushalten ist angesagt, vor allem was Munition und Heilungsitems anbelangt. Auch sollten wir stets gut überlegen, wie wir die geringe Anzahl an Inventarplätzen sinnig nutzen. Zwar können wir generell alles, was wir finden mitnehmen und in mehr oder weniger strategisch platzierten Kisten zwischenlagern, aber ständig mitnehmen können wir nur eine begrenzte Objektanzahl. Manche Items ergeben sich überdies auch erst, wenn bestimmte Einzelteile gefunden und dann zu einem großen Ganzen kombiniert wurden.

Speichern ist auch so ein Thema, vor allem für diejenigen Spieler unter uns, die automatisches Speichern (Autosave) gewöhnt sind. Manuelles Speichern steht auf dem Programm und funktioniert auch nur dann, wenn wir eine Schreibmaschine finden und darüber hinaus mindestens ein Farbband im Inventar mit uns führen.

Manches Mal ist es sicher nicht verkehrt, wenn wir Zombies einfach links liegen lassen. Es gibt Passagen, da wir genug Platz zum Ausweichen haben und somit wertvolle Munition sparen können. Außerdem ist dies, zumindest einmal im ersten Spieldurchgang, eine gute Vorbereitung auf anstehende Speedruns, die vor allem für die Erfolge- und Trophäenjäger unter uns relevant sind, da sie nicht nur die begehrten Punkte bzw. Pokale freischalten, sondern auch überaus brauchbare In-Game-Extras. Abgesehen davon lässt sich auch Munition sparen, wenn wir den Dagger, den wir recyceln können, wenn es das Spiel vorsieht, oder generell Stichwaffen verwenden.

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Keine Menschen nur Gehirne!

Resident Evil wurde bereits 2002 als Remake, seinerzeit exklusiv für Nintendos GameCube, veröffentlicht und diente als Basis für die aktuell veröffentlichte Fassung. Optisch dürfen wir natürlich kein Highend-Highlight erwarten – dafür hätte man das Horror-Adventure letztlich komplett neu entwickeln müssen. Und trotzdem muss sich Resident Evil nicht verstecken, auch wenn wir sehen, dass insbesondere die Hintergrundtexturen lediglich eine Art Glanzlack verpasst bekommen haben und gesamt wenig in die Tiefe gegangen wurde. Sieht die Eingangshalle des Herrenhauses richtig schick aus, erinnern diverse kleinere Räumlichkeiten an den aus heutiger Sicht „niedlichen Pixelbrei der guten, alten PSX“. Dafür können sich wiederum die Charaktere sehen lassen, die allesamt nochmals eine Extraportion Feinschliff erhalten haben. Wobei sich die Figuren gesamt recht smooth bewegen, was gleichermaßen für die spielbaren Charaktere, NPCs sowie Zombies und Co. gilt.

In Sachen Akustik bietet uns Capcom die in dem Fall gewohnt gute Qualität von einst, da wir teilweise die Stille hören können. Hinzu kommen Geräusche unterschiedlicher Herkunft, welche der gesamten Atmosphäre einfach gut tun und uns übermütig und vorsichtig zugleich sein lässt. Nach wie vor sympathisch und passend sind die Ladesequenzen, die dann entstehen, wenn wir eine Türe öffnen oder eine Treppe rauf bzw. runter gehen, etc. und auf diese Weise den Raum wechseln. Diese simple Animation schafft es immer noch, dass in uns ein gewisses Spannungsgefühl erzeugt wird. Eher zum Schmunzeln sind hin und wieder die enthaltenen Dialoge, die einfach und etwas – und das nicht nur aus heutiger Sicht – hin geschnoddert sind. Aber das ist ein Umstand, den wir leicht verschmerzen können, denn es tut dem Spiel per se keinen Abbruch. Schön auch zu sehen, dass einstige Fehler, beispielsweise „Habe benutzt DumDum-Geschoss“, u.a. im Original Resident Evil Director’s Cut enthalten, ausgemerzt und jetzt richtig als Textzeile eingeblendet werden. Gesprochen wird, unabhängig von der Einstellung der Konsole, in Englisch, dazu gibt es deutsche Untertitel.

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Lesen müssen wir ohnehin viel, zumindest dann, wenn wir an Hintergründen und dergleichen mehr interessiert sind. Tagebücher, Aufzeichnungen, Journale und mehr liefern einen Blick hinter die Kulissen und sie können auch mal Rätselhilfen enthalten, z.B. Codes oder Wegbeschreibungen.

Gewöhnungsbedürftig könnte eventuell die Steuerung für den einen oder andere von uns sein. Sind wir inzwischen gewöhnt, dass wir die Kamera frei drehen können, bietet Resident Evil nur eine starre Third-Person-Ansicht, da wir unserem Charakter über den entzückenden Rücken blicken. Auch ist die gesamte Handhabung eher gediegen, langsam und nicht auf Schnelligkeit und Action ausgelegt – eben typisch für Spiele mit hohem Adventure-Anteil. Während laufen, Gegenstände verschieben, usw. sehr leicht von der Hand geht, ist es vor allem das Zielen mit der Waffe bzw. das Umgehen mit dem Messer, dass geübt werden will und nicht selten mal zu Trial & Error Situationen führen wird. Haben wir uns allerdings damit arrangiert, funktioniert die Steuerung, egal ob wir die ursprüngliche Variante oder die neue Anpassung wählen, einwandfrei. Es ist unterm Strich eine andere Art des Spielens, eben behände und entschleunigt, aber trotzdem nicht minder spannend.

Unser Fazit

80 %

Oups, they did it again … auch fast 20 Jahre nach seinem ersten Erscheinen hat Resident Evil nichts von seiner Faszination, seiner Atmosphäre, seinem Gameplay verloren. Natürlich ist es heute eine Art Liebhaber-Software, ein Tränchen im Augenwinkel, dass vor allem ältere Spieler an vergangene Tage erinnert und damit wieder lebendig werden lässt, wie enthusiastisch wir seinerzeit waren, wenn es vor allem um neue Spielprinzipien und Serien ging. Resident Evil ist auch ein Stück weit das Festhalten eben an genau solchen Werten, da Spiele heute natürlich technisch partiell hoch entwickelt auf der Überholspur fahren und es versucht wird ein Superlativ nach dem anderen zu schaffen. Aber es ist manches Mal doch einfach das Bewährte, das Alte, das Gediegene, das uns daran erinnert, dass es beim Spielen nicht um Grafik, um Prunk und Protz geht, sondern um den Spaß, ums Entdecken, ums Fühlen und Erleben. Resident Evil ist ein solches Eiland im Meer der gefühlt unendlichen virtuellen Möglichkeiten, auf dem sich ausruhen einfach gut tut und vor allem wirklich Spaß macht.

Pro

  • + hoher Wiederspielwert durch unterschiedliche Handlungsstränge
  • + viele freischaltbare In-Game Items und Objekte
  • + überzeugende Atmosphäre
  • + gute Steuerung
  • + gelungene Soundeffekte
  • + kein erzwungener Multiplayer, reines Singleplayerspiel
  • + verbesserte Charaktermodelle

Kontra

  • - teils matschige Hintergrundtexturen
  • - häufige Treppchenbildung
  • - lange Ladezeiten

Unsere Bewertung

Grafik
 
72 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
85 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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