Resident Evil: Operation Raccoon City - Review/Test - insidegames
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Resident Evil: Operation Raccoon City – Review/Test

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Veröffentlicht 30. März 2012 | 18:32 Uhr von Goreminister

Resident Evil Operation Raccoon City_Header_Capcom_Xbox 360_PS3

Bereits vor über 10 Jahren durften wir in die Rolle eines Umbrella-Soldaten schlüpfen, auch wenn dies nur im Rahmen eines Bonuslevels in Resident Evil 2 geschah. Nun bekommen wir in Resident Evil: Operation Raccoon City endlich die Möglichkeit gleich mehrere Vasallen des bösen Firmenimperiums zu mimen und uns sowohl mit Regierungseinheiten als auch den Zombiehorden in Raccoon City herumzuschlagen. Dabei weicht man komplett vom Survival-Kurs vergangener Tage ab und präsentiert einen Team-Shooter, der auf den allerersten Blick wirkt wie eine Mischung aus SOCOM und einer gehörigen Ladung Left 4 Dead. Kein Wunder, denn schließlich wurden die Shooter-Experten von Slant Six damit beauftragt, das Resident Evil-Universum zu erweitern. Ob ihnen diese Mission gelungen ist, erfahrt ihr im nachstehenden Review…

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The Boys are back in Town
Die Geschichte des Spiels verläuft nahezu parallel zum zweiten und dritten Teil der einstigen Survival-Horror-Serie. Wirklich viel Horror und Suspense sollte man hierbei jedoch nicht erwarten. Vielmehr gilt es die Knarren durchzuladen und auf beinahe alles zu ballern was sich bewegt. Fragen stellen und allzu viel Nachdenken ist hier gänzlich unerwünscht. Dieser Umstand führt dazu, dass die Story eher bruchstückhaft erzählt wird und man das Gefühl nicht los wird, dass den Entwicklern eine strukturierte Erzählweise ohnehin nicht sonderlich wichtig war. Es gilt William Birkin das G-Virus zu entreißen, doch die Mission läuft mehr als schief und die Seuche verbreitet sich in der kompletten Stadt. Von da an geht es mehr oder weniger nur noch darum die Stadt zu säubern und alle Beweise zu vernichten, um das Image des fragwürdigen Konzerns nicht noch mehr zu schädigen. Eine spannende Thematik, da man in den ersten Teilen niemals wirklich erfuhr, wie sich der Virus in Raccoon City so schnell ausbreiten konnte, doch dieses Potential lässt man leider ungenutzt an der Seite liegen und konzentriert sich auf pure Action. Wer sich außerdem nie mit Resident Evil 2 und Co. beschäftigt hat, wird leider etwas außen vor gelassen und findet nur schwerlich Zugang zur Geschichte, die äußerst dünn gespannt wurde.

Von Experten und anderen Unzulänglichkeiten
Das „Säuberungsteam“ der Umbrella Cooperation stellt sich in Resident Evil: Operation Raccoon City aus sechs verschiedenen Experten zusammen, die allesamt unterschiedliche Fähigkeiten haben. An der Front finden sich Sanitäter, Aufklärer oder Sachverständige für schwere Waffen wieder, wobei der Spieler wählen darf, in welche Rolle er schlüpfen möchte. Anschließend zieht man zu viert gegen Zombies und Regierungstruppen in die Schlacht und muss nebenher kleinere Aufgaben lösen. Diese sind eher rudimentär angelegt und setzen sich unter anderem mit dem Vernichten von Beweisen, Betätigen von Schaltern oder dem Anbringen von Störsendern zusammen. Der Hauptfokus liegt jedoch auf der Action, die mitunter wenig spaßig und mitreißend inszeniert wurde.

Der Spaß leidet unter anderem an der eher bescheidenen KI der Teamkameraden, denn wer sich alleine durch die Zombiehorden ballern möchte, kann sich nicht immer auf seine Kollegen verlassen. Mal stellen sie sich passiv in eine Ecke, mal heilen sie zu den ungünstigsten Zeitpunkten, bzw. stehen einem im Weg und versperren die Sicht. Meist hat man das Gefühl, dass man in den eher schlauchartig gestalteten Level gänzlich alleine gegen die Feinde zu kämpfen hat. Und die stecken mitunter einiges ein, weswegen es vorkommen kann, dass man seine komplette Munition in einen etwas größeren Gegner pumpt. Also; Rückwärtsgang rein, ballern, Munition aufsammeln und das Spielchen von vorne beginnen. Diese Vorgehensweise gestaltet sich schon sehr schnell als äußerst dröge und zermürbend. Vor allem, weil man noch nicht einmal kleinere Sprünge ausführen kann, um Hindernisse zu überbrücken. Run ´n Gun? Ja! Springen? Nein! Das passt nicht wirklich zusammen. In der Hektik des Gefechts fällt zudem sehr unschön auf, dass man am Boden liegende Items mittels Aktionstaste aufheben muss, was nicht selten dazu führt, dass man die falschen Gegenstände einsammelt. Außerdem richtet man seinen Blick automatisch zu Boden während man den Gegenstand seiner Begierde anvisiert und auf die Einblendung des „Aufheben“-Buttons wartet. Das führt nicht selten dazu, dass man die heranrasenden Feinde zu spät erkennt und nicht merkt aus welcher Richtung man gerade attackiert wird.

Die Idee, dass die Teamkameraden des „Wolfpacks“ vom T-Virus infiziert werden können, liest sich auf den ersten Blick auch recht interessant, gestaltet sich in der Spielpraxis aber mehr als belanglos. Entweder man wartet darauf, dass ein entsprechendes Heilspray gegen den Virus an den Start kommt oder einfach darauf, dass sich der Mitspieler verwandelt. Anschließend pustet man seinen Kameraden einfach um und belebt ihn anschließend mit 50% der Lebensenergie wieder, damit er erneut ins Spiel kommt. Warum verwandelt sich der Spieler nicht dauerhaft in ein Monster, um seinen Kameraden das Leben schwer zu machen? Auch hier wurde wertvolles Potential in Sachen Gameplay-Spaß schlichtweg verschwendet. Und wenn man dann noch nicht einmal an einem dicken Obermotz vorbeilaufen kann, weil dieser von einer unsichtbaren Barriere umgeben ist und von ihm gnadenlos zu Boden geprügelt wird, hört der Spaß definitiv auf.

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„In“ Team gegen die Zombies
Wer sich in die Lobby begibt um nach Mitspielern für die Zombieschnetzelei zu suchen, fühlt sich nach Anpfiff der Runde auch als Host einer Partie eher wie ein Gast, da man nur wenige Spielparameter verändern und/oder einstellen kann. Wenn man im Schweiße seines Angesichts daran gearbeitet hat, seinen Lieblingscharakter aufzuleveln, dieser aber bereits an einen Mitspieler vergeben ist, dann schaut man in die Röhre und muss das gleiche Spielchen bei einem weiteren Charakter praktizieren. Am besten legt man sich gleich zwei hochgelevelte Charaktere zurecht, doch muss man hierfür natürlich eine Menge Zeit investieren. Den größten Designfehler hat man sich aber in Sachen „Drop In-Drop Out“ Funktion geleistet, denn wenn man die Lobby einmal verlassen hat ist die Spielsitzung dicht und niemand kann der laufenden Kampagne beitreten. Da bietet es sich an, drei Mitspieler parat zu haben, die einem beim Kampf gegen die Untoten zur Seite stehen, sonst steht man alleine und verlassen mit seinen dummen KI-Kameraden in der Waschbärenstadt. Diese Art des Multiplayer-Designs ist ganz und gar nicht mehr zeitgemäß und selbst ein zweieinhalb Jahre alter Titel wie Left 4 Dead 2 leistet hier eine wesentlich bessere Arbeit und lässt Resident Evil: Operation Raccoon City älter als alt aussehen.

Begibt man sich in den „Versus“-Modus sieht die ganze Angelegenheit schon ein wenig besser aus, doch wirkliche Atmosphäre oder Spielwitz sucht man auch hier leider vergebens. In einem der Spielmodi müssen zum Beispiel zwei Teams darum kämpfen, die letzten Sitzplätze im rettenden Hubschrauber zu erreichen, doch dank der generischen Levelgestaltung stellt sich auch hier keine wirklich gelungene Dramaturgie ein. Die Jagd auf einige, bekannte Charaktere der Serie gestaltet sich anfangs durchaus recht witzig, doch für mehr als ein paar vergnügte Spielrunden reicht es auch hier nicht. Wenn man sich direkt in den Kampf zwischen Regierung und Umbrella inmitten von Zombies stürzt fällt auf, dass man die umher wandelnden BOWs (Bio Organic Weapons) umprogrammieren und gegen seine Feinde in den Kampf schicken kann. Eine witzige Idee doch dumm, dass das Deckungssystem mehr Frust als Ballerlust verschafft. Warum? Möchte man in Deckung gehen, sollte man schnellstmöglich auf einen schützenden Gegenstand zu rennen denn dann, und erst dann, geht der Charakter automatisch in Deckung. Auf eine Deckung zurutschen oder per Knopfdruck in der Versenkung zu verschwinden wie z.B. in Gears of War geht nicht. Ducken? Ist nicht! Deswegen steckt man nicht selten unfreiwillige Treffer ein, wenn man sich über offenes Feld bewegen muss.
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Survival Horror-Technik
Sieht Resident Evil: Operation Raccoon City am Ende wenigstens gut aus? Auch diese Frage können wir nicht eindeutig bejahen. Anstelle Capcoms deluxe MT Framework Engine zu nutzen, hat Slant Six auf die hauseigene Hexane-Engine gesetzt. Ein Fehler, der eben solche im Spiel produziert. Mal ruckelt das Spielgeschehen, mal hat man mit Kantenflimmern zu kämpfen. Insgesamt wirkt das ganze Design unglaublich austauschbar, auch wenn man hier und da bekannte Orte aus älteren Spielen implementiert hat. Dummer Weise können Umgebungen wie die Straßen von Raccoon City oder die Polizeistation nicht einmal ansatzweise mit demselben Charme aufwarten, wie in den Vorgängerspielen. Die Schnitte in der deutschen Fassung setzen dem Ganzen natürlich wieder die Krone auf, da Resident Evil: Operation Raccoon City um nahezu alle Gore-Effekte erleichtert wurde. Da bietet es sich definitiv an, zur Importfassung zu greifen. Doch möchte man Gore-Effekte, Blut, Därme und Gewalt ohne den damit verbundenen Spielspaß genießen?

Ihr meint es geht nicht schlimmer? Dann habt ihr die deutsche Synchronisation noch nicht gehört, denn das ist der wohl mieseste Aspekt des gesamten Spiels. Die Stimmen der Sprecher wirken extrem aufgesetzt und versprühen nicht einmal einen klitzekleinen Hauch von Authentizität. Gut, die Resident Evil-Serie war noch nie für ihre formidablen Sprecher oder Oscar-reife Dialoge bekannt, doch die Abgründe die sich hier auftun sind selbst für Resident Evil eine Spur zu heftig. Hört euch die verbalen Auswürfe von Sanitäterin Bertha einmal genau an und fragt euch anschließend selber, warum man diese Sprecherin gecastet hat. Uns ist hierzu auf jeden Fall keine Antwort eingefallen… Vielleicht wollte man das Budget in diesem Sektor minimieren? Keine Ahnung.

Unser Fazit

50 %

Wer sich schon auf eine Art Left 4 Dead im 3rd Person Gewand und Resident Evil Thematik gefreut hatte, wird mit Resident Evil: Operation Raccoon City bitter enttäuscht. Weder die Story, noch das Gameplay, die Technik oder der Umfang wissen zu überzeugen. Zu groß sind die Schnitzer die man sich geleistet hat, so dass noch nicht einmal der Resident Evil Bonus greift. Selbst wenn man die positiven Seiten mit der Lupe sucht, wird man kaum welche finden. Die Singleplayer-Kampagne ist frustrierend und mit maximal fünf Spielstunden viel zu kurz, der Multiplayer veraltet und die Versus-Spielereien wissen nur bedingt zu unterhalten. Dabei gibt es viele gelungene Ansätze, doch wird das Potential nicht ausreichend genutzt, sondern achtlos liegen gelassen wie ein Zombie nach einem Kopfschuss…

Pro

  • Einigermaßen brauchbarer Versus-Modus
  • Hintergrundinfos für eingefleischte Fans
  • Run and Gun

Kontra

  • Etliche Designfehler die zu Spaßbremsen werden
  • Strunzdumme KI der Teamkameraden
  • Unsagbar schlechte Synchronisation
  • Keine Drop In-Drop Out Funktion
  • Unbefriedigender Multiplayer
  • Kurze Singleplayer-Kampagne
  • Miserables Deckungssystem
  • Unausgewogene Gegner
  • Bruchstückhafte Story

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
55 %
Steuerung
 
60 %
Gameplay
 
45 %
Multiplayer
 
55 %
Spielspaß
 
55 %

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