insidegames

Ride 2 – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 14. November 2016 | 18:15 Uhr von Alexander Winkel

Letzte Änderung 16. November 2016

Ride-2-Screen

Es vergeht kein Quartal, in dem wir nicht von Milestone mit einem neuen Rennspiel beglückt werden. Man scheint den Fokus auf Massenproduktion gelegt zu haben, anstatt mit wenigen, dafür aber hochwertigen Spielen zu punkten. Ergeht es Ride 2 daher ähnlich, oder schafft dieses ambitionierte Projekt tatsächlich mal den Sprung aus der Mittelmäßigkeit? Wir haben die Zweiräder stundenlang über die Kurse gejagt und verraten euch, was sich geändert und ob sich der Ausflug gelohnt hat.

Auf dem Papier kommt Ride 2 wie so häufig bei den heutigen Milestone-Spielen gar nicht mal so schlecht daher. Über 200 Motorräder wurden lizenziert und optisch wirklich detailliert in Ride 2 umgesetzt. Die Armaturen sehen detailgetreu aus und selbst wenn der Schraubenzieher in die Hand genommen wird, kann jede Veränderung am Blech, der Bremse und den Felgen nicht nur in der Garage, sondern auch im Fahrerfeld wahrgenommen werden. Ähnlich schick die Fahrer, die mit edler Lederkluft einiges her machen. Auch die zahlreichen Strecken sprechen für sich, mitunter die komplette Nordschleife. Ob nun Road America, oder Monza, Racing-Fans kennen jede Ecke dieser Strecke und wissen ganz genau, welche Kurve zum Verhängnis wird – zumindest wenn sie auf vier Rädern stehen.

ride-2-screenshot-01

Die Zweiräder in Ride 2 lassen sich nicht ganz so einfach manövrieren. Schwerfällig legen sich die Fahrer links oder rechts in die Kurve und muss gar ein schneller Wechsel erfolgen, solltet ihr dies lange vorab planen. Trotz Hilfestellungen wie Bremslinie oder gar automatisiertem Bremsen, ist es nicht leicht, ohne Schrammen ins Ziel zu kommen. Ihr müsst lernen, die schwerfälligen Motorräder zu beherrschen, ihre Wut und brachiale Gewalt zu zähmen und zudem, die Kurven richtig anzupeilen. Gerade in Zeitrennen fällt ganz extrem auf, wie präzise die Fahrzeuge doch geführt werden müssen, um hier wirklich ansehnliche Rekorde zu fahren. Lobenswert das Tuning der Räder. Wird zu viel Horse Power verarbeitet und nicht an der weiteren Mechanik gefeilt und optimiert, verhalten sich die Motorräder gerne mal stürmisch und wild. Zu viel Gas und das Vorderrad zieht sofort hoch, zu viel gelenkt oder unglücklich den Rasen erwischt und das Ding gerät gewaltig ins Schlingern. Oftmals wirkt sich der Werkstattbesuch gewaltig auf das Fahrverhalten aus, was die Geschwindigkeit und Konkurrenzfähigkeit betrifft, aber eben auch wie sich das Handling der Zweiräder verhält.

Dreh und Angelpunkt in Ride 2 ist wieder die Welttour, immer auf der Suche nach dem nächsten Sieg und damit Ruf, welcher uns in der Weltrangliste voran bringt. Typisch für Milestone entpuppt sich die Karriere wieder als ein simples abarbeiten von Events. Einfach möglichst viele Events in möglichst bester Position abschließen, um entsprechend genügend Ruf zu kassieren und damit die Spitzenposition der Weltrangliste zu erklimmen – mehr ist es nicht! Immerhin ist die Reise rund um den Globus etwas schicker aufgemacht, besser in Kategorien eingeteilt und immer wieder werdet ihr zudem zu speziellen Events eingeladen, bei denen als Preis auch gerne mal neuen Zweiräder winken. Es gibt auch eine eigene kleine Team-Karriere, bei der ihr zusammen mit einem KI-Partner die Spitze erklimmt. Gewonnene Credits werden dabei kontinuierlich in Tunings investiert, um konkurrenzfähig zu bleiben, oder neue Bikes, um an weiteren Wettbewerben teilnehmen zu können.

ride-2-screenshot-07

Mit zahlreichen Varianten versucht Milestone die Abwechslung zu wahren. Normale Rennen, Zeitfahren, Team-Rennen, Überholungs-Wettbewerbe oder Beschleunigungsrennen. Es steht durchaus einiges auf dem Programm und mit speziellen “Perfekte-Linie” Events bietet Ride 2 auch eine Erweiterung zum Vorgänger. Eine Rekordzeit ist dort ebenfalls das auferlegte Ziel, wobei hier jedoch Hindernisse und Hürden das Durchfahren der Strecke erschweren. Werft ihr Hütchen um, gibt dies Strafsekunden, die mit Sicherheit dann für die Goldmedaille fehlen. All dies täuscht aber keineswegs darüber hinweg, dass Event für Event nur abgeklappert wird und keine wirkliche Herausforderung in der Karriere steckt. Diese müsst ihr euch in Form des Schwierigkeitsgrades schaffen, trotzdem wird Ride 2 ähnlich wie bereits sein Vorgänger auf Dauer doch etwas eintönig.

Abseits der Karriere könnt ihr natürlich ein schnelles Spiel machen, im Splittscreen spielen oder online gehen. Letzteres läuft recht flüssig ab, wobei die Ladezeiten – deutlich geringer als letztes Jahr – dennoch ein wenig ärgerlich ausfallen. Selbst zwischen einzelnen Menüs bekommt man eine ordentliche Wartepause präsentiert. Abseits der Pisten, dem Nervenkitzel auf zwei Rädern und den Duellen gegen andere Fahrer könnt ihr euch neuerdings Perks verdienen, wohl bei bei Forza Horizon entliehen. Mit gesammelten Tokens werden Boni freigeschaltet, die mehr Credits oder gar eine bessere Startposition versprechen. Die Währung dafür erhaltet ihr in täglichen und wöchentlichen Herausforderungen. Erreicht die geforderte Platzierung mit den vorgegebenen Bikes und auf den angegeben Strecken, um die jeweilige Aufgabe zu erfüllen.

ride-2-screenshot-04

 

Unser Fazit

76 %

Ride 2 ist ein grundsolides Rennspiel mit einem unglaublich riesigen Umfang. Um alle Bikes freizuschalten und dabei auch noch jedes Event der ausufernden Karriere abzuschließen, braucht man Wochen. Auch die neuen Herausforderungen sorgen dafür, dass es immer etwas zu tun gibt. Trotz zahlreicher Modi und Erweiterungen kann aber auch Ride 2 auf Dauer nicht zu einhundert Prozent motivieren. Wie sein Vorgänger steht und fällt die Spannung mit der Positionierung in der Weltrangliste und diese ist simpel gestrickt und das Siegerpodest einfach zu erreichen. Technisch hat sich jedoch einiges getan: Deutlich bessere Ladezeiten (und immer noch zu lang), gutes Handling und Umsetzung der Tunings, optisch wesentlich hübscher und dennoch kann Milestone einem Forza oder DriveClub einfach nicht das Wasser reichen.

Pro

  • + Über 200 Zweiräder zur Auswahl
  • + Motorrad-Tuning, was sich tatsächlich im Fahrverhalten bemerkbar macht
  • + 30 Kurse, darunter auch die Nordschleife und andere bekannte Strecke
  • + Extrem großer Spielumfang für mehrere Wochen
  • + Onlinemodus für bis zu zwölf Fahrer

Kontra

  • - Auf Dauer eher unspektakulär und wird daher etwas eintönig
  • - Karriere-Fortschritt zu simpel gestaltet ohne jeglichen Spannungsbogen
  • - Verkürzte, aber immer noch zu lange Ladezeiten
  • - Völlig langweilige, total untergehende Hintergrundmusik

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
55 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
75 %
Spielspaß
 
75 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • ride 2 ps4 test

  • ride2 grafik

  • ride 2 test


- ANZEIGE -


*