Ride to Hell: Retribution - Test / Review - insidegames
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Ride to Hell: Retribution – Test / Review

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Veröffentlicht 5. August 2013 | 18:43 Uhr von Fabrice

Ride to Hell: Retribution

Das Jahr 2013 hat uns bisher großartige Spiele beschert. BioShock Infinite, Animal Crossing: New Leaf oder The Last of Us sind nur einige wenige der Blockbuster die weltweit begeistern konnten. Selbst Spiele die nur digital erhältlich sind, haben zu ungeahnten Höhenflügen angesetzt. Obwohl die nächste Generation von Konsolen auch mit riesigen Schritten auf uns zu kommt, erwarten uns noch Highlights wie GTA V. 

Da steht einem all dieses großartige Material zur Auswahl, Köstlichkeiten für alle Geschmäcker. Doch wie aus dem Nichts kommt Ride to Hell: Retribution auf den Markt. Zwei Fäuste, zwei Räder, keine Regeln – sagt uns das völlig generische Cover. Dummerweise gehört dieses an sich noch zum Besten was Ride to Hell bietet. Dennoch sollte man es zumindest gesehen haben, es ist nämlich so schlecht das es schon fast wieder gut ist. Dieser Vergleich ist zwar völlig an den Haaren herbei gezogen aber nun, begleitet uns auf unserem Test der Xbox 360 Version von Ride to Hell: Retribution.

Priorität Nr. 1? Familie Nr. 2? Sex!

Im Jahr 1969 kehrt Jake nach mehr als 3 Jahren als Veteran aus Vietnam zurück. Obwohl er ein richtig harter Knochen ist, will er eigentlich ein beschauliches Leben mit seinem kleinen Bruder Mikey und seinem Onkel führen. Wenn doch nur alles wie geplant über die Bühne gehen würde. Eines schönen Abends wollte Jake mit Mikey nur ein paar Burger mampfen. Es endet jedoch damit das die beiden Brüder von der Devil’s Hand Gang angepöbelt werden. Mikey wird getötet, weshalb es für Jake nur noch eine Aufgabe gibt: Rache und die komplette Auslöschung der Devil’s Hand, logisch eigentlich. Außerdem dürfen nebenbei noch ein gutes Dutzend leichte Mädels gerettet werden, was sich natürlich von ganz alleine versteht. So hat die Welt in den 60er doch funktioniert nicht wahr? Nein?

Ride to Hell: Retribution

Die Story an und für sich ist altbekannt, Rachen für ein ermordetes Familienmitglied und so. Und zumindest für das frische, wenig genutzte Nach-Vietnamkrieg Szenario können die Entwickler Eutechnyx gelobt werden. Die Umsetzung von Geschichte und Szenario ist jedoch, gelinde gesagt, unter aller Sau.

Die Dialoge sind furchtbar, gepaart mit den dümmlichen Gesichtsausdrücken auf den merkwürdigen, hässlichen Charaktermodellen. Egal ob Jake gerade eine weitere Frau abschleppt oder dabei zusehen muss wie seinem Bruder die Kehle aufgeschlitzt wird, immer hat er den gleichen, bekloppten Ausdruck aufgesetzt. Der Umgang und die Darstellung von Frauen in Ride to Hell: Retribution ist erneut ein Punkt welcher auf keine Kuhhaut geht. Egal in welcher gesellschaftlichen Stellung sie sich befindet, behandelt werden sie wie ein Stück Fleisch. In der ersten Hälfte des Spiels muss Jake ein verstecktes Mitglied der Devil’s finden. Dazu will er die Freundin eines Gangmitglieds, wortwörtlich, ausquetschen. In der Bar in der sie arbeitet angekommen, muss er mit Schrecken ansehen wie sie von zwei Typen angemacht und genötigt wird. Ihre Antwort darauf? Hey, dieses Stück Fleisch gehört nur meinem Freund und darf von niemand anderem angefasst werden (dies ist nicht das direkte Zitat, der Inhalt stimmt jedoch überein). Wie es sich für einen Gentleman gehört, verprügelt Jake die unhöflichen Herren und schmeißt sie Hochkant aus der Bar. Die gute Dame ist natürlich überglücklich über die Rettung und aus Dank gibt sie sich Jake hin… Moment, Moment. Wie war das mit sie gehört nur ihrem Freund? Ach was, immerhin wurde sie gerade gerettet. Also wird neben dem Billardtisch natürlich ordentlich gepimpert. Das überaus verstörende dabei: sowohl Jake als auch alle Damen im Spiel haben beim Sex immer alle ihre Kleider an. Die Bewegungen sind eindeutig, die Kleider bleiben dennoch an. Bizarr ist auch eine Nummer mit vier weiblichen Schönheiten, die gerade gerettet wurden. Erneut, nichts sagt Danke besser als ein flotter Fünfer, ohne die Kleider auszuziehen…

Ride to Hell: Retribution

 

Langeweile in allen Belangen

Wenn es zum eigentlichen Spiel kommt, wird vieles versucht, aber nichts gut gemacht. Ride to Hell: Retribution mischt lachhafte Bike-Fahrten, mit mittelmäßigen Nahkämpfen und miesen 3rd-Person Schießereien. An dieser Stelle muss erwähnt werden, das sich das Spiel für fast ein halbes Jahrzehnt in Entwicklung befand. Ursprünglich war es als Open-World Spiel geplant, was jedoch nicht umgesetzt werden konnte. Über die Jahre ging das Spiel durch mehrere Entwicklerstudios, bis es schlussendlich ausschließlich in den Händen von Eutechnyx gelandet ist.

Gesteuert wird Jake aus der 3rd-Person Ansicht, während man sich auf die Jagd nach den diversen Devil’s Hand Mitgliedern macht. Oft muss man mit seinem Bike an einen Zielort gelangen, manchmal unter Zeitdruck, manchmal unter Angriffen von anderen Bikern. Die Steuerung ist jedoch alles andere als prächtig. Es steuert sich schwammig und man hat eher das Gefühl das man über den Boden gleitet, als das man fährt. Verschiedene Untergründe haben keine Auswirkungen auf die Fahrt und richtig lustig wird es, wenn man noch spezielle Manöver ausführt. Beispielsweise kann man Powerslides machen. Diese kann man machen egal wie schnell man fährt und sogar über Rampen. Mit geschätzten 5 km/h einen Powerslide über eine improvisierte Schanze? Sieht zwar witzig aus, ergibt aber überhaupt keinen Sinn. Zudem sind die Strecken die man fahren muss, absolut geradlinig. Fährt man in ein Hinderniss, wird man nicht vom Bike geworfen. Man prallt einfach davon ab, der Bildschirm wird kurz schwarz und man wird einige Meter weiter hinten wieder auf die Strecke gesetzt. Wird man von anderen Bikern attackiert, artet es in ein Quick Time Event Fest aus. Ein Biker kommt angefahren, man muss mehrmals auf eine bestimmte Taste hämmern, der Biker wird erledigt und schon kommt der nächste angefahren. Es ist also pure Langeweile, kombiniert mit einem schwammigen Fahrgefühl, angesagt.

Ride to Hell: Retribution

 

Steigt man vom Bike ab, geht es eigentlich nur darum böse Typen über den Jordan zu schicken. Das macht man entweder im Nahkampf oder mit Schusswaffen. Wird es nah und persönlich, müsste man theoretisch schwache und starke Attacken mit einem gelegentlichen Konter kombinieren. Es reicht aber wenn man einfach mit starken Angriffen auf den Gegner einprügelt, welcher erst nach viel zu vielen Schlägen endlich zu Boden geht. Theoretisch gibt es die Möglichkeit neue Angriffe bei einem Händler zu kaufen, nötig sind diese aber ganz und gar nicht.

Wenn das alles bisher schon ziemlich dürftig geklungen hat, dann wird es jetzt nur noch schlimmer. Das Waffen-Handling ist nämlich schlicht und einfach totaler Müll. Zur Auswahl stehen die üblichen Waffentypen und sogar ein Deckungssystem hat es ins Spiel geschafft. Man ist aber viel besser dran wenn man dieses vermeidet so gut es geht. Es funktioniert nicht und oft landet man neben oder auf einer Deckung, statt dahinter. Zudem ist es in 90% der Fälle nicht möglich blindlings aus der Deckung zu schießen. Diese Funktion ist zwar vorhanden, Jake ist aber schlicht nicht in der Lage die Knarre über die Deckung zu heben, weshalb man einfach in diese hinein ballert. Auch die doofe gegnerische K.I. ist nicht in der Lage Deckung zu benutzen. Oft stehen diese einfach darauf herum, wo man sie wie Zielscheiben erledigen kann. Das Handling der Waffen an sich ist mies. Zu zielen fühlt sich viel zu statisch an, es macht schlicht und einfach keinen Spaß die Gegner zu bekämpfen.

Ride to Hell: Retribution

 

Abschied der Logik

An dieser Stelle, müssen einige witzige Begebenheiten genannt werden, welche mir in meinem Spielverlauf aufgefallen sind. Trägt ein Gegner einen Hut auf dem Kopf, bedeutet das für den Spieler das dieser zwei Schüsse auf den Kopf verträgt bis er im Staub liegt. Die Logik liegt ja auf der Hand, nur frage ich mich wieso nicht mehr militärische Einheiten auf der ganzen Welt dieses Prinzip anwenden. Noch besser wird es, wenn ein Gegner eine Hockeymaske auf hat. Das bedeutet für einen nämlich, das Kopfschüsse überhaupt keinen Schaden anrichtet. Also liebe Militärs, vergesst was ich über Hüte gesagt habe, Hockeymaske sind die Nummer 1 Investition die gemacht werden muss.

Wie nicht anders zu erwarten, ist Ride to Hell: Retribution auch technisch ziemlich schlecht. Die Charaktermodelle scheinen aus einem der Kreise der Hölle zu stammen. Ihre Hälse sind so lang, das sie mich unweigerlich an die Rocker-Infanterie aus Brütal Legend erinnert haben. Nur waren diese wohl bewusst so gestaltet worden, was hier eher nicht der Fall ist. Auch Hände sind unmenschlich gigantisch. Raucht eine der Spielfiguren, dann sehen Zigaretten in ihren Händen aus wie Zahnstocher so massiv sind die guten Patscherchen. Der Sound könnte auch kaum generischer sein. Über den wohl ganzen Spielverlauf wird immer wieder der genau gleiche Loop eines etwa 30-sekündigen „Rocksongs“ gelegt. Immer und immer und immer wieder die gleiche generische Melodie, es ist zum Haare raufen.

Ride to Hell: Retribution

 

Zudem konnte ich mit meiner Testversion das Spiel auch überhaupt nicht durchspielen. An einer bestimmten Stelle im Spiel, hängt es sich nämlich immer auf. Es spielt keine Rolle ob das Spiel installiert ist oder nicht, ich habe beide Varianten zwei Mal ausprobiert. Der Bildschirm friert im Ladebildschirm ein und nur ein Konsolenneustart hilft dabei. Theoretisch könnte das an unserer Testversion liegen. Diese ist zwar neu und weist auf der Disc keine Mängel auf, aber man weiss ja nie. Ehrlich gesagt hätte ich das Spiel zwar durchgespielt wenn die Möglichkeit bestanden hätte aber ganz ehrlich? Ride to Hell: Retribution ist es nicht wert das ich meine Zeit oder eventuell sogar Geld für eine neue Kopie verschwende.

Unser Fazit

12 %

Oje, oje! Ich gebe offen zu, das ich irgendwie gerne auch eher schlechte Spiele zocke. So gut wie alles hat irgendetwas das mich unterhalten kann. Auf der anderen Seite fühle ich mich schlecht, wenn ich in einem Artikel einen Entwickler quasi durchs Band nieder mache. Aber jetzt sitze ich hier und komme zum abschliessenden Fazit zu Ride to Hell: Retribution, ein Spiel wie es in dieser Konsolengeneration wohl kein Zweites gibt. Egal in welchem Aspekt es etwas versucht, alles ist in die Hose gegangen. Das unsere Testversion dann immer an der gleichen Stelle die Konsole abstürzen lässt, ist die Kirsche auf dieser virtuellen Katastrophe. Die Sex-Szenen sind tragisch komisch, die Dialoge so an den Haaren herbei gezogen das man lachen muss und die Logiklöcher nicht von dieser Welt. Es tut mir Leid aber hier haben wir wohl das schlechteste Spiel seit vielen Jahren gefunden...

Pro

  • Relativ frisches Setting
  • Sexszenen sind ungewollt witzig
  • Das wärs aber auch schon...
  • Mehr gibts wirklich nicht...

Kontra

  • Gunplay für die Katz
  • Nahkampfsystem ist öde
  • Fahrphysik ist unter aller Sau
  • Dämliche Dialoge
  • Das Aussehen der Figuren ist bizzarr
  • So ziemlich alles andere auch...

Unsere Bewertung

Grafik
 
13 %
Sound
 
19 %
Steuerung
 
11 %
Gameplay
 
14 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
10 %

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