Ridge Racer Unbounded - Test/Review - insidegames

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Ridge Racer Unbounded – Test/Review

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Veröffentlicht 16. Mai 2012 | 6:53 Uhr von Fabrice

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Wenn es um Rennspiele geht, dann denken die meisten wohl an langlebige Serie wie Gran Turismo oder Need for Speed. Es gibt aber eine Serie die noch länger auf dem Markt ist: Ridge Racer. Seit fast 20 Jahren erfreut sich die japanische Rennspielreihe von Namco grosser Beliebtheit. Gute zwei Dutzend Ableger sind inzwischen im Handel erhältlich. Jetzt ist ein weiterer Teil für die PS3, die Xbox 360 und den PC erschienen.

Ridge Racer: Unbounded wurde vom finnischen Entwicklerstudio Bugbear Entertainment entwickelt. Die Entwickler haben die meisten der bekannten Konventionen von Ridge Racer über Bord geworfen und sich ganz offensichtlich von aktuellen Genrevertretern inspirieren lassen. Kann Unbounded trotzdem noch alte Fans begeistern oder ist es eher etwas für die neuere Generation von Rennspiel-Begeisterten?

Willkommen in Shatter Bay

Schon in Sachen Umgebung und Stil wurde ganz klar der Fokus von der eigentlichen Serie weg gezogen. Man ist nicht mehr in Ridge City unterwegs und auch die Mascot Girls, weder Reiko noch Ai, sind mit von der Partie. Statt dessen brettert man durch Shatter Bay, eine fiktive Stadt die aus typischen Stadtteilen besteht. Ein Hafenbereich wo man durch Container-Labyrinthe brettert, ein Amüsier-Bezirk in dem sich Ausgehmöglichkeiten mit grellen Neon-Reklamen abwechseln und Highways sind alle vorhanden. Doch trotz dieser vermeintlichen Abwechslung, wirkt die Stadt sehr generisch und wird schnell repetitiv. Die Strecken an sich bestehen alle aus vorgefertigten Teilen wie Kurve xy oder Gerade ab (was man auch im Streckeneditor gut sieht, doch dazu später mehr). Dadurch weiss man schnell ganz genau was auf einen zu kommt, weshalb mehr Abwechslung dem Spiel wohl gut getan hätte.

Eigentlich hat das Spiel auch so etwas wie eine Geschichte. Zumindest lässt das Intro etwas in dieser Art vermuten. Als Spieler versucht man sich der Unbounded Street Racer Gruppe anzuschliessen, wozu man in Rennen gut abschneiden und Stadtbezirke dominieren muss. Irgendwie bleibt dieser Part jedoch auf der Strecke, denn ausser dem schicken Intro und einem in Standbildern gezeigten Outro wenn man den letzten Bezirk abgeschlossen hat, gibt es nicht viel an Geschichte zu sehen oder zu erleben. Es gibt keine spezifischen Personen aus der eigenen oder einer anderen Gang, keine Zwischensequenzen und allgemein einfach keine Geschichte.

Weder Fisch noch Fleisch

Wie schon erwähnt wurde das was Ridge Racer in der Vergangenheit zu Ridge Racer gemacht hat, zum Grossteil aus dem Spiel genommen. Statt dessen wird ein Rennspiel geboten, welches kaum Innovation bietet, sondern viele Elemente aus schon erschienenen Rennspielen der letzten Jahre vereint. Das Fahrgefühl ist schnell, intuitiv und sehr ansprechend. Zur Auswahl stehen verschiedene Fahrzeugklassen mit einer breiten Auswahl an fiktiven Fahrzeugen, die ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. Die Auswahl bietet schnelle, leicht zerstörbare Sportwagen, massive Geländewagen oder Hybride die in keinem Bereich wirklich schlecht aber auch in keinem Bereich wirklich gut sind. Die Wahl des Fahrzeugs hängt jedoch stark von der Wahl der gewählten Disziplin ab. Im Einzelspielermodus besteht die Stadt aus mehreren Bezirken die man dominieren muss. Um eine Stadt zu dominieren, muss in jedem Event eines Bezirks ein Platz unter den Top 3 erreicht werden. Die meisten Events sind so genannte Dominationsrennen. In diesen geht es im Prinzip einzig und allein darum den ersten Platz im direkten Duell mit bis zu 11 anderen Fahrern zu erreichen. Weniger prominent sind Drift-Events, Zeitrennen in speziellen Pisten mit Sprungschanzen und Halfpipes oder Zerstörungsrennen. Was Drift- und Zeitfahr-Events sind, ist eigentlich selbsterklärend. In Zerstörungsrennen, muss in einer bestimmten Zeit eine höchstmögliche Anzahl an anderen Fahrzeugen zerstört werden. Und die Zerstörung von anderen Fahrern und auch der Umgebung ist ein wichtiger Teil von Ridge Racer Unbounded. Wer driftet, lange Sprünge macht, andere Fahrzeuge erledigt oder bestimmte Ziele während eines Rennens macht, füllt seine Power bzw. Boost Leiste auf. Ist diese gefüllt und wird aktiviert, fährt das Auto nicht nur schneller, sondern wird zu einer tödlichen Gefahr auf der Strasse. Andere Fahrzeuge die selbst den Boost nicht auch aktiviert haben, werden schon durch eine kleine Berührung von der Strecke gefegt. Zu sehen gibt es den Unfall in einer netten kleinen Sequenz, wo man sehen kann wie das Auto in Zeitlupe durch die Luft wirbelt. Das sieht zwar gut aus, kann im Rennen aber ziemlich stören. Glücklicherweise können diese Sequenzen, so gut sie auch aussehen, im Optionsmenü auch dauerhaft deaktiviert werden. Es können aber nicht nur Fahrzeuge verschrottet, sondern auch bestimmte Elemente der Umgebung zerstört werden. Hat man seine Boost-Leiste komplett gefüllt, werden bestimmte Gebäude in der Umgebung hervorgehoben. Das bedeutet das sei zerstört werden können. Auf diese Weise kann man mit Höchstgeschwindigkeit durch Einkaufszentren oder Donut-Shops brettern, um Zeit einzusparen wenn man um sie herum fahren müsste. Es ist jedoch Vorsicht geboten, denn nicht jede dieser Möglichkeiten bringt auch immer einen Zeitvorteil denn die alternativen Fahrlinien sind nicht immer kinderleicht. Durch die schnelle Action, die vielen Möglichkeiten Gebäude oder andere Fahrzeuge zu zerstören und das einfache, rasante und intuitive Fahrgefühl sind die Dominationsrennen ganz klar das absolute Highlight des Spiels. Vom ersten Moment der ersten Runde, bis zur Überquerung der Ziellinie kann man sich auf Angriffe von Gegnern gefasst machen und man muss immer bereit sein auf neue Bedingungen zu reagieren. Die restlichen Modi sind nicht annähernd so unterhaltsam, dienen aber als gute Lückenfüller und lockern das Geschehen gut auf. Glücklicherweise ist der Gummiband-Effekt nur sehr minimal. Wer den ersten Platz erobert, fehlerfrei fährt und seinen Boost geschickt einsetzt, kann von den KI-Fahrern nicht eingeholt werden. Auf der anderen Seite hat jemand der ständig Crashs baut und nicht gut fährt, keine Chance einen der vorderen Plätze zu erreichen. Dadurch wird echtes Können belohnt.

Was Ridge Racer Unbounded speziell und gleichzeitig süchtig machend machen kann, ist ein Erfahrungspunktesystem das über alle Spielmodi zum Einsatz kommt. Sämtliche Aktionen, von Siegen in Rennen über das Zerstören von Fahrzeugen bzw. Gebäuden bis zu langen Drifts oder Sprüngen, bekommt man immer Erfahrungspunkte wodurch man in seinem Fahrerlevel aufsteigen kann. Selbst wenn man nicht in der Lage ist ein Event erfolgreich abzuschliessen, bekommt man trotzdem Punkte auf sein Konto gutgeschrieben. Das motiviert ungemein und lässt Niederlagen nicht gar so schlimm erscheinen. Mit steigendem Fahrerlevel, kann man neue Fahrzeuge in den verschiedenen Klassen frei schalten. Glücklicherweise kann man auch mit den Startfahrzeugen problemlos Rennen gewinnen, denn die Wagen unterscheiden sich nur im Fahrgefühl und nicht unbedingt in der Qualität. Es muss jedoch erwähnt werden, das der Einstieg in Ridge Racer Unbounded eher harzig sein kann. Man muss ein Gefühl für den Boost bekommen, wie man ihn auffüllt und wann man ihn am besten einsetzt. Selbst geübte Fahrer können unter Umständen in den ersten paar Versuchen das Fahrerfeld nur von hinten anschauen. Dank des Erfahrungssystem, ist das jedoch nicht so schlimm. Hat man die Steuerung und das Prinzip des Spiels einmal verstanden, sollte es gut vorwärts gehen. Noch immer ist der Schwierigkeitsgrad knackig und nicht unbedingt für Anfänger geeignet, doch wer das Spielprinzip aufnehmen kann, kann auch richtig viel Spass haben. Denn gerade die Dominationsrennen sind wie erwähnt sehr unterhaltsam.

Streckeneditor im Klötzchenprinzip

Jede Strecke im Spiel besteht im Prinzip aus einer bestimmten Anzahl an bereits gestalteten Streckenabschnitten. Das merkt man im Einzelspielermodus ziemlich gut. Fährt man mehrere Strecken des gleichen Bezirks hintereinander, entdeckt man immer wieder die genau gleichen Abschnitte. Das kann ziemlich langweilig werden. Glücklicherweise gibt einem dieses System die Möglichkeit selbst strecken zu gestalten. Prinzipiell kann man auch hier nur die vorgefertigten Blöcke aneinanderreihen. Hier kann man aber nicht nur die Blöcke der einzelnen Bezirke verwenden, sondern diese nach belieben zu mischen. Zusätzlich kann man Objekte wie Rampen, Blockaden oder andere Sachen auf den Strecken platzieren. Das gibt einem fast unendliche Möglichkeiten. Sich in den Editor einzuarbeiten um wirklich kreative Strecken zu gestalten, ist jedoch nicht einfach. Der Editor ist nämlich nicht wirklich intuitiv gestaltet und die Umsetzung einer Idee ist nicht gerade einfach. Es benötigt eine ordentliche Einarbeitungszeit um ein Gefühl dafür zu bekommen.

In einer übersichtlichen Streckenzentrale können die besten Strecken der Online-Community angesehen in kürzester Zeit heruntergeladen und gespielt werden. Dank des Bauklötzchen-Prinzips, gibt es keine langen Download- oder Ladezeiten. Und die Community zeigt sich auch extrem kreativ. Es gibt unzählige Strecken, die so stark verändert wurden, das die eigentlichen Bausteine nicht mehr erkennbar sind. Loopings, endlos lange Sprünge oder Halfpipes sind nur die Spitze des Eisbergs, was kreative Leute aus dem Editor heraus holen können. Dank des Editors und einer regelmässigen Top-Auswahl von Seiten der Entwickler ergibt sich ein hoher Wiederspielwert. Auch hier greift wieder das Fahrerlevel, denn auch die Fahrt auf Community-Strecken gibt einem Erfahrungspunkte.

Was jedoch schmerzlich vermisst werden muss, ist ein lokaler Mehrspielermodus. Es ist fast schon unverständlich wie bei einem so schnell erlernbaren Rennspiel kein Splitscreen-Modus angeboten werden kann. Wie toll wäre es mit einem oder mehreren Freunden über die Pisten zu brausen und sich gegenseitig von der Piste zu rammen. Auch der Online-Mehrspielermodus kann nicht völlig überzeugen. Oft ist es, trotz vorhandenen Online-Spielern, nicht möglich eine Lobby mit mehr als drei oder vier Spieler (acht sind maximal möglich) zu füllen. Ausserdem ist die Verbindungsqualität eher mässig, auch wenn man mit Spielern aus dem gleichen Kontinent spielt.

Weniger ist manchmal mehr

Shatter Bay sieht toll aus. Die verschiedenen Distrikte sind einfach voneinander zu unterscheiden und bieten grösstenteils einen eigenen Scharm, zumindest was das Design an sich und nicht die Strecken selbst angeht. Sehr ansprechend ist auch das HUD bzw. das Nichtvorhandensein von diesem. Denn ausser den wichtigsten Dingen werden sämtliche Informationen auf der Strecke selbst und nicht auf dem Bildschirm an sich angezeigt. Wie viel Vorsprung hat man auf seinen nächsten Verfolger? Spruchbänder an den Streckenbegrenzungen zeigen einem diese Informationen einfach in der Vorbeifahrt an, weshalb das minimalistische HUD kaum auffällt und den Blick auf die Autos oder die Strecke frei gibt. Gut gelungen ist das Schadensmodell der gecrashten Autos. Nicht ganz so fein ist das eigentliche Schadensmodell der noch fahrenden Wagen, denn selbst gröbere Crashs ohne Boost hinterlassen nicht mehr als eine kleine Delle am Wagen. Der Blur-Effekt in der Grafik kann auch gerne Mal einfach zu viel werden. Was den Soundtrack angeht, gibt es eine Mischung aus aktuellen Songs und neu aufgelegten Ridge Racer Klassikern zu hören. Prominentester Vertreter im Soundtrack wäre wohl Skrillex, welcher mit mehreren Songs vertreten ist, wodurch die immer grösser werdende Dubstep-Fraktion der Spieler sicherlich glücklich sein wird (auch wenn Skrillex natürlich nicht der einzige Dubstep-Künstler ist der vorhanden ist). Die Motorengeräusche klingen satt und das Scheppern und Schleifen von Metall bei heftigen Crashs geht durch Mark und Bein.

Unser Fazit

84 %

Eines ist schnell klar: Ridge Racer Unbounded hat ausser dem Namen und der Wichtigkeit des driftens (auch wenn nicht im gleichen Sinn wie bei der Originalserie) nichts mit Ridge Racer zu tun. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn das Spiel kann extrem viel Spass machen wenn man den Dreh raus hat. Es wird viel Action und ein gutes Fahrgefühl geboten. Das Erfahrungspunktesystem das in allen Modi greift, ist ein hervorragendes Mittel um selbst Niederlagen nicht ganz so vernichtend erscheinen zu lassen. Der Strecken-Editor sowie eine grosse Anzahl an Einzelspieler-Events in denen jeweils drei Sterne verdient werden können, sorgen für viel Langzeitspass.

Pro

  • Tolles Fahrgefühl
  • Intuitive Steuerung
  • Viele Einzelspielerevents mit hohem Wiederspielwert
  • Motivierendes Erfahrungspunktesystem
  • Strecken-Editor mit vielen Möglichkeiten
  • Action pur
  • Packende Dominationsrennen
  • Startautos konkurrenzfähig gegenüber später freischaltbaren Wagen
  • Kaum vorhandener Gummiband-Effekt
  • Viele Zerstörungsmöglichkeiten mit gelungenen Effekten

Kontra

  • Fehlendes Tutorial
  • Mühsamer Einstieg
  • Events ausser Dominationsrennen nur eher mässige Lückenfüller
  • Frickeliger Editor der lange Eingewöhnungszeit benötigt
  • Magere Mehrspieleroptionen mit schlechter Verbindung
  • Zu extremer Blur-Effekt
  • Kein selbst erstellbare Songliste der Lieder im Spiel selbst

Unsere Bewertung

Grafik
 
84 %
Sound
 
88 %
Steuerung
 
86 %
Gameplay
 
81 %
Multiplayer
 
78 %
Spielspaß
 
88 %

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