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Rising Storm – Test / Review

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Veröffentlicht 16. Juli 2013 | 11:46 Uhr von eJUNKI3

Letzte Änderung 17. Juli 2013

Rising Storm

Wer sehnt sich in diesen Tagen nicht nach Sommer, Sonne, Sonnenschein? Das haben sich wohl auch die Entwickler von Rising Storm gedacht, dem Standalone Add-On zu Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad. Dieser reine Multiplayer Ableger verlegt uns von der kalten Ostfront direkt an den Strand der Schwefelinsel Iwojima. Schade nur, dass wir hier nicht auf Entspannung hoffen dürfen, denn wir schreiben das Jahr 1945 und befinden uns mitten im Gefecht. Einst dauerte der legendäre Bombenangriff der US-Truppen über 50 Stunden an und am 19. Februar 1945 ging die Schlacht um Iwojima als eine der blutrünstigen Auseinandersetzungen des Pazifikkriegs in die Geschichtsbücher ein.

Kein Run and Gun Gameplay

Der verwöhnte Freund von knackiger FPS-Aktion stellt zu Beginn des Spiels womöglich enttäuscht fest, dass das Waffenarsenal in Rising Storm doch relativ übersichtlich ist. Historisch korrekt ziehen die US-Truppen beispielsweise mit dem US Grant M1, dem M103 Springfield, der Thompson M1928A1 oder dem gefürchteten Flammenwerfer in die Schlacht. Auf Seite der japanischen Armee kommt hingegen das Arisaka Typ 38, LMG Typ 96, oder Nambu Typ 100 zum Einsatz oder ein Katana-Schwert für den Nahkampf – übermächtige automatische Waffen sucht man unter den insgesamt 20 neuen Waffen vergeblich. Es wurde ebenfalls versucht, das Handling der Waffen dieser Epoche so realistisch wie möglich umzusetzen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man in Rising Storm schnell Abschied von dem Gedanken nehmen sollte, man könne hier in Call of Duty-Manier über die Maps rushen. Selbst dann, wenn man einem Gegner unmittelbar gegenübersteht, geht der Schuss aus der Hüfte oftmals daneben.

Wie schon Red Orchestra 2, wird im Add-On viel Wert auf Realismus, Authentizität und Taktik gelegt. Was in den typischen Casual-Shootern als Camping verhöhnt wird, sichert hier das eigene Überleben und das der Truppen. Wer unüberlegt seinen Kopf aus der Deckung hebt, hat sehr schnell eine Kugel im Kopf. Gerade in den Multiplayer-Modi Realismus und Klassik machen forsche Spieler mit solchen Spielerfahrungen sehr schnell Bekanntschaft. Hier bedeutet meist ein einziger Treffer den Tod und genau dieser Punkt strapaziert das Frustpotential von Einsteigern enorm.

Rising Storm

Gemeinsam sind wir stark

Mit bis zu 64 Spielern ziehen wir in die Schlacht um z.B. Iwojima oder Pelelui vor historischer Kulisse. Wir verstecken uns im Dickicht eines Dschungels und fallen über unsere Gegner her, um strategisch wichtige Punkte einzunehmen. Nur gemeinsam sind wir stark und wer meint, er müsse sich außerhalb des Schlachtgetümmels rumtreiben, um  vom “Spielfeldrand” die Gegner zu pflücken, ist dem Team nur ein Dorn im Auge. Gewonnen hat nicht das Team oder der Spieler mit den meisten Kills, sondern das mit den meisten Punkten. Diese gibt es nur für Objektiv-Gameplay, für Kills und Support auf dem Schlachtfeld.

Gutes Teamplay ist gerade in öffentlichen Spielen nicht leicht, trotz der Möglichkeit den integrierten Voice-Chat zu nutzen. Man lernt sehr schnell, dass man die Missionsziele und Map ein klein wenig im Auge behalten sollte, um zu sehen, worauf die Mitspieler sich konzentrieren. Kleiner Tipp: Mit der Taste “T” werden euch eure Ziele angezeigt. Wer dennoch versucht als One-Man-Army wie in CoD oder Battlefield durch das Schlachtfeld zu stratzen, findet sich schon bald bei den Würmern wieder. Wer häufig ins Gras beißt, der sollte die Fehler diesbezüglich nicht stets bei seinem Gegenüber suchen. Schon Michael Jackson hat gesungen: “I‘m starting with the man in the mirror, I‘m asking him to change his ways”. Mit anderen Worten, wer früher stirbt, ist nicht nur länger tot, er sollte sich auch einmal Gedanken zu seinem eigenen Spielverhalten machen.

Sollten sich einmal nicht ausreichend Mitspieler auf einem Server befinden, werden die Teams je nach Setup automatisch mit Bots aufgefüllt. Diese sind zwar stellenweise strunzdumm, doch man sollte auch ihnen nicht unbedingt den Rücken zukehren.

Rising Storm

Die Verhältnismäßigkeit der Dinge

Es mag dem Spieler vorkommen, als seien die Truppen der USA ein überstarker Gegner. Unweigerlich muss man an den Kampf zwischen David und Goliath denken, doch kleine aber feine Details lassen dieses Bild schnell schwinden. Den US-Truppen steht zwar der gefürchtete Flammenwerfer zur Verfügung, welcher durchaus effektiv ist, um japanische Bauten zu “säubern”, doch dafür haben die Japaner ein paar Asse im Ärmel. Japanische Truppen können z.B. einen Mörser nutzen, welcher zur Abwehr angreifender Gegner eingesetzt werden kann. Zusätzlich haben die Tennos noch gänzlich fiesere Tricks auf Lager. So kann z.B. jeder japanische Soldat aus einer Handgranate eine Mine basteln, welche platziert in gegnerischen Laufwegen für verehrende Ergebnisse sorgt. Noch fieser ist jedoch die Möglichkeit, einfach den Stift der Granate zu ziehen, um sich dann Kamikaze mässig in die Gegner zu stürzen. Für diesen ehrenvollen Tod wird dem eigenen Team kein Punkt abgezogen. Eine weitere Besonderheit der japanischen Armee ist die Möglichkeit des Banzai-Angriffs. Mit gezogenem Bajonett stürmt man auf die Amerikaner zu, denen durch einen extremen Unterdrückungseffekt die Verteidigung sehr schwer fällt. Wird dieser Angriff ausgeführt, nimmt der Angreifer weniger Schaden, was ein weiterer Vorteil dieser heimtückischen Kampftaktik ist.

Enorm gut gefällt die Einteilung der Truppen. Der Einsatz mancher Klassen ist je nach Map arg begrenzt, so können z.B. auf Seiten der Alliierten beim Angriff auf Iwojima lediglich vier Sniper eingesetzt werden. Sind diese Rollen bereits vergeben, muss man sich für eine andere Klasse entscheiden. Dies zwingt den Spieler sich mit diesen auseinanderzusetzen und sorgt außerdem für gut ausgewogene Verhältnisse.

Gut in der Summe

Wer sich für den Kauf von Rising Storm entscheidet, der bekommt den Multiplayer von Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad als Bonus mit dazu. Das lohnt sich natürlich gerade dann, wenn man das Hauptspiel noch nicht sein Eigen nennen sollte. Somit ist jederzeit ein Ausflug an die Ostfront möglich, was durchaus für Abwechslung sorgt. Sowohl für die Steam-Version als auch für die Boxed-Version, ist ein Steam-Account nötig. Die Boxed-Version erspart den relativ großen Download, ist aber im Gegensatz zur Steam-Version um runde 2,00 Euro teurer.

Unser Fazit

83 %

Rising Storm wirkt auf den ersten Blick ein wenig unfertig, ist aber bei näherer Betrachtung ein handfester Shooter. Die sehr gut inszenierte Kampfatmosphäre sucht derzeit ihres gleichen und hebt sich von der breiten Masse von Shootern ab, welche in der Gegenwart oder gar Zukunft angesiedelt sind. Vor gar nicht all zu langer Zeit wirkte die unglaubliche Menge an Spielen, die sich des 2. Weltkriegs-Settings bedient haben, wahrlich ausgekaut und abgelutscht. Wer nun der Modernen überdrüssig ist und ein wenig Wert auf Realismus legt, der ist mir Rising Storm sehr gut bedient. Quereinsteiger bekommen zudem den Multipalyer Part von Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad an die Hand gegeben, was den Kaufpreis von 19,99 Euro (UVP) für die Boxed-Version durchaus akzeptabel macht.

Pro

  • + Gelungener Spielsound
  • + Beeindruckender Flammenwerfer
  • + Sinniges Deckungssystem
  • + Kein Gun and Run Gameplay
  • + Teamplay wird belohnt
  • + Realismus nicht übertrieben

Kontra

  • - Grafik veraltet, teilweise matschig
  • - Animationen aus der Hölle
  • - Extremer Unterdrückungseffekt
  • - Maps stellenweise arg unübersichtlich
  • - Wirkt teilweise etwas unfertig

Unsere Bewertung

Grafik
 
68 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
82 %
Gameplay
 
78 %
Multiplayer
 
89 %
Spielspaß
 
88 %

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