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Riverbond – Test / Review

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Veröffentlicht 25. Juni 2019 | 18:53 Uhr von Alexander Winkel

Riverbond_Logo

Ein erster Blick auf das Voxel-Abenteuer Riverbond lässt einen vom Artstyle her ungewöhnlichen, und doch extrem charmanten Titel vermute. Als alleiniger Held oder gar mit drei weiteren Freunden im chaotischen Couch-Koop-Modus spielbar, verspricht der Titel witzige Unterhaltung für zwischendurch. Leider sollte man sich nicht von der hervorragenden Inszenierung des Dungeon-Crawlers imponieren lassen, denn spielerisch fehlt jeglicher Tiefgang.

Das, was Cococucumbers Werk auf dem ersten Blick ausmacht, ist die unglaublich charmante Voxel-Optik, welche bis ins letzte Detail ausgearbeitet wurde. Putzige Helden, deren Kostümauswahl beständig wächst und deren Animationen durchaus zum Schmunzeln einladen, wandeln durch aufwändig gestaltete Wüsten, Oasen und Höhlen, um zahlreichen Klunkern nachzujagen, etliche Monster ins Jenseits zu befördern und zum Schluss hin acht fiese Bosse in die Knie zu zwingen. Die Hintergrundgeschichte ist nahezu irrelevant, auch wenn man zahlreiche witzige Charaktere trifft, die Aufgaben verteilen oder zumindest für einen Plausch zu haben sind.

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Die Umgebung der insgesamt acht Welten wird aus einer Art isometrischen Sicht dargestellt und offenbart liebevolle Details, charmant verpackt in einer Würfeloptik. Kleine Blumen, Zäune, einzelnes Gras und Bäume zieren die Umgebung und alles lässt sich mit einigen Hieben kurz und klein schlagen. Gerade die Bosse liefern beim Ableben ein geradezu opulentes Effektfeuerwerk in Zeitlupe. Ist deren Energie am Ende, zerplatzen die Monster in Millionen kleiner Würfel, die sich kurzzeitig über den gesamten Bildschirm ergießen. Aber auch das Levelinventar zerfällt in etliche Einzelteile und liefert dabei eine dem Auge schmeichelnde Detailverliebtheit.

Die Welten kommen dabei unglaublich abwechslungsreich daher. Mal wandelt man am Hafen und beschreitest die Planken zu kleinen Schiffen, ein anderes mal ackert man sich durch einen dichten Urwald und entdeckt hinter Felsen und Büschen versteckte Kisten mit begehrtem Loot. Zu Beginn startet ihr mit einer einfachen Klinge. Diese scharfe Schneide vermag die anfänglichen kleinen Feinde in die Flucht zu schlagen. Alsbald nehmt ihr jedoch weitere, teils skurrile Waffen ins Inventar auf und wechselt zwischen Fern- und Nahkampf hin und her. Die einen wirken schwach, deren Hiebe werden aber rasant ausgeführt, andere Waffen wiederum sind langsam, jedoch durchschlagend. Gegen mächtige Feinde ist oftmals eine Schusswaffe die beste Wahl.

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Nach einer anfänglichen Euphorie aufgrund der wirklich gelungenen Inszenierung und dem damit verbundenen Effektfeuerwerk breitet sich jedoch sehr schnell  Ernüchterung aufgrund des schmalspurigen Gameplays aus. Denn trotz zahlreicher Charaktere und ebenso mannigfaltigen Waffen bietet Riverbond ein äußerst minimalistisches Spielvergnügen reduziert auf nur wenige Aktionen. Vermöbelt die Gegner mit schnellen Attacken, ladet den Angriff gezielt auf oder nutzt einem spärlich zur Verfügung stehenden Special. Wenn’s brenzlig wird, kann man auch mal mit einer Rolle aus der Gefahrenzone weichen. Strategisches Vorgehen, taktische Einlagen oder ähnliches sollte man nicht erwarten. Simples Hämmern der Tasten bringt euch unweigerlich ins Ziel.

Das minimalistisch Kampfsystem kann jedoch auch als Segen angesehen werden, denn die KI ist alles andere als ausgegoren. Sobald sich zu viele Feinde auf einmal nähern, haucht der Sensenmann seinen fauligen Atem in den Nacken des Helden. Der Tod kommt, und daran lässt sich oftmals nichts mehr ändern, außer mit einer kopflosen Flucht in ruhigere Gefilde. Als anspruchsvoll kann man dies wohl kaum bezeichnen, schon gar nicht, wenn man mit unendlich Leben in den Kampf zieht und die Gegner bis hin zu den Endbossen selbst nach dem Ableben des Helden noch denselben Schaden vorweisen. Ins Gras zu beißen hat keinerlei Konsequenzen, außer ein paar Schritte mehr, die der Held gehen muss. Selbst ohne Talent wird man Riverbond daher ohne Probleme beenden und damit sämtliche Belohnungen abstauben können.

 

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Bild 1 von 22

 

Getestete Version: Xbox One

 

Unser Fazit

55 %

Optisch ist Riverbond eine Augenweide. Geradezu liebevoll wurde das Abenteuer mithilfe der ungewöhnlichen Voxel-Grafik inszeniert und überzeugt auch dank zahlreicher Effekte. Spielerisch kann der Titel das Niveau jedoch nicht mehr halten. Das simple Kampfsystem ohne jeglichen Anspruch, die kaum vorhandene KI der Widersacher und jegliches Fehlen von tiefer gehender Strategie, Taktik oder wenigstens einem gelungenen Charakteraufbau Trüben völlig den Spielspaß. Wer was schnelles für zwischendurch oder mit Freunden sucht, gerne einen Blick riskieren. Ansonsten können nur noch die Belohnungen in Form von Achievements/Trophies wirklich begeistern.

Pro

  • + Eine wundervolle Inszenierung mit toller Voxel-Optik
  • + Zahlreiche Charaktere bzw. Kleider lassen sich freischalten
  • + Koop-Modus im heimischen Wohnzimmer

Kontra

  • - Extrem simples Kampfsystem ohne Tiefgang
  • - Eintöniger Spielverlauf
  • - Keine Konsequenzen für das Ableben des Helden

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
50 %
Multiplayer
 
60 %
Spielspaß
 
55 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

Kommentare

  • Marcel sagt:

    Ich warte noch darauf, dass der Titel Play Anywhere wird oder ist. Dann kann ich mir in der Mittagspause dieses kurzweilige Spiel zu Gemüte führen.

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