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Rock of Ages 2: Bigger & Boulder – Test / Review

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Veröffentlicht 9. Oktober 2017 | 17:57 Uhr von Luca

Rock-of-Ages-2-Artwork

Rock of Ages 2: Bigger & Boulder ist der Nachfolger des 2011 erschienenen Tower-Defense-Spiels von ACE Team. Rock of Ages 2 baut auf den Stärken des Vorgängers auf und nimmt uns mit auf eine Reise durch Europa in fünf verschiedenen Zeitaltern. Während wir mit einem gigantischen Felsen zahlreiche Hügel hinunterrollen und Zerstörung anrichten, treffen wir immer wieder auf bedeutende historische Persönlichkeiten, welche uns auf eine unglaublich witzige Art vorgestellt werden.

Rock of Ages 2 kann sowohl im Multiplayermodus als auch im Singleplayermodus gespielt werden. Im Singleplayermodus gibt es neben der Storykampagne die Modi „Krieg“, „Hürdenlauf“, und „Zeitrennen“. In Letzterem geht es darum, den Stein so schnell wie möglich durch den Kurs zu manövrieren, ohne irgendwelche Hindernisse. „Krieg“ und „Hürdenlauf“ sind Bestandteil der Storykampagne, welche wir als Atlas in Oxfordshire beginnen, wo wir ein Tutorial durchspielen können. Eine witzige Cutscene führt uns in ein Klassenzimmer, in welchem Herodot gerade dabei ist, seinen Schülern zu erklären, dass die wichtigsten Kriege bisher immer mit gigantischen, rollenden Felsen gewonnen wurden. Napoleon hat aber nicht aufgepasst und wird nun von Herodot aufgefordert, seine Worte zu wiederholen. Zum Glück wird die peinliche Situation durch Atlas, der mit einem gigantischen Felsen vom Himmel fällt, unterbrochen, und zwar genau zum richtigen Zeitpunkt – mit diesem Felsen haben wir die Chance, die Armee von König Richard Löwenherz zu besiegen, welche uns in diesem Moment gerade angreift!

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Im Tutorial werden uns die Spielmechaniken ausgerechnet von Napoleon, welcher im Unterricht geschlafen hat, erklärt, dies anhand des Spielmodus „Krieg“. Die Karte besteht aus zwei identischen Schlachtfeldern, über welche wir unseren Felsen möglichst unbeschädigt herunterrollen müssen. Am unteren Ende stehen jeweils die Festungen, deren Tore wir so stark wie möglich treffen müssen. Der Schaden wird dabei bestimmt von Geschwindigkeit, sowie Zustand des Felsens. Zu Beginn müssen wir jeweils einen Stein mit bestimmten Eigenschaften (Gewicht, Geschwindigkeit, Stärke) auswählen, sowie unsere defensiven Einrichtungen. Während der 90 Sekunden langen Aufbauphase müssen wir diese Einrichtungen nun geschickt auf dem Feld platzieren. Wie wir das am besten Anstellen, müssen wir selbst herausfinden. Von einer bestimmten Einheit kann nur eine bestimmte Anzahl platziert werden, außerdem kostet das Platzieren Geld, welches aber jede Runde neu aufgefüllt wird. Sind die 90 Sekunden um, können wir entweder sofort losrollen, oder wir können unserem Gegner zusehen und versuchen, seinen Stein mit einem Blitz zu treffen und ihn gegebenenfalls zu zerstören. Wer das gegnerische Tor zuerst durchbrochen hat, gewinnt. Es gibt drei Schwierigkeitsgrade, der Modus „Normal“ ist dabei schon ziemlich schwierig. Vor jeder Partie können wir die Schwierigkeit ändern.

So rollen wir uns in der Kampagne quer durch Europa, schalten neue Schauplätze, Steine, Einrichtungen und Einrichtungsslots frei. Erreichen wir jeweils einen neuen Schauplatz, werden uns unsere Gegner, etwa Kopernikus, Jeanne d’Arc, Adam und Eva oder die brennende Giraffe aus einem Gemälde von Salvador Dalí in einer aberwitzigen Cutscene vorgestellt. Besiegen wir unsere Gegner, erhalten wir als Belohnung deren Felsen, eine neue defensive Einrichtung, sowie ein Avatarbild. Um bestimmte Wege nehmen zu können, brauchen wir eine bestimmte Anzahl an Sternen. Pro Schauplatz gibt es meist deren zwei zu gewinnen. Einen für den Spielmodus „Krieg“ und einen für „Hindernislauf“, wo es darum geht, gleichzeitig mit dem Gegner das Feld hinunterzurollen, Verteidigungseinrichtungen auszuweichen und als erster das Burgtor zu erreichen. Wer zuerst drei Runden gewonnen hat, gewinnt die Partie.

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Wir können zudem einige wenige Bosskämpfe bestreiten.

Eine richtige Story gibt es also nicht, unsere Motivation liegt darin, neue Schauplätze aus verschiedenen Zeitaltern und Epochen freizuschalten (u.a. Renaissance, Mittelalter oder Impressionismus) und dabei neue Felsen und Verteidigungseinrichtungen zu erhalten, etwa einen brennenden Stein aus Pompeii, welcher, indem wir springen, den Boden verbrennt, wodurch der Gegner dort keine Einrichtungen platzieren kann, einen Stein, mit welchem ein Doppelsprung ausgeführt werden kann, oder eine aufgeblasene Kuh, mit welcher wir viel höher und weiter springen können. Für unsere Verteidigung können unter anderem wir Kanonen, Türme, Katapulte, Fallen, Windmühlen oder Kuhweiden freischalten. Rollt der Gegner über eine solche Weide, haften die Kühe für eine bestimmte Zeit an seinem Felsen, wodurch er sich nicht mehr so gut bewegen kann. Auch wenn der Nutzen von verschiedenen Anlagen manchmal nicht ganz klar ist, macht es Spaß, mit den teils abstrusen Einrichtungen zu experimentieren.

Das Steuern unseres Felsens, welches aus Lenken und Springen besteht, gestaltet sich aufgrund seines Gewichts als ziemlich schwer, zumal die Kurse oft sehr eng und kurvig sind. Wir müssen vorausschauend abbremsen und lenken sowie zum richtigen Zeitpunkt über Abgründe und Verteidigungsanlagen springen, wenn wir nicht vom Feld fallen wollen, wodurch wir zwar nicht viel Schaden erhalten, jedoch aber Zeit verlieren. Die Steuerung funktioniert mit Tastatur und Controller gut, die Lenkempfindlichkeit und die Rotationsgeschwindigkeit der Kamera lassen sich einstellen. Das Herumhantieren mit der Kamera ist wichtig, weil wir sonst manchmal nicht sehen können, wohin wir rollen, zumal die Orientierung auf den Karten sehr schwierig ist, dies, obwohl wir den ganzen Verlauf der Strecke und unsere Position jeweils in der rechten oberen Bildschirmecke sehen können. Die Navigation im Aufbaumodus ist intuitiv, wir können zoomen, die Kamera drehen, ein Knopfdruck bringt uns direkt zum feindlichen Felsen oder zu unserem Burgtor. Das Errichten der Verteidigung geht mit der Maus deutlich schneller als mit dem Controller, die 90 Sekunden reichen aber längst aus.

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Rock of Ages 2 mag zwar nicht die schärfsten Texturen oder die detaillierteste Zerstörung besitzen, was aber auch nicht nötig ist und vermutlich nicht einmal ins Gesamtbild passen würde. Der Artstyle von Rock of Ages 2 ist einfach fantastisch. Die 2D-Figuren sehen aus wie Pappfiguren, die Charaktere in den Cutscenes stammen meist aus historischen Gemälden und wurden wie Hampelmänner animiert, sodass neben den witzigen Dialogen selbst die Bewegungen zum Totlachen sind. Auch die Schauplätze sind beeindruckend. Jede Karte hat einen eigenen Stil, der Himmel in Lwiv könnte direkt von Van Gogh stammen, in Oslo haben wir aufgrund der Landschaft, der Stimmung und des Zeichenstils der Objekte das Gefühl, uns direkt im Gemälde „Der Schrei“ zu bewegen. Abseits der Kurse befinden sich viele schöne Details, welche oft Anspielungen auf unsere Gegner und deren Werke sind. Das Schlachtfeld im Kampf gegen Dalís brennende Giraffe wurde etwa dem Gemälde „Die Beständigkeit der Erinnerung“ nachempfunden. Neben der Karte tanzen in einem Kreis riesige Ameisen herum. Diese Ameisen lassen sich auch im echten Gemälde ausmachen. Sämtliche Elemente wurden hervorragend ins Gesamtbild integriert und passen nicht nur grafisch, sondern auch in punkto Gameplay. Rollen wir während der Zerstörung Pompeiis den Vesuv hinab, sind die Lavaströme tödliche Fallen und atmosphärische Untermalung der Karte zugleich.

Sowohl in den Cutscenes als auch während dem Kampf tragen witzige Geräusche zum witzigen Gesamtbild des Spiels bei, etwa das Kauderwelsch, welches einige Figuren sprechen, das edle und perfekt intonierte Französisch Napoleons oder die Schreie und Pupsgeräusche, wenn wir über Gegner rollen. Die Sounds von zerstörten Gemäuern und dem rollenden Felsen sind in Ordnung. Ferner wird jeder Schauplatz mit passender Musik untermalt, das alte Bologna wird etwa von einer Abwandlung von Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ begleitet, der Ausbruch des Vesuv von Wagners „Ritt der Walküren“.

Nach der kurzen Kampagne, also nach allerspätestens zehn Stunden, wenn wir alles freigeschaltet haben, wird der Multiplayermodus die Hauptmotivation sein, das Spiel weiterzuspielen. Dort treten wir in 2-gegen-2-Partien gegen andere Spieler oder KI-Gegner an. Das Spiel fühlt sich hier meist gleich an, wie im Singleplayermodus, nur können sich pro Team nun zwei Steine auf dem Schlachtfeld bewegen. Wer will, spielt online einfach so weiter, wie er es bis jetzt getan hat, oder aber er denkt sich mit seinem Mitspieler eine Strategie aus. Der Multiplayer funktioniert gut, einziges Problem scheint zu sein, dass sich bei der Lobbysuche die Spielinformationen nicht rechtzeitig aktualisieren und wir dadurch oft in anderen Spielen landen, als wir eigentlich wollten.

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Getestete Version: PC (Steam)

Unser Fazit

75 %

Rock of Ages 2: Bigger & Boulder schafft es, auf eine enorm witzige Art, Kunst und Geschichte zum Leben zu erwecken. Die Karten sind direkt historischen Schauplätzen und Gemälden nachempfunden, der Artstyle ist fantastisch. Einige Sprüche, Cutscenes und sogar Verteidigungseinrichtungen sind einfach zum Totlachen. Die passende musikalische Untermalung rundet das stimmige Gesamtbild ab. Trotz der schwierigen und teilweise etwas frustrierenden Steuerung und erschwerter Orientierung beim Herabrollen über die Schlachtfelder ist Rock of Ages 2 selbst für Genre-Neulinge einen Besuch wert, Langzeitmotivation werden aber wohl nur richtige Fans des Genres finden.

Pro

  • + Witzige Cutscenes
  • + Stimmiges Gesamtbild
  • + Fantastischer Artstyle
  • + Mehrere Spielmodi
  • + Verschiedene Felsen mit unterschiedlichen Eigenschaften
  • + Interessante Verteidigungseinrichtungen
  • + Schöne Karten
  • + Passende musikalische Untermalung
  • + Viele Wege in der Kampagne möglich
  • + Viele Einstellungsmöglichkeiten

Kontra

  • - Unübersichtliche Navigation im Menü
  • - Spielmechaniken nicht ausreichend erklärt
  • - Schwierigkeitsgrade unausgeglichen
  • - KI bleibt oft stecken
  • - Orientierung auf den Kursen trotz Pfeilen sehr schwierig
  • - Tipps nur in Ladebildschirmen und aufgrund der kurzen Ladezeit nicht lesbar
  • - Unspektakuläre Bosskämpfe
  • - Bugs
  • - Falsche Spielinformationen bei Lobbysuche
  • - Kampagne an sich unspannend
  • - Einige Verteidigungseinrichtungen sind unnötig

Unsere Bewertung

Grafik
 
89 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
71 %
Gameplay
 
62 %
Multiplayer
 
75 %
Spielspaß
 
73 %

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