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Rocksmith 2014 Edition – Review / Test

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Veröffentlicht 25. November 2013 | 15:45 Uhr von Erzgebirgskind

Rocksmith-2014

Gut ein Jahr nach Erscheinen des damals viel beachteten und hoch gelobten Rocksmith ist nun die 2014er Edition erhältlich. Rocksmith war und ist heute noch ein innovativer Weg Gitarre zu lernen, und sich mit Musik zu beschäftigen. Wer keine Lust auf regelmäßigen Unterricht und überteuerte Musikstunden hatte, sondern mit oder auch ohne Vorkenntnisse, lieber selbstbestimmt lernen möchte, dem steht ab sofort mit Rocksmith 2014 Edition eine ideale Alternative zum Selbststudium zur Verfügung.

Ist die 2014er Edition eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung der alten Version oder nur eine schnell zusammengeschusterte Kopie im neuen Gewand?

Get The Party Started

Um Rocksmith spielen zu können sollte man zwingend bereits im Besitz einer E-Gitarre sein, oder diese als Bundle zusammen mit der DVD-Box erwerben, welche auch das entsprechend benötigte Kabel enthält. Vorbesitzer der alten Version können inzwischen auch eine DVD only Box erhalten und so ca. 15 Euro sparen. Der Ausführlichkeit halber sei noch erwähnt, dass für den Test die Box per HDMI an einem Sony TV angeschlossen ist und darüber auch die Soundausgabe erfolgte.

Der Start ist kinderleicht: Kabelende 1 an den Xbox-Anschluss, Kabelende 2 in die Gitarre einstöpseln, das Ding umhängen (alternativ auch langweilig auf einen Stuhl hocken) und los geht’s.

Und hier ist bereits die erste Neuerung im Vergleich zur alten Version zu verzeichnen: Rocksmith 2014 unterstützt Kinect Sprachbefehle. Also schalten wir seit längerem Mal wieder das schon reichlich angestaubte Kinect ein und gönnen uns den Luxus Rocksmith per Sprachbefehl zu starten. Das Spiel mit dem Standardbefehl „Spiel spielen“ zu starten ist auch kein Problem, jedoch versagt die Sprachsteuerung schon im ersten Bildschirm. Eigentlich müsste nur gestartet werden, aber wie auch immer  ich es sage, das Wörtchen Start wird nicht akzeptiert. Na gut, dann eben doch den Startbutton auf dem Controller nutzen.

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Dann finden wir uns in einem Einführungsmenü wieder, welches dazu dient die Fähigkeiten und Vorlieben des Probanden abzuschätzen. Abgefragt werden der eigene Skill vom blutigen Anfänger bis hin zum Profi, Rechts- oder Linkshänder oder ob man Lead- oder Rhythmusgitarre oder Bass spielen möchte. Und hier ist auch schon die erste Veränderung zur vorherigen Version sichtbar: War doch in der ersten Rocksmith Version das Bass-Spiel noch ein (wenn auch kostenfreier und mitgelieferter) DLC und eine komplett abgetrennte Sektion, so ist es hier schon direkt integriert.

Ich entscheide mich als erstes für das Rhythmusspiel, für mich ist das noch der sicherste Hafen. Durch diese Abfragesektion kann man sich übrigens ganz gut mit den Sprachbefehlen durch hangeln. Zum Schluss erscheint das obligatorische Stimmen der Gitarre und danach können wir loslegen. Aber halt, jetzt wird nochmal gestimmt? Und auch danach entlässt mich Rocksmith nicht ins Hauptmenü sondern springt wieder zurück. Und dann noch einmal. Bevor sich die totale Verzweiflung breit macht, komme ich auf die Idee Kinect auszuschalten und siehe da: Ich rutsche im Rekordtempo durch die Einführungssektion. Na gut, das mit Kinect war wohl nix. Fail. Die Idee sich hier anhand der Sprachunterstützung die Bedienung zu vereinfachen da der Nutzer im Allgemeinen doch eher mit seiner Gitarre und weniger mit seinem Controller beschäftigt ist, ist gut, überlebt jedoch nicht mal die Einführungslektion. Hier ist aus unserer Sicht dringende Nachbesserung geraten.

Nach dem Stimmen werden wir gefragt ob wir denn nicht unsere Songs aus der alten Version in die aktuelle Edition übernehmen wollen. Der Vorschlag klingt plausibel also antworte ich mit Ja. Das Spiel leitet mich zum Shop, und ich soll dafür bitteschön die Kleinigkeit von knapp 10 Euro investieren. 10 Euro? Nein. Nach dem Kinect Desaster bin ich nicht bereit dafür. Gefühlt im Moment für mich viel zu teuer. Als bitte „Weiter!“. Ach so, ich muss ja den Controller nehmen. Seufz.

Endlich sind wir im eigentlichen Hauptmenü angelangt und uns erwartet die nächste Überraschung: Der Karrieremodus wurde abgeschafft. Ich habe sofort Zugriff auf alle Lieder und kann spielen was ich will. Mir gefällt das gut. Gleichzeitig kann ich mir vorstellen, dass ein absoluter Neuling und Erstbesitzer von Rocksmith an dieser Stelle ziemlich überfordert sein dürfte.

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While my guitar gently weeps

Das Hauptmenü unterteilt sich in verschiedene Sektionen, auf die im Folgenden näher eingegangen wird. Über die Back- und Starttaste erreicht man außerdem die Optionseinstellungen, den Tuner, Sound-Designer, ein Akkord- und ein Technikhandbuch sowie kann man adhoc zwischen Lead- und Rhythmusgitarre und Bass-Spiel wechseln. Das Technikhandbuch ist in Rocksmith2014 ebenfalls neu und beinhaltet eine Übersicht der verwendeten Symbole zur Darstellung unterschiedlicher Techniken. Dafür gibt es einen Pluspunkt, da man bei wenig genutzten Techniken ab und an nachschlagen muss.

Lerne einen Song

Es erwartet uns statt des Karrieremodus die aufgeräumt wirkende Songbibliothek. Die Songs lassen sich nach verschiedenen Kriterien sortieren so dass man sich recht schnell zurechtfindet. Neu ist ebenfalls der Score-Modus. Hier kann man sich, nach unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden von Einfach bis Meister unterteilt, auf die Jagd nach der höchsten Punktzahl begeben. Auch der Riff-Repetitor ist jetzt sofort jederzeit zugänglich. Einfach den gewünschten Song starten und B drücken. So einfach kann es sein. Statt Karrierepunkte zu verdienen schlägt Rocksmith verschiedene Missionen vor, die man erfüllen kann. Diese reichen von Spiele Lied „XYZ“ oder sind spielbezogen á la „Übe vom grade gespielten Song den Refrain im Riff-Repetitor“. So ergeben die Missionsvorschläge auch Sinn und tragen zur Verbesserung der eigenen Spielweise und zum vollständigen Lernen des gewünschten Songs bei.

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Session-Modus

Der Session-Modus wurde in Rocksmith 2014 neu hinzugefügt und ist eine sehr sinnvolle Ergänzung um das eigene kreative Freispiel zu verbessern. Man kann sich seine eigene Band anhand von vier freien Slots und diversen Auswahlmöglichkeiten selbst zusammenstellen oder von Rocksmith erstellte Bandvorlagen nutzen. Ebenfalls einstellbar sind der Grundton, die gewünschte Tonleiter, Tempo, Groove, Komplexität und vieles mehr. Rocksmith unterstützt auch das grafische Anzeigen der ausgewählten Tonleitern und Pentatoniken per Tabulatur, so das einem Spiel „on the flow“ quasi nichts im Weg steht.

Pausenlos Spielen

Letztendlich ist dieser Modus nichts weiter als das Verwalten und Erstellen einer eigenen Playlist wenn man mal mehr als nur einen Titel spielen möchte. Ausdehnbar ist das Ganze auf bis eine Stunde und verfügbar sind alle Songs die in der Songbibliothek vorhanden sind. Wann waren die Nachbarn gleich nochmal nachmittags nicht zu Hause?

Lektionen

Der Bereich Lektionen beinhaltet auch diesmal wieder eine fundierte und reichhaltige Übersicht über die Grundlagen der E-Gitarre. Anhand von Videos und Übungen werden sehr ausführlich Techniken und Spielweisen erklärt. Die Übungen werden prozentmäßig bewertet und der Fortschritt in der Lektionsübersicht vermerkt.

Guitarcade

Auch die mehr oder weniger beliebten Minispiele sind wieder mit dabei. Wer auf schicke prähistorische 8-Bit Ausgaben steht und sich gern so richtig fordern lässt ist hier genau richtig aufgehoben. Der Modus wurde erweitert und enthält noch mehr Spiele als bisher.

Multiplayer

Multiplayer. Multiplayer?! Sollten meine kühnsten Träume endlich wahr werden und ich mit meinem alten Kumpel Lenny in New York endlich online in Realtime via XBL zusammen jammen können? Yeah! Aber nein. Auch diese Version versteht unter Multiplayer lediglich ein Zusammenspiel von zwei Personen an einer Box. Da es dafür zwei Instrumente und zwei der nicht grade billigen Verbindungskabel benötigt, bleibt wohl der Modus Multiplayer eine der am wenigsten genutzten Funktionen in Rocksmith. Lenny und ich werden also auf eventuelle Verbesserungen warten müssen. Aber träumen dürfen wir. Der Lenny und ich.

Sound-Designer

Auch Technikfetischisten werden in Rocksmith 2014 wieder ausgiebig bedient. Mit Hilfe des Sound-Designers ist man in der Lage sich selbst komplexe Setups und Sounds zu bauen und diese zu speichern. So kann man sich im Lauf der Zeit eine eigene Sound-Bibliothek zusammenstellen und ist für alle Fälle und Jam-Sessions vollständig gerüstet.

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Girls just wanna have fun

Ich habe meine E-Gitarre seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr angefasst und verstehe das nach kurzer Zeit selbst nicht mehr. Rocksmith macht einfach Spaß. Ich lege quasi direkt los, ohne erst großartig ein Dutzend Lektionen anhören zu müssen. Durch den dynamischen Schwierigkeitsgrad ist das problemlos möglich. Spielt man die vorgegebenen Töne alle permanent richtig, erkennt Rocksmith dies und steigert automatisch den Schwierigkeitsgrad. Auch sehr praktisch ist die direkte Erreichbarkeit des Riff-Repetitors und des Akkordbuches über die Starttaste während eines Liedes. Die Flow- und Tabulaturansicht ist zweiseitig einstellbar. Das erleichtert mir das Leben, da ich die Tabulatur drehen muss um klarzukommen. Verhaue ich während des Liedes ständig die gleiche Stelle oder kann einen Akkord nicht richtig, so macht mir Rocksmith direkt im Anschluss per Mission den Vorschlag doch genau daran zu arbeiten. Das ganze System wirkt smart und durchdacht und ist wesentlich eleganter und einfacher zu bedienen als im ersten Teil.

Ebenfalls positiv fällt auch auf, dass die Tuningtoleranz erhöht wurde. War man im Teil eins fast immer nach einem Song damit beschäftigt seine Gitarre zwangsweise per Anweisung durch Rocksmith neu zu stimmen, so erledige ich das hier genau einmal am Anfang und dann für längere Zeit nicht mehr.

Auch die Lag-Problematik wurde verbessert. Zwar sind immer noch leichte Lags mit meiner Konfiguration vorhanden, fallen aber nicht mehr so sehr ins Gewicht wie in der alten Version. Die Soundausgabe auf Kopfhörer oder auch das Spielen mehr nach Gehör und weniger nach Tabulatur bringt noch einiges an Verbesserung.

Unser Fazit

85 %

Rocksmith 2014 Edition ist ein würdiger Nachfolger. Die neue Set-Liste ist Geschmacksache und kann bei Bedarf durch den Import der ersten Set-Liste ergänzt werden. Ebenso wird man im Onlineshop fündig, so dass einer ganz auf die persönlichen Präferenzen zugeschnittenen Set-Liste nichts im Weg steht. Lieder aus dem Shop schlagen im Einzelpreis mit ca. 3€ oder als Song-Pack mit ca. 8€ zu Buche. Leider musste ich beim späteren Importieren der Songliste der ersten Version feststellen, dass nicht alle Lieder vollständig importiert wurden. Für knapp 10 Euro darf man jedoch Vollständigkeit erwarten. Ob Rocksmith allein ausreicht, um vernünftig rocken zu können, muss jeder für sich selbst entscheiden. Je mehr Vorkenntnisse vorhanden sind, umso höher ist dafür die Wahrscheinlichkeit. Die Einführung eines Session-Modus hat sich rentiert und ist grade für fortgeschrittene Spieler eine wertvolle Ergänzung. Was zu hoffen bleibt, ist das eventuell in ferner oder naher Zukunft eine Weiterentwicklung des Multiplayers erfolgt und ein Zusammenspiel via XBL ermöglicht wird. Wer das Rocken lernen oder seine heroischen Fähigkeiten verbessern möchte, macht mit dem Erwerb von Rocksmith nichts verkehrt. Eine Mütze Motivation und Durchhaltevermögen sollte für Anfänger mit im Einkaufskorb liegen, dann steht einer steilen Wohnzimmerkarriere nichts mehr im Weg. Vorbesitzer der ersten Version werden ebenfalls zahlreiche Verbesserungen und Neuerungen vorfinden. Ob das jedoch einen Neukauf rechtfertigt oder dann doch das Gefühl bleibt ein Masterupdate zum Vollpreistitel zu erwerben, muss jeder für sich entscheiden. Erstkäufern sei die ebenfalls noch erhältliche 2013er Version ans Herz gelegt, die aus meiner persönlichen Sicht zwar den Karrieremodus und eine etwas umständliche Benutzerführung, dafür aber die bessere Set-Liste enthält.

Pro

  • + Lag-Problematik wurde verbessert
  • + Intuitive Menüführung
  • + Kein Karrieremodus mehr
  • + Sehr gute Ergänzung für das Selbststudium
  • + Sessions-Modus
  • + Technikhandbuch

Kontra

  • - Preise für zusätzliche Titel
  • - Immer noch kein Online Multiplayer
  • - Preis Import der Titel von Rocksmith 2013
  • - Schlechte Kinect Spracherkennung
  • - Fehlerhafter Songimport der alten Set-Liste

Unsere Bewertung

Grafik
 
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Sound
 
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Steuerung
 
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Gameplay
 
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Multiplayer
 
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Spielspaß
 
85 %

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Jung gebliebenes Spielekind, zockt meist alles was bis Drei! nicht aus der Konsole springt. Im wahren Leben als Jacqueline Track unterwegs ....

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