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Saints Row: Gat out of Hell – In der Hölle ist der Teufel los!

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Veröffentlicht 4. März 2015 | 15:42 Uhr von Sandra

Letzte Änderung 10. März 2015

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Gat out of Hell … oder wenn die Geburtstagsfeier ein gehöriger Griff ins Klo – pardon, die Hölle wird, ist eine Stand-Alone-Erweiterung, die für alle PC, Playstation 3 und Xbox 360 Spieler als Download für um die 20 Euro zur Verfügung steht, unabhängig davon, ob das Action-Adventure und Hauptspiel Saints Row 4 (2013) vorhanden ist oder nicht. PS4- und Xbox One-Besitzer erhalten den rund 20-stündigen DLC  mit Saints Row 4: Re-Elected, welches mit aufgehübschter Grafik (ca. 45-50 Euro) für die Next-Gen-Konsole erschienen ist. Zusammen mit Johnny und Kinzie sind wir in die Unterwelt aufgebrochen und haben mal nach dem Rechten gesehen.

Johnny got his Gun

Johnny Gat und der gesamte Rest der verrückten Crew feiern Kinzie Kensingtons Geburtstag. Um der Party noch mehr Würze zu verleihen, wird ein altes Ouijabrett hevor gekramt, mit dessen Hilfe es möglich sein soll, dass Lebende Fragen ans Jenseits stellen und angeblich auch von dort beantwortet bekommen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Das Ouijabrett scheint ein Eigenleben zu besitzen und es sorgt dafür, dass der Präsident ohne über Los zu ziehen und 4.000 Euro einzusacken auf direktem Weg in die Hölle  geschickt wird. Johnny fackelt natürlich nicht lange, zückt seine Wumme und zwing das Zauberbrett ein weiteres Portal in die Unterwelt zu öffnen, so dass er mit Kinzie zur Rettung des Anführers eilen kann.

In der Hölle angekommen, fällt – zumindest denen unter euch, die Saints Row 4 gespielt haben, auf, dass des Teufels Refugium ganz arg an den vierten Serienteil erinnert. Um einen Unterwelt-Look zu kredenzen haben Volition Inc. den Straßenzügen und Häuserschluchten aus Saints Row 4 schlichtweg ein graues Gewand übergestülpt und anstelle von Aliens wandeln Dämonen und verlorene Seelen umher. Auf fahrbare Untersetzer mit wahlweise zwei oder vier Rädern muss überdies auch nicht verzichtet werden, die, natürlich an die Umgebung angepasst, recht verwatzt und abgewrackt aussehen. Aber wer stört sich schon an der Optik, wenn die Motorleistung stimmt. Habt ihr allerdings begonnen Johnny in Sachen Fähigkeiten auszubauen, kommt ihr von alleine drauf doch häufiger Mal zu Fuß zu gehen oder Strecken fliegend hinter euch zu bringen.

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Go Johnny, go

Nachdem ihr, sozusagen Tutorial gleich, mit den wichtigsten Spiel-relevanten Elementen Bekanntschaft geschlossen habt, geht es daran Verbündete in der Hölle ausfindig zu machen. Satan hat sich nämlich einen recht üblen Plan zu Recht gelegt, was er mit dem Saints-Anführer und Präsidenten der USA vorhat. Mit Hilfe von Shakespeare, Blackbeard oder auch Vlad dem Pfähler könnt ihr allerdings gegen halten und dem Fürsten der Unterwelt gehörig in die Suppe spucken. Die Missionen auf eurem Präsidenten-Rettungstrip sind einfach wie spaßig zugleich – Saints Row typisch eben. Chaos ist das Gebot der Stunde und so dürft ihr mit Panzern und Raketenwerfern eurer Zerstörungswut freien Lauf lassen, Checkpoint-Rennen erledigen oder darnieder fallende Seelen retten. Immer wieder witzig ist die höllische Form des Versicherungsbetrugs da ihr euch, möglichst auffällig und hingebungsvoll, in den fahrenden Verkehr schmeißt. Auch die Sammelfreunde unter euch kommen nicht zu kurz, da überall Seelenschwärme darauf warten von euch mitgenommen zu werden.

Ob ihr euren Präsidenten, so am Rande notiert, mit Johnny oder doch lieber mit Kinzie retten wollt, ist euch überlassen. Ihr könnt, sobald ihr in der Hölle angekommen seid und die Einführung abgeschlossen habt, jederzeit zwischen den beiden Charakteren hin- und her wechseln. Einen Unterschied hinsichtlich der Möglichkeiten macht es jedoch nicht und stellt euch auch darauf ein, dass die Individualisierungsmöglichkeiten – sofern ihr sie aus Saints Row 4 kennen- und schätzen gelernt habt, nicht vorhanden sind. Aber ganz ehrlich? Das mindert den Spielspaß nicht im Geringsten!

Die erneut Spiel bestimmende Mixtur aus Feuergefechten sowie dem Einsetzen der zur Verfügung stehenden Superkräfte passen nicht nur prima zu Gat out of Hell, es macht auch Spaß. Ein mehr als ordentliches Waffenarsenal steht euch zur Verfügung, das aus gängigen Schießeisen, beispielsweise Sturmgewehre oder auch Schrotflinten, aber auch sprichwörtlichen diabolischen Kampfutensilien bestehen. Wie wäre es denn mit einem Seelenstaubsauber, explodierenden Fröschen oder – ein Teil der zehn Plagen lässt grüßen, tödliche Insektenschwärme, die ihr gegen Dämonen und sonstiges Unterweltgetier einsetzen könnt. Etwas schade, mal wieder, ist leider, dass auch in Gat out of Hell die Widersacher wenig bis keine Intelligenz aufweisen, wenn es darum geht sich gegen euch zur Wehr zu setzen. Böse Zungen möchten fast behaupten, dass es wie im richtigen Leben ist … trefft ihr einen Blödmann, bekommt dieser die Klappe nicht auf, aber wehe sie sind in der Gruppe unterwegs, dann werden sie mutig. Da ihr aber genau dieses System schnell durchschauen werdet, wird es euch auch fix gelingen damit umzugehen und folglich auch vermeintlich organisierte Gruppenangriffe abzuwehren und die Gangmitglieder endgültig ins Höllenfeuer zu verfrachten. Das gilt auch für Zwischen- und Endbosse, denen ihr vor allem unter Zuhilfenahme eurer Superkräfte  als auch euren verschiedenen Waffen mit etwas Geschick stets ein schnelles Ende bereiten könnt. Solltet ihr zwischendrin das Gefühl nicht los werden, dass die eine oder andere Waffe mit euch spricht – keine Sorge, ihr müsst nicht an eurem Geisteszustand zweifeln, die tun das wirklich! So ganz nebenbei sei euch der enthaltene Koop-Modus ans Herz gelegt. Zu zweit die Hölle auf den Kopf zu stellen und deren Bewohner in ihre Einzelteile zu zerlegen bringt auf diese Weise einfach noch mehr Spaß.

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Johnny B. Good

Wirklich viel neu oder anders macht Gat out of Hell nicht, was sich auch bei den Missionen wiederspiegelt, von denen zwar genug zur Erledigung bereit stehen, die sich jedoch auf die Dauer hin als nicht zwingend abwechslungsreich erweisen. Sei es drum, denn obwohl ihr die Missionen für den spielerischen Erfolg benötigt, und um zu erfahren wie es am Ende ausgeht, sind es unterm Strich die vielen kleinen Dinge zwischendrin als auch der gnadenlos schräge Humor, welche den Höllentrip ausmachen. Dazu gehört auch, dass – super schräg – Musical-Elemente Einzug in die Unterwelt gehalten haben. Wenn euch Minnegesänge entgegen schallmeien, die irgendwie an die Serie Buffy sowie deren Folge Noch einmal mit Gefühl (Engl.: Once more with Feeling) erinnern, wird sich das Grinsen bei euch fast von allein einstellen. Davon abgesehen, dass der Kontrast, sozusagen Hölle trifft auf High School Musical, super passt. Die Stücke überzeugen, passen zum Thema, die Sänger können definitiv singen – ergo, alles gut!

Optisch hat Gat out of Hell nicht ganz so viel auf dem Kasten. Grau schaut’s aus und dazu gesellen sich matschige Texturen. Ebenfalls mangelt es an Details, an Ideen, welche Satans Reich etwas – sagen wir – teuflischer hätten aussehen lassen können. Immerhin gibt es ein paar feurige, gut anzusehende Effekte und wenn ihr es gescheit krachen lasst, dürft ihr auch ein sehr ordentlich geratenes Lichtspiel, Stichwort Explosionen, in Augenschein nehmen.

Über jeden Zweifel erhaben sind wieder einmal die Sprecher, die sich, das werdet ihr zweifelsfrei heraus hören, super in ihre jeweiligen Figuren hinein gedacht bzw. gearbeitet haben und so in der Lage sind sich untereinander geniale Wortgefechte zu liefern, Witze abzuspulen, dumme Sprüche zu reißen und derlei mehr. Wohl dem, der die Vorgänger und vor allem Saints Row 4 gespielt hat, denn es finden sich in Gat out of Hell zahlreiche Anspielungen auf die voran gegangenen Teile. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten, die euch ein Stück weit hilfreich unter die Arme greifen werden.

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Unser Fazit

83 %

Gat out of Hell ist voll und ganz Saints Row: Verrückt, total abgedreht und einfach nur schräg! Volition Inc. hat auf bewährte Kost gesetzt, die optisch in eine nicht so ganz überzeugende Unterwelt verfrachtet wurde. Aber das Geschehen findet abseits von Hochglanzgrafik und Effekthascherei statt, denn es sind die genialen Ideen, der schwarze Humor, die wilden Wortgefechte und die permanente Action, die dafür sorgen, dass ihr den Controller so schnell nicht aus der Hand legt. Verdrehte Ideen und ganz viel Unmögliches begegnen euch am laufenden Band und gestalten auf diese Weise die Dämonenjagd auf dem Weg zur Präsidentenbefreiung zu einem spaßigen Unterfangen mit sehr gut gemachten Musical-Einlagen als Sahnehäubchen. Fans der Serie können unbesehen zuschlagen und wer noch nicht in Saints Row unterwegs war, dem legen wir zunächst Saints Row 4 als Einstieg ans Herz, was am Ende auch Figuren sowie Ereignisse in Gat out of Hell schlüssiger erscheinen lässt.

Pro

  • + Preis/Leistung stimmt
  • + Humor ist Trumpf!
  • + gut angepasste, intuitive Steuerung
  • + hübsche Effekte und solide Animationen
  • + umfangreiches Waffenarsenal
  • + Wiedersehen mit alten Bekannten
  • + top Sprachausgabe (Englisch), inkl. deutscher Untertitel
  • + Musical-Einlagen sind gelungen
  • + gut funktionierender Koop Modus

Kontra

  • - die Hölle ist zu grau, zu matschig, zu trist
  • - Gegner agieren „mal wieder“ äußerst dümmlich
  • - 08/15-Missionsdesign
  • - Musik/Sound nicht so vielfältig wie in Saints Row 4

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
82 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
85 %
Spielspaß
 
90 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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