Saints Row: The Third - Test / Review - insidegames

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Saints Row: The Third – Test / Review

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Veröffentlicht 12. November 2011 | 21:05 Uhr von Goreminister

Letzte Änderung 2. Januar 2012

Saints Row 3 (4)

Mittlerweile hat sich auch der „böse Bruder“ der GTA-Reihe fest in der Videospielszene etabliert und den virtuellen Gangstern unter euch einige amüsante Spielstunden beschert. Mit Saints Row: The Third meldet man sich nun zurück und die Entwickler aus dem Hause Volition setzen die Messlatte des „guten Geschmacks“ erneut etwas höher. Okay, inwiefern man ein Dildoschwert, jede Menge Eiertritte und sinnlose Gewalt als „guten Geschmack“ darstellen möchte, überlassen wir jedem selbst, doch hey… Es macht doch so unendlich viel Spaß! Also auf nach Steelport und rein in das Over-the-Top Spektakel des Jahres…

Belgische Waffeln zum Frühstück
Die Saints melden sich zurück und das eindrucksvoller denn je. Nach den Ereignissen in Saints Row 2 ist die Bande mittlerweile zur absoluten Mediensensation aufgestiegen und bewirbt Energy-Drinks, treibt sich in Talkshows herum, verteilt Autogramme und selbst ein Kinofilm mit den Gangstern ist in Planung. Es könnte nicht besser laufen, doch nach einem erneuten Bankraub nimmt das Schicksal eine unerwartete Wendung. Die Gruppe wird von der Polizei geschnappt, doch anstelle im Knast zu landen werden sie von einer neuen Gruppierung belgischer Investoren aufgegriffen. Diese nennen sich selber „Das Syndikat“ und möchten gemeinsame Sache mit den Saints machen, bzw. ebenfalls auf deren Erfolgswelle mit schwimmen. Das passt Johnny Gat & Co. aber mal so gar nicht und so kommt es wie es kommen muss und ein neues Feindbild ist geschaffen. Erneut befinden sich die Saints im Krieg und kämpfen um ihr Territorium, jedoch nicht in Stillwater wie bisher, sondern im industriellen Steelport. Doch nicht nur „Das Syndikat“ ist hinter den Saints her, sondern auch diverse Banden, die Steelport natürlich nicht in die Hände der Saints fallen lassen wollen. Die Kacke ist also erneut gehörig am dampfen und die Mediengangster geraten von einem in den anderen Schlamassel…

Ein neuer Spielplatz voller Sex, Gewalt und guter Laune
Wie bereits erwähnt befinden wir uns nicht mehr im beschaulichen Stillwater, sondern in der Großstadt Steelport, doch bevor man sich in die gnadenlos überzogene Action stürzen kann gilt es erst einmal seinen Charakter zu gestalten. Natürlich kann man eine vorgegeben Spielfigur wählen, doch wäre dies sicherlich nur der halbe Spaß. Mit Hilfe des mehr als umfangreichen Charakter-Editors in Saints Row: The Third kann man alle nur erdenklichen Einstellungen vornehmen. Fehlt nur noch, dass man die Länge der Nasenhaare bestimmen kann, denn darüber hinaus ist wirklich alles einstellbar. Damit wird der wohl beste Charakter-Editor geboten, den man je in einem Open World-Spiel zu Gesicht bekommen hat und wer sich im Vorfeld die sogenannte „Initiation Station“ heruntergeladen hat, kann sogar seinen, im Vorfeld erschaffenen, Charakter ins Spiel übertragen. Vorbildlich!

Doch was gibt es in Steelport zu sehen, bzw. zu erleben? Fragt uns lieber was es NICHT zu sehen oder zu erleben gibt, denn dann wäre die Liste um einiges kürzer. Wenn es um die kuriosen Einfälle geht, dann übertreffen sich die Story-Missionen in regelmäßigen Abständen, so dass man sich des Öfteren fragt, was die Entwickler eingeworfen haben um solch kranke Szenarien umzusetzen. Im positiven Sinne, denn so viel Irrsinn und Anarchie hat man selten über den Bildschirm flimmern sehen. Ein Traum! Angefangen von einem actionreich inszenierten Banküberfall, welcher die neue Geschichte einleitet bis hin zu einer wilden Ballerei in einem abstürzenden Flugzeug, bei dem man seine Gegner sogar im freien Fall aufs Korn nimmt. Und das alles passiert gerade mal in der ersten halben Spielstunde. Im weiteren Verlauf macht man Bekanntschaft mit einer Tonne an abgefahrenen Charakteren, darf in Steelport mit einem Panzer für Chaos sorgen oder sich von einem BDSM-Sklaven in einer Rikscha kutschieren lassen, während man sich einen Shoot-Out mit den Verfolgern liefert, welche ebenfalls in diesen ungewöhnlichen Vehikeln unterwegs sind.

Darüber hinaus gibt es natürlich eine ganze Menge an Nebenmissionen und Aktivitäten zu bestreiten und…ihr ahnt es bereits…Diese sind mindestens ebenso krank! Den Vogel schießt hierbei die Dr. Genki TV-Show ab, die ein wenig an den Film Running Man erinnert; nur auf LSD. In einem völlig verrückten Areal müsst ihr Gegner in rosa Hasenkostümen umpusten, todbringenden Fallen ausweichen und sicher zum Ausgang gelangen. Doch bitte: Keine Kuscheltierschilder wegballern, denn das ist unethisch! Wer Lust verspürt kann sich als Drogenkurier betätigen, Amokläufe veranstalten, Nutten für den Pimp-Kollegen Zimo abgreifen, im Cyberspace á la Tron herum rasen oder Bandenmeetings sprengen, um das eigene Einzugsgebiet zu vergrößern. Wenn man dazu noch als Immobilienspekulant aktiv wird und Dutzende von Häuser kauft, dann füllt sich das eigene Bankkonto wie von alleine und Extras wie Waffen, Munition oder spezielle Charaktereigenschaften können erworben werden. Überhaupt gibt es eine Menge Fähigkeiten die ihr mit Hilfe von genügend Geriebenem und natürlich entsprechender Respekt-Stufe freischalten könnt. Respekt erlangt ihr wie immer durch das Absolvieren von Missionen- Aktionen und Minispielen, wobei ihr nicht nur Fähigkeiten für euch selber, sondern auch für eure Bande erwerben könnt. Im Verlauf der Hauptgeschichte stoßen immer mehr Begleiter zu euch, wobei das gemeine Fußvolk in Sachen Style und Fähigkeiten ebenfalls gepimpt werden kann.

Wenn ihr euch durch Steelport bewegen wollt, dann könnt ihr dies natürlich zu Fuß tun, aber wollen wir das? Neee! Ist ja auch langweilig, denn wozu gibt es an jeder Ecke schnieke Fahrzeuge mit denen man halsbrecherisch über den Asphalt brettern kann. Angefangen von stinknormalen Familienkutschen bis hin zu Müllwagen oder Armeefahrzeugen kann jedes Fahrzeug gekapert werden. Mitunter auch recht schnell, denn mit Hilfe der passenden Tastenkombo rutscht man einfach über die Motorhaube durch die Windschutzscheibe, schubst den Fahrer aus dem Vehikel und lässt die Reifen glühen. Euch wird am Boden langweilig? Dann schwingt euch doch mittels Helikopter oder Kampfjet in die Lüfte und sorgt von oben für Tod und Verderben. Dabei ist es nicht schlimm wenn ihr von feindlichen Einheiten aus der Luft geholt werdet, denn mit Hilfe des praktischen Fallschirms segelt ihr unbeschadet auf den Boden zurück. Oder ihr schnappt euch ein Boot und macht die umliegenden Gewässer unsicher. Manchmal ist dies auch erforderlich um schwimmende Festungen oder andere Yachten zu erreichen. Ihr seht schon, es würde noch ewig dauern und wir könnten ein Buch über die Möglichkeiten verfassen, die sich euch in Saints Row: The Third bieten. Deswegen schwingt man sich einfach ganz unbefangen in die Action und probiert alle Möglichkeiten nach Herzenslust aus.

Wenn ihr euch nicht traut alleine durch die gefährlichen Straßen Steelports zu cruisen dann könnt ihr dies auch zusammen tun, denn mit Hilfe des kooperativen Spielmodus könnt ihr euch zusammen mit einem Freund als Gangster in der Kampagne verdingen. Zwei Spieler richten eben mehr Chaos an als einer alleine und während einer der beiden am Laptop mit ferngesteuerten Raketen aus der Luft zuschlägt, räumt der andere den Boden mit kleinen Sprengstoff-Modellautos frei. Dabei geht natürlich einiges zu Bruch, wobei nicht alle, aber recht viele Objekte zerstört werden können. Um gehörig Schaden anzurichten, stehen ja auch genügend Waffen zur Verfügung und angefangen von automatischen Schießprügeln bis hin zu Nahkampfwaffen wie riesigen Boxerhandschuhen oder dem, jetzt schon berüchtigten, Dildoschwert hat man jede Menge Auswahl im städtischen „Friendly Fire“-Laden. Leider wurden die Versus-Modi aus vergangenen Saints Row-Spielen gestrichen, weswegen ihr euch nicht gegeneinander vermöbeln und wegblasen könnt. Doch schon jetzt prankt der Hinweis „Inhalte zum Herunterladen“ auf der Startseite des Spiels, weswegen man schon bald mit solchen Inhalten rechnen sollte.

Dreckig, wenig schön aber charmant
Seit Saints Row 2 ist zwar im Leben der Saints eine Menge passiert, doch wenig in Bezug auf die grafische Umsetzung. Nach wie vor hätte man die Texturen der Umgebungen etwas detailreicher gestalten können und auch die verschiedenen Gangsterbanden scheinen einmal mehr einer Klonfabrik entsprungen zu sein. Zwar haben die Entwickler aus dem Hause Volition in Sachen grafischer Umsetzung einiges dazu gelernt, doch sollte man keinen hyper-realistischen Grafikstil á la Call of Dörte erwarten. Doch mal ernsthaft; Würde so etwas zu Saints Row und dem generellen Flair des Spiels passen? Nicht wirklich, weswegen wir den „realistischen Comicstil“ des neuesten Teils nicht als schlimm erachten, da er zu den gnadenlos übertriebenen Aktionen passt, wie die Faust aufs Auge. Zwar geht die Bildrate ab und an in die Knie, doch ansonsten kann man wirklich nichts frappierendes entdecken, was den Spielspaß mindern könnte. Außerdem ist die Steuerung leicht zu erlernen und bereits nach kurzer Zeit bewegt man sich galant und leichtfüßig durch Steelport. Wer mit Fahrzeugen um die Kurven driften und waghalsige Manöver ausführen möchte der hat auch in Bezug hierauf keine Probleme, da die Fahrzeugsteuerung sehr Arcadelastig umgesetzt wurde und weniger auf realistisches Fahrvergnügen setzt. Hauptsache man kann im Höllentempo durch die Straßen heizen…

Der Sound des Spiels ist ebenso fantastisch, da die Stimmen der Charaktere hervorragend gewählt und auch die Dialoge fabelhaft geschrieben wurden. Das Beste daran ist, dass man sogar die Klangfarbe der eigenen Stimme wählen und seinen eigenen Charakter auch diesbezüglich anpassen kann. Ansonsten sorgen die Sprüche der Saints, sowie die der anderen Charaktere für den ein oder anderen Brüller. Zwar muss man auf eine deutsche Synchronisation verzichten, doch aufgrund der Untertitel ist dies nicht wirklich tragisch. Wer des Englischen mächtig ist und jedes Wort verstehen kann, achtet sowieso nicht darauf, sondern krümmt sich in vielen Situationen vor Lachen am Boden.

Love Baby,…Is all I got…
Auch aus den Boxen des Autoradios schallt uns je nach Lust und Laune der richtige Sound entgegen, wobei die Charaktere sogar den ein oder anderen Song selber anstimmen und fröhlich mitsingen. Sublimes „What I got“ in der „Mitsing“-Version des Bosses ist ein wahrer Brüller, doch wer es lieber etwas ruhiger mag, der kann auch den gediegenen Klassiksender einschalten. Von Beethoven über Chopin bis hin zu Tchaikovsky ist alles vertreten. Die härtere Fraktion unter euch gibt sich selbstverständlich brachiale Klänge wie Marilyn Manson, Amon Amarth oder Mastodon. Wenn euch Metal zu krass ist, dann könnt ihr leichtere R´n B-, Rap- oder Reggeaklänge genießen und bekommt im Zuge dessen Künstler wie Eek-A-Mouse, Biz Markie, De La Soul, Ghostface Killah oder Eric B. and Rakim zu hören. Abschließend zu erwähnen wären die Easy Listening und Rock Sender, wobei letzterer Klassiker von Bands wie den Beatles, den Rolling Stones oder Iggy Pop beinhaltet. Und wenn sogar die schwedischen Pop-Veteranen von ABBA vertreten sind, dann sollte sich wohl keiner über zu wenig Variation beschweren können. Als Bonbon könnt ihr euch obendrein sogar ein eigenes Mixtape erstellen und müsst somit nicht immer warten, bis eure Lieblingssongs im Radio laufen.

Unser Fazit

94 %

Saints Row: The Third scheißt zurecht auf all die hyper-detailreichen Grafikmonster der vergangenen Monate und präsentiert sich in einem überzogenen, „realistischen Comicstil“ mit kranken Gameplay-Einfällen die Ihresgleichen suchen. Die Missionen sind abwechslungsreich, der Humor rabenschwarz und die Story äußerst spaßig. Vor allem da sie nicht nur mit gut geschriebenen Dialogen, sondern auch mit diversen Wendungen punkten kann. Obendrein gibt es Action satt, den wohl umfangreichsten Charakter-Editor im Open World Genre und mehr als unterhaltsame Aktivitäten wie die Dr. Genki Show, Amokläufe, Nuttendeals und Drogengeschäfte. Wer nicht allzu viel Wert auf Technik legt, sondern sich einfach mal wieder wie ein missratenes Kind auf einem Spielplatz für Erwachsene herumtreiben möchte, der ist mit diesem Spiel bestens beraten. Soll ich oder soll ich nicht? In Saints Row: The Third sollt ihr nicht denken, sondern einfach nach Lust und Laune handeln, denn ansonsten geht einiges an Spaß verloren. Ihr merkt schon worauf wir hinaus wollen; Wer Saints Row: The Third zu ernst nimmt ist eindeutig fehl am Platze, denn dieses Anarchovergnügen richtet sich eindeutig an Spieler, die einfach mal die Kuh fliegen lassen und im Morgenmantel mit Riesendildo bewaffnet gegen Polizei oder Zombies in den Kampf ziehen möchten. Volition hat das letzte bisschen Realismus über Bord geworfen und präsentiert mit dem neuesten Teil eine Wundertüte an Irrsinn, deren Inhalt sich einen Dreck um Konventionen schert. Saints Row: The Third ist das ultimative Over-the-Top-Erlebnis dieses Jahres. Bravo!!!

Pro

  • DAS Anarcho-Vergnügen des Jahres
  • Fantastischer Charakter-Editor
  • Passende Synchronisation
  • Sehr gute und variationsreiche Songauswahl
  • Eingängige Steuerung
  • Tonnen an Missionen
  • Kranke Nebenmissionen
  • Dr. Genki!
  • Mehr als 20+ Spielstunden
  • Lustige Story
  • Kurze Ladezeiten
  • Action zu Land, zu Wasser & In der Luft

Kontra

  • Diverse Einbrüche in der Bildrate
  • Kein Versus-Modus
  • Dt. Fassung leicht geschnitten

Unsere Bewertung

Grafik
 
71 %
Sound
 
92 %
Steuerung
 
83 %
Gameplay
 
98 %
Multiplayer
 
82 %
Spielspaß
 
ja %

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