insidegames

ScreamRide – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 12. Januar 2017 | 16:45 Uhr von Alexander Winkel

screamride

Als frisch gebackener, motivierter Mitarbeiter von ScreamWorks Corporation ist man stolz auf seine Position und blickt erhaben auf seine Ingenieurskunst. Wie misst man die Qualität dieser Kunst, z.B. einer Achterbahn? Ganz klare Sache. Die Qualität kann eindeutig in Dezibel angegeben werden, wenn die Fahrgäste kreischend in die Tiefe stürzen und dabei fast einen Herzkoller bekommen. Ob ScreamRide jedoch der letzte Schrei darstellt oder doch ein Fall für die Abrissbirne, wollen wir im Praxistest klären.

Herzlich Willkommen bei ScreamRide und Gratulation zum neuen Job als Suizid gefährdeter Crashtest-Fahrer neuester Attraktionen des hochtechnisierten Weltkonzern ScreamWorks Corporation. Fortan verdient ihr euch euren Lebensunterhalt schreiend in einer Achterbahn oder Abrisskugel, denn die Firma scheut weder Kosten noch Mühen, durch aufwendige Feldversuche die Grenzen des menschlichen Körpers zu ermitteln. Wieviel halten die Probanden aus? Wieviel G kann der Körper noch verkraften, bevor innere Organe einen wilden Flug unternehmen. Dazu werden die Mitarbeiter in Schutzanzüge gesteckt und dürfen die halsbrecherischen Fahrten oder kullernde Flüge entgegen fiebern. Die Achterbahn oder die Demolierkugel lässt den Adrenalinpegel in neue Sphären gleiten. Was sich bisher wie ein wahnwitziges Abenteuer anhört, ergibt letztendlich aber eher einen ermüdenden Rundlauf durch zahlreiche Tests.

screamride-screenshot-01

Einer der Gründe findet sich in der farblosen Präsentation von ScreamRide. Klinisch rein, wenig lebendig wirken die Test-Attraktionen des Weltkonzerns, obwohl zahlreiche Lautsprecherdurchsagen durchaus ein Gefühl eines Vergnügungsparks vermitteln können. Von den zahlreichen regionalen Eigenheiten zum Beispiel eines Vulkans oder einer eisigen Schneewüste und anderen verrücken Firmenstandorten bekommt man nahezu gar nichts mit. Weiß-graue Bauten türmen sich schmucklos gen Himmel und vermitteln eher das Gefühl eines geradezu trostlosen Ortes. Das Lachen, aber auch Schreien der Probanden kann gegen den triste Firmenstil nur kaum etwas ausrichten. Schmunzeln muss man immer wieder aufgrund der durchaus witzigen Animationen nach getaner Arbeit, jedoch wiederholt sich das Aufatmen der Crashtest-Dummies relativ schnell. Auch der Humor zündet nicht so wirklich, wirkt dank trockener und selten witziger Kommentare eher aufgesetzt. Jedoch zeigen sich auch spielerisch schnell Abnutzungserscheinungen und das lässt ScreamRide nach relativ kurzer Zeit repetitiv wirken.

screamride-screenshot-02

Was ist ScreamRide?

ScreamRide bietet insgesamt drei Spielmodi. Im ersten düsen die Schrei-Probanden über halsbrecherische Achterbahnen hinweg. Nach und nach kommen immer mehr Elemente wie Turbo, Sprünge und fahren auf zwei Rädern hinzu und verfeinern den Anspruch jeder einzelnen Mission. Mittels halsbrecherischer Fahrten am Limit der physikalischen Gesetze gilt es dank eines hohen Dezibelwertes und rasender Herzen vor dem Koller eine positive Schreibilanz und somit einen hohen Highscore nach Abschluss der Fahrt zu bekommen. Dazu steigt man selber in den Wagen, steuert diesen mit Gas und Bremse und kann die Neigung ändern um auf zwei Rädern den Nervenkitzel zu schüren. Loopings, Schrauben und Sprungschanzen treiben es auf die Spitze und entgleist die ganze Geschichte, auch egal. Genießt die darauf folgende Zerstörung und fahrt anschließend unbekümmert weiter. Zahlreiche zusätzliche Nebenaufgaben sind teilweise extrem schwer zu meistern. Dies sind recht raffinierte Geschicklichkeitstests, die unsere Testfahrer durchaus zu mehrmaligen Versuchen mit unterschiedlichen Spielvariationen zwingen.

Recht ähnliche und zugleich ebenso schwere bzw. manchmal gar frustrierende Bonus-Herausforderungen erwarten ScreamWorks Mitarbeiter, welche der destruktiven Mega-Bowling-Kugel zugeteilt wurden. In diesem zweiten Modus sitzt man in einer Kugel, einem Gleiter oder einer anderen Art von Zerstörungsobjekt und schleudert dieses dem Levelinventar entgegen. Hier gilt es den destruktiven Schweinehund raus zu lassen und dabei möglichst viel Schaden anzurichten. Komplette Türme, ja gar ganze Städte oder Pyramiden werden dem Erdboden gleich gemacht. Der Clou dabei sind versteckte Trefferzonen, die mit explosiven Fässern oder ähnlichem ganze Kettenreaktionen auslösen und für eine wahrhaft große Endwertung sorgen können. Knifflig, wie auch schon bei den Achterbahnen sind aber wie erwähnt die zusätzlichen Aufgaben, die es zu erfüllen gilt: Zerstört eine gewisse Anzahl an Bildschirmen, macht entsprechend viel Schaden nachdem die Kugel zweimal aufgekommen ist und vieles, vieles mehr.

screamride-screenshot-03

Der dritte Beschäftigungszweig bei ScreamWorks Corporation ist der hohen Ingenieurskunst gewidmet und wird am längsten motivieren. Im Laufe der normalen Karriere schaltet man immer mehr Bauobjekte frei und kann damit immer komplexere eigene Welten kreieren. Stundenlanges tüfteln an möglichst erschreckenden Achterbahnen oder Abrissgeschäfte birgt eine gewissen Suchtfaktor wie Minecraft. Passend werden eigene Herausforderungsziele bezüglich Highscore und Bonusmissionen festgelegt und getestet. Nur wenn man selber die Vorgaben erreichen kann, können die eigenen Kreationen dann auch tatsächlich online freigegeben werden. Die Community liefert somit selber weiteren Content und sorgt für Motivation. Leider ist die Handhabe des Editors eher schwerfällig und mühselig. Für grandiose Konstruktionen muss viel Schweiß und Fleiß in das Werk gesteckt werden und nicht selten wird man die Tools dabei verfluchen.

screamride-screenshot-04

 

Unser Fazit

65 %

ScreamRide hat viel Potenzial und manch einer wird sicherlich richtig gefallen an diesem Titel finden. Auf Dauer wirkt er aber eher langweilig, da das Gameplay repetitive ausfällt und die Präsentation zu schlicht und steril wirkt. Der schwarze Humor kann auch nicht mehr viel retten, wirken die Sprüche doch recht witzlos und aufgesetzt. Dabei gibt sich der Titel mit seinen unterschiedlichen Modi durchaus Mühe und die zusätzlichen Bonusaufgaben sind herausfordernd, jedoch auch gerne mal frustrierend. Der Editor kann die Monotonie ein wenig brechen und dank der Online-Community wird es auch eine Weile lang guten Content geben. Es macht durchaus Spaß, eigene Achterbahnen zu entwickeln oder die Requisiten für die destruktive Bowling-Kugel zu errichten. Feiner wäre es aber mit besserer Handhabe. Letztendlich steht jedoch der Preis nicht im Verhältnis zu dem Spiel. Wäre ScreamRide ein einfacher Download Titel für einen eher schmaleren Preis, würde man ein Auge zudrücken. So schlägt doch ein saftiger Batzen ein Loch in den Geldbeutel und dafür bietet der Titel einfach zu wenig Abwechslung. Schaut euch in jedem Fall die Demo an und entscheidet dann, ob der Titel wirklich interessant wäre oder eben nicht.

Pro

  • + Bonusmissionen sorgen in jedem Level für knifflige Aufgaben und dafür, dass man sich auch länger damit beschäftigen muss.
  • + Der Baukasten bietet einen riesigen Umfang und man kann durchaus kreativ werden.
  • + Die eigenen Welten lassen sich mühelos veröffentlichen und andere der Community testen und spielen.
  • + Durchaus angemessener Spielumfang.

Kontra

  • - Sterile, biedere, altbackene Präsentation.
  • - Witzloser Humor.
  • - Repetitives Gameplay.
  • - Völlig überteuerter Preis.

Unsere Bewertung

Grafik
 
50 %
Sound
 
50 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
65 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • screamride erfolge


- ANZEIGE -


*