Shadowrun Returns - Test / Review - insidegames
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Shadowrun Returns – Test / Review

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Veröffentlicht 1. August 2013 | 16:00 Uhr von eJUNKI3

Shadowrun Returns

Shadowrun gehört zu einem längst vergessenen genreübergreifenden Mix aus Cyberpunk und Dark Future, gepaart mit allseits bekannten Einflüssen des Fantasy Genres, wie z.B. Magie, Elfen, Oger, Zwerge und Drachen. Ursprünglich ist Shadowrun ein Pen-&-Paper-Rollenspiel, welches 1998 erstmals erschien. Vom Papier schaffte es das Shadowrun-Universum schon mehrfach in die digitale Spielwelt. 1993 orientierte sich »Shadowrun« auf dem SNES an der ersten Romantrilogie. Größere Nähe zum ursprünglichen Pen-&-Paper-Rollenspiel schaffte Shadowrun 1994 auf dem Sega Mega Drive. Es folgten Spiele wie »Restricted Area«, welche zumindest Look and Feel des Originals entsprachen und ein RPG angehauchter Shooter von Microsoft. 

Aufgrund mangelnder Hintergrundinformationen zum Original und dessen Herkunft konnten viele Spieler mit Titeln des Shadowrun Universum nichts anfangen, obwohl dieses ein sehr interessantes und faszinierendes Szenario bietet. Mit Shadowrun Returns wurde nicht nur eins der teuersten Kickstarter Spiele überhaupt released, sondern auch die Hoffnung auf eine spielerisch gute Umsetzung geschürt.

Fakten, Fakten, Fakten

Harebrained Schemes ist ein aus Seattle stammendes Entwicklerstudio, welches im April 2012 von der Kickstarter Community genau 1.896.773 US-Dollar zur Verfügung gestellt bekommen hat, um Shadowrun Returns zu entwickeln. Somit ist dieses Gaming-Projekt eines der größeren Unterfangen, welches durch die bekannte Crowd Funding Plattform realisiert werden konnte. Neben Kennern des Spiels waren viele Rollenspieler von der Vorstellung angetan, ein neues Rollenspiel in diesem untypischen Universum spielen zu können.

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Worum geht es eigentlich?

In der gut 12 bis 14 stündigen Kampagne, mit dem Namen “The Dead Man‘s Switch”, macht sich unser Protagonist an die Aufklärung des Mordes von Sam Watts. Sam war ein guter Kerl. Aufgrund seines hemmungslosen Konsums von Alkohol jedoch lediglich ein Schatten seiner selbst. Doch er hatte Freunde! Für die Aufklärung des Mordes an Sam, bekommen wir eine schöne Summe Nuyen, was im Shadowrun Universum eine Währung darstellt. Neben der Tatsache, dass Sam unser Freund gewesen ist, soll diese Finanzspritze ausreichend Motivation für uns sein.

Das Shadowrun Returns kein RPG wie viele andere sein dürfte, bekommen wir direkt bei der Erstellung eines neuen Charakters zu spüren. Wir beginnen mit der Wahl unserer Rasse. Geboten werden uns neben Menschen, auch Elfen, Zwerge, Orks und Trolle. Soweit so gut, doch was sind das für Klassen? Hier werden wir mit klingenden Bezeichnungen wie Straßen Samurai, Decker, Rigger oder Physical Adept konfrontiert. Im Grunde kann man diese Klassen auf bekannte Formen ummünzen, so ist der Straßen Samurai beispielsweise ein Krieger. Es wird uns ebenfalls die Möglichkeit geboten, eine eigene Klasse zu erstellen. Durch die Vergabe von insgesamt 37 Karma Punkten, bestimmen wir die Attribute für die Kategorien Body, Quickness, Strength, Intelligence, Willpower und Chrisma. Diesen Kategorien untergeordnet, sind unsere Fähigkeiten, wie z.B. die Nutzung von Schusswaffen, Nahkampfangriffe etc. Interessant für Kenner des Pen-&-Paper-Rollenspiels ist, das man sich bei der Erstellung einer eigenen Klasse, an einem Regelwerk orientieren kann. Man kann nicht alles zu 100% aus dem Regelwerk übernehmen, doch kommt man den dort vorgeschlagenen Charakteren ziemlich nahe. Getestet mit dem Regelwerk 3.0.1.D von 2002.

So spielt sich Shadowrun Returns

Obwohl wir bei der Erstellung eines eigenen Helden fast freie Hand haben und uns an einem Shadowrun Regelwerk orientieren können, ist dies kein Garant für perfekt umgesetzte Kämpfe, die dem Original Pen-&-Paper-Rollenspiel nahekommen. Der große Vorteil von Pen-&-Paper Spielen ist, das die menschliche Fantasie das Spielgeschehen formt. Wer auf eine detaillierte Umsetzung des Regelwerks hofft und mit dieser Erwartung an Shadowrun Returns herantritt, der wird unter Umständen ziemlich enttäuscht sein. Die Freiheiten, die uns der Charakter-Editor bietet, setzen sich im Spiel leider nicht weiter fort. Die Kampagne an sich und so gut wie alle Missionen, sind ziemlich linear aufgebaut. Es werden dem Spieler kaum Möglichkeiten geboten, sich abseits der Hauptstory umzusehen. Nebenmissionen können zwar vereinzelnd absolviert werden, doch sind Umfang und Aufbau dieser Missionen, eher etwas mager ausgefallen. Wer bereits XCom: Enemy Unknown gespielt hat, der kann sich ungefähr vorstellen, wie die Kämpfe in Shadowrun Returns ablaufen. Diese sind wie bei besagtem Titel ebenfalls rundenbasiert, doch fallen sie hier weitaus weniger komplex aus. Ein Hauch mehr taktischer Tiefgang hätte das Kampfsystem insgesamt wertiger erscheinen lassen. Dennoch können auch die Kämpfe in Shadowrun Returns durchaus unterhalten. Wir platzieren die Mitglieder unserer Party, müssen ein Auge auf Waffenzustand und Munition haben und uns entscheiden, ob wir lieber die grobe Keule schwingen wollen, oder zum Schießprügel greifen.

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Pro Runde stehen uns zwei Aktionspunkte zur Verfügung, welche wir für Bewegung und / oder Angriff nutzen können. Insgesamt ist das Kampfsystem altbewährt und könnte auch wirklich gut sein, wenn das Leveldesign taktische Finessen zulassen würde. Hinzu kommt, dass wahrlich dumme Gegner, sich gerne mal mitten in den Kugelhagel stellen, oder uns in das offene Messer rennen. Auf der anderen Seite kommt es vor, das uns Missionen unlösbar erscheinen, da die Gegner strategisch besser und geschützter positioniert sind und so von einem unfairen Vorteil profitieren. Neben den Kämpfen gibt es auch Rätsel zu lösen, welche meist durch das geschickte führen von Dialogen aufgeklärt werden können. Leider ist das Spiel aktuell lediglich in englischer Sprache zu haben und Sprachausgabe an sich, ist nicht gegeben. Hier hätte man in Anbetracht der großen Summe, welche die Community für die Entwicklung gespendet hat, doch ein klein wenig mehr erwarten können. Die Wiederkehr bekannter Retro-Spieltechniken ist eine super Sache, doch so viel Retro muss nicht sein.

Dies soll nun aber nicht bedeuten, das Shadowrun Returns nicht begeistern kann. Gerade der Talentbaum und die vielen Möglichkeiten, den Protagonisten zu skillen, wecken diese typische Lust im Spieler, nur noch die nächste Mission spielen zu wollen. Die Droprate von brauchbaren Gegenständen ist zudem wirklich angemessen. Nicht alles, was wir finden, ist wirklich nützlich. Doch in Kombination mit dem Talentbaum kann schon eine gewisse Sammelleidenschaft entstehen. Positiv fällt auf, das neu angelegte Waffen und Rüstungen, direkt optisch am Charakter erkennbar dargestellt werden.

Das befindet sich unter der Haube

Optisch wirkt Shadowrun Returns eher altbacken und minimalistisch, doch wer sich die Zeit nimmt und ein wenig näher hinschaut, der entdeckt viele kleine Details, in die sicherlich einiges an Herzblut geflossen ist. Auch die grafische Darstellung von neuen Waffen und Rüstungen ist ein Indiz dafür, das der Entwickler hier mit viel Liebe zum Detail ans Werk gegangen ist. Passend zum Setting, wird das spielerische Geschehen von durchaus angemessener und nicht lästiger Elektromusik untermalt. Atmosphärisch gut abgemischt passt der Soundtrack wunderbar in die Dark Future Umgebung. Gepaart mit der stilvoll – wenn auch technisch nicht ganz aktuellen Grafik – kann sich der Spieler im Shadowrun Universum verlieren. Ein Feature, welches auf massig Content hoffen lässt, ist der mitgelieferte Missionseditor. Hiermit lassen sich einfache Missionen oder gänzlich neue Welten kreieren. Ein himmlisches Tool für Modder und Rollenspieler, die sich mit der 12 bis 14-stündigen Kampagne nicht zufriedengeben wollen. Genreliebhaber dürfen gespannt sein, was die Community daraus macht.

 

Unser Fazit

81 %

Shadowrun Returns ist im Grunde ein solides Spiel, welches allerdings wie ein Rohdiamant noch viel Potential nach oben hat. Wieso zum Teufel bedienen sich Entwickler nur an den groben Grundzügen des Shadowrun Universums und versuchen nicht, die Spieltiefe des Originals einzufangen. Unserer Meinung nach ist Shadowrun Returns ein gutes Spiel für Liebhabe des Genres und Freunde dieses Settings. Wer auf klassische und durchaus gut geführte Dialoge steht, ist hier sehr gut bedient. Bedenken sollte man allerdings, das die für in diesen Stiel geführten Gespräche gehobene Englischkenntnisse benötigt werden. Kennt man nicht unbedingt die Begrifflichkeiten aus Shadowrun, wirkt ein durch Schulenglisch übersetzter Dialog doch eher befremdlich.

Pro

  • + Gute Shadowrun Atmosphäre
  • + Genretypisch gut erzähle Story
  • + Viele Waffen & Upgrades
  • + Missionseditor wird mitgeliefert
  • + Einfache Steuerung
  • + Angemessene Spieldauer

Kontra

  • - Technische leider veraltet
  • - Gehobene Englischkenntnisse nötig
  • - Sterile und Lineare Spielwelt
  • - Speicherpunkte können frustrieren
  • - Waffen unterscheiden sich kaum
  • - Extrem dumme KI Gegner

Unsere Bewertung

Grafik
 
73 %
Sound
 
76 %
Steuerung
 
82 %
Gameplay
 
89 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
83 %

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