Shadows of the Damned - Der Test - insidegames

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Shadows of the Damned – Der Test

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Veröffentlicht 30. Juni 2011 | 19:08 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 29. Februar 2012

Shadows of the Damned (4)

Wenn zwei talentierte Köpfe wie Shinji Mikami (Director und Producer für Klassiker wie die Resident Evil und die Dino Crisis Serie) und Suda 51 (Produzent für Spiele wie No More Heroes und killer7) ein gemeinsames Projekt in Angriff nehmen darf man als Gamer durchaus gespannt sein. Was darf man spielerisch bei einer solchen Kollaboration erwarten? Was darf man vor Allem stilistisch erwarten?

Shadows of the Damned birgt spielerisch viele Ähnlichkeiten zu den grössten und bekanntesten 3rd Person Shootern der heutigen Zeit, woran man ganz klar Shinji Mikamis Handschrift erkennen kann. Die Einflüsse von Suda 51 sind hingegen am kontroversen und abgefahrenen Stil erkennbar. Zusätzlich arbeitet der durch die Silent Hill Spiele bekannte Komponist Akira Yamaoka am Spiel mit. Kann da überhaupt noch etwas schief gehen? Leider ja…

Eine kurze Vorstellung…

Mein Name ist Garcia Hotspur, ich stamme aus Mexico und habe einen ziemlich coolen Job. Ich jage nämlich all die verdammten Dämonen die denken sie könnten hier ihr Unwesen treiben. Zum Glück habe ich immer meinen guten Johnson zur Hand. Nein, ich meine nicht das ihr Perverslinge! Johnson ist der fliegende Totenkopf da hinten und ein guter Kumpel von mir. Hey Johnson! Kumpel, willst du nicht aus was loswerden? Nein? Na gut, dann lasst mich eine Geschichte erzählen: Flemming, Fürst der Finsternis, Riesenarschloch vom Dienst und selbst ernannter Dick-tator der Hölle hat einen Riesenfehler gemacht. Dieser dreckige, mehräugige Cabrón hat sich die Liebe meines Lebens gekrallt und zu sich in dieses elende Höllenloch verschleppt. Oh Flemming, oh du armer, armer Flemming. Mit Garcia Fucking Hotspur hast du dir den falschen Partner für dein heisses Tänzchen ausgesucht.

Willkommen in der Hölle

Nachdem der gute Garcia gerade den Test gekapert hat, können wir nun endlich wieder zum Wesentlichen kommen. Nachdem Flemming dem heissblütigen Dämonenjäger die Liebe seines Lebens entrissen hat, gibt es für den talentierten Jäger nur noch eine einzige Aufgabe: Paula retten und wenn es sein muss legt er dazu die ganze Unterwelt in Schutt und Asche. Auf seiner düsteren und gefährlichen Reise ist er jedoch glücklicherweise nicht ganz auf sich allein gestellt. Immer an seiner Seite befindet sich Johnson, eigentlich ein Dämon der aber auf die gute Seite gewechselt ist und Garcia immer hilfreich zur Seite steht. Neben nützlichen Tipps lässt er auch gerne mal einen schmutzigen Witz fallen oder in panischer Angst. Johnson hat aber noch weitere, deutlich nützlichere, Fähigkeit. Er kann nämlich die unterschiedlichsten Formen annehmen. So greift Garcia nicht auf ein gewöhnliches Waffenarsenal zurück, denn Johnson verwandelt sich bei Bedarf in eine von drei verschiedenen Waffen. Die hat Garcia auch bitter nötig, denn in der Hölle trifft er auf etliches feindseliges Dämonengezücht. Das besteht hauptsächlich aus niederen Dämonen die zu Hauf auftreten. Daneben trifft Garcia jedoch auch auf besonders starke Dämonen. Die Lieblingsseelen von Flemming die sich in ihrem ehemaligen Leben durch besonders fragwürdige Aktionen beliebt gemacht haben sind besonders stark und dienen als Bossgegner.

Die Hintergrundgeschichte von Shadows of the Damned ist nicht besonders ausgefallen. Es gibt den coolen Helden mit seinem witzereissenden Sidekick, eine holde Maid die gerettet werden will und einen fiesen Bösewicht der das zu verhindern versucht. So weit, so gewöhnlich. Wie aber schon angetönt ist es auch nicht die Geschichte die hervorsticht, sondern die allgemeine Auslegung des Spiels. Es wird geflucht, gesoffen und die Witze sind eigentlich ausschliesslich von sexueller Natur. Da ist es klar dass diese Punkte polarisieren. Der schon erwähnte Dick-tator zählt dabei noch zu den zahmsten Sprüchen. So trägt der normale Revolver den Namen Boner (oder zu Deutsch: Ständer). Wird er im Spielverlauf verbessert wird daraus sogar der Hot Boner. Wer nicht auf Humor steht der hauptsächlich unter der Gürtellinie stattfindet wird kaum Freude mit dem Spiel haben, denn er ist mehr oder weniger ständig präsent. Wer jedoch Spass an solchem Humor der sich selbst nie zu ernst nimmt, hat wird während des Spiels ständig ein Grinsen im Gesicht haben. Entweder mag man diese Anspielungen oder eben nicht. Dadurch fällt es schwer das Ganze als positiv oder negativ zu betrachten, da es stark im Auge des Betrachters liegt. Während die einen nur angewidert zur Seite blicken, lacht sich der andere ins Fäustchen und amüsiert ab dieser genialen Komödie. Shadows of the Damned ist ein virtuelles Equivalent zu B-Movies. Es ist so abgehoben und unwirklich, dass es schon fast wieder genial ist.

Altbekanntes neu verwurstet

Spielerisch orientiert sich Shadows of the Damned stark bei den letzten beiden grossen Resident Evil Episoden. Garcia wird aus einer nahen 3rd-Person Ansicht gesteuert wodurch man ihm praktisch direkt über die Schulter schaut. Dabei hat er standardmässig Johnson in der Hand der sich als Fackel ausgibt, welche Licht spendet und mit der man ordentlich zu hauen kann. Hält man den Linken Trigger gedrückt packt Garcia eine Knarre aus. Mittels Laserpointer visiert man dann seine Feinde an und ballert sie über den Haufen. Im Gegensatz zu den grossen Vorbildern kann sich Garcia aber während dem Zielen bewegen, was die Kämpfe dynamischer macht als bei beispielsweise Resident Evil 5. Als Waffen dienen ein Revolver, eine Schrotflinte und eine Maschinenpistole. Jeder besiegte Boss hinterlässt ausserdem einen blauen Kristall, welche Johnson mehr Macht verleihen wodurch jeweils eine bestimmte Waffe aufgewertet wird. Der Revolver verschiesst dann beispielsweise leuchtende Minen die nicht nur Gegner verletzten, sondern auch für kleinere Rätseleinlagen genutzt werden müssen. Neben diesen storybedingten Upgrades lassen sich zusätzliche rote Diamanten in den Levels finden. Mit diesen lassen sich die Werte der einzelnen Waffen verbessern. So erhöht man den Schaden des Revolvers oder reduziert die Nachladezeit der Schrottflinte. Die roten Diamanten lassen sich nicht nur finden, sondern können auch beim Händler Christopher gekauft werden. Dieser Mensch-Dämon Mischling hat nichts lieber als die kleineren, weissen Diamanten die man bei besiegten Gegnern findet. Für eine bestimmte Anzahl von ihnen rückt er einen roten Diamanten oder Heiltränke raus. Heiltränke ist jedoch nicht unbedingt der korrekte Ausdruck, denn als Heilitems dienen Tequila, Sake und Absinth.

Leider gestalten sich die Kämpfe nicht immer allzu gut. Das liegt zum einen daran dass es schnell passieren kann, dass man die Übersicht verliert. Ausserdem wirkt die Steuerung im Kampf gegen viele Gegner gleichzeitig leicht hakelig. Zwar kann man Ausweichrollen ausführen oder sich beim Zielen auf Knopfdruck um 180 Grad drehen, dennoch kommen die Kämpfe nicht allzu flüssig rüber. Nichts desto trotz macht es viel Spass die Dämonen in ihre Einzelteile zu zerlegen. Ausserdem sind gerade die Bosskämpfe sehr unterhaltsam, da man immer zuerst herausfinden muss wie sie zu besiegen sind. Logischerweise hat jeder Boss so seine Schwachstellen durch welche sie sich besiegen lassen.

Eine grosse Rolle im Spiel nehmen Licht und Dunkelheit ein. Regelmässig nimmt eine kaum durchdringbare Dunkelheit Überhand. Diese zieht dem Helden unablässig Energie ab (ausser man sammelt herumliegende Menschenherzen ein), ist aber für bestimmte Rätsel und Kämpfe unabdingbar. So können bestimmte Schalter nur getroffen werden, wenn man sich innerhalb der Dunkelheit befindet. Ausserdem sind Dämonen in der Regel unverwundbar wenn sie sich innerhalb dieser speziellen Dunkelheit befinden. Abhilfe schafft da der Lichtschuss. Mit ihm lässt sich z.B. die Dunkelheitspanzerung der Gegner vernichten. Ausserdem nutzt man sie um damit Ziegenköpfe zu beschiessen die in der Spielwelt herumstehen. Trifft man einen solchen, breitet sich das Licht aus und die Dunkelheit verschwindet. Eine kurzzeitige Aufhellung der Dunkelheit versprechen jedoch herumstehende Feuerwerkskörper. All diese Elemente werden häufig für die kleineren Rätsel genutzt. Leider wiederholen sich diese Abschnitte viel zu oft und ähneln sich viel zu sehr. So sieht ein normaler Level wie folgt aus: Kampf gegen eine Handvoll niederer Dämonen – Rätsel um Licht und Dunkelheit – Kampf gegen stärkere Dämonen – Bosskampf. Das ist leider nicht wirklich innovativ und mag beim ein oder anderen dazu führen das man nicht wirklich motiviert bei der Sache ist. Wer sich nicht am repetitiven Ablauf stört, wird sicher gut unterhalten da die Elemente an sich nicht schlecht ausfallen.

Das normale Spielgeschehen wird regelmässig durch kleinere Minispiele aufgelockert. So spielt man einen 2D-Sidecroller in einem Comicbuchstil, legt eine Runde Dämonenbowling oder vergnügt sich an einem Schiessstand. Diese Passagen sind nicht herausragend, lockern den Spielverlauf aber klar auf.

Jetzt gibt’s was auf die Ohren

Optisch reisst sich das Spiel kein Bein aus. Die Texturen sind verwaschen und oft werden diese auch viel zu langsam geladen, weshalb man oft auf den ersten Blick nicht erkennen kann womit man es zu tun hat. Das Charakterdesign kann ebenfalls bestenfalls als generisch bezeichnet werden. Meist bekommt man es mit Variationen von Dämonen zu tun die nicht anders aussehen als der hundsgewöhnliche Zombie aus dem letzten Splatter Film. Auch die Bossgegner mögen wenig zu überzeugen, denn auch sie wirken als ob sie aus dem einen oder anderen Film geklaut wurden. Die einzigen Lichtblicke sind Johnson und Christian. Gerade der exzentrische Shopinhaber mit der Vorliebe für weisse Steinchen wirkt trotz seines bizarren Aussehens extrem freundlich und sympathisch. Im Gegensatz zur Optik kann die Soundkullisse jedoch völlig überzeugen. Die Musikstücke reichen von rockigen Gitarrenriffs, über treibende, elektronische Rhythmen bis zu orchestralen Gesängen. Die englische Sprachausgabe ist ebenfalls durchaus gelungen und man hört fast raus dass die Sprecher viel Spass bei den Aufnahmen hatten. Glücklicherweise gibt es nur deutsche Untertitel und keine passende Sprachausgabe. Denn wenn man die Texteinblendungen liest, stellt man schnell fest dass hier die niveaulosen Witze durchaus an Qualität verlieren.

Unser Fazit

78 %

Leider ist das Endprodukt von Shadows of the Damned nicht speziell aussergewöhnlich ausgefallen. Der Grindhouse Stil kommt gut und das Spiel bleibt sich selbst auch immer treu, egal wie tief es unter die Gürtellinie geht. Das mag man entweder oder eben nicht, das ist Geschmackssache. Weniger Geschmackssache ist der repetitive Spielverlauf der schnell anöden kann. Zwar ist keines der Spielelemente effektiv misslungen, die Kombination und ständige Aneinanderreihung eben dieser ist jedoch relativ öde. Während das Spiel jedoch musikalisch auftrumpfen kann, überzeugt die Optik kaum. Das Charakterdesign ist generisch und die zu langsam nachladenden Texturen sind ein Graus. Shadows of the Damned ist bei weitem kein wirklich schlechtes Spiel und wer schon immer mal ein B-Movie zum selber spielen wollte ist hier genau richtig.

Pro

  • Gelungener B-Movie Stil
  • Amüsanter "Unter der Gürtellinie" Humor
  • Spannende und fordernde Bosskämpfe
  • Teilweise interessante Rätsel
  • Teils extrem sympathische Figuren
  • Grindhouse zum selber spielen
  • Genialer Soundtrack
  • Gute (englische) Synchronsprecher

Kontra

  • Repetitive Gameplay-Elemente
  • Durchschnittliche Optik
  • Humor nicht Jedermanns Sache
  • Generisches Figurendesign
  • Teils zäher Spielverlauf

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
65 %
Gameplay
 
78 %
Multiplayer
 
0 %
Spielspaß
 
67 %

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Kommentare

  • Strong Passion sagt:

    Immer wieder geniale Reviews hier, obwohl ich gerade bei SotD anderer Auffassung bin. Ich liebe das Game und bin derzeit im vierten Durchgang… durchgeknalltes Spiel…

  • Marcel sagt:

    Ist den das Spiel mit dem Film Grindhouse zu vergleichen? Ich finden den total Scheisse und musste abstellen, weil der Film so unterirdisch war.

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