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Silent Hill: Downpour – Review/Test

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Veröffentlicht 12. April 2012 | 9:34 Uhr von Goreminister

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Die Geschichte der Silent Hill-Reihe ist eine Geschichte voller Höhen und Tiefen. Nach drei wahrlich guten und zum Teil wegweisenden Spielen folgte die ein oder andere Flaute in der Stadt des Grauens. Zuletzt versuchten die Entwickler von Double Helix Games mit Silent Hill: Homecoming für etwas frischen Wind zu sorgen, konnten aber nur einen eher mäßigen Erfolg für sich verbuchen. Nun dürfen die Tschechen von Vatra Games ans Steuer und legen mit Silent Hill: Downpour den neuesten Teil der Reihe vor. Wir haben uns mit Sträfling Murphy Pendleton auf die Reise gemacht, um der „Anderswelt“ einen erneuten Besuch abzustatten…

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Prison Hill oder Silent Break
Wie eingangs erwähnt schlüpft ihr in Silent Hill: Downpour in die Rolle von Sträfling Murphy Pendleton, der nach einem recht blutigen Vorfall von einer Strafanstalt in die nächste versetzt werden soll. Doch dort kommt er niemals an, denn der Gefängnistransport verunglückt und Murphy gelingt es als einzigem Überlebenden aus dem Wrack des Busses zu entkommen. Leicht desorientiert flüchtet er durch einen Wald und gelangt nach einigem Hin und Her in die wohl nebligste Stadt Nordamerikas. Zu Anfang steht ihr sprichwörtlich im Regen, da der Beginn der Geschichte nur wenig Rückschlüsse auf die Vergangenheit des Inhaftierten zulässt. Mit wachsender Spieldauer erfahrt ihr aber mehr und mehr über Murphy und warum er schlussendlich in den Knast musste. In Bezug auf die Atmosphäre fühlen sich die Veteranen unter euch sicherlich umgehend wohl, da man sofort wissen möchte, wer der geheimnisvolle Pendleton ist und welches Schicksal ihn in den Wäldern und der Stadt erwartet. Grob gesehen weist Silent Hill: Downpour einige Aspekte aus Silent Hill 2 und Silent Hill: Shattered Memories auf und vermengt alles mit neuen Versatzstücken, auch wenn kleinere Unzulänglichkeiten das einstig perfekte Gesamtbild trüben, doch später mehr dazu.

Gut eine halbe Spielstunde lang werdet ihr erst einmal durch den Wald gehetzt und müsst dazu noch moralische Entscheidungen treffen, die sich auf eins der fünf Enden im Spiel auswirken. Am meisten Sinn und vor allem Spaß macht es deshalb spontan auf die jeweilige Situation zu reagieren und zu entscheiden. Der besondere Kniff der ersten Spielstunde liegt in der Anspannung und Atmosphäre die sich immer mehr aufbaut, bevor sie in einer ersten Begegnung mit dem „Nichts“ und der Anderswelt endet. Urplötzlich werden die Erinnerungen an vergangene Zeiten wach und die Beklemmung beim Spieler nimmt wieder zu. Hier muss man Vatra Games bescheinigen einen wirklich guten Job gemacht zu haben. Auch im Hinblick auf die Puzzles, die Survival-Veteranen zwar leicht erscheinen mögen, doch nie plump daherkommen oder deplatziert wirken.

Silent Hill: Downpour – Trailer:

Alleine in der Nacht
Wer sich in die Welt von Silent Hill: Downpour traut der wird feststellen, dass man die Schnetzeleien des Vorgängers weitestgehend außer Acht gelassen hat und anstelle dessen wieder auf Erkundungstouren, Puzzles und wohl dosiertes Gegneraufkommen setzt. Das weiß durchaus zu gefallen, auch wenn sich das Kampfsystem schwammig wie eh und je gestaltet. Dafür hat man die Möglichkeit die Angriffe der Ungetüme abzublocken, was in Kampfsituationen zumindest für etwas Entlastung sorgt. Um sich zur Wehr zu setzen kann Murphy eine ganze Reihe von Gegenständen einsetzen und seine Feinde sogar mit ihnen bewerfen. Lediglich die Schusswaffen und deren automatische Zielerfassung wollen nicht so recht wie sich der Spieler das wünschen würde, weswegen man mit Block/Angriff Kombos lieber gleich zur Attacke bläst und den Monstern das Gekröse aus der Hirse prügelt. Wichtig ist nur, dass man stets ein brauchbares Prügelwerkzeug mit sich führt denn zum einen zerbrechen die Waffen irgendwann und zum anderen kann man nicht beliebig viele mitnehmen.

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Seid ihr nach einigen Umwegen durch Waldstücke, ein amerikanisches Diner und den bizarren Kreationen der Anderswelt erst einmal in Silent Hill angekommen öffnet sich das Spiel und lädt zu weiteren Erkundungstouren ein. Dabei könnt ihr natürlich strikt der Haupthandlung folgen oder diverse Nebenmissionen bestreiten die an jeder Ecke auf euch lauern. Als Belohnung winken weitere Geschichtsfetzen und Dramen die sich leicht abseits der eigentlichen Haupthandlung abspielen. Wirklichen Einfluss auf das Ende des Spiels haben diese Missionen aber nicht, soviel sei vorweg verraten.

Technischer Grusel?
Die Atmosphäre passt, die Lichteffekte stimmen und dennoch stören solch vermaledeiten Unzulänglichkeiten wie verwaschene Texturen und plötzlich aufploppende Gegenstände. Das man aus der guten, alten Unreal 3 Engine einiges mehr herausholen kann ist hinlänglich bekannt. Zwar lassen sich solch kleineren Fehler vielleicht noch verschmerzen, doch wenn die Bildrate einbricht und dies vermehrt zu Rucklern, Aussetzern und nervendem Tearing führt, dann ist das weniger schön. Vielleicht war das auch ein Grund für die Verschiebung des Titels zu Anfang des Jahres, doch wurde die zusätzliche Entwicklungszeit scheinbar nicht hinreichend genutzt um wirklich alle störenden Faktoren auszumerzen.

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Dafür wurden die Umgebungen allesamt sehr stimmig inszeniert, wäre da nicht das generische Gegnerdesign. Nur eine Handvoll verschiedene Monster? Und die wurden zudem allesamt sehr uninspiriert und wenig gruselig gestaltet. Wo sind verstörende Ideen wie die kranken Schwestern oder der furchteinflößende Pyramidhead? Nicht, dass wir uns schon wieder einen erneuten Aufguss dieser Monster gewünscht hätten, doch etwas mehr Kreativität in diesem Bereich wäre durchaus willkommen gewesen. Immerhin handelt es sich um ein Silent Hill-Spiel und da dürfen abgefahrene Monster ebenso wenig fehlen, wie Nebelschwaden in verlotterten Straßenschluchten. Gruselstimmung kann so auf jeden Fall oftmals nur im Ansatz aufkommen. Dafür ist die deutsche Fassung erstaunlicher Weise ungeschnitten, doch schaut man sich das Geschehen an, so wäre es eher unnötig gewesen die Schere anzusetzen. Sicher gibt es einige ruppige Momente, doch driftet Silent Hill: Dounpour niemals in die Splatterecke ab.

Da war doch noch was? Ach ja richtig; Die Musik! Nach dem Weggang von Hauskomponist Akira Yamaoka fragten sich die Fans wie sich der Sound in den kommenden Teilen gestalten würde. Wir können euch beruhigen, denn Daniel Licht, der Komponist des Soundtracks zur TV-Serie Dexter oder zu Filmen wie z.B. Hellraiser IV und Thinner, macht einen außerordentlich guten Job und orientiert sich mit seiner Musik an Yamaokas Werken. Gleich zu Beginn werden gekonnt diverse Versatzstücke aus älteren Silent Hill Soundtracks mit weiblichen Chören verbunden, ohne dass dies aufdringlich oder billig kopiert wirkt. Die Intensität oder kranke Ausstrahlung von Yamaokas Soundkulisse erreicht er zwar nicht in vollem Umfang, doch verleiht er dem Spiel einen herrlich melancholischen Unterton, den man einfach mögen muss. Die englischen Sprecher leisten ebenfalls einen guten Job und hauchen den Figuren so gut es geht Leben ein. Eine deutsche Synchro gibt es nicht, doch dafür wird der Silent Hill Touri erneut mit Untertiteln versorgt.

Unser Fazit

79 %

Vergleicht man Silent Hill: Downpour mit dem Vorgänger Silent Hill: Homecoming, dann geht die Runde eindeutig an das Werk aus dem Hause Vatra Games. Sicherlich gibt es hier und da eine Menge an Verbesserungsmöglichkeiten. Vor allem im Hinblick auf das generische Gegnerdesign oder die technischen Mängel, doch der Grundtenor stimmt. Man befindet sich nach einigen Jahren der Dürre wieder auf dem richtigen Weg, weswegen Konami den Tschechen vertrauen und ein weiteres Projekt anbieten sollten. Das Potential ist da und der Grundstein gelegt, um die Zukunft der Gruselreihe wieder rosig, äähm... neblig und düster zu gestalten. Fans die sich nicht scheuen den ein oder anderen Makel in Kauf zu nehmen dürfen also ohne Bedenken wieder in die Anderswelt abtauchen und die Wertungen spezieller, amerikanischer Webseiten ignorieren.

Pro

  • Stimmungsvoll und Atmosphärisch
  • Interessante, mysteriöse Charaktere
  • Gelungener, melancholischer Soundtrack
  • Gute, englische Synchronisation
  • Atmosphärische CGI-Sequenzen
  • Spannende Geschichte
  • Teils Open World mit Nebenmissionen

Kontra

  • Verwaschene Texturen, Popp-Ups und gelegentliche Slowdowns
  • Langweiliges, generisches Gegnerdesign
  • Schwammiges Kampfsystem

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
85 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
75 %
Multiplayer
 
%
Spielspaß
 
75 %

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Kommentare

  • Xleft4theDEADxX sagt:

    Also ich fand “Silent Hill: Homecoming” und “Silent Hill 4: The Room” ziemlich gut – genauso wie die Teile der HD-Collection. Teil 1 konnte ich bisher leider nie spielen. “Downpour” sieht für mich auch ziemlich vielversprechend aus. :)

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