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Silent Hill HD Collection – Review/Test

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Veröffentlicht 11. April 2012 | 10:02 Uhr von Goreminister

Letzte Änderung 27. April 2015

Silent Hill HD Collection_Cover_Konami_Header

Während die Filmindustrie schon seit Jahrzehnten bekannte Ideen und Filmvorlagen recycelt ist dieser Trend in der Videospielbranche noch ein klein wenig frischer. Dennoch steht man der Traumfabrik in nichts nach und veröffentlicht munter Neuauflagen in neuer, atemberaubender High Definition Qualität. Auch Konami steht dem in nichts nach und veröffentlichte jüngst die schicke Metal Gear Solid HD Collection. Wenige Zeit später steht nun die Silent Hill HD Collection auf dem Wiederverwertungs-Speiseplan des Publishers, doch kann auch diese Spielsammlung überzeugen?

Da fehlt doch was!
Wer diese Collection das erste Mal in den Händen hält wird den ersten und auch den vierten Teil der Reihe schmerzlich vermissen, da die Silent Hill HD Collection lediglich aus Teil 2 und 3 besteht. Von einer wirklichen Collection kann man hier irgendwie nicht sprechen, auch wenn viele Spieler das Fehlen des vierten Teils vielleicht nicht als tragisch erachten. Dass der Ur-Klassiker aus dem Jahre 1999 jedoch nicht in der PVC-Box verweilt ist fast schon unverzeihlich. Zuviel Aufwand für die Restaurations-Experten der Hijinx Studios? Man weiß es nicht, doch dafür bekommt man immerhin das Silent Hill 2-Bonuskapitel „Aus dem Wunsch geboren“ geboten.

Das Ausbleiben des Erstlings wird allerdings spätestens beim Konsum von Silent Hill 3 ein Problem, da die Horrortour von Hauptcharakter Heather Mason direkt an die Ereignisse des ersten Teils anschließt. Böse Falle! Die Abenteuer von James Sunderland in Teil Nummero Zwei hingegen gestalten sich losgelöst hiervon und beschreiben eine gänzlich andere Geschichte, welche das Genre aber wie keine andere geprägt hat. Kaum ein anderes Spiel hat den Horror nicht nur auf die heimischen Bildschirme, sondern direkt in die Köpfe der Spieler gezaubert. Die Reise von James auf der Suche nach seiner verstorbenen Frau führt den Spieler in die Abgründe der Seele eines Mannes der weder Superheld noch geschulter Soldat ist. Was bleibt ist ein Spielerlebnis mit tiefenpsychologischer Wirkung, welches auch Jahre nach der Veröffentlichung kaum an Intensität verloren hat. Der dritte Teil hingegen wartet am Ende mit einem schönen Twist in der Geschichte auf, der jedoch erst so richtig zur Entfaltung kommt, wenn man den ersten Teil der Reihe kennt. Die Ursprünge und Rätsel um den Verbleib von Harry Masons Tochter nachzuerleben lässt einem auch fernab aller Monstrositäten den Atem stocken.

In HD Verschlimmbessert?
Wer an die frühen Teile auf der Playstation 2 denkt, dem schießen unweigerlich die Erinnerungen an den bedrohlichen Nebel in den Kopf. Dieser wirkt auf der HD Collection allerdings nicht mehr bedrohlich oder hüllt Mr. Sunderland ein, sondern schiebt sich wie eine präzis berechnete Wand vor ihm her (Siehe Video). Was seinerzeit als Stilmittel und aus Gründen technischer Hardwaregrenzen eingesetzt wurde, verkommt in der Neuauflage von Silent Hill 2 zum sterilen Stimmungskiller. Wenn man dann noch den Blick gen Boden richtet und frisch geteerte Straßen erblickt, ist der Grusel förmlich komplett verflogen. Silent Hill sollte doch eine heruntergekommene, verwahrloste Stadt sein, doch hiervon merkt man in der Neuauflage leider nicht mehr viel. Über das Wasser und die Wellenbewegungen im Toluca Lake (siehe Screenshot) hüllen wir an dieser Stelle den Mantel des Schweigens, da hierüber schon anderorts viel gesprochen wurde und die Umsetzung auch uns das Wasser in die Augen treibt.

Silent Hill HD Collection – Nebelwand:

Ähnlich steril wirkt auch Silent Hill 3, da viele Szenerien zu hell, scharf gezeichnet und klinisch aussehen. Das passt einfach nicht zum grundlegenden Konzept der Reihe, die immer für ihre optisch verfallenen Umgebungen bekannt war. Darüber hinaus haben es die Hijinx Studios in Silent Hill 3 wirklich geschafft, einige Slowdowns zu kreieren, die unsere Flucht vor den grässlichen Ungetümen oftmals bremsen und den Spielfluss hemmen. Wirklich schön hingegen ist die Tatsache, dass die Texturen an vielen Stellen schärfer wirken, so dass man die Aufschriften von Schildern wesentlich besser erkennen kann. Die Zwischensequenzen wirken allerdings nur schlicht portiert, wenig nachbearbeitet und wurden wahrscheinlich nur auf das heutige Bildformat angepasst, ohne großartig darüber nachzudenken.

Silent Hill HD Collection – Vergleichsvideo:

Leb wohl Akira!
Wie viele von euch wissen ist Akira Yamaoka, der Schöpfer des unvergleichlichen Soundtracks, nicht mehr bei Konami angestellt. Um wohl einem Rechtstreit aus dem Weg zu gehen hat man die überarbeiteten Version deswegen neu vertont und sogar die Musik ausgewechselt. Deswegen klingen die Stücke zwar originalgetreu, aber nicht exakt so wie der ein oder andere sie noch im Ohr hat. Zumindest bei Silent Hill 2 ist die Wahl der Stimmen noch gegeben, so dass man sich auch die Originalsynchro geben kann. Warum diese Option bei Silent Hill 3 jedoch fehlt ist unerklärlich. Zugegeben ist dies kein so großes Drama auch wenn die prägenden Kompositionen von Yamaoka-san eine gewisse Lücke ins Klangbild reißen.

Unser Fazit

65 %

Fairer Weise muss man zugeben, dass beide Teile auf der Silent Hill HD Collection durchaus spielbar sind, doch haben die Neuauflagen eine Menge von ihrem ursprünglichen Flair eingebüßt. Die grafischen Patzer, das Fehlen von Teil 1 und 4, die neue Musik, sowie die rundherum sterile Neuinterpretation bleiben für viele Spieler sicherlich unverzeihlich. Dementsprechend fällt es schwer eine klare Kaufempfehlung auszusprechen, weswegen wir uns eine solche an dieser Stelle ersparen. Grabt einfach eure Playstation 2 aus und/oder ladet euch das Original Silent Hill im Playstation Network herunter und ihr seid sicherlich besser bedient, als mit dieser Spielsammlung.

Pro

  • Nach wie vor gelungene Animationen
  • Story unverändert großartig
  • Schärfere Konturen sorgen für lesbare Schilder

Kontra

  • Weder Silent Hill 1 noch 4 vorhanden
  • Viel zu sterile HD-Optik
  • Neue Synchro und Musik
  • Die „Nebelwand“ und der „Toluca Lake“
  • Slowdowns in Silent Hill 3

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
65 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
%
Spielspaß
 
65 %

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