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Sine Mora EX – Test / Review

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Veröffentlicht 18. September 2017 | 18:22 Uhr von Alexander Winkel

Sine-Mora-EX-artwork

Ein halbes Jahrzehnt hat der Horizontal-Shooter Sine Mora bereits auf dem Buckel und dennoch hat der außergewöhnliche Titel kaum an Faszination verloren. Geballte Action und ein knackiger Schwierigkeitsgrad fordern jeden Fan von Shoot’em Ups. Die Neuauflage unter dem Namen Sine Mora EX kostet zwar das doppelte der ursprünglichen Fassung, macht aber einiges her und kann zumindest mit kooperativen Gameplay zusätzlich Punkten.

Sine Mora EX ist ein typischer Horizontal-Shooter mit Anleihen an Klassikern wie R-Type, jedoch sollte sich jeder Liebhaber ähnlicher Ballerspiele auf ein rech knackiges Abenteuer gefasst machen. Das, was der Feind seinen Kontrahenten in den Weg wirft, stellt so manchen japanischen Bullet-Hell Shooter fast schon in den Schatten. Habt ihr hinter dem Steuer der fliegenden und tauchenden Kampfmaschinen Platz genommen und die ersten Befehle erhalten, geht es schlichtweg ums nackte Überleben. Manch ein Kollege wird im Krieg schnell vom Himmel geholt und fristet fortan sein Dasein im Jenseits. Soweit wird es sicherlich auch bei dem einen oder anderen Neueinsteiger kommen, wenn erstmals Hand angelegt wird.

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Kaum jemand wird auf Anhieb die sieben umfangreiche Abschnitte wie im Blindflug meistern und am Schluss als großer Held gefeiert werden. Auch wenn die Kampagne bzw. auch der Arcade-Modus nur eine Spielzeit von etwa zwei Stunden offenbaren, so gehört eine gehörige Portion an Können dazu, jeden Level und jeden Boss in die Knie zu zwingen und Sine Mora EX zu meistern, auch auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad. So gnadenlos das Gameplay ist, so überwältigend die Übermacht des Feindes auch erscheint, selbst jeder Tod und jedes Continue fühlt sich dabei aber richtig gut an. Mit jedem Neustart kennt man die Level besser, hat den einen oder anderen Trick herausgefunden und weiß, wie man in bestimmten Situationen die Ruhe bewahrt, um vielleicht irgendwann tatsächlich als Sieger aus dem Kampf zu kommen. Jeder Start bringt einen ein kleines Stück weiter. Kleine Fortschritte lassen das Herz lachen.

Trotz des knackigen Schwierigkeitsgrades macht Sine Mora EX richtig viel Spaß, was einerseits an der opulenten Grafik liegt, die in 2,5D daher kommt und den TV zum Wackeln bringt, aber auch an dem durchdachten Spieldesign. Ihr sitzt in einen kleinen Raumgleiter, der mit zahlreichen Power-Ups verbessert werden kann. Der Schuss wird breiter und stärker und zusätzliche Kapseln dienen als Bombardement, wenn die Situation ausweglos erscheint. Die Zeitmanipulation ist zudem eine Spezialität von Sine Mora. Ihr könnt den Spielverlauf verlangsamen und so deutlich geschickter durch den Salventeppich der Feinde navigieren. Zudem stirbt der Held nicht direkt aufgrund einiger Treffer. Beständig sitzt ein Counter in eurem Nacken und sollte dieser ausgezählt haben, heißt es Game Over. Dem könnt ihr mit der Vernichtung eurer Feinde gekonnt entgegen treten. Jeder Abschuss erhöht den Counter wieder und ermöglicht so das Überleben, jedoch ziehen Treffer einiges an Zeit von der tickenden Uhr ab.

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Das Spiel mit der Uhr liefert einen interessante Komponente und ermöglicht auch gezielt Fehler zu riskieren, nur damit evtl. eine Schwachstelle der Feinde ausgenutzt werden kann. Dennoch solltet ihr ein Auge auf den Counter haben und versuchen, mit jedem neuen Abschnitt genügend Restzeit anzusammeln, sonst könnten einige Bosskämpfe richtig happig werden. Aus der Feder von Mahiro Maeda stammend trumpfen diese mächtigen Kampfmaschinen ordentlich auf. Pompös durchbrechen diese die Wände und legen einen fiesen Hinterhalt, um euch letztendlich zu zermalmen. Das Bossdesign ist grandios und meist mit mehrstufigen Kämpfen ausgestattet, so dass mehrfach das Angriffsmuster durchschaut werden muss. Wenn ein riesiger Zug mit einer Bewaffnung einer ganzen Kompanie oder eine beeindruckende Spinne sich uns in den Weg stellt, sind die Nerven gespannt wie Drahtseile und schwitzige Hände am Controller garantiert. Praktischerweise können wir jeden der beeindruckenden Bosse in einem speziellen Modus einzeln auf den Zahn fühlen und dort neue Rekorde aufstellen, oder einfach das Monstrum studieren, um in der Kampagne beim nächsten Mal besser dazustehen.

Neben der aufpolierten Optik mit reichlich Details und einer regelrecht lebendigen Welt, die wirklich einen Augenschmaus garniert, bietet die Neuauflage einen gelungenen Couch-Koop-Modus für zwei Spieler. Dadurch macht die Kampagne tatsächlich ein wenig mehr Spaß, auch wenn bestimmt Abschnitte sicherlich nicht einfacher werden. Vor allem enge Passagen zum Beispiel durch Höhlen zerren an der ansonsten guten Übersicht und sorgen immer wieder für ein wenig Chaos auf dem Bildschirm. Immerhin ist auch doppelt so viel los, zumindest was die Guten betrifft. Sehr schön anzusehen, dass die Optik dennoch weiterhin flüssig läuft und der unglaubliche Kugelhagel deswegen nicht ausbleibt. Ähnlich schwachbrüstig und eher langweilig wie der aus der Feder von Akira Yamaoka stammende Soundtrack, der einfach zu seicht daher kommt, fällt auch der neue Versus-Modus aus. In drei Arenen könnt ihr euch gegenseitig austoben, jedoch kommen die Kämpfe nicht an das heran, was man aus der Kampagne so kennt.

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Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

83 %

Mittlerweile fünf Jahre auf dem Buckel und dennoch kann Sine Mora EX begeistern. Die Optik ist pompös und überzeugt spätestens beim grandiosen und überwältigenden Bossdesign aus der Feder von Mahiro Maeda. Ein gewaltiger Kampf, der auf dem Bildschirm tobt und dennoch ein grandioses Spiel- und Leveldesign liefert. Kaum jemand wird den Titel auf Anhieb in die Knie zwingen, doch jeder Versuch bringt den Helden weiter als zuvor und die viele Möglichkeiten sorgen dafür, dass man langanhaltend dem Training beiwohnt und versucht, jeden Level nach und nach zu meistern. Einzig allein der schwache und weniger pompöse Soundtrack hätte etwas mehr Power vertragen können. Bei einem solchen Titel erwartet man treibende Musik, die mitreisend wirkt. Außerdem steht der doppelte Preis zum Original im Raum, jedoch könnt ihr dafür erstmals ein Retail-Version in den Händen halten und bekommt einen guten kooperativen Spielmodus dazu. Wer also das Original nicht kennt, kann durchaus bei Sine Mora EX zugreifen.

Pro

  • + Sehr gutes und durchdachtes Spiel- als auch Leveldesign.
  • + Opulente und beeindruckende Bosskämpfe, die ihresgleichen suchen.
  • + Äußerst gelungene Optik mit tollen Details und zahlreichen schönen Effekten.
  • + Unglaublich motivierender Schwierigkeitsgrad. Auch wenn man häufig sterben wird, so sorgt das Spiel für beständige Motivation, es nochmals zu versuchen.

Kontra

  • - Schwacher, viel zu seichter Soundtrack. Bei einem solchen Action-Feuerwerk erwartet man treibende Musik.
  • - Die dürstete Story ist eher nebensächlich.
  • - Der neue Versus-Modus ist eher nur schmückendes Beiwerk und maximale kurzweilig.
  • - Doppelter Preis zum Original sorgt dafür, dass Kenner sich das wohl echt gut überlegen müssen.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
60 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
83 %
Spielspaß
 
80 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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