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Smoke and Sacrifice – Test / Review

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Veröffentlicht 26. Juli 2018 | 17:04 Uhr von Ewelyn

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In Smoke and Sacrifice schlüpft ihr in die Rolle von Sachi, einer liebenden Mutter, die kurz davor steht ihren Sohn Lio opfern zu müssen, denn so gehört es sich in ihrem Dorf. Jedes erstgeborene Kind muss an den „Sonnenbaum“ geopfert werden, um dem Dorf noch ein langes und fruchtbares Leben zu gewähren. Doch Jahre später deckt Sachi die schreckliche Intrige rund um den Sonnenbaum und deren Hohepriester auf, und begibt sich auf die Suche nach ihrem Sohn Lio. Smoke and Sacrifice ist ein Survival-Rollenspiel, das viel Wert auf das Crafting-System legt. Ob wir von dem Rauch vernebelt wurden oder die harschen Bedingungen in der Unterwelt gut überstanden haben, erfahrt in in unserem Bericht!

Der Beginn einer langen Reise

Nach dem traurigen Einstieg in Smoke and Sacrifice, bei dem ihr euren Sohn Lio im Tempel opfern musstet, könnt ihr zwei Hohepriester belauschen, wodurch ihr annehmen könnt, dass euer Sohn doch noch irgendwo am Leben sein könnte. Kurz nachdem die Hohepriester verschwunden sind, ruft euch ein seltsam gekleideter Mann zu sich, und er möchte euch ein genauso seltsames Amulett übergeben. Nachdem die Hohepriester euch entdeckt haben und darüber belehrten, dass ihr nichts im Tempel zu suchen habt, sondern eher die Opferung eures Sohnes feiern solltet, ist der Unbekannte wieder verschwunden. Ohne einen weiteren Anhaltspunkt zu haben, springt ihr direkt sieben Jahre in die Zukunft und bemerkt, dass das Licht des Sonnenbaumes zu flackern beginnt und die schützende Kraft schwindet. Kurz darauf wird das Dorf von wilden Bestien überfallen, die mit Hilfe des Lichts sonst immer fern gehalten werden konnten. Ihr macht es euch zur Aufgabe die Hohepriester zu informieren und lauft dem Unbekannten von vor sieben Jahren wieder über den Weg, und der euch berichtet, dass der Tempel leer zu sein scheint. Verwirrt was ihr jetzt tun sollt, verrät euch der Unbekannte, dass jetzt eure Gelegenheit wäre herauszufinden, was mit Lio geschehen ist und ihr den Tempel durchsuchen solltet. Ohne lange zu zögern ergreift ihr eure Chance und durchsucht den leerstehenden Tempel und stoßt auf eine eigenartige Apparatur, die euch in wenigen Sekunden zu einem neuen Ort teleportiert… Und so beginnt eure verzweifelte Suche in der Unterwelt, die voller Gefahren und undankbaren Wesen zu stecken scheint.

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Die Unterwelt möchte uns ans Leder

Noch gar nicht richtig angekommen, entdecken wir einen unheimlich wirkenden Einheimischen, der uns nützliche Ratschläge mit auf den Weg gibt. Denn ohne die entsprechende Ausrüstung ist ein überleben in der Unterwelt schier unmöglich. Die Tipps zu Herzen genommen und die Rezepte gelernt, macht ihr euch auf die Suche nach geeigneten Materialien, um euch eine nützliche Laterne zu bauen, die euch in der Nacht Licht spenden soll. In der Unterwelt gibt es einen Tag- und Nacht-Rhythmus, bzw Tag- und Rauch-Rhythmus. Der Rauch ist giftig und kann euch das Leben kosten, wenn ihr keine Laterne bei euch tragt. Nachdem ihr euch für den Rauch gerüstet und eure erste Waffe erhalten habt, kann das fröhliche farmen auch losgehen! Denn das ist ein großer Bestandteil in dem Spiel und jeder Gegenstand kann von nutzen sein. So kann beispielsweise das Gehirn eines Schleims eure Lebensanzeige wieder füllen und Larven euer Netz Instand setzen, welches ihr dazu benötigt, um die Lichtquelle für eure Laterne zu fangen. Unter den ersten Rezepten lassen sich auch die ersten Rüstungsgegenstände finden, bei dem das Schuhwerk eine besondere Aufgabe inne hat. Mit Sandalen durch die Kältesteppe oder einer Lavagrube zu wandern ist in der Regel nicht zu empfehlen, daher ist das geeignete Schuhwerk Pflicht! Ohne die geeignete Ausrüstung bleiben euch einige Gebiete zu Beginn verwehrt, denn die Rezepte zu den Schuhen gibt es nur, wenn ihr in der Story voranschreitet und das bedeutet viele Quests absolvieren, die Unterwelt erkunden, Monster erlegen und farmen, farmen, farmen!

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Viele Krankheiten trüben das Spielerlebnis

Smoke and Sacrifice hat durchaus das Potential eine Perle am Indie-Markt zu sein, doch sind auch hier einige Dinge dabei, die nicht perfekt gelöst wurden, seien es Gameplay-Mechaniken oder die Erzählung der Geschichte. So ist die Steuerung in den Kämpfen sehr schwammig, denn Sachi macht nicht immer direkt das, was ihr möchtet, und da muss auch mal ein zweiter Knopfdruck nachgelegt werden, bis sie reagiert. Besonders frustrierend waren die Momente, wenn wir von Blitz-Attack attackiert wurden, denn da besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ihr eure Gegenstände aus dem Inventar verliert und es nicht bemerkt! Viel zu oft ist es vorgefallen, dass wichtige und seltene Gegenstände plötzlich aus dem Inventar verschwunden sind, weil es im Kampf gegen die zahlreichen Gegner einfach untergegangen ist. Schade, hätte nicht sein müssen, denn das Inventar-System ist schon unübersichtlich genug. Hierbei wurde auf eine Kategorieaufteilung komplett verzichtet und die Gegenstände werden wild durcheinander geworfen, wenn ihr auf „Sortieren“ klickt. Zudem ist es nicht ratsam viel auf einmal zu farmen, denn die meisten Gegenstände werden mit der Zeit „schlecht“ und verschwinden dann aus dem Inventar. So verliert das gejagte Schweinefleisch an Haltbarkeit, wenn ihr es zulange mit euch herumschleppt. Daher sollte man am besten schnell ein leckeres Gericht daraus zaubern, solange das entsprechende Rezept vorhanden ist! Aber es gibt die Möglichkeit eure Gegenstände in Kisten zwischenzulagern, wodurch ihre Haltbarkeit nicht mehr sinkt. Doch hierbei ist ein gutes System erforderlich. Die Kisten können überall gefunden werden, aber ihr müsst immer zu der jeweiligen Kiste zurückkehren, um eure Items wieder herauszuholen. Durch zahlreich klug positionierte Teleporter sowie der Tatsache, dass ihr die Kisten auf der Karte angezeigt bekommt und welche Inhalte darin zu finden sind, ist es nicht wirklich umständlich zu den Kisten zurückzukehren.

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Farmen, farmen, farmen

Es gibt zwar kein direktes Schnellwahlmenü in Smoke and Sacrifice, aber durch die „Favorit“-Mechanik könnt ihr eure Waffen im Inventar markieren und erhaltet ein kleines Fenster, welche Waffe gerade ausgerüstet ist und auf welche ihr umschalten könnt. Damit kann auch mal schnell von einer Eis-Waffe zu einem Dolch gewechselt werden. Zudem existiert in der Unterwelt auch kein Punkt, an dem ihr zu 100% in Sicherheit seid. Selbst in den zwei Dörfern könnt ihr in der Rauch-Zeit attackiert werden, darum ist es immer ratsam entweder zu pausieren oder bei jeder Gelegenheit zu speichern, denn den Schwierigkeitsgrad von Smoke and Sacrifice sollte man nicht unterschätzen. Viele Male wurden wir von zahlreichen Gegner penetriert, die sich zudem auch gegenseitig bekämpfen können, und sind gestorben. Die Welt ist durch ihre Optik, Diversität und Vielfalt äußerst gelungen und wir waren stets gespannt, was uns hinter dem nächsten Baum erwartet. Neben den Schleimen gibt es auch noch Elektro-Ratten, Stachelschweine, kaputte Maschinen und noch bizarrere Monster und Charaktere zu entdecken! Durch das Sammeln der Rezepte und das ständige Farmen bleibt die Story jedoch auf der Strecke, denn diese wird nur in kurzen Dialogen ohne besonders viel Inhalt fortgesetzt und schickt euch meist auf eine weitere Farming-Tour. Wenn ihr mal genug davon habt Monster zu jagen oder Materialien zu sammeln, dann gibt es noch viele kleine Nebenquests, die es zu entdecken gibt. Doch hört genau zu und merkt euch möglichst jedes Detail, denn euer Questlog ist nicht sonderlich umfangreich und bietet nur die nötigsten Informationen. Dafür unterscheiden sich die einzelnen Aufgaben untereinander wie Tag und Nacht. Bei einer Quest müsst ihr eine Rebellion anzetteln, bei der nächsten müsst ihr ein ausgewachsenes Stachelschwein betäuben und melken. Aber wieder heißt es farmen, farmen, farmen.

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Getestete Version: PC/Steam

Unser Fazit

69 %

Man merkt Smoke and Sacrifice deutlich an, dass die Entwickler mit viel Liebe zum Detail eine Welt erschaffen und möglichst viel bieten wollten - doch manchmal ist weniger mehr. Wenn nur etwas weniger Fokus auf das Farmen und Craften gelegt worden wäre und dafür die Geschichte etwas mehr Liebe abbekommen hätte, hätten die Entwickler einen unglaublichen guten Spagat zwischen Survival und Rollenspiel geschaffen. Daher können wir das Spiel nur denen ans Herz legen, die Spaß daran haben viel zu farmen und verschiedene Rezepte zu entdecken und auszuprobieren. Viele Schlüsselfiguren waren am Ende nur Puppenartige Wesen, ohne eine Seele, die euch nur zur nächsten Quest weitergeleitet haben, sonst nichts. Besonders Schade ist die Tatsache, dass der interessante Story-Ansatz mit der Zeit verloren ging und die Rettung von Sachi's Sohn nur noch zu einer Nebensache wurde.

Pro

  • + Interessanter Story-Ansatz ...
  • + Vielfältige Spielwelt mit unterschiedlichen Gebieten
  • + Lebendige Spielwelt, in der auch die Monster miteinander agieren, sich gegenseitig bekämpfen und fortpflanzen
  • + Simples Crafting-System
  • + Die Welt lädt zum Erkunden und Entdecken ein

Kontra

  • - ... der leider komplett untergeht und keine große Rolle spielt
  • - Schwammige Steuerung in den Kämpfen
  • - Zu Starker Fokus auf das Farmen und Craften
  • - Inventar sehr unübersichtlich
  • - Questlog bietet nur eine grobe Zusammenfassung der Aufgaben
  • - Schlüsselfiguren wirken leb- und charakterlos
  • - Unglückliche Spiel-Mechaniken, wie das Verlieren von Gegenständen, integriert

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
68 %
Gameplay
 
65 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
71 %

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Newsjunkie des iG-Teams. Verehrerin des JRPG-Genres und leidenschaftliche Shooter-Spielerin.

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