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Sniper Elite 3 – Test / Review

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Veröffentlicht 26. Juni 2014 | 13:12 Uhr von Manuel

Letzte Änderung 15. September 2014

Sniper-3-Screenshot

Ob Film oder einige Spiele, das Thema und Leben eines Heckenschützen bietet seit Jahren genügend Stoff um in regelmäßigen Abständen das Thema weiter auszubauen. Ob ein Sniper nun nur scharf schießt oder in Hecken sitzt, um seinen Gegner zu zerstören, ist dabei völlig egal. Die Szenerie bleibt dabei aber meist ziemlich ähnlich. Suche Dir ein gutes Versteck, bleib unentdeckt und erreiche still und heimlich das Ziel, das Dir auferlegt wurde. Rebellion bringt genau das mit Sniper Elite 3 zum ersten Mal auch auf die Next-Gen Konsolen, und ob neben der Grafik auch die scharf geschossenen Kugeln in der nächsten Generation angekommen sind, erfahrt ihr mit den nächsten Zeilen.

Eine kleine Vorgeschichte

Seit die Sniper Elite im Jahr 2005 erstmals aufgeschlagen sind, hat sich damit einiges verändert. Nicht nur das Teil 3, so gesehen, in der dritten Konsolengeneration erscheint, hat z.B. der direkte Vorgänger für hitzige Diskussionen und stellenweise sogar Verbote in diversen Ländern gesorgt. Die für damals neu entwickelte Kill-Cam, bei der man 1-zu-1 sieht, wo genau der Gegner getroffen wird und was die Kugel mit ihm anstellt, sorgte für diesen enormen Wirbel. Trotzdem ist genau dieses Feature weiterhin ein tragendes Teil bei Sniper Elite 3. Die Verbote blieben dieses Mal aber wider Erwarten aus, und so bekommt man den neuesten Ableger quasi weltweit. In diesem geht es einmal mehr zurück in die Zeit des zweiten Weltkriegs, genauer gesagt ins Jahr 1942. Auf der Seite der alliierten Streitkräfte sorgen wir dafür, dass die Deutschen eine geheime Megawaffe nicht fertigstellen und zum Einsatz bringen können. Diese Konstellation sorgt im Endeffekt einmal mehr für ein tolles Setting, denn gerade weil man im weit entfernten Afrika zum Einsatz ist, bekommt man auch optisch etwas Besonderes geboten. In Person von Karl Fairburne, einem deutsch-amerikanischen Elitesoldat, geht es nicht nur gegen hartnäckige Gegner der feindlichen Reihen. Irgendwann legt man sich auch mit Panzern und anderen schweren Geschützen an. Spätestens hier wird dann ein völlig neues Vorgehen nötig.

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Next-Generation Gaming

Ohnehin ist einiges neu und auch besser als noch bei den Vorgängern, genauer gesagt als bei Sniper Elite V2. Gerade das Gameplay hat ordentlich nach oben zugelegt, und zeigt das man nicht unbedingt auf dieses starre, fast festgebundene Gameplay aus dem Leben eines Scharfschützen direkt bauen muss. Zwar liegt der Fokus auf leisem, verdeckten und überlegen Vorgehen, dennoch stehen immer wieder Stellungswechsel an; Spätestens dann, wenn man nach einigen erlegten Gegner ertappt worden ist. Dann heißt es Beine in die Hände nehmen und sprinten was geht. Zwar geht dadurch auch der Puls deutlich nach oben, aber wenn man den vorgegebenen Abstand zum erlösenden Wechselpunkt erreicht, kann man sich und seinen Puls wieder in den Griff bekommen – denn ist der Puls zu hoch, kann der Schütze nicht zielen. Die Basis selbst spielt sich wie ein stabiler Third-Person-Shooter, der angepasste Teile spendiert bekommen hat, um sich auf das zu spezialisieren, was man ist. Zielen und Schießen mit dem Scharfschützengewehr läuft dabei genauso ab, wie man es von anderen Shootern kennt. Es ist also keine Kunst etwas zu reißen, zumindest auf den niedrigeren Schwierigkeitsgraden. Spätestens wenn man sich dazu entscheidet selbst über die Physik von Waffe und Kugel zu urteilen, wird die Herausforderung eine ganz andere. Die Ballistik der Kugel, abhängig von Gewicht, Windrichtung, Entfernung und Flugroute muss selbst eingeschätzt werden, um sein Ziel möglichst genau zu treffen. One Shot, one Kill sollte dabei der maßgebende Ton sein. Das gelingt aber eben nur dann, wenn man seine Waffe, oder als Spieler seinen Controller, im Griff hat. Aber ob leicht oder schwer oder sogar auf Elite, das Spiel macht auf jedem Level richtig Laune. Sogar mehr Laune als man sich davon erwartet hatte, da die angesprochen die Verbesserungen sehr groß und vor allem sehr positiv ausgefallen sind.

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Künstlich intelligente Balance

Die KI verhält sich dabei auch wieder sehr schwierigkeitsabhängig. Reaktion, Aufmerksamkeit sowie Konzentration auf die Situation ist aber von Anfang an gut gehalten, und immer wieder als fordernd zu bezeichnen. Verschläft man es seine Position zu wechseln, ist man schnell erledigt. Dennoch hat hier und da das Thema künstliche Intelligenz ihren Sinn verfehlt, und selbst Gegner die sehr knapp an uns vorbei liefen, bemerkten uns nicht oder standen laufend vor einer Wand und versuchten voran zu kommen. Das situative Verhalten ist aber im Gros sehr positiv gehalten. Groben Schnitzer sind eher selten, da direkt vor einem aufploppende Gegner, oder bereits tote Soldaten, die wild in der Luft umherfliegen, auftauchen. Das passiert zwar nicht oft, aber immer wieder. Sieht im ersten Moment sogar lustig aus, gerade wenn nach dem Fliegen der Aufprall auf die nächste Wand erfolgt. Aber nichts was hier passiert, hat eigentlich was im Spiel verloren hat.

Die Balance der Waffen verhält sich dagegen meist vorbildlich. Jedes Gewehr, jede Zweit- und Drittwaffe (Pistolen und Maschinenpistolen) verrichten ihren Dienst wie man es erwartet, auch wenn man z.B. bei der MP40 eine sehr heftige Streuung bemerkt. Das ist ziemlich schlecht, wenn viele Gegner im Umfeld sind und man ungewollt die Aufmerksamkeit damit auf sich zieht. Die Sniper-Arbeitsgeräte, wie das italienische Carcano oder das von Springfield für die amerikanischen Truppen entwickelte und altbekannte M1 Garand, funktionieren sehr gut. Jedes Gewehr hat seine Eigenheiten und seine Vor- und Nachteile. Das kann alles aber noch angepasst werden, indem man bei erlegten Gegnern Waffenteile findet und seine Schießeisen damit modifiziert. Dadurch verändern sich auch die grundlegenden Eigenschaften im Kampf, ob Mündungsgeschwindigkeit, Rückstoß oder das Flattern beim Zielen. Es ist aber kein extrem umfangreicher Baukasten, für den man ein Studium absolvieren müsste. Alles im Rahmen aber dennoch gut auf den eigenen Geschmack anzupassen. Auch andere Waffen mit ihrer Geschichte sind dabei vertreten, wie z.B. die Luger oder der britische Webley MK IV Revolver.

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Ein Job, viel Arbeit

Wie man soweit also sagen kann, macht Sniper Elite 3 seinen Job gut, und somit kann man selbst auch seinen Job meist gut erledigen. Zum perfekten Auftritt benötigt es aber neben den Hauptmissionen noch regelmäßige Nebenquests, Sammelmaterial wie Kriegstagebücher und Spielkarten, und die erwähnten Waffenteile. Um am Ende die ersehnten 100% zum endgültigen Abschluss zu bekommen ist es aber so oder so oft ein steiniger und auch ein langer Weg. Mit jedem neuen Auftrag steigt die Länge des Einsatzes, die Anzahl der Gegner nimmt stetig zu und man ist stellenweise als vielbeschäftigter Sniper unterwegs. Zwar lassen sich Gegner auch aus nächster Nähe klammheimlich und lautlos beseitigen, aber es geht doch nichts über einen perfekt gesetzten Schuss aus mehreren hundert Metern Entfernung. Gerade wenn dann noch die Kill Cam zum Tragen kommt, ist man sich sicher, dass der geplante Kopfschuss oder der Treffer in die Weichteile wirklich so perfekt war wie geplant. Knochen bersten, Organe zerfetzen, und man wundert sich eigentlich nur, dass genau das beim neuen Sniper Elite nun nicht für ein Verbot gesorgt hat, wo der Vorgänger noch genau deswegen bluten musste.

Um das Erlebnis im Gesamtbild noch zu vollenden, hat der Titel neben dem Singleplayer einen Online- wie Offline-Multiplayer bekommen, und zahlreiche Herausforderungen, die man absolvieren kann. Die Herausforderungen sind dabei im Kern Kämpfe gegen Wellen von Gegnern, denen man wahlweise alleine oder mit einem Partner im Koop gegenüber steht. Insgesamt bietet das Spiel reichlich Umfang und auch ordentlich Spielzeit. Der Wiederspielwert ist nicht extrem hoch, aber es macht auf jeden Fall immer wieder richtig Laune seine lautlosen und tödlichen Kreise durch das besetzte Afrika und geschichtsträchtige Orte wie den Halfaya Pass zu ziehen.

Dabei kommt dann auch voll und ganz das offene Spielprinzip zum Tragen. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten die Gegner aufzuspüren oder auch aufzulauern. Die dabei an den Tag gelegte Taktik kann von Runde zu Runde anders ablaufen. Genau das was man eigentlich will, denn selbst bei einem Titel wie Sniper Elite 3 ist nicht mehr die Zeit, um durch enge Schlauchlevel mit strikt vorgegebenen Routen und vorgetäuschter, offener Spielwelt gelotst zu werden.

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Verpatchte Optik

Gerade bei den Kills aus der Entfernung, auf die man meistens zurückgreift, sind verschiedene Aussichtspunkte unerlässlich – dazu gehört aber auch die dementsprechend perfekte Weitsicht. Möglich ist genau die, zumindest auf den Next-Gen Konsolen, sehr schicke Optik, die so gut wie keine Schwächen zeigt. Ob Kantenglättung oder Texturschärfung, alles wirkt knackig und so wie man es von einem Next-Gen Titel erwartet. Hier und da sind dann zwar, z.B. bei Gegenständen die zur Dekoration der Spielwelt dienen, die Texturen niedriger und fast matschig als bei wichtigen Elementen, aber das stört nur nebensächlich. Auch das Kantenflimmern, wenn man mit dem Fernglas zielt, ist eventuell etwas unschön. Aber der Spielbarkeit schadet das überhaupt nicht.

Negativer fallen dagegen die hier und da auftretenden Verbindungsprobleme bei der Xbox One auf, die es so auf PlayStation 4 und Xbox 360 nicht gibt. In dem Moment erscheint dann oben rechts im Eck das gerade gespeichert wird, das Zeichen verschwindet dann nicht mehr. Genau dann kann man, wenn man erledigt worden sein sollte, nicht mehr auf Speicherstände zugreifen und es bleibt nur ein Neustart der Konsole. Woran das liegt, ist momentan noch nicht bekannt, aber es scheint mit der Cloud-Synchronisation zu tun zu haben, und somit ein reines Problem der Xbox One zu sein. Ein vorhandener Day-One-Patch mit satten 16GB Größe muss vor Spielbeginn herunter geladen werden. Gerade mit einer nicht so schnelle Leitung wartet man dann schon mehrere Stunden, bevor man in Afrika die ersten Kugeln verteilen kann. Laut Rebellion war der Patch aber nötig, da man damit Verbesserungen in das Spiel bringt, die nach der Auslieferung an die Presswerke noch vorgenommen worden sind.

Unser Fazit

81 %

Auch wenn Sniper Elite 3 sicherlich nicht gerade bei jedem auf der Einkaufsliste steht, ist der neueste Ableger der Serie von dem Entwickler Rebellion ein Titel geworden, den man nicht verachten und erst recht nicht links liegen lassen sollte. Zwar ist oft für das Sniper-Genre unerwartet viel los und man hat richtig viel Arbeit, um sich seinen Weg durch die stellenweise sehr umfangreichen Level zu bahnen, aber man hat mit Teil 3 das bislang beste Spiel ausgeliefert. Die meiste Zeit macht es sogar richtig Laune, wenn man sich durch den afrikanischen Kontinent kämpft und auch immer wieder andere Herausforderungen gestellt bekommt. Die Abwechslung ist bei einem Thema, das an sich sehr wenig davon bieten würde, sehr groß ausgefallen, und so wird es auch selten langweilig. Lediglich etwas ungünstig ausgelegte Speicherpunkte frustrieren hier und da etwas. Das ist aber genau dann wieder vergessen, wenn man das nächste Waffenteil gefunden hat, sich damit seine Ausrüstung perfektioniert und als bis auf die Zähne bewaffnete One-Man-Army den Deutschen das Leben schwer macht. Gerade auf der Xbox One bremsen im ersten Moment der gerade extrem große Day-One-Patch und die unregelmäßig auftretenden Verbindungsprobleme den Spielspaß, insgesamt bekommt man aber ein Erwachsenes Spiel für Erwachsene. Es ist sicherlich nicht für jeden, aber es sollte jeder mal einen Blick darauf werfen. Next-Generation Grafik, eine tolle Szenerie und ausgereiftes Gameplay bekommen mit intelligenter KI und gut ausgearbeitetem Balancing die Gegenstücke, um am Ende ein tiefgreifendes Spielerlebnis zu bekommen, das man so nicht erwartet hatte.

Pro

  • + Offene Spielwelt mit verschiedenen Lösungswegen
  • + Kill-Cam perfekt gelungen
  • + Schicke Next-Generation Optik
  • + Single-, Multiplayer und Herausforderungen bieten viel Umfang
  • + Meist intelligente KI>/li>
  • + lobenswertes Waffen-Balancing
  • + Unverbrauchte Szenerie

Kontra

  • - Aussetzer bei der KI
  • - Leichte, grafische Schwächen und Fehler
  • - Waffensammlung insgesamt recht gering ausgefallen
  • - Kein Spiel für Jedermann
  • - Unregelmäßige Verbindungsabbrüche durch Cloud-Synchronisation
  • - 16GB Day-One-Patch

Unsere Bewertung

Grafik
 
84 %
Sound
 
77 %
Steuerung
 
79 %
Gameplay
 
82 %
Multiplayer
 
75 %
Spielspaß
 
85 %

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