Sniper: Ghost Warrior 2 - Test / Review - insidegames

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Sniper: Ghost Warrior 2 – Test / Review

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Veröffentlicht 11. April 2013 | 18:38 Uhr von Sandra

Sniper Ghost Warrior 2

Rund gerechnet sind es zwei Jahre her, dass Sniper: Ghost Warrior erschienen ist. Waren seinerzeit die Kritiken eher schlecht als recht, war dies nichts desto weniger für die Entwickler CI Games eine Kampfansage wert, da man sich vorgenommen hat mit Sniper: Ghost Warrior 2 die beanstandeten Punkte auszumerzen. Ob dieses Unterfangen geglückt ist? Wir schlagen vor: Folgt uns, aber bitte leise! Wohin es geht? Lasst euch überraschen.

Viertel-Globus-Bereisung mit Captain Cole Anderson

Habt ihr auch zu den Kollegen gehört, welche im ersten Sniper: Ghost Warrior Teil die Shooter-Passagen während der Sniper-Einlagen als störend empfunden haben? Ja? Gut, darum müsst ihr euch nämlich keine Sorgen mehr machen, denn diese Intermezzi gibt es nicht mehr. Stattdessen heißt es leise vorgehen, Vorsicht walten lassen, die Umgebung im Auge behalten und gezielt Gegner in verschiedenen Umgebungen ins virtuelle Nirwana schicken. In der Rolle von Captain Cole Anderson, ehedem Militärangehöriger und ausgebildeter Scharfschütze, werdet ihr angeheuert den Kriegsverbrecher Vladic zu stellen. Begleitet werdet ihr von eurem Spotter Diaz, der auch immer wieder einen guten Rat als auch einen hilfreichen Tipp für euch parat hat. Eure (Zeit)Reise führt euch in die 90er Jahre zurück, ins kriegsgeschüttelte Sarajevo (Ex-Jugoslawien), in den philippinischen Dschungel als auch im höchsten Gebirge der Welt, dem Himalaja. Dass der Hintergrund eurer Reise ein Auftrag der der US-Regierung ist, weil der böse Bube Vladic in der Antarktis ein Labor überfallen und gefährliche, waffenfähige Viren geklaut ist, ist schön zu wissen, letztlich aber einfach nur schmückendes Beiwerk; Getreu dem Motto „die gezielte Ballerei hat einen Rahmen“.

Möge die Macht im Innern ruhig sein

Klingt spannend, oder?! Vor allem lässt das durchaus auf sowas wie Strategie, Taktik und/oder durchdachte Einsätze hoffen? Nicht zuletzt, da man nicht mehr wild ballernd irgendwelche Widersacher mit Bleibohnen füttert, sondern ganz gezielt Aufträge erfüllt und quasi von hinten durchs Auge aus dem Nichts zu schlägt. Ja, es wäre so toll, wenn das der Fall wäre, bedauerlicher Weise wurden diese recht frommen, einfachen Wünsche nicht nachhaltig erfüllt. Zu viel bleibt auf der Strecke, wenn ihr sowas wie stromlinienförmig mit eurem Begleiter von Checkpoint zu Checkpoint hechtet, zwischendrin einzelnen Gegnern ein schickes Loch im Kopf verpasst, natürlich immer mit der Prämisse möglichst ohne bei eurem eliminierenden Handel entdeckt zu werden. Alternativ heißt es auch hin und wieder verbündeten Teams Deckung bzw. Feuerschutz aus der Distanz gewährt. Es macht Spaß, irgendwie, es hat einen gewissen Flair, sowas wie Stil, wenn man die innere Ruhe anzapft, damit der Lauf des Scharfschützengewehrs nicht zu sehr abdriftet, aber der Funke zündet nicht hundertprozentig, manches Mal wird man das Gefühl nicht los ein Rohrkrepierer vermasselt den Erfolg.

Sniper: Ghost Warrior 2

 

Du  bist wie du schießt

Generell lässt sich das Spielverhalten als dezent beschreiben, gemütlich, es braucht eine gewisse Ruhe, etwas Zeit haben schadet nicht. Abgesehen davon, dass die Ereignisse und damit die Level sehr schlauchartig daher kommen, somit das Scripting der enthaltenen Situationen vorhersehbar ist wie das Amen in der Kirche, kann sich trotzdem eine gewisse Spannung aufbauen. Die rührt jedoch nicht von der sehr B-Movie lastigen Geschichte her oder den Settings, vielmehr sind es die gestellten Aufgaben, mit denen ihr euch konfrontiert seht. Fakt ist, ihr könnt in bester Rambo-Manier durch die Landschaft pflügen – ob eure Missionsziele dann allerdings als Erfolg gewertet werden, darf zu Recht in Frage gestellt werden. Zügelt euch, findet eure innere Mitte und verschmelzt mit der Umgebung. Haltet euch abseits der zu erwartenden Action, sprich Gegner, Feinde, Aufgabenzentren – wie immer ihr es nennen wollt. Nutzt euren Spotter als Helfershelfer und vor allem die netten, kleinen Gimmicks wie ein vierfach verstellbares Fernglas, mit dem ihr euch zu jederzeit einen Überblick über die Lage verschaffen könnt. Vor allem wenn euch sowas wie weitläufige, offene Areale begegnen, ist das vorherige Umsehen sowie das auskundschaften, wo sich welche Gegner wie aufhalten, ein erster Schritt die Bühne als Gewinner zu verlassen. Habt ihr mittels Fernglas Feinde entdeckt, werden diese mit einem Häkchen markiert. Dabei gibt es Unterscheidungen zu beachten, beispielsweise zeugen gelbe Häkchen von patrouillierenden Widersachern, während rote Häkchen anzeigen, dass ihr nicht so unauffällig gewesen seid, wie ihr vielleicht gedacht habt. Eure Gegner sind also gewarnt und aus eurem Überraschungsangriff wird nichts mehr.

Je nach Umgebung, Tages- oder Nachtzeit könnt ihr auf weitere Optionen wie den ebenfalls vorhandenen Wärmebild-Modus oder ein Nachtsichtgerät nutzen. Vor allem das Aufspüren aufgrund der Körperwärme des Gegners hat sich in unserem Test sehr oft als nützlich in bevorzugt engen, unübersichtlichen Ecken erwiesen. Am besten ist jedoch, ihr findet für euch selbst heraus, wie und mit welchen Hilfsmitteln ihr den Widersachern zu Leibe rückt.

One Shot – one Kill!

Während viele Shooter, egal ob First- oder Third-Person Shooter, es euch einfach machen, da ihr nicht auf elementare Gegebenheiten achten müsst, Stichwort Witterungsverhältnisse oder die eigene Atmung, sind genau diesen Aspekten in Sniper: Ghost Warrior 2 Aufmerksamkeit zu schenken. Auch solltet ihr darauf achten, in welcher Umgebung sich euer Feind befindet! Kann er sich, solltet ihr euch verschießen, nicht richtig treffen, sofort verstecken, in Deckung gehen? Was ist drum herum? Gemäuer, Dschungel oder steht der abzuschießende Geselle offen im Freien? Ist das geklärt, checkt für euch selbst, wie ihr den Knaben anvisieren wollt: Stehend, hockend, liegend? Hat alles drei seine Vor- und natürlich Nachteile. Dazu kommt, wie schnauft ihr, wie hoch ist euer Puls? Könnt ihr für einen Moment die Luft anhalten, damit ihr auch sicher trefft oder seid ihr zu sehr außer Atem? Last but not least schaut auf die Windverhältnisse und berücksichtigt, wie weit die Kugel ggf. abdriften kann. Habt alles gecheckt, visiert – ist meistens am sichersten – den Kopf des Gegners an. Getreu dem Motto „one Shot, one Kill“ habt ihr die geringsten Probleme zu erwarten – jedoch bedarf dieses Verfahren ein wenig Übung.

Sniper: Ghost Warrior 2

 

Der Gipfel der Genüsse …

… ist Sniper: Ghost Warrior 2 sicher nicht, auch wenn ihr während des Spiels zumindest virtuell das höchstgelegene Gebirge der Welt (Himalaya) bereisen werdet. Gleichwohl die Umgebungen, die physikalischen Gegebenheiten und dergleichen mehr auf Basis der Cry Engine 3 laufen gelernt haben, zu sehr stolpert das Ganze dann doch umher. Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt, beschreibt wohl recht treffend, was an optischer Kost geboten wird.

Generell ist die Abwechslung in Sachen Umgebungen vollkommen ok; Wie erwähnt vollführt sich ein recht ordentlicher Wechsel aus der Natur hinein in die zu Betonskeletten verkommene Großstadt wieder zurück in die winterliche Natur des Himalaya. Es sind vor allem die Effekte, welche die Umgebungen sehenswert machen, gleichwohl technisch sicher mit dem Grundgerüst Cry Engine 3 mehr drin gewesen wäre. Nichts desto weniger sind die Sonnenstrahlen im Dschungel fast fühlbar, wie sie die Haut kitzeln, während man sich durch das Farn überwuchernde Unterholz schleicht oder da man unwillkürlich selbst die Augen reiben will, wenn man mit seinem alter Ego von einem Tauchgang wieder hoch kommt und die Sonne einen blendet.

Dem gegenüber stehen jedoch sehr Animationsarme Charaktere, die eigene Figur eingeschlossen, die zudem mit wenig bis gar keiner Mimik agieren. Ebenfalls haben wir stellenweise heftiges Kantenflimmern entdecken müssen, dazu schwachbrüstige Texturen sowie hin und wieder Pop-Ups. Dass unser alter Ego dazu in der Lage ist in Objekten zu verschwinden, egal ob im Single- oder Multiplayer-Modus kann an manchen Stellen durchaus sogar witzig sein. Technisch und objektiv betrachtet sollte dies jedoch ein no-go sein und nicht mehr passieren.

Unser Sniper: Ghost Warrior 2 Test basiert auf einer Xbox 360 Version.

Unser Fazit

77 %

Sniper: Ghost Warrior 2 macht durchaus einiges besser als sein Vorgänger, ist aber leider immer noch ein gewisses Stückchen davon weg in der Oberliga mitzuballern, auch wenn man den Abstand grundlegend verringert hat. Ein wenig mehr Feintuning hätte dem schleichenden Treiben gut zu Gesicht gestanden. Auch die Option etwas freier agieren zu können würde dem Sniper-Geschehen gut tun, anstatt schlauchartig ohne nach links und rechts ziehen zu können, durch die sehr gescripteten Ereignisse gezogen zu werden. Immerhin überzeugt das Sniper-Verhalten an sich, da die Umgebung, die eigene Verfassung, die Witterung und derlei Dinge mehr eine gewichtige Rolle spielen. Konzentriert man sich darauf, lässt sich davon einnehmen, macht Sniper definitiv Spaß und ist eine willkommene Abwechslung zu den Shooter-Spielen da „simple drauf halten und auf alles ballern was sich bewegt“ an der Tagesordnung steht.

Pro

  • + abwechslungsreiche Settings
  • + realistisches Schießverhalten
  • + hilfreiche, gut einsetzbare Items
  • + partiell sehr schöne Effekte
  • + solider Umfang für ein „Low Budget“ Spiel
  • + Kill-Cam
  • + ordentliche Sound-Kulisse sowie Synchronisationen (O-Ton)

Kontra

  • - partiell schwache Texturen und Pop-Ups
  • - Dröge Animationen und keine Mimik
  • - Kill/Bullet-Cam nicht immer vorhanden u. wegfliegende Feinde sehen allzu oft komisch aus
  • - manche Schussgeräusche klingen seltsam dumpf
  • - Videosequenzen sahen schon einmal besser aus
  • - Story total belanglos
  • - unfaires Checkpoint-System
  • - deutsche Synchronisation nicht wirklich der Hit, sehr uninspiriert
  • - langweiliger Multiplayer
  • - Steuerung kann im ersten Moment etwas träge wirken

Unsere Bewertung

Grafik
 
79 %
Sound
 
74 %
Steuerung
 
79 %
Gameplay
 
79 %
Multiplayer
 
60 %
Spielspaß
 
79 %

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