SOCOM 4: Special Forces Review - insidegames

insidegames

SOCOM 4: Special Forces Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 20. April 2011 | 19:49 Uhr von Keysjore

Letzte Änderung 3. Mai 2015

SOCOM 4 - 00001

Während in MAG noch mit rekordverdächtigen 256 Spielern die Post abging, widmen wir uns dem jüngsten Ableger der SOCOM-Serie. SOCOM 4: Special Forces findet seinen Weg zum Traditionellen wieder. Mit bis zu 32 Mann darf im taktisch angehauchten Mehrspieler ins Gefecht ausgerückt werden. Aber auch einsame Krieger kommen auf ihre Kosten. SOCOM 4 bietet einen umfangreichen Singleplayer, in dem ihr euer Team durch den asiatischen Dschungel führen dürft.

John Rambo?

John Rambo? Ist hier ein Mr. John Rambo!? Nein Freunde, Rambo bleibt leider bei diesem östlichen Dschungelabenteuer zuhause. Dafür könnt ihr euch mit Cullen Gray und seinen Schergen durchschlagen. Bei der Wahl des Settings haben sich die Entwickler offenbar vom letzten Teil der Rambo-Rehe inspirieren lassen: Eine fiktive Region in Südostasien versinkt im Chaos. Ein grausamer Revolutionär wütet über das Land, sein Ziel ist es die wichtigste Wasserstraße der Region unter seine Kontrolle zu bringen, um somit die Weltwirtschaft zu sabotieren. Nur euer fünfköpfiges Spezialteam kann den Drahtzieher auf die Schliche kommen. Unter der Führung von Cullen Gray schlagt ihr euch durch den Dschungel, mit an Bord sind sogar zwei deutsche KSK-Soldaten, Stefan Beck und Bernd Kessler, die neben der harten Kampfbraut Park Yoon-Hee und ihrem Teamkollegen Chung Kwan euer Team vervollständigen.

Nicht ohne meine Homies!

In SOCOM 4 könnt ihr euren Kollegen rudimentär Befehle geben. Die Einsatzgruppe wird in zwei Teams aufgeteilt: Team Blau – besteht aus zwei MG Schützen, die mit ihren MGs für Sperrfeuer sorgen. Team Gold – baut auf einer Scharfschützeneinheit auf, die für taktische Manöver eingesetzt werden kann. Mit euren Scharfschützen rückt ihr vor um Wachen aus der Ferne auszuschalten und das Gebiet zu checken, bis man auf größere Feindgruppen stößt. Hier kommt Team Blau zum Einsatz, indem ihr versucht eure Feinde zu umgehen und somit einen Hinterhalt entstehen lasst. Taktisches Vorgehen ist selbst auf leichtem Schwierigkeitsgrad ein absolutes Muss, Rambo-Aktionen werden sofort mit dem Tod bestraft. Besonders in den Schleichmissionen, die die Kampagne etwas auflockern, zeigt sich SOCOM 4 von seiner besten Seite. Hier müsst ihr mit Park Yoon-Hee durch stark an Splinter Cell: Conviction angelehnte Mission in den Schatten umher schleichen, um so z.B. ein Kriegsschiff zu infiltrieren. Durch eine Anzeige am linken Bildschirmrand wird gezeigt wie auffällig ihr euch durch die Level bewegt. Auch beseitigte Wachen müssen hinter Kisten oder im Schatten versteckt werden, um so weitere Feinde nicht zu alarmieren. In diesen Missionen zeigt SOCOM 4 das man als Spieler unterschiedliche Lösungswege zur Auswahl hat, um eine Mission erfolgreich zu beenden.

Granaten-Chaos

Ein bisschen Gears of War, ein bisschen SOCOM: So fühlt sich die Steuerung des vierten Teils an. Ähnlich wie bei Gears of War oder älteren Teilen der Serie, schaue ich meinem Soldaten über die Schulter. Die Steuerung und Kameraführung laufen sauber und sehr genau Hand in Hand. Schnelle Reaktionen und das anvisieren von Gegner funktioniert zwar in hektischen Kämpfen einwandfrei, dafür macht einem das Deckungssystem aber ziemlich zu schaffen. Oft muss man nur wenige Zentimeter weiter an den Rand einer Mauer schreiten, damit man endlich auf den dahinter lauernden Feind feuern kann. Auch das plötzliche verlieren der Deckung sorgt für Chaos und einen schnellen Tod. Das Waffenhandling wurde in SOCOM 4 zwar sehr präzise und realistisch eingebunden, bei den Granaten sind die Entwickler jedoch ein Schritt zu weit in Richtung Realismus gegangen. Anders wie in regulären Shootern, werden bei den Granaten kein Wurfbogen angezeigt. Besonders Granaten durch schmale Fenster oder unter niedrige Brüstungen zu werfen, erweist sich als reiner Glückswurf. Auch im Mehrspieler bleibt der Wurfbogen aus und macht Granaten in vielen Situationen nahezu unbrauchbar.

Grafisch nicht mehr ganz frisch…

Auch wenn die MAG-Engine SOCOM 4 eine detailfreudige Welt schenkt, merkt man ihr an das sie nicht mehr ganz frisch ist. Effekte kommen nicht satt genug herüber, Explosionen wirken deutlich schwächer als in aktuellen Vertreter wie z.B. Killzone 3. Zipper Interactive versucht die schwache Leistung der MAG-Engine durch das abwechslungsreiche Design der Missionsschauplätze zu kaschieren, zum Glück mit Erfolg. Die Welt von SOCOM 4 wirkt authentisch und erzeugt mit vielen kleinen Details die richtige Atmosphäre, auch die Mimik der Spielfiguren liefert zum größten Teil einen guten Job ab. Löblich ist die sehr gute Integrierung der 3D-Funktion, sofern man Besitzer eines 3D-Fernsehgerät ist, bekommt man das Kriegsszenario noch räumlicher zu Gesicht. Die Stärke und Tiefe der 3D-Funktion lässt sich über das Menü in verschiedene Stufen frei einstellen. Leider geht hier die Bildrate ein wenig in die Knie, allerdings nicht so weit, dass der Spielfluss beeinträchtigt wird.

Teamwork, Baby!

Ein echtes kleines Highlight stellten die Koop-Missionen da: Dort können fünf Spieler Seite an Seite in den Kampf ziehen. Es stehen euch mit „Eliminierung” und „Spionage“ zwei Spieltypen zur Auswahl. In Eliminierung müsst ihr mit eurem Team durch ein Gebiet voller Feinde streifen und gegnerische VIPs ausschalten. Bei Spionage dreht sich alles um das Sammeln von geheimen Informationen. Hier müsst ihr eng Zusammenarbeiten, um die feindlichen Daten zu finden und die Operation eurer Feinde zu sabotieren. Der besondere Thrill an den Koop-Missionen sind die Optionsregelungen bei dem Gegnerverhalten: Wer auf actiongeladene Arena-Shooter steht, kann durch das hochschrauben der Anzahl der Feinde sich in eine hitzige Massenschlacht stürzen. Freunde von taktischen Manövern, sollten die Zahl der Widersacher herunterregeln und ihnen eine gute KI verpassen. Dann nämlich will jeder Schritt gut bedacht sein: Wenn alle fünf blind ins Gefecht stolpern, ist die Runde schon nach wenigen Sekunden vorbei. Hier ist Teamwork angesagt und genaue Absprache, am besten über Headsets. Wenn man sich abspricht und koordiniert vorgeht, macht der Angriff auf die verschanzten Gegner einen Heidenspaß. Schade nur, dass die fünf Missionen in zwei Spielvarianten schnell durchgezockt sind und keinen hohen Widerspielwert haben. Hoffentlich können wir in Zukunft mit Nachschub durch DLC rechnen.

Taktische Mehrspielerschlachten

Anders sieht es da schon im umfangreichen Mehrspieler-Modus aus. Während im rekordverdächtigen MAG bis zu 256 Spieler auf dem Schlachtfeld Krieg führen durften, verfügt SOCOM 4 nur über eine 32 Teilnehmer-Variante. Auch die einst gigantischen Mehrspielerkarten wurden entsprechend für die 32 Spielerbeschränkung eingeschrumpft. Dafür liefert die 32 Mann-Version mehr taktischen Tiefgang und sehr flüssig laufende Matches. Sogar mit US-Amerikanischen Westküstlern lief die Match-Verbindung reibungslos ab. Starke Lags traten so gut wie überhaupt nicht auf. In nationalen Lobbys kann man sich bei Ranglisten-Spielen aber nicht mehr treffen, stattdessen landet man beim Start einer Runde direkt in der Spielervermittlung und bekommt einige Gegner zugelotst. Im klassischen Team-Deathmatch geht es recht hektisch zur Sache, Taktiker kommen dagegen im Bomb Squad-Mode voll auf ihre Kosten: In dem innovativen Modus muss euer Team einen Bombenspezialisten sicher zu den feindlichen Sprengladungen eskortieren, damit er sie entschärfen kann. Hier ist wieder ein Headset gefragt – ohne gute Kommunikation und Absprache wird euer Team schnell von dem lauernden gegnerischen Team auseinandergenommen. Der Modus erwies sich als äußerst interessant und spannenden, immer wieder kommt es auf Sekunden an in der eure Wiedersache das Ruder vielleicht noch herum reißen können. SOCOM 4 liefert noch zwei weitere Mehrspieler-Modi ab. Uplink und Last Defense. Bei Ersterem muss euer Team geheime Daten des Feindes beschaffen, beim Letzteren geht es darum Kontrollpunkte zu sichern, um sich zum feindlichen Hauptquartier vorzuschlagen und dort den finalen Luftschlag mit einem Signal einzuleiten. Für Hardcore-Fans gibt es zusätzlich für beide Spielvarianten jeweils eine klassische Version: Verlorene Lebensengerie durch Treffern werden nicht mehr automatisch aufgeladen und wenn jemand den Löffel abgibt, muss er bis zum Ende der Runde Däumchen drehen. Der “klassische Modus” verleiht dem Spiel ein Old School-Feeling und erinnert an Zeiten zu Counters Strike. Der Begriff “Clan” kommt in SOCOM 4 nicht zu kurz: In den sogenannten Clan-Matches könnt ihr ein Spiel mit euren eigenen Regel aufstellen. Aber nicht nur der Modus und die Siegesbedingungen können frei konfiguriert werden, auch die erlaubten Waffen lassen sich bestimmten. So könnt ihr zum Beispiel in einem Scharfschützengewehren-und-Schrotflinten-Only-Match ein spaßiges Katz- und Mausspiel erstellen. Die Möglichkeiten in SOCOM 4 sind groß und sorgen für Abwechslung und Kreativität. Ein weiteres sehr markantes Features ist die Möglichkeit eine starke Zweitwaffe einpacken zu dürfen. So kann man selbst als Scharfschütze mit einem schweren MG Nahkampfschlachten austragen. Die 32 Sturm-, Maschinen- und Präzisionsgewehre sowie Schrotflinten lassen sich beliebig miteinander mixen, solange man nicht zweimal die gleiche Klasse einpackt. Natürlich darf die Level-Funktion in einem modernen Shooter nicht fehlen. Mit steigendem Level werden immer mehr Waffenmodelle erspielt, welche sich mit nützlichen Extras ausstatten lassen. Dazu gehören Reflexvisiere, Schalldämpfer, stabilisierende Frontgriffe, den Rückstoß verringernde Mündungsbremsen und viele weitere. SOCOM 4 erfindet den Mehrspieler zwar nicht neu, bringt aber dennoch gekonnt frischen Wind in das mittlerweile stark verbrauchte Konzept. Auch die Tatsache das SOCOM kein Ego-Shooter, wie Call of Duty oder Battlefield ist, verleiht dem Spiel andere taktische Perspektiven. In der bunten Mischung der klassischen und frischen Mehrspieler-Modi sollte was für jeden Shooter-Fan dabei sein.

Gleich vorneweg, ich bin ein absoluter Move-Neuling. Nachdem ich mich durch die Anleitung von Move und der Sony Sharp Shooter-Waffe gewälzt habe, ging das Aufbauen los. Der PS3-Move Sharp Shooter hat neben einem ansehnlichen Design, auch eine erstklassige Verarbeitung. Die Tasten des Move-Controller werden alle in Daumen- und Zeigefinger-Reichweite portiert und sind aus jeder Stellung problemlos zu erreichen. Ein Pflichtkauf für den PS3-Move Sharp Shooter ist der PlayStation Move Navigation-Controller, ohne ihn ist eine Bewegung zumindest bei SOCOM 4 nicht möglich. Das SOCOM 4 auf den Move-Controller ausgelegt wurde, ist kein Geheimnis. Schon vor dem Startmenü-Bildschirm werden die Anweisungen der Move-Konfiguration angezeigt. Nach erfolgreichem Einstellen geht es auf in die Schlacht. Gleich zu Beginn geht es heiß her in der Kampagne, die Botschaft wird von Aufständigen angegriffen und mein Team hechtet aus dem zerschossenen Gebäude. Nur ich nicht, ich lauf gegen eine Wand mit dem Blick zur Decke… Gar nicht so einfach die Move-Steuerung, jeder kleine Schwung nach rechts oder links, wirft mich komplett in die Richtung. Also feile ich an den Kameraeinstellungen. Setzt man sie zu niedrig, könnt ihr zwar eure Figur ordentlich lenken, kommt aber bei schnellen Kämpfen mit dem Zielen nicht nach. Setzt ihr sie zu hoch, schleudert ihr eure Sicht quer über den Bildschirm. Die ersten Move-Schritte erinnerten mich stark an den ersten Ego-Shooter, den ich je mit einer Maus vor hundert Jahren gespielt habe. Nach einer Weile und etlichen Steuerungsmenü-Besuchen legt sich das Sensorenchaos mit Move und ich kann vernünftig los spielen. Ganz klar, die Move-Funktion sorgt für Spielspaß und Atmosphäre. Das Wohnzimmer wird zum Kriegsschauplatz, wild zieht man nach rechts und links, nimmt seine Feinde ins Visier und mutiert zum Sofa-Rambo. Auch in den Schleichmissionen kommt der PS3-Move Sharp Shooter gekonnt zum Einsatz: Das Meucheln der Gegner im Nahkampf wird durch das Vorstoßen der Waffe ausgeführt, stylisches Nachladen erfolgt durch einen Schlag auf den Magazinrücken und das Anvisieren per Move ist deutlich genauer als mit dem Standardcontroller. Die Move Umsetzung ist in SOCOM 4 auf ganzer Linie ein Erfolg, ich bin begeistert und beeindruckt zugleich. Ob sich das Konzept aber auch auf ernsthafte Mehrspieler-Gefechte übertragen lässt ist zweifelhaft. Hier ist die Move-Bewegung einfach zu unsauber und hektisch. Für eine Runde in der Kampagne sollte aber jeder mal einen Blick drauf werfen, besonders mit dem PS3-Move Sharp Shooter steht dem bewegungsechten Spielspaß nichts mehr im Weg.

Unser Fazit

90 %

Ja, es stimmt, SOCOM 4 ist kein Call of Duty oder Battlefield. Wieso muss jeder Action-Shooter sich mit diesen beiden Mainstreamgiganten vergleichen? Ich zu meinem Teil bin froh darüber, dass SOCOM 4 sich nicht an die heutige Entwicklung anpasst. Die taktischen Missionen erinnern ein wenig an Commandos-Tage und besonders die Schleicheinsätze frischen das Gameplay auf. Mit ca. 8h Spielzeit bietet SOCOM 4 im Singleplayer zwar mehr als manch anderer Genre-Vertreter, der Knackpunkt aber liegt definitiv beim Mehrspieler. Der Mehrspieler von SOCOM 4 ist ein kaltes Büffet für Shooter-Fans: Abwechslungsreich gestaltet Modi, ein umfangreiches Waffenarsenal samt freischaltbare Upgrades und die Clan-Match-Funktion sorgen für stundenlangen Spielspaß. Endlich mal wieder ein Titel der wegkommt von den ewigen Deathmatch- und Capture the Flag-Varianten. Die packenden Koop-Missionen und die geniale Move-Funktion runden den Titel ab.

Pro

  • detailfreudige Grafik
  • Abwechslungsreiches Leveldesign
  • detaillierte Charaktere
  • plastische Wasserdarstellung
  • sehr gute Soundkulisse
  • Retro Headshot-Sound
  • gute deutsche Sprachausgabe
  • symphytischer Squad
  • ordentliche Schwierigkeitsstufen
  • Schleichmissionen ala Splinter Cell
  • toller Koop-Modus für 5 Spieler
  • abwechslungsvoller Online-Modus
  • Online-Modi sehr flüssig und stabil
  • Clan-Verwaltung und -Matches
  • gelungene optionale Move-Steuerung
  • sehr gut konfigurierbarer 3D-Modus

Kontra

  • nicht mehr ganz frische Grafik
  • keine richtigen Highlights in der Story
  • einzelne Mission etwas kurz
  • durchwachsene KI-Gegner
  • fummeliges Deckungssystem
  • nicht immer funktionierende Team-Markierungen
  • fehlender Bogen erschwert Granatenwurf
  • 3D-Modus weist leichte Ruckler auf
  • Move-Bewegungskontrolle etwas gewöhnungsbedürftig

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
90 %
Spielspaß
 
90 %

- ANZEIGE -


Kategorien:
Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Kommentare

  • TheLivingVirus sagt:

    Sehr geiles Review! Und die Einbindung mit dem Sharpshooter-Test ist auch gelungen!

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • SOCOM SPECIAL FORCER LEITFADEN

  • socom special forces move einstellung

  • socom special forces koop
  • socom 4 special forces waffen
  • socom4 alle informationen finden
  • <>socom frischer wind
  • sharpshooter ps3 spiele

  • socom special forces trophäen leitfaden

- ANZEIGE -


*