Song of the Deep - Test / Review - insidegames

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Song of the Deep – Test / Review

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Veröffentlicht 7. Januar 2017 | 15:37 Uhr von Alexander Winkel

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Wer in die Tiefen des dunklen Ozeans eintaucht, erlebt eine fremdartige und bisweilen unbekannte Welt, fast gar wie auf fremden Planeten. Die düsteren Tiefen schrecken das junge Mädchen Merryn jedoch nicht ab, nach ihrem verschollenen Vater zu suchen. Song of the Deep ist ein klassisches Action-Adventure im Stil von Metroid, nur dass Insomniac Games das klassische Thema gekonnt in die Unterwasserwelt transferiert hat!

Moment einmal, Insomniac Games? Sind das nicht die Mädels und Jungs, die auch hinter Spiele wie Spyro, dem unglaublich witzigen Duo Ratchet & Clank, dem Shooter Resistance bzw. auch dem durchgeknallten Sunset Overdrive stecken? Ja, in der Vergangenheit kümmerte sich der Entwickler um hochkarätige AAA-Produktionen, jedoch steht ihr kleiner Titel Song of the Deep diesen in nichts nach. Der unscheinbare Download-Titel (exklusiv über Gamestop auch auf Disk zu haben) wurde mit viel Liebe zum Detail und vor allem der langjährigen Erfahrung des renommierten Studios entwickelt und offenbart ein grandioses Unterwasser-Abenteuer, welches gleichermaßen erstaunlich gut aussieht, grandios musikalisch untermalen ist und spielerisch all das besitzt, was ein richtig gutes Spiel braucht.

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Als eines Abends Merryns Vater nicht vom fischen nach Hause kommt und die Kleine vergebens eine ganze Nacht Wache auf den Klippen hielt, nimmt sie die Füße selber in die Hand und begibt sich in ein unbekanntes Abenteuer, welches uns tief in die Meere führen wird. Handwerklich begabt, baut sie sich ein U-Boot, mit dem fortan die farbenfrohe, oftmals aber doch eher dunkle und unheimliche Welt des Meeres erkundet wird. All das wird zwar noch kindgerecht mit einfachen Zeichnungen und einer gelungenen Synchronsprecherin präsentiert, wahlweise mit deutschen Untertiteln, jedoch ist Song of The Deep durchaus als ein anspruchsvolles Abenteuer anzusehen. Das anfänglich nur mit begrenzten Mitteln ausgestattete Unterwasserfahrzeug wird nach und nach durch Entdeckungen erweitert oder aber im Shop einer Riesenkrabbe ordentlich aufgemotzt, um gegen zahlreiche Gegner oder so manchem Boss auch nur einen Hauch einer Chance zu haben.

Song of The Deep präsentiert sich als ein klassisches in 2D gehaltenes Erkundungsabenteuer mit weit verzweigten Tunneln und einen riesigen Labyrinth unterhalb der Meeresoberfläche. Was anfänglich noch mit einigen Korallenriffs und Höhlen beginnt, liefert dem Abenteurer alsbald unheimlichen Schiffsfriedhöfe, antike Tempelanlagen und Untiefen, in denen gar das eine oder andere Grauen auf Merryn wartet, aber auch mystische Wesen inspiriert wohl durch keltische Mythen. Die Reise führt durch ein extrem weit verzweigtes System mit zahlreichen Sackgassen und Stellen, die nicht auf Anhieb überwunden werden können. Während manche Gatter sich noch mit einem mechanischen Mechanismus und dem von Anfang an zur Verfügung stehenden Greifarm öffnen lassen, so werden für brüchige Säulen und ähnliches dann schon passende Torpedos benötigt, die es zunächst aber erst einmal zu finden gilt.

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Auf der Suche nach ihrem Vater wird Merryn daher unweigerlich die fremde Welt erkunden müssen und wird auch nach und nach ihr Unterseeboot entsprechend anpassen und erweitern. Seien dies nun neue Waffensysteme oder ein neuer Schub um gegen dem Strom im Jetstream tauchen zu können, oder seien es einfach Upgrades, die sie im Shop für gefundene Schätze bekommt. Später kann sie gar selbst in das kühle Nass eintauchen und diverse Rätsel abseits ihres U-Boots lösen. Dank des schlanken Körpers kommt Merryn auch durch engste Bruchstellen und kann damit viele weitere Areale erkunden, die bis dato noch ein Mysterium für sich waren – alles eben genauso so, wie es uns Metroid seinerzeit vorgemacht hat!

Ganz ungefährlich ist die Reise durch die Tiefen des Meeres aber nicht, denn nicht alle Meeresbewohner sind der Kleinen freundlich gesinnt. Zwar offenbaren die Flora und Fauna dank der liebevollen Details aberhunderte von Tiere, die sich in den sich bewegenden Gräsern und dem Riff tummeln oder gar riesige Wale, welche im Hintergrund in die Weiten entschwinden und das U-Boot nahezu ignorieren, doch oftmals greifen diverse Gegner auch sofort an. Nur wer die Muster erkennt und mit List seinem Feind gegenüber steht, kann den Tod meiden. Dank reichlich gesetzter Checkpoints ist der Titel aber auch recht fair gehalten. Wirklich strategisch wird Song of The Deep aber allerhöchstens in den ausartenden Boss-Kämpfen. Das komplette Repertoire an Spielmöglichkeiten wird in diesen Situationen abverlangt und das kleine Mädchen sollte dabei auch ein wachsames Auge auf die Umgebung haben.

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Achtsamkeit ist immer hilfreich. Es gibt zahlreiche Geheimnisse, die nach und nach erkundet werden wollen. Die Rückkehr in bereits besuchte Areale kann sich durchaus lohnen und wer mal die viele kleinen Details am Rande betrachtet, finden in den ausgestreckten Fingern eines Skeletts oder anderen Dingen hilfreiche Tipps, um dem eigentlichen Ziel, ihren Vater zu finden, auch näher zu kommen. Man kann sich aber nur kaum an der liebevollen Optik satt sehen. Streift das U-Boot die kleinen Pflänzchen, so leuchten diese auf oder ziehen sich zurück. Manche Rätsel erfordern, dass man mit den Meeresbewohner interagiert und ihre Eigenschaften nutzt und versucht auch einmal die richtige Nahrung für die gefräßigen Muscheln zu finden. Die interaktiven Möglichkeiten sind so vielfältig wie auch der umschmeichelnde Soundtrack des Spiels, welcher das Abenteuer herrlich untermauert. Rundum bewahrt Insomniac Games den hohen Qualitätsstandard, den wir für ein solch renommiertes Studio auch gewohnt sind.

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Unser Fazit

84 %

Song of The Deep ist ein Spiel ganz im klassischen Stil von Metroid, und macht dabei eine wirklich gute Figur - ganz im Gegensatz zu zahlreichen anderen Kopien des Genres. Die Unterwasserwelt ist liebevoll inszeniert und das Labyrinth an verzweigten Höhlen und versunkenen Tempelanlagen lädt zu ausgiebigen Erkundungen ein. Dabei verliert der Titel über die kompletten zwölf Spielstunden hinweg kaum an Spielspaß. Immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken oder ihr könnt mit den neuesten Tools diverse Passagen in bereits besuche Areale öffnen. Song of The Deep ist wie ein wundervolles, koloriertes Märchen und als solches ein wundervolles Spielerlebnis.

Pro

  • + Imposante und optisch mit filigranen Details ausgestattete Unterwasserwelt.
  • + Riesiges Labyrinth birgt zahlreiche Geheimnisse und Extras und lädt zur ausgiebigen Erkundung ein.
  • + Spielerisch auf hohem Niveau mit viel Abwechslung dank immer wieder neuer Tools.
  • + Stimmungsvolle Kulissen, tolle Musikuntermalung und passende Synchronsprecherin.

Kontra

  • - Die Story ist etwas zu einfach und kitschig präsentiert und die Mythen werden nur angerissen.
  • - Normale Gegner zeigen sich nicht sonderlich anspruchsvoll, sobald deren Verhalten durchschaut wurde.
  • - Teilweise viel Backtracking, da immer wieder Sackgassen und verschlossene Türen den Weg versperren.
  • - Nur englische Sprachausgabe.

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
80 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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