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Splatoon – Wii U Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 27. Mai 2015 | 16:00 Uhr von Marc Wunder

Splatoon-Artwork

Ein Shooter? Mit Mehrspielerfokus? Und dann auch noch von Nintendo? Bei dieser Beschreibung muss man sich zuerst verwundert die Augen reiben. Aber Nintendo wäre nicht Nintendo, wenn dahinter nicht ein innovatives Konzept stecken würde.

Alles so schön bunt

Bei Splatoon handelt es sich um einen reinrassigen Shooter aus der 3rd-Person-Perspektive, bei dem man sich in unterschiedlichsten Arenen mit bis zu 8 Spielern, aufgeteilt in zwei Teams, bekämpft. Anders als in anderen Spielen dieses Genres geschieht dies aber nicht mit scharfer Munition, sondern mit Farbkugeln. Erschrockene Familienväter können also beruhigt aufatmen.

Zudem ist es in den Revierkämpfen nicht primär das Ziel, möglichst viele Gegner umzupusten, sondern man soll sein Territorium markieren. Dies macht man natürlich am effektivsten, indem man jeden Quadratzentimeter des Bodens mit seiner Farbe einkleckst – Andy Warhol würde die entstandenen „Kunstwerke“ lieben.

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Um auch genügend Flächen der Umgebung mit einer grell-schleimigen Farbschicht zu überziehen, stehen dem Spieler verschiedenste Waffen zur Verfügung. Jeder Primärwaffe ist ein bestimmtes Sekundäritem, wie etwa Farbgranaten oder Panzerfäuste, sowie ein Spezialgegenstand zugeordnet. Dieser kann ausgelöst werden, wenn man durch einfärben der Arena eine Leiste gefüllt hat. Dann kann man sich temporär mit einem Schutzschild umgeben oder aber auch seine Gegner mit einem Farbwirbelsturm malträtieren.

Mit der Zeit verdient man Geld, welches man wieder in neue Waffen investieren kann. Der am Start verfügbare Standardmarker verschießt auf relativ kurze Distanz Einzelkugeln. Das Scharfschützengewehr muss kurz aufgeladen werden, verschießt dann aber einen langen Strahl, der auf seinem Weg eine lange Farbspur hinterlässt. Der Farbroller hingegen kann nur auf kurze Distanz eingesetzt werden, färbt allerdings während des normalen Laufens permanent den Boden in der eigenen Farbe ein. Mit steigendem Level werden auch immer mehr Waffen zum Kauf freigeschalten.

Zudem darf man seinen Avatar auch mit verschiedensten Klamotten neu einkleiden, welche bestimmte Boni auf Attribute wie Abwehr oder Laufgeschwindigkeit gewähren. Die entsprechenden Shops werden ab Stufe 4 freigeschalten. Ab Stufe 10 darf man dann auch an Ranglistenkämpfen teilnehmen.

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Halb Mensch, halb Tintenfisch

Die Spielmechanik hat sogar noch eine besonders innovative Fähigkeit zu bieten. Auf Knopfdruck verwandelt sich die Spielfigur nämlich in einen kleinen Tintenfisch und kann so in der eigenen Farbe schwimmen. Dies hat gleich mehrere Funktionen. Nicht nur, dass man sich nun mit doppelter Geschwindigkeit bewegen kann, man füllt auch gleichzeitig seinen Tintentanke – quasi die Munition – wieder auf. Zudem ist man bis auf kleine Wellenbewegungen für den Gegner fast unsichtbar. Auch steile Wände, sofern diese eingefärbt sind, und enge Gitter sind als Squid kein Problem. Allerdings sollte man es tunlichst vermeiden, die Tinte des Gegners zu berühren. Man wird in dieser nicht nur sehr langsam, man nimmt zudem auch Schaden. Zum Glück kann man gegnerische Farbkleckse jederzeit wieder umfärben.

Wird man doch einmal erledigt, dann kehrt man zum Spawnpunkt zurück. Man kann nun den weiten Weg zur Front auf eigene Faust antreten, oder man berührt auf dem Wii U-Pad, auf dem jederzeit die Arenamap inklusive der Farbverteilung angezeigt wird, einfach einen seiner Mitspieler. Schon springt man in Squidform mit einem riesigen Satz an diese Position. Aber Vorsicht! Der Gegner kann den Punkt sehen, an dem man landet. Natürlich gibt es aber auch da wieder Items, die dies verbergen. Taktik ist also auch bei der Ausrüstungsauswahl gefragt! Auch beim Zielen darf man das Gamepad benutzen, was sogar relativ präzise funktioniert. Wer allerdings lieber auf die Bewegungssteuerung verzichtet, der kann natürlich auch klassisch per rechtem Stick zielen.

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Und was gibt’s sonst so?

Keine Lust auf fremde Mitspieler? Einfach nur eine Runde zocken? Kein Problem! Splatoon hat auch Einzelspielern einiges zu bieten. Im sogenannten Oktodistrikt gibt es viel zu tun! Irgendjemand hat die Elektrowelse entführt und ohne diese geht Inkopolis langsam der Strom aus. Dahinter können natürlich nur die bösen Oktarianer stecken, die mithilfe der Welse die Oktobots zum Leben erwecken wollen. Der Spieler hat nun als Inkling die Mission, die Welse zu befreien um so die Stadt zu retten.

Als Hub dienen 5 große, schwebende Inseln, auf denen sich die Eingänge zu den einzelnen Levels finden lassen. In diesen bewegt man sich auf fliegenden Plattformen von Checkpoint zu Checkpoint, löst kleinere Knobelaufgaben, versprüht Farbe und bekämpft dabei die bösen Oktorekruten und ihr Gefolge. Unterstützung erhält man dabei von allerhand Sprinkleranlagen, Propellern, Ballons und Schwämmen, die alle auf die verschossene Farbe des Spielers reagieren. Am Ende jedes Levels wartet ein gefangener Wels. Hat man alle Levels einer der 5 Hauptinseln erledigt, wird ein Bosskampf gegen ein schleimiges Tentakelmonster freigeschalten. Mit gefunden und von besiegten Gegnern erhaltenen Orbs kann man seine Waffe aufrüsten und neue Sekundärwaffen kaufen. Zudem lassen sich Waffen- und Rüstungsteile finden, aus denen man sich dann im Shop neue, modifizierte Gegenstände für den Onlinemodus zusammen basteln lassen kann.

Die Solospielerkampagne macht Spaß und kann über längere Zeit unterhalten. Auch wenn bei Splatoon das Hauptaugenmerk ganz klar auf dem Multiplayermodus liegt, ist die Kampagne nicht nur schmückendes Beiwerk. Zudem lassen sich dort ohne Druck jede Menge Spielmechaniken erproben und verfeinern, bevor man sich wieder in den Kampf gegen menschliche Wiedersacher stürzt.

Optisch gibt sich das Game auch keine Blöße. Die Arenen sind alle herrliche abgedreht und bunt gestaltet. Egal ob Skaterpark, Lagerhalle oder schwebende Inseln. Die Animationen der Figuren sind super flüssig und die Physik der Farbklekse ist gut umgesetzt. Farbe läuft Wände herunter, breitet sich gleichmäßig auf dem Boden aus und zerplatzende Farbballons färben einen enormen Umkreis bunt ein. Etwas nervig ist die Musik geraten. Diese dudelt mit abgehackten Elektrosounds so im Hintergrund vor sich hin. Eine Sprachausgabe hat man sich gleich ganz gespart. Alle Charaktere sprechen eine quitschige Fantasiesprache, die durch deutsche Untertitel übersetzt wird.

Besonders nervige in der vorliegenden Testversion war, dass die Server natürlich nicht gerade gut besucht waren. Manchmal dauerte es ewig, bis acht Spieler gefunden wurden. Dies wird hoffentlich nach Release anders aussehen. Erfreulich ist aber, dass man in dieser Wartezeit auf dem Controller ein Minispiel namens Squid-Jump spielen kann, bei dem man (ähnlich wie bei Doodle Jump) mit einem kleinen Tintenfisch durch zunehmend schwerere Levels nach oben springen muss.

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Unser Fazit

80 %

Es gibt eine ikonische Szene aus der Zeichentrickwelt des rosaroten Panters, in der sich Paulchen Panter und der Inspektor mit Farbeimern auf der gegenüberliegenden einer Reklamesäule gegenüber stehen und dann immer im Kreis die Farbe des anderen übermalen. Genau so kommt man sich über weite Strecken in Splatoon vor. Man kann sich nie sicher sein, wie lange ein Gebiet einer Karte mit der eigenen Farbe eingefärbt bleibt. Es ist wie eine riesige Version der Capture-the-Hill-Modi anderer Shooter. Und gerade dies ist das innovative an Splatoon. Das besiegen von Gegnern gibt zwar zusätzliche Erfahrungspunkte, trägt aber nicht zum Sieg bei. Außerdem haben die meisten Waffen auch eine sehr begrenzte Reichweite, so dass Spielspaßkiller wie Sniper so gut wie nicht existent sind. Daneben ist der Einzelspielermodus noch eine nette Dreingabe und belohnt den Spieler mit Gegenständen für den Mehrspielermodus und Hintergrundschnipseln, die einem mehr über die bizarre Welt der Inklinge und Oktarianer erzählt. Splatoon ist erfrischend anders, bereichert - wie so viele Spiele von Nintendo - existierende Genre mit innovativen Neuerungen und es hat als Shooter auf der Wii U sowieso eine Sonderstellung inne. Leider merkt man dem Einzelspielermodus an, das auf ihm nicht das Hauptaugenmerk liegt, da die Levels nicht das hohe Niveau anderer Nintendo Spiele erreichen. Auch geht dem Multiplayermodus jenseits von Level 15 langsam die Puste aus. Ob es demnächst zusätzlichen Content gibt, der dem entgegen wirkt, kann man noch nicht sagen.

Pro

  • + innovative Spielmechaniken
  • + motivierender Mehrspielermodus
  • + tolles Spielgefühl und Spieltempo
  • + Einzelspielermodus mit Story und Bonusgegenständen
  • + schöne, bunte Grafik
  • + Minispiel als Zeitüberbrückung bei der Spielersuche

Kontra

  • - nervige Musik
  • - keine Sprachausgabe
  • - einige Waffen übermächtig (Farbroller)
  • - Einzelspielermodus nur Durchschnitt
  • - kaum Motivation über Level 15

Unsere Bewertung

Grafik
 
90 %
Sound
 
65 %
Steuerung
 
82 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
85 %
Spielspaß
 
80 %

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Hier im Forum als RONIN unterwegs. Seit über zwei Jahrzehnten leidenschaftlicher Gamer. Als Multiplattformer auf jedem System zuhause.

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