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Splinter Cell 3D – Review

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Veröffentlicht 6. April 2011 | 21:05 Uhr von Keysjore

Letzte Änderung 3. Mai 2015

Splinter Cell 3D Logo

Man nehme einen Löffel Chaos Theory, mit einer kleinen Prise Conviction, gut verrühren und fertig ist der 3D-Auflauf. Splinter Cell 3D ist eine Portierung des dritten PC-Schleicheinsatz unseres geliebten Schattenakrobaten Sam Fisher. Hintergrundgeschichte, Schauplätze, Sprecher und ein Großteil der Features sind identisch zu dem 2005 erschienenen Splinter Cell: Chaos Theory. Nur das Leveldesign weist gegenüber seinem großen PC-Bruder einige Abweichungen vor: Um die Level räumlicher auf dem beschränkten 3DS-Display darzustellen, wurden diese zusammengestaucht und wirken nun kompakter. Das verleiht dem Spiel einen schlauchförmigen Aufbau und erinnert mehr an einen Ego-Shooter als wie an ein offenes Schleichareal. Außerdem wirken die Kulissen des 3DS generell heller. Während man damals, um den nötigen Durchblick zu erlangen, in dunklen Abschnitten zum weltberühmten Nachtsichtgerät greifen musste, kann man auf dem 3DS ohne den besagten Aufsatz gut in der Dunkelheit zurechtfinden. Auch eine Prise Conviction wurde der 3DS-Portierung untergerührt, wichtige Hinweise und Missionsziele werden stylisch in das Level projiziert. Leider sorgt die große Schrift besonders auf naher Distanz für unvorteilhafte Kameraverrenkungen um den gesamten Text einsehen zu können. Natürlich wäre es unrealistisches Wunschdenken zu erwarten das der 3DS die PC-Version in seiner vollen Pracht wiedergeben kann, dennoch wurden die Licht- und Schatteneffekte hervorragend übertragen. Schwingende Lampen, die den Raum aus unterschiedlichen Winkel erhellen oder Wettereinflüsse verleihen dem Spiel atmosphärische Tiefe. So stellt Splinter Cell 3D den bisher schönsten Handheld-Ableger da, und übertrifft selbst PSP-Niveau mit seinen 3D-Effekten.

Fingerakrobatik

Im Vorfeld musste Splinter Cell 3D schon viel Kritik über die mehr als gewöhnungsbedürftige Steuerung einstecken. Die primären Bewegungsfunktionen von Sam lassen sich über das neue Schiebepad steuern, zwangsläufig fällt die Kameraführung, mangels eines zweiten Sticks, auf die vier Knöpfe rechts. Das ist nichts Neues – die meisten 3D-Actionspiele auf dem Nintendo DS funktionieren nach diesem Prinzip. Zwar sind am 3DS feinere Bewegungen durch das neue Schiebepad möglich, diese werden aber genauso stark wieder durch die zu langsame Kamerageschwindigkeit ausgebremst. Das aber weit unvorteilhaftere Dilemma bei Splinter Cell besteht darin, dass es aufgrund der vielen Gadgets wie Scanner, Pfeifen, Nachtsichtbrille, unterschiedliche Granaten, Waffen und Handlungsmöglichkeiten wie Nahkampf-Funktionen, Springen oder dem Anlehnen an Wände sehr komplex ausfällt – der Nintendo 3DS verfügt einfach nicht über genügend Knöpfe, mit denen all diese Funktionen abgedeckt werden können. Doch hier machen die Entwickler einen genialen Twist: Sie nutzen exzessiv den Touchscreen. Die Touchscreen-Fläche des 3DS wird zum Spionagekoffer, so reicht ein kleiner Druck auf das abgebildete Gadgets um Sam damit auszurüsten oder es zu aktivieren. Während die schallgedämpfte Pistole, sowie das SC-20K-Gewehr, das mit speziellen Modulen wie Haftminen, Ringflächengeschossen oder einen Sniper- und Shotgun-Aufsatz erweitert werden können und sehr deutlich und mit einem großen Touchfeld angezeigt werden, hat man es bei den Funktionen wie z.B. Scanner oder Pfeifen etwas schwerer. Die Felder wurden sehr klein gehalten, auch die Aktionen wie Türen leisen öffnen oder eintreten, Verbandskasten benutzen und Sicherungsschalter umlegen haben ihren Weg auf den Touchscreen gefunden. Trotz der etwas unvorteilhaften Größenverteilung der Aktionsknöpfe, haben die Entwickler eine solide Lösung für die umfangreiche Steuerung von Splinter Cell gefunden. Springen, Anlehnen und Ducken finden ihren Platz auf dem Digikreuz, welches sich unter dem Schiebepad befindet. Hier werden schnelle Handlungen oft zum akrobatischen Fingerkunststück.

Spionage-Gadgets

Etwas Besonderes haben sich die Entwickler für die Glasfaser-Optik einfallen lassen, die man z.B. unter einer verschlossenen Tür durchschiebt, um zusehen was hinter ihr auf einem lauert. Hier kommt der Bewegungssensor des 3DS zum Einsatz, mit dessen Hilfe ihr die Richtung der Kamera lenken könnt. Das funktioniert erstaunlich präzise und verwandelt den 3DS erneut zum Spionage-Gadget. Da ein 3D-Effekt in dieser Situation nicht funktionieren bzw. verloren gehen würde werden die Bilder der Glasfaser-Optik von Anfang an nur in 2D dargestellt. Auch die Zwischensequenzen werden größten Teils in 2D wiedergeben, obwohl bei Nachrichtenübertragungen die 3D-Funktion angezeigt wird, trägt die Funktion keinen Effekt zur Darstellung bei. Die meisten Videosequenzen werden komplett animiert im Comiclook präsentiert. Davon abgesehen schleicht sich Mr. Fisher mit einem ordentlichen Raumwirkung durch die insgesamt 12 abwechslungsreich gestalteten Missionen.

Grandiose Soundkulisse

Es ist erstaunlich über was für eine unheimlich gute Soundwiedergabe die kleinen Lautsprecher des Nintendo 3DS verfügen. Das Zirren der Grillen oder das Rauschen des Windes; die Soundkulisse von Splinter Cell ist traumhaft. Hier entfaltet der Titel seine größte Stärke, nicht nur die Umgebung wird authentisch mit Umgebungsgeräuschen untermalt, auch die einzelnen Klangelemente wie knarrende Holztüren, dumpfe Geräusche auf Metalböden oder Schritte klingen sehr realistisch. Die clevere KI in Splinter Cell 3D reagiert auf jeden Laut, flitzen durch die Gänge ist somit  ein No-Go. Zieht ihr die Aufmerksamkeit eines Gegners auf euch oder aktiviert gar den Alarm, bricht die klassisch hektische Splinter Cell-Verfolgungsmusik aus. Atmosphärisch lässt der abwechslungsreiche und obendrein hörenswerte Soundtrack von Amon Tobin keine Wünsche offen und verschmilzt mit der Klangkulisse. Löblich von Ubisoft ist, dass man sowohl die deutsche als auch die englische Fassung auf das Modul gepackt hat – zwar ist die lokalisierte Fassung mit ihren professionellen Sprechern aus dem Original Chaos Theory durchaus gelungen, aber trotzdem hat das englische Original etwas mehr Charme. Unterhaltsame Dialoge, die man von Wachen belauschen kann während man im Schatten ihren Tod vorbereitet oder die sarkastischen Sprüche von Fisher, sorgen für witzige Momente.

Mr. Lonely

Splinter Cell 3D verzichten gänzlich auf einen Mehrspieler-Modus. Mit Pandora Tomorrow wurde damals der Mehrspieler-Modus in Splinter Cell integriert und seitdem zum festen Bestandteil der Serie. Auch der DS-Vorgänger hat über einen Mehrspieler-Modus mit bis zu vier Spielern verfügt, der allerdings durch starke Verbindungsprobleme getrübt wurde. Ich zumindest finde einen Mehrspieler-Modus für die Handheld-Fassung von Splinter Cell mehr als zweifelhaft, die schwerfällige Steuerung und die langsame Reaktionsmöglichkeiten des Touchscreen von Splinter Cell 3D machen heiße Mehrspieler-Schlachten nahezu unmöglich. Auch auf eine Form der StreetPass-Funktion wurde bei Splinter Cell verzichtet, hier hätte ich mir eine nette Funktion gewünscht um eventuelle Spionageausrüstung oder Geheimdokumente mit anderen Agenten zu teilen.

Unser Fazit

80 %

Merkwürdige Steuerung hin oder her, Splinter Cell 3D hat mit seiner kurzen Eingewöhnungszeit alle wichtigen Elemente des großartigen Chaos Theory eingefangen. Der Nintendo 3DS wird zum Spionage-Gadget: Der Touchscreen bietet eine clevere Lösung um die komplexen Steuerungsfunktion von Splinter Cell unter die Haube zu bringen und wird somit zum Spionagekoffer. Auch die interessante Funktion des Bewegungssensors tragt zum Feeling bei. Schade nur das Ubisoft keine StreetPass-Funktion eingebaut hat, hier hätte man sicher einige interessante Ideen einbinden können. Mit seiner tadellosen Synchronisation, der hervorragenden Soundkulisse und einem umfangreichen Singleplayer gehört Splinter Cell 3D zu daher den besten Launch-Titeln für den Nintendo 3DS.

Pro

  • sehr gute Animationen
  • gute Licht- und Schatteneffekte
  • Zerstörbare Objekte (Glühbirnen etc.)
  • überzeugende KI
  • tadellose Synchronisation
  • englische Sprachausgabe
  • starke Soundkulisse
  • stimmiger Soundtrack
  • Geräuschwahrnehmung
  • animierte Zwischensequenzen
  • interessante Charakter
  • unterhaltsame Dialoge
  • guter Tiefeneffekt
  • Touchscreen wird zum Spionagekoffer
  • Nutzung des Bewegungssensor
  • Conviction-Elemente
  • 12 umfangreiche Missionen
  • optionale Sekundär-Missionen
  • frei erkundbare Level
  • spannende Schleicheinsätze

Kontra

  • gewöhnungsbedürftige Steuerung
  • Steuerung lässt sich nicht anpassen
  • wenig Gegner in machen Missionen
  • Klongegner
  • keine optionale Ausrüstung
  • wenig unterschiedliche Gadgets
  • stellenweise schlauförmige Level
  • keine StreetPass-Funktion
  • keine Extrainhalte
  • Mission Briefing nicht wiederholbar

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
60 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
0 %
Spielspaß
 
70 %

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Kommentare

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