Starhawk - Test/Review - insidegames

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Starhawk – Test/Review

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Veröffentlicht 7. Mai 2012 | 14:01 Uhr von Fabrice

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Bevor wir zum eigentlichen Test kommen, müssen wir darauf hinweisen das wir ausschliesslich die Einzelspielerkampagne von Starhawk ausführlich testen konnten. Einerseits war das Zeitfenster zum testen sehr eingeschränkt. Andererseits, und das ist der ausschlaggebende Punkt, liegt es an meinem technischen Unvermögen denn ich war nicht in der Lage die Onlinekomponente zum laufen zu bringen. Die Wertung beruht also nur auf dem Einzelspielermodus. Wir werden versuchen einen Erfahrungsbericht des Mehrspielermodus zu präsentieren wenn die Retailversion erschienen ist.

Vor mehr als vier Jahren ist mit Warhawk ein Action-Shooter erschienen der zwar nur im Mehrspielermodus spielbar war, aber dennoch sowohl Presse als auch Spielergemeinschaft begeistern konnte. Schon damals war eine Einzelspielerkampagne geplant, welche jedoch auf Grund mangelnder Qualität gestrichen wurde. Ab dieser Woche wird Starhawk im Handel erhältlich sein. Obwohl es kein direkter Nachfolger ist, kann man gut und gerne Warhawk als Quasi-Vorgänger bezeichnen. Wir haben uns durch die Kampagne gekämpft um zu erfahren ob der neuste PS3 exklusive Shooter auch im Einzelspieler etwas taugt.

Kampf den Outcast

In einer weit entfernten Zukunft wurde auf unbesiedelten Planeten in den Weiten des Alls die kostbare Ressource Rift entdeckt. Es entstand ein Wettlauf um die besten Claims und in Windeseile wurden unzählige Planeten besiedelt, in der Hoffnung auf das grosse Geld. Doch das Rift bietet nicht nur Vorteile wie die modernen Goldgräber am eigenen Leib schmerzlich erfahren müssen. Der vom Rift ausgehenden Energie zu stark ausgesetzt, verwandeln sich gewöhnliche Menschen in die vom Rift abhängigen Outcast. Emmett und Logan Graves waren zwei Brüder die ebenfalls ihr Geld einsetzten für einen Abbauplatz um sich als Rifter zu verdingen. Als eine Bande Outcast sie bei ihrer Arbeit attackiert, wird die Anlage die das Rift sammelt zerstört und grosse Menge der Energie werden frei gesetzt. Die beiden Brüder werden beide von der Energie verstrahlt, doch Emmett wird im letzten Moment von ihrem Freund und Techniker Sydney Cutter ps3_starhawkb gerettet. Doch Logan wird von den Outcast erwischt. Emmett selbst hat Glück im Unglück, denn Cutter ist in der Lage die Mutation durch die Strahlung durch technische Spielereien einzudämmen. Obwohl er es durch diese Hilfe schafft seine Menschlichkeit zu bewahren, bleibt er durch das Rift für immer äusserlich gezeichnet und mit speziellen Fähigkeiten gebrandmarkt. Er startet ein neues Leben und bietet seine Dienste an der Waffe jedem an der dafür bezahlen kann. Wie es so kommen muss, bringt in sein neuster Auftrag in Teufels Küche und konfrontiert ihn mit einem mächtigen Feind der die Outcast sammelt um die Menschen zu vernichten.

Neben den offensichtlichen Parallelen zwischen dem Goldrausch im Wilden Westen und dem Rush auf das Rift, bietet Starhawk noch viel mehr dieser Mischung aus Wild West und Science Fiction. In den abgelegen Städten auf den Planeten gibt es Saloons zu finden und ein Sheriff sorgt für Recht und Ordnung. Emmett Graves selbst entspricht dem typischen Western-Klischee als Mann fürs Grobe der jeden Auftrag erledigt wenn die Kohle stimmt. Wer Joss Whedons Serie Firefly bzw. den dazu veröffentlichten Film Serenity kennt, wird immer wieder kleine und grosse Ähnlichkeiten entdecken. Vom Stil der Kleidung bis zum Design der Gegner liessen sich die Entwickler von LightBox Interactive wohl stark von der Serie inspirieren, was jedoch nicht weiter schlimm ist. Die Geschichte an sich wird hauptsächlich durch Comicszenen die einen ganz eigenen, ziemlich ansprechenden Style haben erzählt. Weniger wichtige Informationen werden auch in Ingame-Zwischensequenzen vermittelt. Schade ist jedoch, das die Story und die Figuren nicht wirklich interessant gestaltet wurden. Die Hintergrundgeschichte an sich ist vorhersehbar und wurde schon hundert Mal erzählt. Besonders die Figuren, vielleicht abgesehen von Emmett Graves und wenn wir grosszügig sein wollen Sydney Cutter, sind eindimensional. Die Geschichte springt so oft zwischen Nebenfiguren hin und her, lässt sie sterben oder durch neue Personen ersetzten, das man keinerlei Verbindung zu ihnen aufbauen kann.

Zu Fuss, auf Rädern und in der Luft

Auf den ersten Blick mag das Spiel wie ein weiterer 3rd-Person Shooter mit Fahrzeug Passagen erscheinen. Der Schein trügt, doch alles der Reihe nach. In der Kampagne übernimmt man die Kontrolle über Emmett und steuert ihn aus der 3rd-Person Ansicht. Man hat das Shooter typische Waffenarsenal wie Revolver, Sturm- und Scharfschützengewehr oder Raketenwerfer zur Auswahl um kleine oder grosse Gegner zu erledigen. Das Gameplay ist schnell und sehr arcadig. Man rennt von Deckung zu Deckung, feuert aus allen Rohren um die gegnerische Überzahl der Outcast zu erledigen. Ein rudimentäres Deckungssystem wäre jedoch mehr als angebracht gewesen. Man kann sich lediglich hinter der Deckung ducken um dem Feindbeschuss zu entgehen. Selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad hält man nicht allzu viel aus, weshalb man sich immer wieder in Situationen wieder findet in denen man sich über anständige Deckung freuen würde. Neben dem Kampf zu Fuss schwingt man sich auch in verschiedene Fahrzeuge. Zur Auswahl stehen ein Hoverbike zum schnellen Transport einer einzelnen Person, ein Jetpack, ein Jeep mit montiertem MG oder ein Panzerfahrzeug das in einem normalen und einem Artillerie-Feuermodus operieren kann. Am spannendsten sind jedoch die so genannten Hawks, welche man am ehesten mit einem Transformer vergleichen kann. Hawks können sowohl am Boden als auch in der ps3_starhawke Luft für massiven Schaden sorgen, da sie über zwei Bewegungsmodi verfügen. Am Boden sitzt man dabei in einem Mech der über das Schlachtfeld stampft und alles auseinander nimmt was ihm in den Weg kommt. Mit einem einfachen Tastendruck verwandelt man den Hawk in ein wendigen Jäger der durch die Luft braust und von Oben noch mehr Verheerung anrichten kann. Dieser Umstand spiegelt sich auch in den Missionen wieder, denn diese finden nicht nur auf der Oberfläche von Planeten sondern auch im Weltraum statt. Kämpft man in einer Mission um einen Rift-Extraktor der von den Outcast attackiert wird, braust man in der nächsten mit seinem Hawk durch die Luft und kämpft gegen feindliche Fliegerstaffeln. Die Steuerung ist dabei so simpel wie angenehm. Einmal in den Hawk eingestiegen hat man in Windeseile die komplette Kontrolle über ihn und kann, ob am Boden oder in der Luft, den Gegner Saures geben.

Das Missionsdesign lässt aber trotzdem zu wünschen übrig, da es nicht viel Abwechslung bietet. Hauptsächlich muss man eine bestimmte Stellung bzw. ein Gebäude gegen angreifende Feinde verteidigen. Dabei wird einem per Symbol angezeigt wann und an welcher Stelle welche Art von Feind angreifen wird. Selten einmal begibt man sich selbst in die Position des Angreifers, doch diese Abschnitte sind in der Minderheit. Glücklicherweise fällt dieser Umstand nicht allzu negativ aus, da das Spiel auch noch kleine Echtzeitstrategie Elemente beinhaltet. Mit dem Build & Battle System kann man sich diverse Gebäude von Cutter bestellen, welche er per Expresslieferung an die gewünschte Stellung liefert. Vor den meisten Gefechte hat man auch Zeit seine Verteidigung zu organisieren. Die verschiedenen Gebäude sorgen dadurch auch für verschiedene Herangehensweisen. Baut man jetzt lieber einige Wände auf um dem Feind einen bestimmten Weg aufzuzwingen und ihn zu verlangsamen? Oder stellt man doch lieber einen Haufen automatischer Geschütztürme auf um mehr Feuerkraft zur Verfügung zu haben? Ist schlussendlich eine Kombination mit einem Bunker nicht doch das Beste da man dort über Munitionsvorräte besitzt und die Türme auf das Dach des Gebäudes stellen kann? Es macht Spass mit diesem System zu experimentieren und es entstehen spannende Gefechte, da man innerhalb von wenigen Sekunden ein Gebäude oder ein Geschütz erscheinen lassen kann. Auch Fahrzeuge oder computergesteuerte Verbündete lassen sich auf diese Weise beschaffen, man muss nur das richtige Gebäude platzieren. Es macht aus der Sicht des Spiels zwar durchaus Sinn das man nicht in jeder Mission jedes Gebäude platzieren kann, es ist jedoch ein wenig unlogisch wenn Cutter in der vorletzten Mission plötzlich meint das er zufälligerweise dann einen Panzer in seinem Lager gefunden hat, wenn auch die Gegner über dieses Fahrzeug verfügen. Um sich Gebäude liefern zu lassen, muss man Rift sammeln in dem man Gegner besiegt oder herumstehende Fässer zerstört. Leider sind die zehn verfügbaren Missionen ziemlich kurz. Mit einer durchschnittlichen Länge von etwa 30 Minuten hat man das Spiel in fünf, maximal 6 Stunden durchgezockt. Immerhin zieht sich das Spiel nicht unnötig lange hin und macht über die gesamte Spieldauer hinweg Spass.

Kampf um das Rift

Wie schon eingangs erwähnt, war ich selbst nicht in der Lage mit unserer Testversion den Onlinepart anzutesten. Immerhin konnte ich einen Blick auf den Splitscreen-Modus werfen und mir einen Überblick über die Online-Modi verschaffen, weshalb wir euch diese Informationen nicht vorenthalten wollen. Die Kampagne kann nicht nur online mit vier, sondern auch offline mit zwei Spielern gezockt werden. In einer Welt in der Splitscreen-Mehrspielermodi immer ps3_starhawka mehr am aussterben sind, ist es erfrischend das eine ganze Kampagne auch auf diese Weise gespielt werden kann. Online ist die Auswahl natürlich deutlich grösser. Neben den Kampagnen-Missionen, können sich bis zu vier Spieler an einem Wellen-Modus versuchen. In diesem Muss eine bestimmte Position gegen mehrere Wellen von unterschiedlichen Gegnern verteidigt werden, was zwar weder neu noch besonders erfrischend ist, dennoch macht der Modus in Starhawk Spass da man Zugang zum Build & Battle System hat und sich dadurch Gebäude und Fahrzeuge liefern lassen kann. Im kompetitiven Mehrspielermodus können bis zu 32 gegeneinander in vier verschiedenen Modi auf zehn Karten antreten. Wie gewohnt steigt man durch erfolgreiche Aktionen im Spiel im Level auf, wodurch man neue Personalisierungsmöglichkeiten für seine Figur freischalten kann. Das Spiel unterstützt zudem Clans welche man im Spiel organisieren kann sowie einen Kalender in welchem bestimmte Multiplayer-Events zu finden sind. Auf Grund der fehlenden Möglichkeiten diese Optionen auszutesten, verzichten wir auf eine Wertung und versuchen diese so bald wie möglich nach zu reichen.

Wild West trifft auf Science Fiction

Grafisch kann Starhawk durchaus überzeugen. Tolle Landschaften und die Weiten des Weltraums sehen gut aus. Das Spiel läuft egal wie viel gerade auf dem Bildschirm passiert immer flüssig. Besonders angetan sind wir von den Animationen der sich selbst aufbauenden Gebäude und natürlich dem Markenzeichen des Spiels, den Hawks. Der Stil des Spiels, Wilder Westen und Science Fiction, wurde gut umgesetzt und zeigt sich an allen Ecken und Enden. Sei das nun der Revolver den Emmett benutzt oder das Design der Fahrzeuge wie dem Hoverbike, das trotz seiner eher futuristischen Funktion, trotzdem irgendwie auch zum Wilden Westen passt. Die Comic-Zwischensequenzen sind wie weiter oben schon erwähnt, wirklich cool gemacht auch wenn die Story an sich nicht wirklich spannend ist. Schön anzusehen sind die fliessenden Übergänge zwischen Zwischensequenz und Missionsbeginn. Sieht man zuerst in Comic-Sequenz wie eine Landekapsel aus dem Orbit abgeschossen wird, wechselt das Spiel ohne Ladezeit direkt zur Spielgrafik und man darf selbst die Kapsel und ihren Landeplatz steuern. Der Soundtrack ist auch sehr gut, denn erneut ist diese Genremischung aus zwei eigentlich komplett unterschiedlichen Kategorien deutlich zu hören. Die deutsche Sprachausgabe ist aber nicht wirklich speziell auffallend, weder gut noch schlecht. Unsere Testversion hat besonders in den Zwischensequenzen mit argen Tonproblemen zu kämpfen. Sätze werden abgehackt wiedergegeben oder drei Mal wiederholt während die Sequenz am Ende mitten in einem Satz aufhört. Auch in den Missionen selbst setzte der Ton bei uns wiederholt für mehrere Sekunden komplett aus. Es ist anzunehmen das diese Probleme in der Verkaufsversion behoben sein werden, dennoch müssen wir sei erwähnen.

Unser Fazit

74 %

Die Kampagne von Starhawk kann grösstenteils überzeugen. Es macht Spass mit dem Build & Battle System herum zu probieren und die leicht steuerbaren Hawks fühlen sich richtig, richtig gut an. Grafisch und im Bereich der Musik kann das Spiel auch überzeugen, auch wenn es nicht an die Qualität eines richtigen Blockbusters wie Uncharted 3 heran reicht. Dafür läuft das Spiel immer flüssig und verzichtet auf Ladezeiten. Die Spielzeit ist ziemlich kurz, doch dank dem kooperativen Modus für bis zu vier Spieler (offline 2, online 4) besteht durchaus Wiederspielwert da die Missionen unterschiedlich angepackt werden können. Alles in allem ist die Kampagne nichts aussergewöhliches. Sie macht Spass und ist schnell durchgespielt. Sich Starhawk rur für die Einzelspielerkampagne zum vollen Preis beim Release zu kaufen muss jedoch nicht unbedingt sein. Der Mehrspielermodus hat durchaus enormes Potential für viel Langzeitspass, kann jedoch von uns nicht mit gutem Gewissen bewertet werden.

Pro

  • Schnelle, packende Action
  • Build & Battle Echtzeitstrategie System
  • Hawks, eine gelungene Mischung aus Flugzeug und Mech
  • Verschiedene Möglichkeiten Missionen zu erledigen
  • Splitscreen-Modus für die Kampagne
  • Einfache und eingängie Steuerung
  • Coole Comic-Zwischensequenzen

Kontra

  • Kurze Spielzeit
  • Fehlendes Deckungssystem
  • Tonprobleme
  • Langweilige deutsche Sprachausgabe
  • Zu gewöhnliches Waffenarsenal
  • Viel zu simple Story
  • Uninteressante Charaktere

Unsere Bewertung

Grafik
 
73 %
Sound
 
82 %
Steuerung
 
84 %
Gameplay
 
71 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
78 %

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Kommentare

  • Jürgen Donk sagt:

    Menschenskinder, immer das Gejammer wegen fehlender Deckungssysteme in Third-Person-Shootern. Sind die Zocker heute alle zu faul, einfach in Bewegung zu bleiben?

  • Fabrice sagt:

    Nein, gar nicht. Es geht auch nicht um das fehlende Deckungssystem an sich. Es geht um das Leveldesign und den allgemeinen Aufbau der Singleplayerkampagne. Man stelle sich Gears of War ohne Deckungssystem vor, wodurch das Design völlig sinnfrei wär. Ähnlich sieht es auch bei den “Zu Fuss” Passagen in Starhawk aus

  • juik sagt:

    das am meisten unterschätzte Spiel der letzten Jahre. Unglaublich wie geil das spiel ist.

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