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Starlink: Battle for Atlas – Test / Review

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Veröffentlicht 8. Dezember 2018 | 19:14 Uhr von Alexander Winkel

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Wilde Weltraumschlachten, atemberaubende Erkundungen von fremden Planeten und Spielspaß für die gesamte Familie, das verspricht uns Starlink: Battle for Atlas. Ubisoft betritt mit dem Titel das Parkett der “Toys to Life”-Spiele, kombiniert dies jedoch geschickt mit ihren typisch offen angelegten Welten – nicht nur ein einfaches Areal, sondern ein komplettes Sonnensystem. Wir haben uns ausführlich mit dem Weltraumabenteuer beschäftigt und wurden äußerst positiv überrascht. Starlink kann tatsächlich jung und alt begeistern.

Spielzeug oder nicht

Während Disney und Activision sich mittlerweile aus dem für Kunden kostspieligen Projekt der Spielzeuge in Kombination mit Videospielen zurückgezogen haben, schickt sich Ubisoft an, die entstandene Lücke zu füllen. Dem Retail-Starterset liegen ein Raumschiff, ein Pilot und drei Waffen bei, wobei letztere zwei der vier vorhandenen Elemente abdecken. Das Plastikspielzeug ist für seinen Preis gut verarbeitet und macht sich auch schick in einer Vitrine. Weitere Raumgleiter, Piloten und Waffen wirken dagegen – wie üblich bei den “Toys to Life”-Spielen – kostspielig. Doch das Positive vorweg: zu keinem Zeitpunkt bekommt man das Gefühl Barrieren ausgesetzt zu sein. Das komplette Abenteuer lässt sich problemlos mit dem Starterset spielen, ohne dass man an nervige Grenzen stößt oder Schwierigkeiten bekommt. Selbst sämtliche Erfolge lassen sich ohne zusätzlicher Mühen oder Kosten ergattern.

Alles aus dem Starterset ist zudem in rein digitaler Form vorhanden. Ihr könnt daher das Raumschiff mitsamt Piloten und Waffen auf den Controller schnallen und bei Bedarf die Waffen wechseln, Pflicht ist dies jedoch nicht. Nur zusätzliche Hardware muss regelmäßig von der Software eingelesen und aktiviert werden, kann dann jedoch für sieben Tage rein digital ähnlich wie das Starterset genutzt werden. Wer ganz auf das Plastikspielzeug verzichten möchte, kann sämtliche Raumschiffe, Piloten und Waffen auch digital zu einem deutlich geringeren Preis erwerben bzw. das große Set für den Retailpreis kaufen und erhält damit gleich eine ganze Sammlung an entsprechenden Raumschiffen, Piloten und Waffen.

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Angenehmes Missionsdesign

In Starlink: Battle for Atlas verschlägt es euch mit der Allianz in das von der Erde weit entfernte Sonnensystem Atlas und nach einem Zwischenfall strandet ihr mit eurem Piloten auf einen der sieben Planeten. Geschwächt vom Kampf und der harten Landung, gilt es zunächst das unwirtliche Terrain zu erkunden und Rohstoffe zu finden. Recht bald trefft ihr auf die Bewohner des Planeten und könnt diesen unter die Arme greifen. Mit dem erfüllen einfacher Missionen und Aufgaben gewinnt ihr deren Vertrauen und könnt euch gegen die feindliche Macht, der dunklen Legion verbünden. Mit den Bündnissen steigt der Grad der Erkundung und auch spielerischen Möglichkeiten. Mit einem Observatorium werden unerforschte Gebiete aufgedeckt, in der Raffinerie werden Ressourcen geerntet und weitere Gebäude liefern neue Kaufoptionen, kampffähige Söldner und andere Dinge.

Während Spiele wie Assassins Creed oder Far Cry den Spieler dank schier unendlicher Möglichkeiten völlig verausgaben und damit auch weit von der Grundhandlung weg zerren, sorgt Starlink: Battle for Atlas gekonnt für eine harmonische Mischung aus möglichen Nebenaufgaben und Missionen der Hauptstory, welche angenehm mit Funkdialogen und auch Videosequenzen in guter deutscher Sprachausgabe vorangetrieben wird. Trotz der Dimensionen von sieben Planeten und einem komplett frei erkundbaren All fällt es leicht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, da zusätzliche Nebenmissionen abgeholt oder per Tastendruck angefordert werden müssen. Die Karte wird somit nicht völlig unübersichtlich aufgrund etlicher Aufgaben. Auch die Erkundung von Weltraumschrott, abgestürzten Raumschiffen und Ruinen fremder Zivilisationen drängt sich nicht wirklich auf. Wer dies machen möchte, verbringt viele Stunden zusätzlich im Sonnensystem Atlas, alle anderen erleben ein ausgiebiges Abenteuer von etwa 15-20 Spielstunden, bis der dunkle Meister der Legion besiegt wurde.

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Traumhafte Freiheit

Nach den anfänglichen, bereits äußerst actionreichen Einführungsmissionen könnt ihr euch völlig frei mit eurem Raumgleiter auf den Planeten, aber auch im All bewegen und all die wundervollen Facetten des Sonnensystems erkunden. Mit einer Reise durch staubige Wüsten, mit Seen durchsetzte Grünlande, dichtesten Dschungel und weiteres ist alles dabei – und neben einer erstaunlichen Flora bietet der Mix aus Sonnenschein und schneebedeckten Planeten sowie effektvoller Geräuschkulisse eine dichte Atmosphäre. Das Spiel aus Licht und Wetter sorgt für Panoramen, die ebenso großflächige Poster schmücken könnten. Optisch sorgt der leichte Comiclook für optimales Spielvergnügen für Jung und Alt. Einzig die Artenvielfalt im Tierreich fällt eher mager aus. Je Planet finden sich drei unterschiedliche Gattungen, die erforscht werden können.

Wirklich herrlich ist der fliegende und flüssige Übergang von der Erkundung eines Planeten über die dichte Atmosphäre ins unendliche All. Ähnlich No Man‘s Sky zündet ihr die Triebwerke und nehmt direkt von einer Basis eines Planeten Kurs auf die Stationen im Weltraum oder einen anderen Planeten, ohne dass Ladezeiten einem Bruch im Spielgefühl liefern. Den etlichen Erkundungsmöglichkeiten auf den Planeten mit zusätzlicher Ressourcenentwicklung und dem Bau von weiteren Gebäuden stehen die Reisen im All gegenüber. Gespickt mit unzähligen Asteroiden und herumfliegenden Weltraumschrott bietet die Unendlichkeit ein völlig neues Spielgefühl. Hyperraumfallen mit Outlaws und Schergen der Legion hindern euch an der Schnellreise und übermächtige Schlachten gegen riesige Raumschiffe, die Drougnauts, liefern eine Atmosphäre wie aus einem Star Wars Kinofilm.

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Der Kampf gegen die Legion

Dementsprechend gerüstet gilt es sich dem Kampf zu stellen, wenn kleine und große Feinde sich gegen die Allianz auflehnen und es zum bleihaltigen Schlagabtausch kommt. Die Handhabe auf der Planetenoberfläche ist dabei gewöhnungsbedürftig und im All kämpft man vor allem mit der völligen Bewegungsfreiheit in allen Richtungen. Die meisten Gegner können jedoch recht einfach besiegt werden, weisen oftmals auch gewiefte Schwachstellen auf. Dies können besondere Körperstellen sein, aber auch Elemente. Nutzt ihr zum Beispiel eisige Projektile gegen feurige Feinde, so fällt der Schaden deutlich größer aus. Wesentlich aufwändiger gestaltet sich der Kampf gegen Extraktoren, feindliche Basen oder riesige mechanischen Spinnen, den Primes. Diese Auseinandersetzungen kommen einem Bosskampf gleich und erfordern Strategien. Witzigerweise könnt ihr die übermächtige Gegner oftmals Schwächen, indem zuerst niedere Formen auf den Planeten vernichtet und damit die Legion geschwächt wird. Der Höhepunkt findet sich in der Schlacht um Outlaw-Basen oder Drougnauts. Vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden mutieren diese geradezu zu epischen Schlachten.

Durch den Einsatz der Waffen und des Raumschiffes und gewonnener Erfahrung werden diese entsprechend aufgewertet und verbessert. Neben den Bau von Militärkasernen stellen jedoch die Mods die größte Hilfe im Kampf gegen das Böse dar. Die Waffen und das Raumschiff verfügen je nach Ausbaustufe des Mutterschiff Equinox über mehrere Slots, welche mit Artefakten gefüllt werden können. Diese bieten Verbesserungen jeglicher Art an und sorgen dafür, dass die Allianz auch in den späteren Missionen nicht an Bodenhalt verliert und eine Chance auf den Sieg hat. Die Mods können auch fusioniert werden, um stärkere Items zu erhalten und die Effekte besser ausnutzen zu können. So gerüstet sollte der Kampf gegen die feindliche Schergen kaum ein Problem darstellen. Falls dennoch Unterstützung von Nöten wird, könnt ihr bequem einen gemütlichen Couch-Koopmodus angehen, wo nicht einmal zusätzliches Equipment benötigt wird. Per Splitscreen geht es gemeinsam gegen die Schergen der Legion, was durchaus Spaß macht, trotz einer virtuellen Leine, welche beide Spieler in unmittelbarer Nähe hält.

 

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Getestete Version: Xbox One

 

Unser Fazit

83 %

Ubisoft hat mit Starlink: Battle for Atlas ein durchwegs gelungenes Spiel abgeliefert, welches optisch ansprechend und spielerisch zufriedenstellend umgesetzt wurde. Die actionreichen Kämpfe machen Spaß, vor allem die epischen Auseinandersetzungen mit mächtigeren Gegnern. Irgendwann kennt man jedoch die Masche der Feinde und ähnlich der Nebenmissionen wirkt der Kampf auf Dauer leider doch etwas repetitiv. Der fliegende Wechsel zwischen Planeten und All, die facettenreiche Welten und die zahlreichen Erkundungensmöglichkeiten runden den Titel jedoch gekonnt ab. Sehr schön auch zu sehen, dass man nicht beständig das Spielzeug parat haben muss, oder alles digital erwerben kann. Darüber hinaus gilt anzumerken, dass mit dem Basis-Set die komplette Story gespielt kann und alle Belohnungen ergattert werden können, ohne dass man irgendwann an spürbare Grenzen stößt. Ein gelungener Einstand in die Toys to Life spiele, ohne zu weiteren Käufen gedrängt zu werden.

Pro

  • + Facettenreiche Welten mit vielen Erkundungsmöglichkeiten.
  • + Fließender Übergang vom Planeten ins All und wieder zurück.
  • + Zahlreiche Nebenmissionen, die sich jedoch nicht wie üblich in solchen Open-World Spielen aufzwingen.
  • + Kämpfe gegen Primes, Outlaw-Basen und Drougnauts fallen durchaus episch aus.
  • + Angenehme Weiterentwicklung der Waffen und Raumschiffe mit etlichen zusätzlichen Mods.
  • + Durchwegs gelungen präsentierte Hauptstory, wenn auch nicht sonderlich tiefgründig gehalten.

Kontra

  • - Die Kämpfe werden auf Dauer eintönig, da man irgendwann alles gesehen hat. Auch die größeren Fights lassen gegen später aufgrund Wiederholung nach.
  • - Die zahlreichen Nebenmissionen wiederholen sich und schlagen immer wieder in dieselbe Kerbe.
  • - Während die Pflanzenwelt üppig ausfällt, ist die Tierwelt recht mager und bietet nur drei Rassen pro Planeten.
  • - Die Story wird zwar nett präsentiert, fällt aber eher oberflächlich aus.
  • - Charakterentwicklung und Beziehung ist eher flach, da man sich auch für unterschiedliche entscheiden könnte.
  • - Zusätzliche Raumschiffe, Waffen und Piloten sind wie gewohnt für Toys to Life Spiele kostspielig.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
85 %
Spielspaß
 
80 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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